Burgenführer
Burgruine · Neckarzimmern · Baden-Württemberg

Burg Hornberg

Doppelburg über dem Neckar bei Neckarzimmern, Wohnsitz des Götz von Berlichingen, seit 1612 im Besitz der Familie von Gemmingen.

49.3139° N · 9.1458° E
Burg Hornberg
Burg HornbergFoto: Derzno · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
April bis Oktober: täglich 10-18 Uhr, auch an Sonn- und FeiertagenMärz, November und Dezember: Mi-So 11-16 Uhr24.12. bis 28.02. geschlossenEintritt: Erwachsene 7 €, mit Burgführung 11 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine2, 11teilweise erhalten
Baubeginn
2. Hälfte 12. Jahrhundert11
Ort
Neckarzimmern5, 10
Eigentümer
Familie von Gemmingen11
Betreiber
Rentamt Burg Hornberg (Dajo von Gemmingen-Hornberg)5, 10
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich5
Öffnungszeiten
April bis Oktober: täglich 10-18 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen5Alle Angaben
Eintritt
Erwachsene 7 €, mit Burgführung 11 €5Alle Angaben
Koordinaten
49.3139, 9.14583
Inhalt 15 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: zwei Burgen auf einem Sporn
  3. Unter dem Bistum Speyer
  4. Götz von Berlichingen auf Hornberg
  5. Die Familie von Gemmingen
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Heutiger Zustand
  10. Auf einen Blick
  11. Besichtigung
  12. Anreise
  13. Umgebung und weitere Ziele
  14. Lage und Karte
  15. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 202612 Quellen

Burg Hornberg steht auf einem Felssporn über dem Neckar bei Neckarzimmern im Neckar-Odenwald-Kreis. Sie besteht aus einer bewohnten Unteren Burg und der Ruine der Oberen Burg mit Bergfried. Der Betreiber nennt sie "die größte und besterhaltene Burgruine am Neckar". Bekannt ist sie als Wohnsitz des Götz von Berlichingen, seit 1612 gehört sie der Familie von Gemmingen.2, 11

Geschichte

Entstehung: zwei Burgen auf einem Sporn

Wann die Burg zuerst genannt wird, wird verschieden angegeben. Der Betreiber nennt eine Erwähnung um 1140 unter Graf Boppo von Lauffen.2 Nicolai Knauer setzt im Jahrbuch Kraichgau 17 die erste urkundliche Erwähnung auf 1184. Damals tauschte Konrad von Lauffen seinen Anteil an der Burg mit seinem Bruder Boppo.11

Ältester Bau ist der Turmpalas der Unteren Burg, ein repräsentativer Wohnbau der Stauferzeit. Knauer datiert ihn in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts und hält die Grafen von Lauffen für mögliche Bauherren. Herren von Hornberg sind nach seiner Darstellung gesichert erst am Ende des 12. Jahrhunderts belegt.11

Die Obere Burg kam später hinzu, nach Angaben des Betreibers etwa hundert Jahre nach der Unteren. Knauer sieht Hinweise auf eine romanische oder wenigstens frühgotische Gründung. Aus beiden Anlagen wurden mit der Zeit die "Zwei Burgen Hornberg".2, 11

Unter dem Bistum Speyer

Das Bistum Speyer erwarb Hornberg 1259 samt den dazugehörigen Orten und Besitzungen. In den 1340er-Jahren entstanden Neubauten, zu denen nach Knauer sicher der Bergfried gehört. Die Bischöfe nutzten Hornberg wiederholt als Pfand, um ihre Kasse aufzubessern.11

Vor 1467 kaufte der Bischof drei Viertel der Burg zurück und gab sie dem Ritter Lutz Schott als Erblehen. Auch das letzte Viertel ging später als Erblehen an Schott. In der Zeit der Schott entstand die Kapelle mit ihrem Wappen.11

Götz von Berlichingen auf Hornberg

1517 verkaufte Konrad Schott die Herrschaft mit Genehmigung des Speyerer Bischofs an Götz von Berlichingen. Der Preis lag nach Angaben des Betreibers bei 6.500 Gulden.2, 11 Eine andere Seite des Betreibers nennt für den Kauf das Jahr 1516.3 Den Kauf soll Götz aus dem Lösegeld für einen entführten Grafen von Waldeck bezahlt haben.3

Götz wohnte auf der Oberen Burg. Über zehn Jahre verbrachte er in der Acht im Hausarrest auf Hornberg. Im Alter diktierte er dem Neckarzimmerner Pfarrer Georg Gottfried seine Lebensgeschichte. Die 1731 gedruckte Ausgabe regte später Johann Wolfgang von Goethe an.2, 3

Götz starb am 23. Juli 1562 auf Hornberg, 82 Jahre alt.3 Den Wohntrakt mit Palas und Treppenturm begann nach Knauer sein Sohn Hans Jakob, vollendet haben ihn erst dessen Söhne.11

Die Familie von Gemmingen

1612 verkaufte Hans Heinrich von Heußenstamm die Burg an Reinhard von Gemmingen. Ein Bericht von 1611 beschreibt das Anwesen als stark verwahrlost. Für den Kauf soll Reinhard seinen gesamten Besitz in Rheinhessen veräußert haben.4, 11

1634 plünderten kaiserliche Truppen die Burg.4 Nach den Kriegen des 17. Jahrhunderts wurde die Obere Burg nach Knauer wohl ganz aufgegeben.11

1932 zogen Margarethe von Gemmingen-Hornberg und ihr Mann Franz auf die Burg. Zuvor ließ sie den staufischen Wohnturm der Unteren Burg umbauen. Seitdem ist er wieder Wohnsitz der Familie.4, 11

Chronik

12. Jh. - 1932
  1. 2. Hälfte 12. JahrhundertBaubeginnBau des Turmpalas der Unteren Burg11
  2. 1184BesitzwechselKonrad von Lauffen tauscht seinen Anteil an der Burg mit seinem Bruder Boppo11
  3. 1259BesitzwechselDas Bistum Speyer kauft die Burg mit Dörfern und Gütern11
  4. 1340-1349UmbauNeubauten, darunter der Bergfried11
  5. 1517BesitzwechselGötz von Berlichingen kauft die Herrschaft von Konrad Schott2, 11
  6. 1612BesitzwechselReinhard von Gemmingen kauft die Burg von Hans Heinrich von Heußenstamm11
  7. 1932NutzungsänderungNach dem Umbau des Wohnturms zieht die Familie von Gemmingen-Hornberg wieder auf die Burg4, 11

Besitz und Herrschaft

  • 1184Grafen von Lauffen11Konrad und Boppo von Lauffen, Anteile an der Burg
  • ab 1259Bistum Speyer11Kauf, danach Lehnsherr, zeitweise Verpfändungen
  • bis 1517Familie Schott11Lutz Schott und Nachkommen, zuletzt Konrad Schott, als Lehen des Bistums Speyer
  • ab 1517Götz von Berlichingen und Nachkommen2, 11Kauf von Konrad Schott
  • bis 1612Hans Heinrich von Heußenstamm11Verkauf 1612 an Reinhard von Gemmingen
  • seit 1612Familie von Gemmingen1, 4, 11Eigentümerin seit dem Kauf durch Reinhard von Gemmingen

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Die Anlage liegt auf einem steilen Felssporn über dem Neckar. Die Untere Burg mit dem Turmpalas bildet den älteren Teil, oberhalb liegt die Obere Burg. Zu sehen sind Bergfried, Palas und Reste einer Schildmauer. Diese zog sich nach Knauer einst über die ganze Angriffsseite.2, 11

Der Betreiber zählt sieben Tore, drei Wohnbauten, einen Treppenturm und bis zu vier Wehrmauern mit Türmen auf. Erhalten ist auch die Kapelle der Burgleute. Der Bergfried ist nach Angaben des Betreibers 33 Meter hoch.2, 7

Besonderheiten

  • Notburga: Nach der Sage lebte die heilige Notburga um 650 auf der Burg. Um einer Heirat zu entgehen, floh sie in eine Höhle bei Hochhausen.1
  • Weinbau: Der Betreiber sieht den Weinbau am Hornberg seit 1184 belegt und nennt sein Weingut das älteste im Land. Die Lage heißt Götzhalde.9
  • Waldkapelle: Nach der Familiengeschichte des Betreibers ließ Pauline 1884 oberhalb der Burg eine neugotische Waldkapelle als Begräbnisstätte errichten.4

Heutiger Zustand

Die Untere Burg ist bewohnt, die Obere Burg mit dem Bergfried ist Ruine. Eigentümerin ist nach Knauer weiterhin die Familie von Gemmingen. Heute lebt dort nach Angaben des Betreibers die zwölfte Generation.1, 11

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich5
Öffnungszeiten
April bis Oktober: täglich 10-18 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen
März, November und Dezember: Mi-So 11-16 Uhr
24.12. bis 28.02. geschlossen5
Eintritt
Erwachsene 7 €, mit Burgführung 11 €
Kinder (6-17 Jahre) 5 €, mit Burgführung 9 €5
Führungen
Führungen nach Voranmeldung, mindestens 10 Personen. Themenführungen auf Anfrage.5, 7
Parken
Parkplatz oberhalb der Burg am Nordtor (Busse, Wohnmobile, Pkw, Zweiräder). Waldparkplatz oberhalb der Hochzeitskapelle (Pkw, Zweiräder). Weitere Parkmöglichkeiten im Ort Neckarzimmern.6
Bus und Bahn
Bahnhof Neckarzimmern (1 km) an der Stadtbahn Heilbronn - Mosbach, Bahnhof Neckarelz (4 km). VRN-Busse halten am Rathaus bzw. an der Kirche Neckarzimmern.6
Fußweg
Von der Schiffsanlegestelle Neckarzimmern 1 km zu Fuß.6
Barrierefreiheit
teilweise: Rollstuhlfahrer können nur die Untere Burganlage von außen und den Burgshop besuchen. Kinderwagen nicht empfohlen, mehrere Treppen.7
Hunde
nur im Außenbereich: Hunde auf dem Gelände erlaubt, an der Leine.7

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Geöffnet ist von März bis kurz vor Weihnachten, vom 24. Dezember bis Ende Februar bleibt die Burg geschlossen. Führungen gibt es für Gruppen ab zehn Personen nach Voranmeldung. Im Burgmuseum ist eine Rüstung des Götz von Berlichingen ausgestellt.5, 8

Zum Bergfried führen 160 Stufen. Für die Besichtigung rechnet der Betreiber mit 1,5 bis 3 Stunden. Rollstuhlfahrer können nur die Untere Burg von außen und den Burgshop besuchen.7

Anreise

Parkplätze gibt es oberhalb der Burg am Nordtor, auch für Busse und Wohnmobile. Der Bahnhof Neckarzimmern an der Stadtbahn von Heilbronn nach Mosbach liegt etwa 1 Kilometer entfernt. Ausflugsschiffe fahren von Heilbronn und Bad Wimpfen nach Neckarzimmern.6

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 4 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Burg Guttenberg. Etwa 33 Kilometer Luftlinie entfernt steht das Heidelberger Schloss.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Neckar-Odenwald-Kreis, das ganze Land die Seite Baden-Württemberg.

Lage und Karte

49.3139° N · 9.1458° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. GeschichtsweltBurg Hornberg, Rentamt (Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg), abgerufen am 11.10.2026
  2. Burg der SuperlativeBurg Hornberg, Rentamt (Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg), abgerufen am 11.10.2026
  3. Götz von BerlichingenBurg Hornberg, Rentamt (Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg), abgerufen am 11.10.2026
  4. Familien von Gemmingen-HornbergBurg Hornberg, Rentamt (Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg), abgerufen am 11.10.2026
  5. Öffnungszeiten und EintrittspreiseBurg Hornberg, Rentamt (Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg), abgerufen am 11.10.2026
  6. Anfahrt und ParkenBurg Hornberg, Rentamt (Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg), abgerufen am 11.10.2026
  7. FAQBurg Hornberg, Rentamt (Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg), abgerufen am 11.10.2026
  8. Die Original-Ritterrüstung des Götz von BerlichingenBurg Hornberg, Rentamt (Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg), abgerufen am 11.10.2026
  9. Weingut GeschichteBurg Hornberg, Rentamt (Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg), abgerufen am 11.10.2026
  10. ImpressumBurg Hornberg, Rentamt (Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg), abgerufen am 11.10.2026
  11. Nicolai Knauer: Hornberg - Verschmelzung zweier Burgen, in: Kraichgau 17, S. 143-161Badische Landesbibliothek, RegionaliaOpen (CC BY 4.0), abgerufen am 11.10.2026
  12. Burg Hornberg (Kartenobjekt relation/12005835)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Derzno · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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