Altenburg (Bamberg)
Burg auf dem höchsten Bamberger Hügel, 1109 erstmals genannt, Nebenresidenz der Bischöfe und um 1900 historistisch überformt.

Steckbrief
- Erste Erwähnung
- 11092
- Baubeginn
- um 1400-14141
- Baustil
- Spätgotik, Historismus1
- Denkmalstatus
- Baudenkmal (D-4-61-000-1)1
- Ort
- Bamberg1
- Kreis
- Bamberg (Stadt)
- Bundesland
- Bayern
- Koordinaten
- 49.88056, 10.86861
Inhalt 13 Abschnitte
Auf dem höchsten der sieben Bamberger Hügel liegt die Altenburg, über Jahrhunderte Zufluchtsort und Nebenresidenz der Bamberger Bischöfe.2 Das Landesamt für Denkmalpflege führt sie als ehemals fürstbischöfliche Veste. Ihr Bestand stammt größtenteils aus dem 15. Jahrhundert und wurde um 1900 historistisch überformt.1 Erhalten sind Bergfried, Mauertürme, Torhaus und Kapelle, dazu der Neue Palas von 1901/02.1
Von der Fliehanlage zur Bischofsburg
Nach Franz Machilek geht die Burg auf eine prähistorische Fliehanlage zurück. Zum ersten Mal genannt wird sie 1109, damals als Besitz des Stifts St. Jakob. Ab 1251 gehörte sie dem Hochstift Bamberg.2
In Kriegszeiten suchten die Bischöfe hier oft Schutz. Seit dem 14. Jahrhundert nutzten sie die Burg immer wieder als Nebenresidenz. Ab Bischof Lupold II. von Egloffstein (1335-1343) wurden auf der Altenburg bischöfliche Urkunden ausgefertigt. Bischof Philipp von Henneberg (1475-1487) starb auf der Burg.2
Ausbau im 14. bis 16. Jahrhundert
Mit der Nutzung als Nebenresidenz wurde die Anlage seit dem 14. Jahrhundert zur Wehr- und Wohnburg und zum Amtssitz erweitert. Größere Bauarbeiten fallen in die Zeit der Bischöfe Lamprecht von Brunn, Albrecht von Wertheim und Anton von Rotenhan. Später ließ auch Georg III. Schenk von Limpurg (1505-1522) umfangreich bauen.2
Das Landesamt für Denkmalpflege datiert den Bergfried in Butterfassform um 1400 bis 1414.1 Die Tourismusstelle der Stadt ordnet ihn dem 13. Jahrhundert zu.3 Die drei Wehrtürme der äußeren Mauern stammen nach der Denkmalbeschreibung aus der Zeit von der Mitte des 15. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts. Aus der Zeit um 1450 ist ein spätgotischer Küchenbau mit Rippengewölbe erhalten.1
Zerstörung 1553 und Verluste
1553 wurde die Burg nach Machilek im Bundesständischen Krieg schwer zerstört und verlor danach ihre frühere Bedeutung.2 Das Torhaus wurde nach der Denkmalbeschreibung nach seiner Zerstörung im Markgrafenkrieg 1554-1556 wieder aufgebaut.1
Nicht erhalten sind nach Machilek der Wohnturm an der Nordostecke zur Stadt hin und die anschließende "lange Kemenate".2 Nach dem Landesamt für Denkmalpflege gingen im Nordosten Teile der Burg durch Bergrutsche verloren. Das oberste Geschoss des Bergfrieds kam 1743 hinzu, nach der Denkmalbeschreibung von Johann Jakob Michael Küchel.1
Das 19. Jahrhundert und der Altenburgverein
1812 wohnte der Dichter E.T.A. Hoffmann nach Angaben der Bamberger Tourismusstelle einige Zeit auf der Burg.3 Der Nordturm der Mauer, früher Petersturm genannt, heißt heute Hoffmannsklause.1
Die Website Foracheim gibt an, dass die Anlage seit 1818 dem Altenburgverein gehört.4 Zum 175-jährigen Bestehen des Vereins erschien 1993 eine Festschrift.5
Im 19. Jahrhundert entstanden mehrere neue Bauteile. 1824 wurde die Balkenbrücke über den Graben gebaut, wohl von Heinrich Menzel. Aus demselben Jahr stammt eine Treppenanlage vor einem Felsen. 1834/35 wurde der Wirtschaftsbau südlich des Torhauses zur neugotischen Kapelle ausgebaut.1
Neuer Palas um 1900
1901/02 errichtete Gustav Haeberle den Saalbau, der Neuer Palas genannt wird. Er greift in historistischer Weise Formen der Spätgotik und der Renaissance des 16. Jahrhunderts auf. 1902 folgte ein Ziehbrunnen, den Haeberle nach altem Vorbild gestaltete.1
Chronik
1109 - 1902- 1109ErsterwähnungErste Nennung als Besitz des Stifts St. Jakob2
- 1251BesitzwechselDie Burg ist im Besitz des Hochstifts Bamberg2
- 14. JahrhundertNutzungsänderungNebenresidenz der Bischöfe, Ausbau zur Wehr- und Wohnburg und zum Amtssitz2
- um 1400-1414BaubeginnBau des Bergfrieds1
- um 1450FertigstellungSpätgotischer Küchenbau mit Rippengewölbe1
- 1553ZerstörungSchwere Zerstörungen im Krieg, die Burg verliert ihre frühere Bedeutung2
- 1554-1556WiederaufbauWiederaufbau des Torhauses1
- 1743UmbauNeues oberstes Geschoss des Bergfrieds von Johann Jakob Michael Küchel1
- 1812NutzungsänderungE.T.A. Hoffmann wohnt einige Zeit auf der Burg3
- 1824FertigstellungBalkenbrücke über den Graben und Treppenanlage vor dem Felsen1
- 1834-1835UmbauAusbau des Wirtschaftsbaus zur neugotischen Kapelle1
- 1901-1902FertigstellungNeuer Palas von Gustav Haeberle1
Besitz und Herrschaft
- 1109Stift St. Jakob in Bamberg2Besitzer bei der ersten Nennung
- 1251Hochstift Bamberg2im Besitz des Hochstifts, unter Obhut des Bischofs
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Gebaut ist die Anlage überwiegend aus Sandsteinquadern und Bruchstein. Über eine Balkenbrücke auf zwei Sandsteinpfeilern erreicht man das Torhaus. Es hat einen dreigeschossigen Unterbau, über Brückenniveau steigen zwei weitere Geschosse mit Satteldach auf.1
Besonderheiten
- Amalienklause: So heißt der halbrunde Mauerturm im Süden der Anlage.1
- Grabmal Marcus: Auf der Burg steht das Grabmal für Adalbert Friedrich Marcus (1753-1816). Nach einer Schändung wurde es 1962 in einfachen Formen erneuert.1
- Wittelsbacherstein: Paul Flechsel schuf 1903 diesen Obelisk auf einer Plinthe.1
Heutiger Zustand
Die Burg ist mit ihren mittelalterlichen und historistischen Bauten erhalten, einzelne Teile im Nordosten fehlen.1, 2 Den Bergfried beschreibt die Tourismusstelle als begehbar und 33 Meter hoch. Von der Aussichtsterrasse reicht der Blick über Bamberg und das Umland. Für die Turmbesteigung bittet der Altenburgverein laut Tourismusstelle um einen kleinen Obolus.3
Umgebung und weitere Ziele
Rund 14 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schloss Weißenstein. Etwa 37 Kilometer sind es zur Burg Rabenstein, rund 43 Kilometer zur Veste Coburg.
Weitere Anlagen in Bamberg zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser in Bamberg, das ganze Land die Seite Bayern.
Lage und Karte
49.8806° N · 10.8686° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Baudenkmal D-4-61-000-1, Altenburg 1 (Bayerischer Denkmal-Atlas)Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 11.10.2026
- Franz Machilek: Bamberg, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich (2003), S. 34Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, abgerufen am 11.10.2026
- AltenburgBAMBERG Tourismus & Kongress Service, abgerufen am 11.10.2026
- Die Altenburg (Stand 28.12.2016)Foracheim 1248 - Alltagsleben im mittelalterlichen Regnitztal, abgerufen am 11.10.2026
- Elisabeth Roth: Bürgersinn und Traditionspflege. 175 Jahre Altenburgverein Bamberg (1993), BibliografieeintragUniversität Bamberg, Forschungsinformationssystem, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Altenburg (historic=castle) (Kartenobjekt node/11598173458)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Reinhold Möller · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Schloss Weißenstein: Foto: Carsten Steger · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Zwernitz: Foto: Ermell · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Rabenstein (Oberfranken): Foto: Ermell · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Pottenstein: Foto: Derzno · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons