Burgenführer
Burg · Wonsees (Sanspareil) · Bayern

Burg Zwernitz

Burg auf einem Dolomitfelsen in Sanspareil, 1156 Stammsitz der Walpoten, später Amtssitz der Hohenzollern und Kulisse des Felsengartens.

49.9835° N · 11.3155° E
Burg Zwernitz
Burg ZwernitzFoto: Ermell · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
April-September: 9-18 Uhr1.-18. Oktober: 10-17 UhrMontags geschlossen (außer Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag, 3. Oktober)Eintritt: Gesamtkarte Sanspareil (Burg Zwernitz und Morgenländischer Bau): 5 € regulär, 4 € ermäßigt (Preise 2026)Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burg1, 2teilweise erhalten
Erste Erwähnung
11562, 3
Baubeginn
um 12001
Baustil
Romanik2
Denkmalstatus
Baudenkmal (D-4-77-164-21)1
Ort
Wonsees (Sanspareil)1, 2
Bundesland
Bayern
Betreiber
Bayerische Schlösserverwaltung2, 3
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich2
Öffnungszeiten
April-September: 9-18 Uhr2Alle Angaben
Eintritt
Gesamtkarte Sanspareil (Burg Zwernitz und Morgenländischer Bau): 5 € regulär, 4 € ermäßigt (Preise 2026)2Alle Angaben
Koordinaten
49.9835, 11.3155
Inhalt 13 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Stammsitz der Walpoten
  3. Amtssitz der Hohenzollern
  4. Kulisse für den Felsengarten
  5. Chronik
  6. Architektur und Aufbau
  7. Besonderheiten
  8. Heute: Museum der Schlösserverwaltung
  9. Auf einen Blick
  10. Besichtigung
  11. Umgebung und weitere Ziele
  12. Lage und Karte
  13. Quellen
Lesezeit etwa 3 MinutenStand: Oktober 20265 Quellen

Die Burg Zwernitz steht in Sanspareil, einem Ortsteil von Wonsees im Landkreis Kulmbach, auf einem schmalen Dolomitfelsen. Direkt unter ihr liegt der Felsengarten Sanspareil. Die Denkmalliste beschreibt eine gestreckte Gesamtanlage aus Vorburg, Niederburg und Hochburg. Heute zeigt die Bayerische Schlösserverwaltung dort eine Ausstellung zur höfischen Jagd der Markgrafen.1, 2

Geschichte

Stammsitz der Walpoten

Urkundlich fassbar wird die Burg 1156, damals als Stammsitz der Walpoten.2, 3 Das Entdeckerheft der Schlösserverwaltung hält sie für vermutlich älter, weil viele Schriftstücke verloren gingen.4 Bergfried und Archivbau gehen nach der Denkmalliste im Kern auf die Zeit um 1200 zurück.1

Amtssitz der Hohenzollern

Um 1300 wurde Zwernitz Amtssitz der Burggrafen von Nürnberg. Später war sie Amtssitz der Kulmbacher und Bayreuther Markgrafen.2 Das Entdeckerheft nennt 1290 als Jahr der Übernahme durch die Hohenzollern.4 Selbst wohnten diese nie auf der Burg, ein Amtmann betreute die Burg in ihrem Auftrag.4 Erweitert und erneuert wurde die Anlage nach der Denkmalliste im 15. und im 17. Jahrhundert.1

Kulisse für den Felsengarten

Zwischen 1744 und 1748 ließen Markgraf Friedrich und Markgräfin Wilhelmine den Buchenhain östlich der Burg in einen Park umgestalten. Er erhielt den Namen Sanspareil, auf Deutsch "Ohnegleichen".3 In diesem Zusammenhang ließ Friedrich auch die Burg instand setzen, die Denkmalliste datiert die Arbeiten auf 1746/47.1, 2

Die Burg diente nun als Staffage des Gartens. Gedacht war sie als Blickpunkt für die Jagdgesellschaft, wenn diese in der Schlossanlage um den Morgenländischen Bau weilte. Sie sollte die ritterliche Vergangenheit der Hohenzollern in Erinnerung rufen.1, 3

Chronik

1156 - 1747
  1. 1156ErsterwähnungErste urkundliche Nennung als Stammsitz der Walpoten2, 3
  2. um 1200BaubeginnArchivbau und Bergfried stammen im Kern aus der Zeit um 12001
  3. um 1300NutzungsänderungDie Burg wird Amtssitz der Burggrafen von Nürnberg2, 3
  4. 15. JahrhundertUmbauErweiterungen und Erneuerungen1
  5. 17. JahrhundertUmbauWeitere Erweiterungen und Erneuerungen1
  6. 1744-1748NutzungsänderungMarkgraf Friedrich und Markgräfin Wilhelmine lassen den Felsengarten Sanspareil anlegen3
  7. 1746-1747RestaurierungInstandsetzung der Burg als Staffage für den Felsengarten1

Besitz und Herrschaft

  • 1156Walpoten2, 3Stammsitz
  • um 1300Burggrafen von Nürnberg, später Markgrafen von Kulmbach bzw. Bayreuth2, 3Amtssitz

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Burg heute

Architektur und Aufbau

Größere Teile der spätromanischen Burg sind erhalten und an ihren Buckelquadern zu erkennen.2 Der Bergfried ist nach dem Entdeckerheft 31 Meter hoch und wurde vor etwa 300 Jahren ausgebessert, weil sich Steine lösten.4 Der Turm kann bestiegen werden.3

Nicht mehr erhalten sind im Burghof die Zisterne, der Wehrgang auf der Mauer und die Burgkapelle. Vom Wehrgang zeugen nur noch die Kragsteine. Zwei weitere Tore mit Mauern sicherten früher den Zugang.4

Besonderheiten

  • Signalkette: Vom Bergfried aus konnten Rauchsignale über eine Reihe von Warten bis zur Plassenburg in Kulmbach weitergegeben werden.2
  • Aussicht: Der Turm bietet einen weiten Blick über den Naturpark Fränkische Schweiz.2, 3

Heute: Museum der Schlösserverwaltung

Die Dauerausstellung "Markgräfliche Jagd" zeigt das höfische Jagdwesen der Markgrafentümer Ansbach und Bayreuth im 18. Jahrhundert. Mitmachstationen behandeln Jagd und Rittertum. Ein eigener Raum dokumentiert die Geschichte der Burg, ihrer Bewohner und des Ortes Sanspareil.2, 3

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich2
Öffnungszeiten
April-September: 9-18 Uhr
1.-18. Oktober: 10-17 Uhr
Montags geschlossen (außer Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag, 3. Oktober)
19. Oktober-März: geschlossen2
Eintritt
Gesamtkarte Sanspareil (Burg Zwernitz und Morgenländischer Bau): 5 € regulär, 4 € ermäßigt (Preise 2026)
Gesamtkarte "Die Welt der Wilhelmine" (alle Bayreuther Objekte): 21 € regulär, 19 € ermäßigt
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr frei2
Führungen
Burgführungen 1. Mai-18. Oktober: Sa, So und Feiertag 14 Uhr, Dauer ca. 60 Minuten, 3 € zuzüglich Eintritt
Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldung erforderlich: Telefon 09274 808909-11; Treffpunkt Museumskasse Burg Zwernitz
Gruppenführungen auf Anfrage2
Parken
Pkw- und Busstellplätze am Eingang zum Park.2
Familien
Audioguide für Kinder, vor Ort auf das eigene Smartphone herunterzuladen; Begleitheft an der Museumskasse ausleihbar; Mitmachstationen zu Jagd und Rittertum.2
Barrierefreiheit
Die Räume sind nur über steile Treppen zugänglich. Weitere Informationen unter bayreuth-wilhelmine.de.2

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Die Burg ist von April bis Mitte Oktober geöffnet. Eine gemeinsame Eintrittskarte gilt für Burg und Morgenländischen Bau. Burgführungen finden von Mai bis Mitte Oktober an Wochenenden und Feiertagen statt, eine Anmeldung ist erforderlich. Die Räume sind nur über steile Treppen erreichbar.2

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 17 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Plassenburg, das Ziel der alten Signalkette. Etwa 18 Kilometer sind es zur Burg Rabenstein, rund 25 Kilometer zur Burg Pottenstein.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Kulmbach, das ganze Land die Seite Bayern.

Lage und Karte

49.9835° N · 11.3155° E

Beim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.

Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Bayerischer Denkmal-Atlas, Baudenkmal D-4-77-164-21Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 11.10.2026
  2. Burg ZwernitzBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 11.10.2026
  3. Burg Zwernitz, Faltblatt (03/2026)Bayerische Schlösserverwaltung, Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage, abgerufen am 11.10.2026
  4. Entdeckerheft Burg Zwernitz (04/2026)Bayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 11.10.2026
  5. Burg Zwernitz (Kartenobjekt way/317069312)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: Ermell · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Weiter entdecken

Weitere Burgen und Schlösser in Bayern

Alle in Bayern

Bildnachweise