Schloss Borbeck
Frühere Residenz der Essener Fürstäbtissinnen in Essen-Borbeck, im 18. Jahrhundert barock erweitert, heute städtisches Kulturzentrum mit Park.

Steckbrief
- Erste Erwähnung
- 9. Jahrhundert2
- Baubeginn
- 18397
- Baustil
- Renaissance, Barock, Spätklassizismus2
- Kreis
- Essen (Stadt)
- Bundesland
- Nordrhein-Westfalen
- Eigentümer
- Stadt Essen2
- Öffnungszeiten
- Dauerausstellung: Di-So 14-18 Uhr (Stand 10/2026)1, 2, 3Alle Angaben
- Eintritt
- Dauerausstellung: 3 €, ermäßigt 1,50 € (Stand 10/2026)2, 3Alle Angaben
- Koordinaten
- 51.46833, 6.94222
Inhalt 14 Abschnitte
Schloss Borbeck im Essener Stadtteil Borbeck war über Jahrhunderte Residenz der Essener Fürstäbtissinnen. Das von Wasser umgebene Herrenhaus steht in einem Park, der nach Angaben der Stadt als eine der ältesten Parkanlagen des Rheinlands gilt.3, 7 Heute gehört die Anlage der Stadt Essen und ist ein städtisches Kulturzentrum mit Konzerten, Kursen, Galerie und einer historischen Dauerausstellung.1, 2
Vom Oberhof zur Residenz
Den Oberhof Bort(h)beki verzeichnet schon eine Heberolle des 9. Jahrhunderts. Seit dem 13. Jahrhundert bauten die Essener Äbtissinnen den Hof nach und nach zu ihrer Residenz aus. Als erste Äbtissin urkundete hier Beatrix von Holte (1292-1327). Die Ausstellung stellt sie stellvertretend für 48 namentlich bekannte Äbtissinnen vor.2
Das Alter des heutigen Baus wird unterschiedlich angegeben. Nach der Stadt Essen reichen die ältesten Bauteile in das 13. und 14. Jahrhundert zurück.5 Ein Projektblatt von Emschergenossenschaft und Lippeverband spricht von einem um 1360 errichteten Wasserschloss.8 Der Fachbeitrag Kulturlandschaft im KuLaDig datiert das Herrenhaus in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts.7
Barocker Ausbau unter den Fürstäbtissinnen
Bernardine Sophia von Ostfriesland und Rietberg regierte das Stift ab 1691. Ihre Nachfolgerin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach trat 1726 an.1 Sie ließ den Renaissancebau 1744 und 1764 um barocke Bauteile erweitern. An sie erinnert heute ihr Wappen über dem Schlosseingang.2, 7
Maria Kunigunde von Sachsen stand dem Essener Frauenstift von 1776 bis zur Säkularisation 1803 vor. In ihrer Zeit wurde der Park zu einem englisch-chinesischen Landschaftspark umgestaltet.1, 3
Nach der Säkularisation
Preußen hob das Stift 1802/03 auf und nahm es in Besitz. Schloss und Park kamen zunächst an die preußische Staats- und Domänenkammer, bald darauf wurden sie privat verkauft. 1826 erwarb Clemens Freiherr von Fürstenberg das ganze Anwesen.2
Fürstenberg ließ die alten Gesinde- und Wirtschaftsgebäude abbrechen. 1842 ließ er vom Essener Baumeister Heinrich Theodor Freyse einen neuen Wirtschaftsbau im spätklassizistischen Stil errichten.2 Der Fachbeitrag im KuLaDig nennt für diesen schlossartigen Bau die Jahre 1839-42.7
1941 ging die ganze Anlage samt Park in das Eigentum der Stadt Essen über. In den 1960er-Jahren wurden die Innenräume von Schloss und Wirtschaftsgebäude umfangreich umgebaut. 2000 und 2005 wurde das Haupthaus noch einmal grundlegend umgestaltet.2
Der Schlosspark
Mit der Gestaltung des früheren Buchenwalds begannen die Fürstäbtissinnen nach Angaben der Stadt bereits im 16. Jahrhundert.3 Das Projektblatt von Emschergenossenschaft und Lippeverband nennt dafür die Äbtissin Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim.8
Unter Maria Kunigunde erhielt der Garten im 18. Jahrhundert seine "englisch-chinoise" Gestalt. Zu ihm gehörten damals ein Pavillon, ein "Wirtshäusgen", ein "Bauernhäusgen" und eine künstliche Ruine. Seit 2012 steht der Park unter Denkmalschutz.3
Der Fachbeitrag im KuLaDig beschreibt einen weiträumigen englischen Landschaftspark mit der Residenzaue. Angrenzend liegt die Krupp-Siedlung Fürstäbtissinstraße aus den Jahren 1917-30 und 1938.7 Im Osten des Parks steht die frühere Boxsportstätte Dubois-Arena.8
Kulturzentrum Schloss Borbeck
Das Schloss ist Spielort für Alte Musik, Kammermusik und Jazz. Dazu kommen Lesungen, Empfänge und Seminare sowie Kurse in Musik, Tanz und Kunst. Eine städtische Galerie zeigt zeitgenössische Kunst.1 Seit 1999 ist das Schloss außerdem ein Standort der Folkwang Musikschule.8
Zur Unterstützung der Kulturarbeit entstand die Stiftung Schloß Borbeck, die 2009 anerkannt wurde. Zu den Initiatoren gehörten die Sparkasse Essen und die Deutsche Bank. Daneben gibt es einen Förderverein.5
Chronik
9. Jh. - 2009- 9. JahrhundertErsterwähnungEine Heberolle verzeichnet den Oberhof Bort(h)beki2
- 13. JahrhundertNutzungsänderungDie Essener Äbtissinnen beginnen, den Oberhof zu ihrer Residenz auszubauen2
- 1292-1327NutzungsänderungBeatrix von Holte (1292-1327) urkundet als erste Äbtissin im Hof2
- 1744UmbauBarocke Erweiterung unter Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach2, 7
- 1764UmbauZweite barocke Erweiterung unter Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach2
- 1776-1803UmbauUnter Fürstäbtissin Maria Kunigunde von Sachsen (1776-1803) wird der Park zum englisch-chinesischen Landschaftspark umgestaltet1, 3
- 1802-1803BesitzwechselAufhebung des Stifts durch Preußen, Schloss und Park an die preußische Staats- und Domänenkammer2
- 1826BesitzwechselClemens Freiherr von Fürstenberg erwirbt das gesamte Anwesen2
- 1839BaubeginnBaubeginn des Wirtschaftsgebäudes nach Plänen von Heinrich Theodor Freyse7
- 1842FertigstellungSpätklassizistisches Wirtschaftsgebäude von Heinrich Theodor Freyse2, 7
- 1941BesitzwechselDie Stadt Essen wird Eigentümerin von Schloss und Park2
- 1960-1969UmbauUmfangreicher Umbau der Innenräume von Schloss und Wirtschaftsgebäude2
- 1999NutzungsänderungDas Schloss wird Standort der Folkwang Musikschule8
- 2000UmbauGrundlegende Umgestaltung des Haupthauses2
- 2005UmbauWeitere grundlegende Umgestaltung des Haupthauses2
- 2009NutzungsänderungAnerkennung der Stiftung Schloß Borbeck5
Besitz und Herrschaft
- bis 1803Frauenstift Essen2Residenz der Äbtissinnen, Ausbau seit dem 13. Jahrhundert
- ab 1803Preußische Staats- und Domänenkammer2nach der Aufhebung des Stifts, bald privat verkauft
- ab 1826Clemens Freiherr von Fürstenberg2Erwerb des gesamten Anwesens
- seit 1941Stadt Essen2Eigentümerin von Schloss und Park
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Besonderheiten
- Dauerausstellung: Auf rund 200 Quadratmetern zeigt das Schloss die Geschichte von Schloss und Stift, unter anderem mit einem Tanzschuh, Tarotkarten, Frankenthaler Porzellan und Münzen.2
- Schmuck aus Schloss Horst: Über dem Eingang des Wirtschaftsgebäudes sitzt Fassadenschmuck der Weserrenaissance aus Schloss Horst. Daneben zeigt er die Wappen des Erbauers und seiner Ehefrau.2
- FrauenOrt NRW: Die Stadt führt Schloss Borbeck als offiziellen "FrauenOrt NRW".1
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Öffnungszeiten
- Dauerausstellung: Di-So 14-18 Uhr (Stand 10/2026)
Schlosspark: täglich geöffnet1, 2, 3 - Parken
- Kostenlose Parkplätze entlang der Schloßstraße.4
- Bus und Bahn
- Straßenbahn 103 bis Haltestelle "Schloß Borbeck" (auch ab Rathaus/Porscheplatz in der Innenstadt), Bus 140 hält direkt am Schloss, S 9 und RE 14 bis Bahnhof Essen-Borbeck.4
- Fußweg
- Von der Straßenbahnhaltestelle "Schloß Borbeck" etwa 5 Minuten.4
- Familien
- Im Sommer Picknick und Spiel im Schlosspark möglich.3
- Barrierefreiheit
- barrierefrei: Ausstellungen und Veranstaltungen im Schloss sind barrierefrei zugänglich.4
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Die Dauerausstellung im Schloss ist von Dienstag bis Sonntag am Nachmittag geöffnet. Führungen durch Schloss und Park gibt es nach Absprache. Der Park ist täglich ohne Eintritt zugänglich. Ausstellungen und Veranstaltungen sind nach Angaben der Stadt barrierefrei erreichbar.2, 3, 4
Anreise
Die Straßenbahnlinie 103 hält an der Haltestelle "Schloß Borbeck", von dort sind es rund fünf Minuten zu Fuß. Der Bus 140 hält direkt am Schloss. S 9 und RE 14 fahren bis zum Bahnhof Essen-Borbeck.4
Mit dem Auto führt die A 40 über die Ausfahrt 18 "Mülheim-Winkhausen / Essen Borbeck" nach Borbeck. Kostenlose Parkplätze liegen an der Schloßstraße.4
Umgebung und weitere Ziele
Rund 4 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Burg Vondern. Etwa 7 Kilometer Luftlinie sind es bis Schloss Broich, rund 9,5 Kilometer bis Schloss Horst.
Weitere Anlagen in Essen zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser in Essen, das ganze Land die Seite Nordrhein-Westfalen.
Lage und Karte
51.4683° N · 6.9422° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Burgen und Schlösser in der Nähe
- Burg Vondern 4,2 km
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Schloß BorbeckStadt Essen, abgerufen am 11.10.2026
- Historische DauerausstellungStadt Essen, abgerufen am 11.10.2026
- SchloßparkStadt Essen, abgerufen am 11.10.2026
- AnfahrtStadt Essen, abgerufen am 11.10.2026
- Stiftung und FördervereinStadt Essen, abgerufen am 11.10.2026
- Kulturzentrum Schloß BorbeckStadt Essen, abgerufen am 11.10.2026
- Schloss Borbeck (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 272)LVR und LWL, Fachbeitrag Kulturlandschaft Regionalplan Ruhr (2014), über KuLaDig, abgerufen am 11.10.2026
- Schlosspark Borbeck Essen (Projektblatt)Emschergenossenschaft und Lippeverband, abgerufen am 11.10.2026
- Schloss Borbeck (Kartenobjekt way/27554748)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Tuxyso / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
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Burgruine · 8,9 kmNeue Isenburg
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Bildnachweise
- Burg Vondern: Foto: Tuxyso / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Broich: Foto: Tuxyso · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Neue Isenburg: Foto: Островский Александр, Киев · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Horst: Foto: © Sir Gawain / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons