Burg Falkenberg
Burg auf einem Granitfelsen in der Oberpfalz, 1936-39 für Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg wiederaufgebaut, heute mit Museum.

Steckbrief
- Typ
- Burg1wiederaufgebaut
- Gründung
- 11. bis 12. Jahrhundert1
- Denkmalstatus
- Baudenkmal (D-3-77-117-1)1
- Bundesland
- Bayern
- Besichtigung
- nur mit Führung4
- Öffnungszeiten
- Besichtigung nur mit Führung4, 5Alle Angaben
- Website
- burg-falkenberg.bayern5
- Koordinaten
- 49.8593, 12.2249
Inhalt 16 Abschnitte
Die Burg Falkenberg steht auf einem Granitfelsen über dem gleichnamigen Markt im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz. Seit dem 17. Jahrhundert verfallen, ließ sie Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg 1936-39 wiederherstellen und zur Wohnburg ausbauen.1, 2 Heute gehört sie dem Markt Falkenberg. Zu sehen sind die Burg mit Bergfried und Torbau sowie ein Museum über Schulenburg.1, 6, 8
Entstehung und erste Burgherren
Nach dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege entstand die Burg im 11. oder 12. Jahrhundert. Bering und Umfassungsmauern gehen im Kern auf das 11. Jahrhundert zurück.1 Auch der Markt Falkenberg setzt die ältesten Mauerreste mit Vorbehalt in diese Zeit.8
Für 1154 nennen Markt und Burgwebsite die erste urkundliche Erwähnung. Nach der Burgwebsite ist es nur ein indirekter Hinweis: In einer Urkunde taucht ein Pilegrin de Valkenberch auf.2, 8 Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts saßen die Falkenberger auf der Burg, danach die Landgrafen von Leuchtenberg.1 1280 ist Landgraf Gebhard von Leuchtenberg urkundlich als neuer Herr der Burg belegt.2
Ausbau unter den Waldsassener Äbten
Nach dem Tod Gebhards verkaufte seine Witwe Jutta die Burg 1294 an das Zisterzienserkloster Waldsassen. Die Äbte blieben über zweieinhalb Jahrhunderte Herren von Falkenberg.2 Der Markt nennt für den Übergang an das Kloster "um 1300".8
Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die Burg wiederaufgebaut. Die Denkmalbeschreibung nennt dafür die Jahre 1393 bis 1417.1 Ihm schreibt die Burgwebsite einen völligen Neubau des Torbaus zu, die Denkmalbeschreibung datiert den Torbau zum Teil auf 1465. Der quadratische Bergfried aus Quadern entstand in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, nach der Burgwebsite unter Abt Nikolaus III. (1417-1433).1, 2
Krieg und Verfall
Nach der Burgwebsite kam die Burg 1572 an die protestantischen Pfalzgrafen aus dem Haus Wittelsbach.2 Der Markt nennt kurpfälzischen Besitz um 1571.8 Im Dreißigjährigen Krieg besetzte sie 1621 Graf Ernst von Mansfeld, der für die Pfälzer kämpfte.2 1643 eroberten die Schweden die Burg, kurz darauf kaiserliche Truppen. 1648 kehrten die Schweden unter Königsmarck zurück, beschossen die Burg und hielten sie bis zum Westfälischen Frieden.2, 8
1651 ordnete der Kurfürst an, die Burg abzubrechen oder dem Verfall zu überlassen. Bewohnt war sie trotzdem noch bis 1654, 1678 wird sie bereits als Ruine bezeichnet.2 Mit der Säkularisation 1803 ging die Ruine an den bayerischen Staat. 1809 wurde nach Angaben des Marktes ein Drittel des Bergfrieds abgetragen, die Steine kamen in den Bau des Pfarrhofs.2, 8
Wiederaufbau unter Graf von der Schulenburg
Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg war von 1934 bis 1941 deutscher Botschafter in Moskau. 1929 sah er die Burg zum ersten Mal und begann Verhandlungen mit dem Bezirksamt Tirschenreuth. 1936 kaufte er sie vom bayerischen Staat.2 Nach dem Markt wollte er dort seinen Lebensabend verbringen.8
Gleich nach dem Kauf begannen 1936 die Bauarbeiten, sie dauerten bis 1939. Geleitet wurden sie nach der Burgwebsite von einem Regensburger Architekten, die Denkmalbeschreibung nennt Franz Günther. Aus der Ruine entstand eine Wohnburg, dazu kam ein Torhaus mit Garagen.1, 2
Nach seiner Abberufung aus Moskau 1941 hielt sich Schulenburg so oft wie möglich in Falkenberg auf. Im August 1944 wurde er verhaftet, beschuldigt der Mittäterschaft am 20. Juli. Die Gestapo beschlagnahmte die Burg. Nach einem Urteil des Volksgerichtshofs wurde er am 10. November 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.2, 8
Nach 1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Amerikaner die Burg. Ab 1949 lebte dort Albrecht Graf von der Schulenburg, ein Neffe des Botschafters, mit seiner Familie.2
Von den Erben Schulenburgs erwarb der Markt Falkenberg die Burg im August 2009. Dabei verpflichtete er sich, ein Museum zum Andenken an Schulenburg einzurichten.2, 3 Die Sanierung begann im Frühjahr 2013 und war im November 2015 abgeschlossen. Am 13. November 2015 wurde die Burg feierlich wiedereröffnet.2, 8
Chronik
11. Jh. - 2016- 11. bis 12. JahrhundertGründungBau der Burg auf einem Granitfelsen im 11. oder 12. Jahrhundert1
- 1154ErsterwähnungErste urkundliche Erwähnung, indirekt über den Namen Pilegrin de Valkenberch2, 8
- 1280BesitzwechselLandgraf Gebhard von Leuchtenberg als neuer Burgherr belegt2
- 1294BesitzwechselVerkauf an das Zisterzienserkloster Waldsassen2
- 1393-1417WiederaufbauWiederaufbau der Burg1
- 1. Hälfte 15. JahrhundertFertigstellungBau des quadratischen Bergfrieds1
- 1621NutzungsänderungBesetzung durch Graf Ernst von Mansfeld2
- 1643NutzungsänderungEroberung durch die Schweden, kurz darauf durch kaiserliche Truppen2
- 1648NutzungsänderungBelagerung und Beschuss durch die Schweden unter Königsmarck, die die Burg bis zum Westfälischen Frieden halten2
- 1651NutzungsänderungBefehl des Kurfürsten, die Burg abzubrechen oder verfallen zu lassen2
- 1654NutzungsänderungEnde der Bewohnung, danach rascher Verfall2
- 1803BesitzwechselMit der Säkularisation an den bayerischen Staat2, 8
- 1809ZerstörungEin Drittel des Bergfrieds abgetragen, Steine für den Bau des Pfarrhofs8
- 1936BesitzwechselKauf durch Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg vom bayerischen Staat2
- 1936-1939WiederaufbauRestaurierung und Ausbau zur Wohnburg, Torhaus mit Garagen1, 2
- 1944NutzungsänderungBeschlagnahme der Burg durch die Gestapo nach Schulenburgs Verhaftung2
- 1949NutzungsänderungAlbrecht Graf von der Schulenburg bewohnt die Burg mit seiner Familie2
- 1990NutzungsänderungGründung des Vereins Forum Falkenberg3
- 2009BesitzwechselKauf durch den Markt Falkenberg von den Erben Schulenburgs2, 8
- 2013-2015RestaurierungUmfassende Sanierung, Wiedereröffnung am 13. November 20152, 8
- 2016NutzungsänderungEröffnung des Hotels im Dachgeschoss4
Besitz und Herrschaft
- 1280Landgrafen von Leuchtenberg2Burgherren, 1280 belegt, 1294 Verkauf an Kloster Waldsassen
- ab 1294Kloster Waldsassen2Eigentümer
- um 1572Wittelsbachische Pfalzgrafen2, 8Herrschaft
- 1803-1936Bayerischer Staat2Eigentümer
- 1936-2009Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg und Erben2Eigentümer
- seit 2009Markt Falkenberg2, 8Eigentümer
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Die Anlage bildet ein unregelmäßiges Oval um einen kleinen, trapezförmigen Innenhof. Östlich und westlich stehen je ein Gebäudekomplex, im Norden ein turmartiger Brunnenbau, im Süden der turmartige Torbau mit Satteldach.1 Auf drei Seiten umgeben steile Granitfelsen die Burg. Die rund 120 Zentimeter starke Grundmauer sitzt nach der Burgwebsite direkt auf dem Fels.2
Besonderheiten
Heutiger Zustand
Neben dem Museum beherbergt die Burg Räume für Gastronomie und Veranstaltungen im Rittersaal und im Kapitelsaal. Im Dachgeschoss ist seit Januar 2016 ein Hotel mit acht Zimmern eingerichtet.3, 4 Am Fuß der Burg in der Schwaige liegt ein Veranstaltungs- und Tagungszentrum. Kulturveranstaltungen richtet der 1990 von Bürgern gegründete Verein Forum Falkenberg aus.3
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Besichtigung
- nur mit Führung4
- Führungen
- Öffentliche Burgführungen ganzjährig an Sonn- und Feiertagen, Treffpunkt an der Burgbrücke
Keine Führungen an Karfreitag, Allerheiligen, Heiligabend und am 1. Weihnachtsfeiertag
Gruppen ab 10 Personen auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Anmeldung4, 5 - Parken
- Parkplatz Burgwiese oberhalb der Burg (Graf-Schulenburg-Weg) für Burg- und Veranstaltungsgäste. Hotelparkplätze am Veranstaltungs- und Tagungszentrum in der Schwaige.4, 7
- Gastronomie
- Biergarten im Burghof: Mai bis September, sonntags 13-18 Uhr
Burgcafé im Rittersaal: Oktober bis November, sonntags 13-18 Uhr
Hotel mit 8 Zimmern im Dachgeschoss der Burg3, 5 - Hunde
- nein: Hunde sind in der gesamten Burg nicht gestattet.4
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Innen ist die Burg nur bei einer Führung zu sehen. Öffentliche Führungen beginnen an Sonn- und Feiertagen an der Burgbrücke, Gruppen ab zehn Personen können auch andere Termine buchen.4, 5 Sonntags ist von Mai bis September der Biergarten im Burghof geöffnet, im Oktober und November das Burgcafé im Rittersaal. Hunde dürfen nicht in die Burg.4, 5
Anreise
Falkenberg liegt an der A93, von der Ausfahrt Falkenberg sind es etwa 4 Kilometer bis zur Ortsmitte. Besucher parken auf dem Parkplatz Burgwiese oberhalb der Burg am Graf-Schulenburg-Weg.4, 7
Umgebung und weitere Ziele
Rund 55 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Burg Veldenstein bei Neuhaus an der Pegnitz. Etwa 59 Kilometer Luftlinie sind es zur Burg Pottenstein.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Tirschenreuth, das ganze Land die Seite Bayern.
Lage und Karte
49.8593° N · 12.2249° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Baudenkmal D-3-77-117-1, Burg 1 (Bayerischer Denkmal-Atlas)Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 11.10.2026
- Die Geschichte der Burg FalkenbergForum Falkenberg - Freunde der Burg e.V., abgerufen am 11.10.2026
- KurzinformationForum Falkenberg - Freunde der Burg e.V., abgerufen am 11.10.2026
- Kontakt und Öffnungszeiten (Stand 22.01.2026)Forum Falkenberg - Freunde der Burg e.V., abgerufen am 11.10.2026
- Burg FalkenbergForum Falkenberg - Freunde der Burg e.V., abgerufen am 11.10.2026
- MuseumsinhalteForum Falkenberg - Freunde der Burg e.V., abgerufen am 11.10.2026
- Lage & AnfahrtForum Falkenberg - Freunde der Burg e.V., abgerufen am 11.10.2026
- Burg FalkenbergMarkt Falkenberg, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Falkenberg (Kartenobjekt relation/5173238)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Benreis · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Weitere Burgen und Schlösser in Bayern
Burg · 54,9 kmBurg Veldenstein
Burg · 59,4 kmBurg Pottenstein
Burg · 61,0 kmPlassenburg
Burg · 61,4 kmBurg Rabenstein (Oberfranken)
Bildnachweise
- Burg Veldenstein: Foto: Derzno · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Pottenstein: Foto: Derzno · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Plassenburg: Foto: Reinhold Möller Ermell · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Rabenstein (Oberfranken): Foto: Ermell · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons