Burgenführer
Schloss · Potsdam · Brandenburg

Jagdschloss Stern

Jagdhaus Friedrich Wilhelms I. von 1730-1732 nach holländischem Vorbild in der Potsdamer Parforceheide, geöffnet an Veranstaltungstagen.

52.3756° N · 13.1472° E
Jagdschloss Stern
Jagdschloss SternFoto: Suse · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
An den Veranstaltungstagen des Fördervereins geöffnet, April bis November (Stand 19.10.2026)Für Gruppen nach Vereinbarung (siehe Führungen)Nächste Öffnung: Samstag, 7. November 2026, 12-15 Uhr (Hubertusfest)Eintritt: Eintritt frei, Spenden willkommen (Stand 19.10.2026)Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Schloss1, 2vollständig erhalten
Denkmalstatus
Denkmal (Jagdschloss Stern mit Hauptmannshaus, Kastellanhaus, Wirtschaftsgebäuden und Gärten, ID 09156058)1
Ort
Potsdam1, 2
Bundesland
Brandenburg
Eigentümer
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg5
Betreiber
Förderverein Jagdschloss Stern-Parforceheide e.V. (Betreuung und Öffnung)2, 3
Öffnungszeiten
An den Veranstaltungstagen des Fördervereins geöffnet, April bis November (Stand 19.10.2026)2, 3, 4, 5Alle Angaben
Eintritt
Eintritt frei, Spenden willkommen (Stand 19.10.2026)2, 3
Website
spsg.de2
Koordinaten
52.3756, 13.1472
Inhalt 9 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Geschichte: ein Haus für die Parforcejagd
  3. Der Bau und seine Ausstattung
  4. Chronik
  5. Auf einen Blick
  6. Besuch
  7. Umgebung und weitere Ziele
  8. Lage und Karte
  9. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20268 Quellen

Das Jagdschloss Stern an der Jagdhausstraße in Potsdam ist ein schlichter Backsteinbau nach dem Vorbild holländischer Bürgerhäuser. Friedrich Wilhelm I. ließ es 1730-1732 in der Parforceheide errichten, die er für die Hirschjagd hatte erschließen lassen.1, 2 Zum denkmalgeschützten Ensemble zählen das Kastellanhaus, der frühere Pferdestall und weitere Nebengebäude mit Gärten.1 Eigentümerin ist nach Angaben des Fördervereins Jagdschloss Stern-Parforceheide die preußische Schlösserstiftung, betreut wird das Haus vom Verein.2, 5

Geschichte

Geschichte: ein Haus für die Parforcejagd

Für die Hetzjagd auf Hirsche ließ der König östlich der damaligen Stadt die Parforceheide als Revier erschließen. Ihren Mittelpunkt bildete ein 1724-1729 angelegter Wegestern, von dem ursprünglich 16 Schneisen ausgingen.1, 2 Am Rand dieses Sterns entstand das Jagdhaus, entworfen nach Denkmaldatenbank und Dehio von Peter von Gayette.1

Nach der Aktenauswertung des Fördervereins taucht das Vorhaben erstmals im Oktober 1730 auf, in einem Brief des königlichen Adjutanten Hans Christoph Friedrich von Hacke. Hacke vertrat den König als Bauherrn und war für die Bezahlung der Handwerker zuständig.7 Ein Schreiben des Königs von 1731 belegt nach dem Förderverein mindestens einen holländischen Handwerker auf der Baustelle. Möglicherweise war es der Zimmermeister Cornelius van den Bosch.7

Zum Ensemble gehörten außer dem Schloss zwei gleichartige Pavillons und ein Pferdestall.7 Eine Landesbeschreibung von 1751 schildert die Nutzung: Der König übernachtete im königlichen Pavillon, gespeist wurde im Saal des Schlosses. Im dritten Haus mit zwölf Gemächern war das Gefolge untergebracht, nach Deutung des Fördervereins im heutigen Kastellanhaus.7

Der Pavillon des Königs war baufällig und wurde 1767 abgetragen; an seiner Stelle liegt heute ein Parkplatz.3 Das Schankrecht besaß der Kastellan schon im 18. Jahrhundert, und bis zur Schließung 1992 diente das Kastellanhaus als Ausflugslokal.3 Am Schloss kamen im 19. Jahrhundert der Türaufsatz mit Jagdsymbolen und der Stern im Giebel hinzu.1 Den früheren Pferdestall nutzt man seit 1930 als Wohnhaus.3 Anfang der 1980er Jahre wurde das Schloss restauriert.1

Kanal, Bahn und Autobahn haben das frühere Revier im 19. und 20. Jahrhundert verkleinert. Auf Teilen davon liegen heute die Wohngebiete Stern, Drewitz und Kirchsteigfeld.2 Laut Dehio wurden im 20. Jahrhundert einige Achsen des Sterns aufgegeben oder zu Wohnstraßen. Der Sternplatz bekam in den 1930er Jahren erstmals eine gärtnerische Fassung mit Hecken und wurde 2005-2007 nach langer Vernachlässigung denkmalpflegerisch umgestaltet.1 Den historischen Backofen baute der Förderverein 2011 mit Spenden und eigener Arbeit wieder auf.2

Der Bau und seine Ausstattung

Gespeist wurde nach der Jagd im holzgetäfelten Saal an der Giebelseite.1, 3 Fünf Jagdgemälde sind in seine Vertäfelung eingefügt, daneben schmücken Geweihstangen und ein Kamin aus Marmor den Raum.1 Die Stangen stammen nach dem Förderverein vom "Großen Hans", einem kapitalen Hirsch aus dem königlichen Parforce-Garten.3 Als Decke dient eine flache Kuppel mit Stuck, deren Mitte wie eine Laterne aufragt.1

Auf den Gemälden jagt der König Rebhühner, Hirsche und Wildschweine. Der Dehio schreibt sie Dismar Degen zu, nach dem Förderverein kommt ebenso Georg Lisiewski in Frage.1, 5 Im rückwärtigen Teil des Hauses finden sich die Küche und ein Schlafzimmer, dessen Bett als Wandbett in einen Alkoven gebaut ist. Dazu kommt ein Adjutantenzimmer.1, 2 Die Stiftung bezeichnet den Bau als fast im ursprünglichen Zustand erhalten.2

Von außen prägt ein hoher, geschwungener Giebel die Front, darunter sitzen große Fenster in zwei Reihen übereinander. Das Mauerwerk aus Backstein ist sichtbar, gedeckt ist das Haus mit einem Satteldach.1 Laut Dehio ist es in Potsdam das früheste Beispiel dieses holländischen Haustyps und ein Vorläufer des Holländischen Viertels. Der Förderverein nennt es das einzige Schloss, das dieser König errichten ließ.1, 3

Die beiden Nebenhäuser, Kastellanhaus und Hauptmannshaus (einst Pferdestall), sind Fachwerkbauten mit Putz und Mansarddach.1 Das Kastellanhaus hat einen quadratischen Grundriss, eine Freitreppe mit zwei Läufen und ein Dach, das weit über die Wände reicht.1 Für das Ensemble plante die Stiftung nach Angaben des Fördervereins von 2025 eine Sanierung bis 2030 für 5,8 Millionen Euro. Den Anfang soll das Kastellanhaus machen, mit Sommergastronomie und Räumen für den Verein.6

Chronik

1730 - 2011
  1. 1730-1732FertigstellungBau des Jagdschlosses für König Friedrich Wilhelm I. nach Entwurf von Peter von Gayette1
  2. 1767ZerstörungAbbruch des baufälligen königlichen Jagdpavillons neben dem Schloss3, 7
  3. 19. JahrhundertUmbauTüraufsatz mit Jagdsymbolen und Reliefstern im Giebel angebracht1
  4. ab 1930NutzungsänderungDer frühere Pferdestall dient als Wohnhaus3
  5. um 1980-1984RestaurierungRestaurierung des Jagdschlosses Anfang der 1980er Jahre1
  6. 1992NutzungsänderungSchließung der Ausflugsgaststätte im Kastellanhaus3
  7. 2011RestaurierungWiederaufbau des historischen Backofens durch den Förderverein2

Besitz und Herrschaft

  • 1730König Friedrich Wilhelm I. von Preußen1, 2Bauherr
  • 2026Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg5Eigentümerin, 2026 belegt

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Öffnungszeiten
An den Veranstaltungstagen des Fördervereins geöffnet, April bis November (Stand 19.10.2026)
Für Gruppen nach Vereinbarung (siehe Führungen)
Nächste Öffnung: Samstag, 7. November 2026, 12-15 Uhr (Hubertusfest)2, 3, 4, 5
Eintritt
Eintritt frei, Spenden willkommen (Stand 19.10.2026)2, 3
Führungen
Sonderführungen für Gruppen bis 20 Personen im Mai, Juni und September nach Vereinbarung mit dem Förderverein, pauschal 100 €, etwa 14 Tage Vorlauf
Audioführung per Smartphone (QR-Code vor Ort), auch außerhalb der Öffnungstage2, 3, 4
Bus und Bahn
Haltestelle "Potsdam, Gaußstr."2
Barrierefreiheit
teilweise: Ausstellungsräume bei den öffentlichen Führungen des Fördervereins für Rollstuhlfahrer zugänglich. Kinderwagen aus konservatorischen Gründen in den Ausstellungsräumen nicht erlaubt.2

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besuch

Feste Öffnungszeiten hat das Schloss nicht: Innen zu sehen ist es nur bei Veranstaltungen, nach Angaben des Fördervereins zwischen April und November.2, 5 Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.2 Gruppen können im Mai, Juni und September eine Sonderführung beim Verein vereinbaren.4 Wer außerhalb der Termine kommt, kann vor Ort eine Audioführung per Smartphone abrufen.2, 3

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 5,1 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schloss Babelsberg, rund 5,6 Kilometer Schloss Glienicke. Weitere Anlagen in Potsdam zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser in Potsdam, das ganze Land die Seite Brandenburg.

Lage und Karte

52.3756° N · 13.1472° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Dehio Brandenburg 2012, S. 902 f., über BLDAM-Denkmaldatenbank 09156058Dehio-Vereinigung / Deutscher Kunstverlag; BLDAM, abgerufen am 19.10.2026
  2. Jagdschloss Stern - Der Soldatenkönig als JägerStiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, abgerufen am 19.10.2026
  3. Die Gebäude - Das Jagdschloss und seine NebengebäudeFörderverein Jagdschloss Stern - Parforceheide e.V., abgerufen am 19.10.2026
  4. VeranstaltungenFörderverein Jagdschloss Stern - Parforceheide e.V., abgerufen am 19.10.2026
  5. Jagdschloss Stern, StartseiteFörderverein Jagdschloss Stern - Parforceheide e.V., abgerufen am 19.10.2026
  6. Sanierung des Kastellanhauses gesichert (08.04.2025)Förderverein Jagdschloss Stern - Parforceheide e.V., abgerufen am 19.10.2026
  7. Holland in Potsdam - Ein Haus für die Jagd (23.01.2024)Förderverein Jagdschloss Stern - Parforceheide e.V., abgerufen am 19.10.2026
  8. Jagdschloss Stern (Kartenobjekt way/26562704)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 19.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: Suse · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

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