Burg Lüdinghausen
Wasserburg in Lüdinghausen mit Ursprung im Mittelalter, 1569 im Stil der Renaissance umgebaut, heute soziokulturelles Zentrum.

Steckbrief
- Erste Erwähnung
- 12718
- Denkmalstatus
- Baudenkmal (Denkmalliste Lüdinghausen A-021)6
- Kreis
- Kreis Coesfeld
- Bundesland
- Nordrhein-Westfalen
- Öffnungszeiten
- April bis Oktober: Samstag 14-17 Uhr, Sonntag und Feiertage 11-17 Uhr2Alle Angaben
- Website
- burg-luedinghausen.de2, 3
- Koordinaten
- 51.7717, 7.43972
Inhalt 14 Abschnitte
Die Burg Lüdinghausen ist eine Wasserburg in der gleichnamigen Stadt im Kreis Coesfeld. Ihr Bild bestimmt der Umbau zur Renaissanceburg im 16. Jahrhundert.1, 4, 5 Nach Angaben des Kreises Coesfeld nutzt die Stadt Lüdinghausen sie seit 1999 als soziokulturelles Zentrum. Zu sehen sind die Burgflügel, der Innenhof und der Burgpark.4, 5
Entstehung: der Wohnturm der Ritter von Lüdinghausen
Am Anfang stand im 12. Jahrhundert ein Wohnturm. Nach Angaben der Stadt bauten ihn die Ritter von Lüdinghausen, die vor Ort als Verwalter für die Abtei Werden tätig waren.1 Auch der Kreis Coesfeld nennt das 12. Jahrhundert und Angehörige der Familie von Lüdinghausen als Bauherren. Unter den Burgen der Stadt gilt die Anlage nach seiner Darstellung als die älteste.5
Die Zeittafel der Stadt verzeichnet für 1271 die früheste Erwähnung der Burgen Lüdinghausen, Wolfsberg und Vischering.8 Nach der LWL-Denkmalpflege kam es 1271 zu einer Fehde zwischen dem Bischof von Münster und den Herren von Lüdinghausen. Anlass war die Errichtung der Burg Lüdinghausen.7 Wie sich diese Angabe zum Wohnturm des 12. Jahrhunderts verhält, lassen die Quellen offen.
Im 13. Jahrhundert besiegte der Fürstbischof die Brüder von Lüdinghausen auf ihren Burgen Lüdinghausen und Wolfsberg. Die spätere Burg Vischering ließ er nach Angaben der Stadt mit eigenen Leuten besetzen.1
Bischof und Domkapitel
Ludolf war der letzte Ritter von Lüdinghausen. Nach seinem Tod kam die Burg 1443 an den Bischof von Münster. Später ging sie durch Verkauf und Erbschaft an das Domkapitel über.1, 5 Die Zeittafel der Stadt nennt für 1509 die Herrschaft des Domkapitels über Lüdinghausen.8
Umbau zur Renaissanceburg
1569 errichtete Domkapitular Gottfried von Raesfeld auf den alten Mauern eine Anlage im Stil der Renaissance.1 Der Kreis Coesfeld spricht von einem Umbau der baufällig gewordenen Anlage zu einer Wohnburg in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.5
Zwischen 1633 und 1636, im Dreißigjährigen Krieg, bauten die Hessen die Befestigungen weiter aus.1
Preußen, Privatbesitz und Stadt
Mit der Säkularisierung fiel die Burg 1802 an Preußen. 1829 gehörte sie einem Privatmann aus Lüdinghausen, in diesem Jahr wurde der Bergfried abgebrochen. Von 1869 bis 1972 nutzte die Landwirtschaftsschule die Gebäude.1, 5
Die Stadt Lüdinghausen kaufte die Burg nach ihrer eigenen Darstellung 1879, nach dem Kreis Coesfeld 1880.1, 5 Erneuert wurde zuerst der Westflügel, danach der Südflügel. Dieser zeigt nach Angaben des Kreises bis heute typische Formen der Renaissance.1, 5
Im Jahr 2000 wurde die Burg umfassend restauriert. Nach Angaben der Stadt achtete man dabei auf den historischen Charakter und baute moderne Technik ein.1
Chronik
12. Jh. - 2000- 12. JahrhundertGründungBau eines Wohnturms durch die Ritter von Lüdinghausen1, 5
- 1271ErsterwähnungFrüheste Erwähnung, zusammen mit den Burgen Wolfsberg und Vischering8
- 1443BesitzwechselNach dem Tod Ludolfs, des letzten Ritters von Lüdinghausen, an den Bischof von Münster1
- 1569UmbauBau im Stil der Renaissance auf den alten Mauern durch Domkapitular Gottfried von Raesfeld1
- 1633-1636UmbauDie Hessen erweitern im Dreißigjährigen Krieg die Befestigung1
- 1802BesitzwechselDurch die Säkularisierung an Preußen1
- 1829ZerstörungAbbruch des Bergfrieds; die Burg gehört zu dieser Zeit einem Privatmann aus Lüdinghausen1
- 1869-1972NutzungsänderungNutzung durch die Landwirtschaftsschule1
- um 1880UmbauErneuerung des Westflügels, danach des Südflügels1, 5
- 1999NutzungsänderungDie Stadt nutzt die Burg als soziokulturelles Zentrum5
- 2000RestaurierungUmfassende Restaurierung mit Einbau moderner Technik1
Besitz und Herrschaft
- ab 1443Bischof von Münster1nach dem Tod des letzten Ritters von Lüdinghausen; später durch Verkauf und Erbschaft an das Domkapitel
- ab 1802Preußen1durch die Säkularisierung
- 1829Privatmann aus Lüdinghausen1Besitzer, 1829 belegt
- um 1880Stadt Lüdinghausen1, 5Käuferin
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Räume
Die Stadt beschreibt einen Renaissanceflügel aus dem 16. Jahrhundert und einen jüngeren Westflügel. Der Gewölbekeller ist das unterste Geschoss des Eckturms. Das untere Turmzimmer zählt die Stadt zu den ältesten Teilen der Wasserburg.4 Die Stadt Lüdinghausen führt die Gesamtanlage seit 1987 als Baudenkmal.6
Besonderheiten
- Kapitelsaal: Der Saal hat eine mächtige Eichendecke und bietet je nach Bestuhlung bis zu 140 Personen Platz.4
- Ofenplatte: Im Wolfsbergzimmer befindet sich eine gusseiserne Ofenplatte mit biblischen Motiven, nach Angaben der Stadt jahrhundertealt.4
- Innenhof: Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel fasst der Burginnenhof mehr als 400 Besucher.4
- Burgpark: Zur Burg gehört der Park "Parc de Taverny".4
Heutige Nutzung
Als soziokulturelles Zentrum steht die Burg allen Interessierten offen. Firmen und Vereine mieten Räume für Tagungen und Veranstaltungen.1, 4 Getragen wird das kulturelle Leben nach Angaben der Stadt von vielen Akteuren und großem ehrenamtlichem Engagement.2
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Öffnungszeiten
- April bis Oktober: Samstag 14-17 Uhr, Sonntag und Feiertage 11-17 Uhr
Angabe der Burg-Website ohne Jahresangabe, Stand Oktober 20262 - Führungen
- Führungen durch die Burg bieten die Freunde der Burg Lüdinghausen an.2
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung und Anreise
Von April bis Oktober ist die Burg samstags nachmittags sowie sonntags und an Feiertagen geöffnet. Führungen durch die Burg bieten die Freunde der Burg Lüdinghausen an. Die Adresse lautet Amthaus 14 in Lüdinghausen.2
Umgebung und weitere Ziele
Rund 500 Meter Luftlinie entfernt liegt die Burg Vischering. Knapp 8 Kilometer Luftlinie entfernt steht Schloss Nordkirchen, etwa 23 Kilometer die Burg Hülshoff.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Kreis Coesfeld, das ganze Land die Seite Nordrhein-Westfalen.
Lage und Karte
51.7717° N · 7.4397° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Burgen und Schlösser in der Nähe
- Burg Vischering 500 m
- Schloss Nordkirchen 7,8 km
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Historie der Burg LüdinghausenStadt Lüdinghausen, Burg Lüdinghausen, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Lüdinghausen (Startseite)Stadt Lüdinghausen, Burg Lüdinghausen, abgerufen am 11.10.2026
- ImpressumStadt Lüdinghausen, abgerufen am 11.10.2026
- RäumlichkeitenStadt Lüdinghausen, Burg Lüdinghausen, abgerufen am 11.10.2026
- Schlösser und BurgenKreis Coesfeld, abgerufen am 11.10.2026
- Denkmalliste, Teil A: Baudenkmäler (Stand 08.03.2022), Nr. A-021Stadt Lüdinghausen, abgerufen am 11.10.2026
- Philipp Strugalla: Umbau und Sanierung der Burg Vischering, Denkmalpflege in Westfalen-Lippe 1/2017, S. 23LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen, abgerufen am 11.10.2026
- Historische EntwicklungStadt Lüdinghausen, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Lüdinghausen (Burggebäude, historic=yes) (Kartenobjekt way/24850644)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Dietmar Rabich · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Weitere Burgen und Schlösser in Nordrhein-Westfalen
Burg · 541 mBurg Vischering
Schloss · 7,8 kmSchloss Nordkirchen
Burg · 22,6 kmBurg Hülshoff
Schloss · 30,4 kmSchloss Lembeck
Bildnachweise
- Burg Vischering: Foto: Dietmar Rabich · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Nordkirchen: Foto: Dr. Martin Hannemann · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Hülshoff: Foto: © Günter Seggebäing · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Lembeck: Foto: Jan-Herm Janßen · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons