Burgenführer
Schloss · Bremen, Ortsteil Schönebeck · Bremen

Schloss Schönebeck

Barockes Herrenhaus aus Backstein und Fachwerk im Bremer Ortsteil Schönebeck, seit 1972 Heimatmuseum des Museumsvereins für Vegesack und Umgebung.

53.1817° N · 8.6510° E
Schloss Schönebeck
Schloss SchönebeckFoto: Per Gosche · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
Di, Mi und Sa 15-17 Uhr, So 10.30-17 UhrAn Feiertagen abweichende Zeiten (Betreiberseite ohne Datum, abgerufen 09.10.2026)Eintritt: Erwachsene 5 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Schloss1, 2, 5vollständig erhalten
Erste Erwähnung
13572
Gründung
17. Jahrhundert1, 5, 6
Baustil
Barock1, 2
Ort
Bremen, Ortsteil Schönebeck1, 4
Bundesland
Bremen
Eigentümer
Stadt Bremen5, 7
Betreiber
Heimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V.1, 18
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich3
Öffnungszeiten
Di, Mi und Sa 15-17 Uhr, So 10.30-17 Uhr3Alle Angaben
Eintritt
Erwachsene 5 €3Alle Angaben
Koordinaten
53.1817, 8.65101
Inhalt 14 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Burganlage und Herrenhaus
  3. Die Familie von der Borch
  4. Übergang an Bremen
  5. Ein Heimatmuseum im Schloss
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Auf einen Blick
  10. Besichtigung
  11. Anreise
  12. Umgebung und weitere Ziele
  13. Lage und Karte
  14. Quellen
Lesezeit etwa 5 MinutenStand: Oktober 202621 Quellen

Schloss Schönebeck ist ein barockes Herrenhaus aus Backstein und Fachwerk im Bremer Ortsteil Schönebeck. Es liegt in Bremen-Nord am Rand des Schönebecker Auetals.1, 5 Eigentümerin ist heute die Stadt Bremen. Seit 1972 beherbergt das Haus ein Heimatmuseum, getragen vom Heimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung. Themen sind Alltag, Schifffahrt, Walfang und Handwerk der Region.2, 5, 7

Geschichte

Burganlage und Herrenhaus

Nach Angaben des Museumsvereins wird Schönebeck 1357 erstmals urkundlich als Burganlage genannt. SPOT Bremen hält es für wahrscheinlich, dass hier schon vor dem heutigen Bau eine Ritterresidenz stand.2, 6

Das heutige Haus datiert das Landesamt für Denkmalpflege in das 17. Jahrhundert.1 Ein genaues Baujahr nennen die Quellen nicht einheitlich. Der Museumsverein spricht von einem Bau im Stil des Barock um 1640, SPOT Bremen von der Mitte des Jahrhunderts.2, 6 Eine Radtourbroschüre der Wirtschaftsförderung Bremen nennt dagegen 1682 als Baujahr.7

Errichtet wurde das Schloss nach SPOT Bremen auf einer Burginsel, die Wassergräben umgaben. Das Magazin bezeichnet es als Wasserschloss.6

Die Familie von der Borch

Im 17. Jahrhundert ging die Herrschaft Schönebeck an die Familie von der Borch über. SPOT Bremen beruft sich für diese Angabe auf das Landesamt für Denkmalpflege.6 Das Stadtportal bremen.de nennt die Familie als Bauherrin des Schlosses.5

Als Sitz diente das Schloss der Familie von der Borch nach SPOT Bremen bis 1952.6

Übergang an Bremen

Wann das Schloss an Bremen kam, ist nicht eindeutig überliefert. Der Museumsverein schreibt, es sei "wohl seit 1950" im Besitz der Freien Hansestadt Bremen.2 SPOT Bremen setzt den Übergang in die 1960er-Jahre und verbindet ihn mit einer grundlegenden Sanierung.6

Ein Heimatmuseum im Schloss

Der Heimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung wurde 1911 gegründet. Schon im ersten Jahr erhielt er nach bremen.de 672 Ausstellungsstücke als Spenden.5 Das Angebot, ins Schloss zu ziehen, kam nach SPOT Bremen später von der Stadt. Eröffnet wurde das Museum im Oktober 1972, nach dem Magazin umfasst es rund 800 Quadratmeter.2, 6

Der Verein betreibt das Museum ehrenamtlich. Kasse, Aufsicht, Führungen und Archiv übernehmen rund 50 Ehrenamtliche.18 Nach dem Protokoll einer Ausschusssitzung im Schloss vom Januar 2017 hatte der Verein damals etwa 1.100 Mitglieder. Das Museum zählte rund 10.000 Besucher im Jahr.9

Standesamtliche Trauungen gibt es an jedem dritten Freitag im Monat, Trausaal ist der große Schifffahrtssaal.10

Chronik

1357 - 1972
  1. 1357ErsterwähnungErste urkundliche Erwähnung als Burganlage (Angabe des Museumsvereins)2
  2. 17. JahrhundertGründungBau des barocken Herrenhauses1, 5, 6
  3. 17. JahrhundertBesitzwechselDie Familie von der Borch erwirbt die Herrschaft Schönebeck6
  4. 1705UmbauRückfront in Backstein mit Sandsteingliederung erneuert1
  5. Oktober 1972NutzungsänderungDer Heimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung eröffnet sein Museum im Schloss2, 5, 6

Besitz und Herrschaft

  • 2024Stadt Bremen5, 7Eigentümerin, 2024 als Besitz der Stadt belegt

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Das Schloss heute

Architektur und Aufbau

Nach dem Landesamt für Denkmalpflege hat das Herrenhaus zwei Geschosse aus Backstein und Fachwerk und ein Mansarddach. Die Rückfront ist eine Erneuerung von 1705, gemauert aus Backstein und mit Sandstein gegliedert.1 An der Straße Im Dorfe bildet das Haupthaus nach SPOT Bremen mit der Schloss-Kate und dem Verwalterhaus ein Ensemble aus Fachwerkbauten.6 In der ehemaligen Museumskate hat heute das Schlosscafé seinen Platz.8

Innen zeigen Erd- und Kellergeschoss nach bremen.de den Alltag in Küche, Wohn- und Schlafräumen. Im Obergeschoss geht es vor allem um Schifffahrt, Handel und Handwerk.5 Zu sehen ist unter anderem eine Küche aus der Zeit um 1900 mit großem Eisenherd, geheizt wurde mit Torf.19

Die Abteilung zum Schiffbau zeigt nach Angaben des Vereins eine Werkstatt der Reepschläger, die Seile und Trossen herstellten. Dazu kommen eine Bootsbauwerkstatt mit altem Werkzeug und eine Sammlung von Schiffsmodellen.14 Eine weitere Abteilung gilt dem Walfang vor Grönland. Zwischen 1653 und 1872 liefen dafür Schiffe vom Vegesacker Hafen aus. Ausgestellt sind unter anderem Walknochen und Harpunen.15 An die Heringsfischerei erinnert eine Abteilung zur 1895 gegründeten Bremen-Vegesacker Fischerei-Gesellschaft und ihren Loggern.17

Besonderheiten

  • Gerhard Rohlfs: Der aus Vegesack stammende Rohlfs (1831-1896) unternahm sechs Expeditionen, unter anderem durch die Sahara. Seinen Nachlass erhielt zum größten Teil die Stadt Vegesack, über sie kam er ins Museum. Das Archiv bewahrt einige tausend Briefe an ihn.5, 16
  • Eduard Dallmann: 1886 erhielt Kapitän Eduard Dallmann die Anfrage, für die Neu-Guinea Company zweimal nach Neuguinea zu fahren. Den Nachlass dieser Reisen dokumentiert nach Angaben des Vereins zum großen Teil das Museum. Eine Ausstellung dazu ist für den 14. November bis 27. Dezember 2026 angekündigt.11
  • Ofen aus Lesum: Ein blau bemalter Aufsatzofen im Museum entstand nach Angaben des Vereins für das Schloss. Hergestellt hat ihn die 1755 gegründete Fayencefabrik Vielstich in Lesum.13
  • Fliesen aus Grohn: Die Sammlung zeigt Jugendstil- und Art-déco-Fliesen der 1869 gegründeten Norddeutschen Steingutfabrik in Bremen-Grohn.13
Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich3
Öffnungszeiten
Di, Mi und Sa 15-17 Uhr, So 10.30-17 Uhr
An Feiertagen abweichende Zeiten (Betreiberseite ohne Datum, abgerufen 09.10.2026)3
Eintritt
Erwachsene 5 €
Gruppen ab 10 Personen 4 € pro Person
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Mitglieder des Museumsvereins frei (Betreiberseite ohne Jahresangabe, abgerufen 09.10.2026)3
Führungen
Führungen und Gruppenbesuche nach telefonischer Terminabsprache (0421 623432), auch außerhalb der Öffnungszeiten. Kindergeburtstage nach Vereinbarung.3
Bus und Bahn
Regio-S-Bahn bis Haltestelle Schönebeck; Buslinien 90, 91 und 92 bis Haltestelle Bahnhof Schönebeck. Mit dem Auto über die A 270, Abfahrt 6 (Grohn / St. Magnus / Schönebeck).4
Gastronomie
Schlosscafé in der ehemaligen Museumskate (Im Dorfe 3a), eigener Betrieb: nach eigenen Angaben Di-So 15-20 Uhr, montags geschlossen, an Feiertagen abweichend (abgerufen 09.10.2026).8, 20
Familien
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei. Kinderprogramm mit Kasperletheater oder Märchen am ersten Sonntag im Monat um 11 Uhr, für Kinder und eine erwachsene Begleitperson frei (Programm bis Dezember 2026). Kindergeburtstage nach Vereinbarung.3, 12

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Das Museum öffnet dienstags, mittwochs und samstags am Nachmittag sowie sonntags ab dem Vormittag, an Feiertagen gelten eigene Zeiten. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen keinen Eintritt. Gruppen und Führungen sind nach telefonischer Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.3 Auf den Kontakt- und Preisseiten macht der Verein keine Angaben zur Barrierefreiheit.3, 4

Wechselausstellungen gibt es im Schloss und im Kunstkeller. Dazu kommen Konzerte, Lesungen und am ersten Sonntag im Monat ein Programm für Kinder.11, 12

Anreise

Für Bus und Bahn nennt der Museumsverein die Regio-S-Bahn-Haltestelle Schönebeck und die Haltestelle Bahnhof Schönebeck der Buslinien 90, 91 und 92. Mit dem Auto führt die A 270 bis zur Abfahrt 6 "Grohn / St. Magnus / Schönebeck". Zu Parkplätzen macht der Verein keine Angaben.4

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Die Radtour "Berg und Wal" der Wirtschaftsförderung Bremen führt durch Geestbachtäler zum Schloss. Sie fasst es in einer Station mit der Burg Blomendal zusammen.7

Weitere Anlagen in der Stadt zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser in Bremen, das ganze Land die Seite Bremen.

Lage und Karte

53.1817° N · 8.6510° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Tag des offenen Denkmals, Bremen und Bremerhaven, 11. September 2016 (Programmflyer)Landesamt für Denkmalpflege Bremen, Bremische Evangelische Kirche, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, abgerufen am 09.10.2026
  2. Willkommen im SchlossHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  3. Öffnungszeiten und PreiseHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  4. Kontakt und AnfahrtHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  5. Museum Schloss Schönebeckbremen.online, WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, abgerufen am 09.10.2026
  6. Schloss Schönebeck: ein Heimatmuseum, das Spaß macht (Kristina Bumb, 22.08.2023)SPOT Bremen, Sparkasse Bremen, abgerufen am 09.10.2026
  7. Bike it! Berg und Wal - Die Bremer-Norden-Runde (2024)WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, abgerufen am 09.10.2026
  8. 28. Maritimes Erbe - Heimatmuseum Schloss SchönebeckDer Bremer Norden, bremen.online, WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, abgerufen am 09.10.2026
  9. Niederschrift der 6. Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus, Kultur und Wirtschaft (09.01.2017)Ortsamt Vegesack, abgerufen am 09.10.2026
  10. Heiraten im SchlossHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  11. AusstellungenHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  12. VeranstaltungenHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  13. Gefragte KostbarkeitenHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  14. Schiffbau-TraditionHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  15. WalfangHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  16. Gerhard Rohlfs (1831-1896)Heimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  17. Logger & SextantenHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  18. MitmachenHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  19. Bürgerliches Wohnen in Bremen-NordHeimat- und Museumsverein für Vegesack und Umgebung e. V., abgerufen am 09.10.2026
  20. Das Schlosscafé am Schloss SchönebeckDas Schlosscafé, abgerufen am 09.10.2026
  21. Schloss Schönebeck (Kartenobjekt way/161547823)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 09.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Per Gosche · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons