Burg Trausnitz
Die Burg Trausnitz thront seit 1204 über Landshut. Geschichte, Narrentreppe, Kunst- und Wunderkammer, Öffnungszeiten, Eintritt und Anfahrt.

Steckbrief
- Typ
- Burg
- Erste Erwähnung / Bau
- 1204
- Baustil
- Architektur der Renaissance
- Denkmalstatus
- Baudenkmal in Bayern
- Ort
- Landshut
- Kreis
- Landshut (Stadt)
- Bundesland
- Bayern
- Nächste größere Stadt
- Landshut900 m
- Website
- burg-trausnitz.de
- Koordinaten
- 48.53168, 12.15212
Inhalt 12 Abschnitte
Hoch über den Dächern von Landshut liegt die Burg Trausnitz, die Stammburg der Wittelsbacher in Landshut. Von hier aus regierten fast 250 Jahre lang die Herzöge von Niederbayern, in ihre Blütezeit fällt die berühmte Landshuter Hochzeit von 1475, und hier ließ ein junger Wittelsbacher Erbprinz eine Renaissance-Residenz einrichten, deren bemalte Narrentreppe bis heute zu den Besonderheiten der Burg zählt. Wer heute den Burgberg hinaufsteigt, erlebt acht Jahrhunderte Geschichte auf engem Raum und wird oben mit einem weiten Blick über die Altstadt und das Isartal belohnt.
Gründung: Burg und Stadt in einem Zug
Die Trausnitz entstand 1204 auf Veranlassung von Herzog Ludwig I., genannt der Kelheimer. Er gründete Burg und Stadt gleichzeitig: Die Burg sicherte den Isarübergang, die Stadt zu ihren Füßen sollte Handel und Verwaltung tragen. Schon 1235 war die Kernburg so weit fertig, dass Kaiser Friedrich II. hier zu Gast sein konnte.
Im 13. Jahrhundert war die Burg ein Ort staufischer Hofkultur. Nach Angaben der Bayerischen Schlösserverwaltung verkehrten hier auch Minnesänger wie Walther von der Vogelweide. Aus dieser frühen Zeit stammt die Burgkapelle St. Georg, deren gotischer Skulpturenschmuck unter Herzog Otto II. (reg. 1231-1253) entstand. Das Historische Lexikon Bayerns hebt seinen außergewöhnlichen Umfang und die Nähe zur französischen Kathedralplastik hervor.
Residenz der "Reichen Herzöge"
Mit der Teilung Bayerns 1255 wurde die Burg Hauptsitz der Herzöge von Niederbayern und blieb es bis 1503. Vor allem im 15. Jahrhundert bauten die sogenannten Reichen Herzöge die Anlage aus: Es entstanden der Fürstenbau, die Neue Dürnitz als großer Saalbau und zusätzliche Wehrtürme.
Den Höhepunkt dieser Epoche markiert das Jahr 1475. Herzog Ludwig der Reiche verheiratete seinen Sohn Georg mit der polnischen Königstochter Hedwig und lud dazu Gäste aus halb Europa ein. An dieses Fest erinnert die Stadt Landshut mit dem historischen Festspiel "Landshuter Hochzeit".
Mit dem Ende der Linie Bayern-Landshut 1503 verlor die Burg ihre Rolle als ständige Residenz. Sie blieb aber für wittelsbachische Fürsten von Bedeutung: Unter Herzog Ludwig X. entstand zwischen 1516 und 1545 ein umfangreicher Innenausbau.
Renaissance und Narrentreppe
Den zweiten großen Umbau verdankt die Burg dem Erbprinzen Wilhelm, dem späteren Herzog Wilhelm V. Er führte hier ab 1568 einen eigenen Hof mit Künstlern, Musikern und Komödianten und ließ die mittelalterlichen Räume im Stil der italienischen Renaissance umgestalten. Aus dieser Zeit stammen der Italienische Anbau mit seinen Kabinetten und die Arkadengänge im Hof.
Berühmt ist vor allem die Narrentreppe. Zwischen 1575 und 1579 wurde das Treppenhaus mit lebensgroßen Figuren der italienischen Commedia dell’arte ausgemalt. Die Szenen gehören zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der Renaissancezeit auf der Burg.
Der Name "Trausnitz" taucht übrigens erst in dieser Zeit auf. Das Historische Lexikon Bayerns nennt 1551 als ersten Beleg und leitet ihn wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen "Trau sie nit" ab, also als Warnung an mögliche Angreifer.
Kaserne, Archiv, Brand
Im Dreißigjährigen Krieg nahmen schwedische Truppen 1634 die Burg ein. In den folgenden Jahrhunderten diente sie ganz unterschiedlichen Zwecken, unter anderem als Kaserne, Gefängnis und Manufaktur. Von 1809 bis 2016 war hier das staatliche Archiv für Niederbayern untergebracht. König Ludwig II. ließ sich in den 1870er-Jahren ein Absteigequartier einrichten, das er allerdings nie nutzte.
Am 21. Oktober 1961 kam es zur Katastrophe. Ein unbewachter Tauchsieder löste in den frühen Morgenstunden einen Großbrand aus. Die Renaissance-Ausmalungen des Fürstenbaus, der Rittersaal über der Georgskapelle und die Räume Ludwigs II. wurden zerstört, ein Feuerwehrmann kam ums Leben. Die Narrentreppe und der Italienische Anbau überstanden den Brand schwer beschädigt.
Die Restaurierung dauerte bis 1975. Ab 1968 waren Erdgeschoss, Kapelle und Dürnitz wieder zugänglich, 1975 folgten der Weiße Saal als Veranstaltungsraum und die Burgschänke.
Was man heute sieht
Die Führung durch die Burg zeigt die Georgskapelle, die Alte und die Neue Dürnitz, die wiederhergestellten Wohnräume des Fürstenbaus und die Narrentreppe. Die Architektur erzählt dabei selbst die Baugeschichte: mittelalterliche Mauern und Türme neben Renaissance-Arkaden und Räumen, die nach dem Brand bewusst schlicht wiederhergestellt wurden.
Ein eigenes Museum ist die Kunst- und Wunderkammer im sogenannten Damenstock am Osthof. Das Bayerische Nationalmuseum eröffnete sie 2004 nach dem Vorbild der Münchner Kunstkammer der Herzöge Albrecht V. und Wilhelm V. Rund 800 Objekte zeigen, was fürstliche Sammler der Renaissance begeisterte:
- Artificialia: Kunstwerke wie Bronzen und Schnitzereien
- Naturalia: Mineralien, präparierte Tiere und andere Naturwunder
- Exotica: Luxusgüter aus fernen Ländern, etwa chinesisches Porzellan
- Scientifica: wissenschaftliche Instrumente
Die Wunderkammer kann ohne Führung besucht werden und eignet sich gut für Familien.
Öffnungszeiten und Eintritt
| 28. März bis September | täglich 9-18 Uhr |
| Oktober bis 27. März | täglich 10-16 Uhr |
| Geschlossen | 1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember |
| Letzter Einlass | 60 Minuten vor Schließung |
| Eintritt (Burg und Wunderkammer) | 6 €, ermäßigt 5 € |
| Unter 18 Jahren | frei |
Montag bis Samstag ist die Burg nur mit Führung zu besichtigen, die Führungen beginnen stündlich. An Sonn- und Feiertagen kann man sie auf eigene Faust erkunden. Tickets gibt es nur an der Kasse vor Ort, Kinder unter 14 Jahren haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. Die Burg ist in der Jahres- und Mehrtageskarte der Bayerischen Schlösserverwaltung enthalten.
Anfahrt und Parken
Die Adresse lautet Burg Trausnitz 168, Landshut. Mit dem Auto erreicht man Landshut über die A92, von dort geht es über die B11 in die Stadt. Am Hofgartenparkplatz stehen rund 100 Pkw- und 4 Busstellplätze zur Verfügung, zur Burg sind es von dort etwa 800 Meter zu Fuß.
Vom Hauptbahnhof fahren die Linien 603 und 606 zur Haltestelle Altstadt. Dort steigt man in die Linie 607 oder 627 bis zur Haltestelle Kalcherstraße um, von dort sind es noch rund einen Kilometer zu Fuß. Von März bis Oktober hält die Linie 607 auf Anforderung auch am Hofgartenparkplatz.
Barrierefreiheit
Die Kasse ist über eine Rampe stufenlos erreichbar. Die Burgführung führt über zahlreiche Treppen, etwa 30 Stufen pro Stockwerk, und ist für Rollstuhlfahrer nicht geeignet. Die Kunst- und Wunderkammer ist dagegen stufenlos und mit Aufzug zugänglich.
Tipps für den Besuch
- Zeit einplanen: Führung und Wunderkammer lassen sich kombinieren, da die Wunderkammer ohne Führung zugänglich ist.
- Aussicht: Vom Burgberg reicht der Blick weit über die Dächer der Altstadt.
- Hofgarten: Der weitläufige Park am Burgberg lädt nach der Besichtigung zum Spaziergang ein.
- Einkehr: Die Burgschänke im Burghof bietet sich für eine Pause an.
- Kombinieren: Unten in der Altstadt liegt die Stadtresidenz, ein Stadtpalast im Stil der italienischen Renaissance.
Lage und Umgebung
48.5317° N · 12.1521° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Quellen
Stand 09/2026Quellen der Redaktion
- burg-trausnitz.de/deutsch/tourist/oeffnung.htm
- burg-trausnitz.de/deutsch/tourist/eintritt.htm
- burg-trausnitz.de/deutsch/tourist/anfahrt.htm
- burg-trausnitz.de/deutsch/tourist/mobilitaet.htm
- burg-trausnitz.de/deutsch/burg/index.htm
- burg-trausnitz.de/deutsch/burg/brand.htm
- historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Landshut,_Burg_Trausnitz
- bayerisches-nationalmuseum.de/en/visit/branch-museums/kunst-und-wunderkammer
- de.wikipedia.org/wiki/Burg_Trausnitz
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Bertl 85 · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
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- Nürnberger Burg: Foto: I, ArtMechanic · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Linderhof: Foto: Softeis · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons