Burgenführer
Burgruine · Kirchensittenbach (Hohenstein) · Bayern

Burg Hohenstein (Mittelfranken)

Burgruine auf einem Dolomitfelsen in Hohenstein, 1505 von der Reichsstadt Nürnberg erworben, 1983 ganz an den örtlichen Verschönerungsverein übergegangen.

49.5866° N · 11.4222° E
Burg Hohenstein (Mittelfranken)
Burg Hohenstein (Mittelfranken)Foto: Derzno · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Ostersonntag bis November: Sonn- und Feiertage 11-17 Uhr, wenn die Witterung es zulässtFeiertage: gesetzliche Feiertage in Franken, Mariä Himmelfahrt zählt nicht dazuBei gehissten Fahnen Besuch ohne VoranmeldungEintritt: Erwachsene 4 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine1, 2teilweise erhalten
Erste Erwähnung
11631, 3
Baubeginn
um 12001
Denkmalstatus
Baudenkmal (D-5-74-135-39)2
Ort
Kirchensittenbach (Hohenstein)2, 7, 8
Bundesland
Bayern
Betreiber
Verschönerungsverein Hohenstein und Umgebung e.V.4, 5, 7
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich4, 5
Öffnungszeiten
Ostersonntag bis November: Sonn- und Feiertage 11-17 Uhr, wenn die Witterung es zulässt4, 5Alle Angaben
Eintritt
Erwachsene 4 €4, 5Alle Angaben
Inhalt 16 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: Wohnturm, Torkapelle und Bergfried
  3. Staufer, Wittelsbacher und Reichsstadt Nürnberg
  4. Brände, Sturm und der Neue Bau
  5. Staatsbesitz und Teileinstürze im 19. Jahrhundert
  6. Der Verschönerungsverein und die Sanierung
  7. Chronik
  8. Architektur und Aufbau
  9. Besonderheiten
  10. Heutiger Zustand
  11. Auf einen Blick
  12. Besichtigung
  13. Anreise
  14. Umgebung und weitere Ziele
  15. Lage und Karte
  16. Quellen
Lesezeit etwa 6 MinutenStand: Oktober 202610 Quellen

Die Burg Hohenstein ist eine Burgruine im Ort Hohenstein, der zur Gemeinde Kirchensittenbach im Landkreis Nürnberger Land gehört. Sie sitzt auf einem steilen Dolomitfelsen und ist weit über den fränkisch-oberpfälzischen Jura hin sichtbar.2, 7, 8 Die Anlage besteht aus einer Unterburg am Felsfuß und der Oberburg auf dem Felsen. Zu sehen sind unter anderem der Palas, die Kapelle über dem Tor und eine umlaufende Mauer des 16./17. Jahrhunderts.1, 2 1983 ging die gesamte Oberburg an den örtlichen Verschönerungsverein über.3

Geschichte

Entstehung: Wohnturm, Torkapelle und Bergfried

Wann die Burg gegründet wurde, ist nach Joachim Zeune im Burgenportal des Hauses der Bayerischen Geschichte offen. Ein Wohnturm könnte ins frühe 12. Jahrhundert zurückgehen. Seine Reste bildeten später den Unterbau des Neuen Baus.1 Der Verschönerungsverein schreibt, über den Bau gebe es keine Urkunden. Die Burg dürfte nach seiner Darstellung schon in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstanden sein.3 Die Denkmalliste setzt den Kern der Anlage ins 12./13. Jahrhundert.2

Erstmals tritt Hohenstein 1163 mit Sicolinus von Hohenstein auf. Zeune nennt ihn Untervogt des Grafen Gebhard von Sulzbach.1 Nach dem Verein bestimmte ihn damals die Äbtissin des Klosters Bergen zum Vogt über Klostergüter um Hersbruck, mit Zustimmung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa.3

Um 1200 kamen in der Hauptburg ein neues Tor mit Kapelle, Abschnitte der Ummauerung und ein schlanker Bergfried hinzu.1 Das romanische Chorgewölbe der Kapelle datiert die Denkmalliste in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts.2

Staufer, Wittelsbacher und Reichsstadt Nürnberg

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts ging Hohenstein an die Staufer. Zeune nennt dafür das Jahr 1180, der Verein sieht dagegen die Grafen von Sulzbach bis 1188 als Herren.1, 3 Auch der Übergang an die bayerischen Herzöge wird verschieden datiert: bei Zeune 1266, beim Verein erst nach dem Tod Konradins 1268.1, 3

1353 verpfändeten die Herzöge die Burg an König Karl IV. Nach 1390 wurde sie mehrfach verpfändet. Im frühen 15. Jahrhundert fiel sie an einen bayerischen Herzog, danach war sie verpfändet oder wurde von Pflegern verwaltet.1

1505 erwarb die Reichsstadt Nürnberg Burg und Amt Hohenstein. Nach Angaben des Vereins kaufte sie den Besitz am 9. Mai 1505 für 10.000 Gulden von den Wittelsbachern.1, 3 Nürnberg ließ die Burg danach wehrhafter machen, ausbessern und erweitern.1

Brände, Sturm und der Neue Bau

Markgräfliche Truppen besetzten die Burg 1552 und 1553. 1553 wurde sie angezündet, besonders die Untere Burg nahm Schaden.1 Der Verein nennt als Angreifer Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach, der mit Nürnberg in Fehde lag.3

Nach dem Brand sicherte man die zerstörten Bauten zunächst nur behelfsmäßig. In der Unterburg entstand ein Langhaus als neuer Sitz des Pflegamts.1 Der Verein datiert dieses Gebäude, auch "Pflegamtsburg" genannt, auf 1553.3

1590 brannte die Untere Burg mit dem Pfleghaus noch einmal ab, diesmal aus Versehen. Der Verein gibt dafür den 10. Oktober 1590 an.1, 3 1606 warf ein Sturm den alten Wohnturm um. Zwischen 1607 und 1610 wurde die Burg instand gesetzt, 1607 entstand dabei der Neue Bau.1 1764 wurde das kleine Pflegamt Hohenstein mit dem Pflegamt Hiltpoltstein vereinigt.3

Staatsbesitz und Teileinstürze im 19. Jahrhundert

1806 kam die Anlage an das Königreich Bayern. Sie war nach Angaben des Vereins schon seit Jahrzehnten nicht mehr ausreichend gepflegt worden.3 1814 veräußerte der Staat die Felder, Wiesen und Wälder der Burg. Einige Gebäude wurden auf Abbruch verkauft. Das in fünf Teile geteilte Lange Haus und die Kapelle St. Georg gingen als Wohnraum an Einwohner von Hohenstein.3 Den Rest, vor allem den Palas, ließ der Staat ab 1840 umfassend sanieren.3

Im 19. Jahrhundert stürzten wegen statischer Probleme mehrfach Bauteile ein. Zeune nennt 1839 und 1867 Teile des Neuen Baus, 1854 Abschnitte der Ringmauer.1 Den Bergfried führt er einmal als 1808 eingestürzt, an anderer Stelle als 1809 abgebrochen.1 Den Palas beschreibt die Denkmalliste als im späten 19. Jahrhundert erneuert.2

Der Verschönerungsverein und die Sanierung

Nach eigenen Angaben erwarb der Verschönerungsverein Hohenstein 1901 die Kapelle. Er ließ sie renovieren und machte sie wieder für Gottesdienste nutzbar.3 Zeune datiert die Sanierung der Kapelle durch den damals neu gegründeten Verein auf 1902 bis 1908.1

1983 kaufte der Verein dem Freistaat Bayern den Hauptteil der Burg mit dem Palas ab. Damit gehörte ihm die ganze Oberburg, zugleich musste er ihren Unterhalt tragen.3

1998 beschloss der Verein eine umfangreiche Sanierung, die im Frühjahr 2000 beginnen sollte. In der Nacht zum 25. Februar 2000 brach nach starkem Frost die äußere Schale der Südwand des Palas weg. Zurück blieb ein Loch von etwa 40 Quadratmetern.3 Zeune spricht für das Jahr 2000 vom Einsturz der Westmauer.1

Am 23. und 24. Juni 2001 wurde die Burg mit einem Fest wieder für Besucher geöffnet. Im Frühjahr 2007 begann der Verein, die nordöstlichen Mauern zu sanieren und im Burghof einen botanischen Lehrgarten anzulegen. Bis dahin hatte die Sanierung nach seinen Angaben rund 1 Million Euro gekostet.3

Chronik

1163 - 2007
  1. 1163ErsterwähnungErstes Auftreten mit Sicolinus von Hohenstein1, 3
  2. um 1200BaubeginnNeues Torhaus mit Kapelle, Teile der Ummauerung und Bergfried in der Hauptburg1
  3. 1353BesitzwechselDie bayerischen Herzöge verpfänden die Burg an König Karl IV.1
  4. 1505BesitzwechselDie Reichsstadt Nürnberg erwirbt Burg und Amt Hohenstein1, 3
  5. ab 1505UmbauNürnberg lässt die Burg verstärken, instand setzen und ausbauen1
  6. 1553ZerstörungMarkgräfliche Truppen stecken die Burg in Brand, vor allem die Untere Burg wird beschädigt1, 3
  7. 1553UmbauBau des Langhauses in der Unterburg als Sitz des Pflegamts3
  8. 1590ZerstörungDie Untere Burg mit dem Pfleghaus brennt versehentlich ab1, 3
  9. 1606ZerstörungEin Sturm bringt den alten Wohnturm zum Einsturz1
  10. 1607-1610RestaurierungInstandsetzung der Burg, 1607 Bau des Neuen Baus1
  11. 1764NutzungsänderungDas Pflegamt Hohenstein wird mit dem Pflegamt Hiltpoltstein zusammengelegt3
  12. 1806BesitzwechselDie Burganlage geht an das Königreich Bayern über3
  13. 1814BesitzwechselVerkauf der Ländereien, des Langen Hauses und der Kapelle, Teile der Gebäude auf Abbruch3
  14. 1839ZerstörungEin Teil des Neuen Baus stürzt ein1
  15. ab 1840RestaurierungUmfangreiche Sanierung vor allem am Palas durch den bayerischen Staat3
  16. 1854ZerstörungAbschnitte der Ringmauer stürzen ein1
  17. 1867ZerstörungErneut stürzen Teile des Neuen Baus und der Umfassungsmauern ein1
  18. 1901BesitzwechselDer Verschönerungsverein erwirbt die Burgkapelle3
  19. 1902-1908RestaurierungSanierung der Kapelle durch den Verschönerungsverein1
  20. 1983BesitzwechselDer Verschönerungsverein kauft dem Freistaat Bayern den Hauptteil der Burg mit dem Palas ab3
  21. 2000ZerstörungEinsturz von Mauerwerk, danach umfassende Sanierung1, 3
  22. 2000-2001RestaurierungSanierung, Wiedereröffnung im Juni 20011, 3
  23. ab 2007RestaurierungSanierung der nordöstlichen Burgmauern, Anlage eines botanischen Lehrgartens im Burghof3

Besitz und Herrschaft

  • 1353König Karl IV.1Pfandnehmer der bayerischen Herzöge
  • 1505-1806Reichsstadt Nürnberg1, 3Kauf von Burg und Amt Hohenstein
  • 1806-1983Königreich und Freistaat Bayern3Staatsbesitz, Ländereien und Teile der Gebäude 1814 verkauft
  • ab 1901Verschönerungsverein Hohenstein3Erwerb der Burgkapelle
  • ab 1983Verschönerungsverein Hohenstein3Kauf des Hauptteils vom Freistaat Bayern, damit die gesamte Oberburg

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Die Unterburg, eine Vorburg, liegt am Fuß des Felsens. Die Oberburg steht oben auf dem Fels, dem "hohen Stein". Der Weg hinauf führt durch die Unterburg zu einem Torbau der Hauptburg. In seinem Obergeschoss liegt die Burgkapelle.1

Hauptgebäude ist der Neue Bau. In seinem unteren Teil steckt nach Zeune noch Mauerwerk aus salischer Zeit. Der Bergfried stand auf einem Felskopf, von ihm ist nur ein Rest des Sockels geblieben.1

Die Denkmalliste beschreibt den Palas als dreigeschossigen Massivbau mit Walmdach und Dachreiter. Auch die Kapelle hat drei Geschosse und ein Satteldach, ihr Langhausgewölbe stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Anlage umschließt eine teils mächtige Quadermauer mit Stützpfeilern aus dem 16./17. Jahrhundert.2

Besonderheiten

  • Konradin-Legende: Nach einer Überlieferung soll der junge Staufer Konradin vor seinem Zug nach Italien auf dem Hohenstein sein Testament gemacht haben. Der Verein hält die Legende für historisch unbegründet.3
  • Höchster bewohnter Punkt: Nach Angaben der Gemeinde ist der Hohenstein der höchste bewohnte Punkt Mittelfrankens.8
  • Schwertkampf und Bogenschießen: Nach Angaben des Vereins zeigt die Kampfkunstschule Schwert & Bogen einmal im Monat historischen europäischen Schwertkampf. Auf ihrem 3D-Parcours lässt sich nach einer Einführung Bogenschießen lernen, Ausrüstung wird geliehen.9
  • Multimedia: Nach Angaben des Vereins lässt sich an zwei Stationen die Geschichte der Burg in Ton und Bild verfolgen.9

Heutiger Zustand

Die Denkmalliste führt die Anlage als teilweise wiederhergestellte Burgruine.2 Vom Bergfried ist nur der Sockel geblieben.1 In der Unterburg sind nach Angaben des Vereins wilde Blühflächen als Bienenweide entstanden.9

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich4, 5
Öffnungszeiten
Ostersonntag bis November: Sonn- und Feiertage 11-17 Uhr, wenn die Witterung es zulässt
Feiertage: gesetzliche Feiertage in Franken, Mariä Himmelfahrt zählt nicht dazu
Bei gehissten Fahnen Besuch ohne Voranmeldung
An anderen Tagen Schlüsselausleihe nach Anmeldung per E-Mail oder Telefon und Bestätigung, Ausweis als Pfand
Stand Oktober 20264, 5
Eintritt
Erwachsene 4 €
Kinder 2 €
Bar und passend
Stand Oktober 20264, 5
Parken
Keine Zufahrt bis zur Burg. Wanderparkplatz, außerdem Parkplatz eines Windbeutel-Cafés in der Ortsmitte für Gäste des Cafés.6
Fußweg
Vom Wanderparkplatz etwa 400 m Anstieg.6

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Der Verein öffnet die Burg ehrenamtlich von Ostersonntag bis November an Sonn- und Feiertagen, sofern das Wetter es zulässt. Sind die Fahnen gehisst, ist ein Besuch ohne Anmeldung möglich.4 An anderen Tagen lässt sich nach Anmeldung der Schlüssel ausleihen. Kommen sollte man erst nach einer Bestätigung, als Pfand dient ein Ausweis. Einen Anspruch auf die Ausleihe gibt es nicht.5 Drohnenflüge rund um die Burg sind untersagt.5

Anreise

Bis zur Burg kann man nicht fahren. Der Verein bittet, den Wanderparkplatz zu nutzen, von dem aus ein Anstieg von etwa 400 Metern hinaufführt. Eine weitere Parkmöglichkeit bietet für seine Gäste ein Windbeutel-Café in der Ortsmitte. Hohenstein liegt an der A9 Nürnberg-Berlin, Ausfahrt Hormersdorf.6

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 6 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Festung Rothenberg. Etwa 10 Kilometer Luftlinie sind es zur Burg Veldenstein in Neuhaus an der Pegnitz.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Nürnberger Land, das ganze Land die Seite Bayern.

Lage und Karte

49.5866° N · 11.4222° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Burgruine Hohenstein (Burgen in Bayern, Text Joachim Zeune)Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 17.10.2026
  2. Bayerischer Denkmal-Atlas, Baudenkmal D-5-74-135-39Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 17.10.2026
  3. Geschichte der Burg HohensteinVerschönerungsverein Hohenstein und Umgebung e.V., abgerufen am 17.10.2026
  4. ÖffnungszeitenVerschönerungsverein Hohenstein und Umgebung e.V., abgerufen am 17.10.2026
  5. Gut zu wissenVerschönerungsverein Hohenstein und Umgebung e.V., abgerufen am 17.10.2026
  6. AnfahrtVerschönerungsverein Hohenstein und Umgebung e.V., abgerufen am 17.10.2026
  7. ImpressumVerschönerungsverein Hohenstein und Umgebung e.V., abgerufen am 17.10.2026
  8. SehenswertesGemeinde Kirchensittenbach, abgerufen am 17.10.2026
  9. Burg Hohenstein erlebenVerschönerungsverein Hohenstein und Umgebung e.V., abgerufen am 17.10.2026
  10. Burg Hohenstein (Kartenobjekt way/40657346)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 17.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Derzno · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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