Neue Isenburg
Burgruine über dem Baldeneysee in Essen: um 1240 von Dietrich von Altena-Isenberg erbaut, 1244 von Köln erobert, 1288 geschleift.

Steckbrief
- Typ
- Burgruine1Ruine
- Gründung
- um 12401
- Denkmalstatus
- Baudenkmal (Nr. 64) und Bodendenkmal (Nr. 44) der Stadt Essen1
- Kreis
- Essen (Stadt)
- Bundesland
- Nordrhein-Westfalen
- Eigentümer
- Stadt Essen2
- Koordinaten
- 51.41028, 7.03111
Inhalt 12 Abschnitte
Die Neue Isenburg ist eine Burgruine in Essen. Ihre Reste liegen auf einem Bergrücken oberhalb einer Ruhrschleife, nordöstlich von Schloss Baldeney und über dem Baldeneysee. Um 1240 ließ Dietrich, ein Sohn des hingerichteten Friedrich von Isenberg, die Burg errichten, 1288 wurde sie geschleift.1, 2, 3 Ein großer Teil des heutigen Mauerwerks der Hauptburg wurde erst bis 1939 ergänzt.1
Vorgeschichte: die Isenberger Fehde
Friedrich von Isenberg hatte den Kölner Erzbischof Engelbert von Berg getötet und wurde dafür im November 1226 hingerichtet. Man zerstörte seine Burgen, zog seinen Besitz ein und teilte ihn zwischen dem Erzbistum Köln und den Grafen von der Mark auf.1
Dietrich, sein ältester Sohn, verlangte das ganze Erbe samt den verlorenen Rechten zurück. In der sogenannten Isenberger Fehde stand er an der Seite seines Onkels Heinrich IV. von Limburg. Gegner waren Graf Adolf I. von der Mark und der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden.1 Nach Leenen hielt sich Dietrich auf der neu gebauten Befestigung Limburg im heutigen Hagen-Hohenlimburg. Teile seines Erbes gewann er erst nach langen Kämpfen zurück.3
Bau um 1240 und Eroberung 1244
Um 1240 entstand die neue Isenburg. Nach KuLaDig wollte Dietrich mit ihr seinen Erbanspruch auf die Schutzherrschaft über die Abteien Essen und Werden durchsetzen. Leenen spricht von den Vogteien und nennt die Hilfe seiner Verwandten beim Bau.1, 3
Die Burg fiel bald an den Erzbischof.3 Schon 1244 nahm Konrad von Hochstaden sie ein und besetzte sie. Außerdem veranlasste er die Befestigung der Stadt Essen. Die Kölner nannten die Burg nach KuLaDig "Neu-Sayn".1
Schleifung 1288
Die Schlacht von Worringen 1288 ging für die Kölner verloren. Danach ließ der Graf von der Mark die Burg schleifen.1, 3
Ausgrabung und Sicherung
Von 1928 bis 1932 leitete E. Kahrs Ausgrabungen auf dem Burgplatz. Gefunden wurden unter anderem Keramikscherben aus Mittelalter und Neuzeit, Tierknochen, Geschossspitzen und Schleuderscheiben.1
Die freigelegten Reste wurden bis 1939 gesichert, die Mauern der Hauptburg auf den alten Fundamenten neu aufgebaut. Zwischen 1975 und 1979 folgten kleinere Untersuchungen und Sicherungsarbeiten durch eine Schülergruppe.1
Chronik
1240 - 2002- um 1240GründungBau durch Dietrich von Altena-Isenberg, den ältesten Sohn Friedrichs von Isenberg1
- 1244BesitzwechselDer Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden erobert und besetzt die Burg1
- 1288ZerstörungNach der Schlacht von Worringen lässt der Graf von der Mark die Burg schleifen1
- 1928-1939RestaurierungAusgrabungen unter E. Kahrs 1928-1932, danach Sicherung der Mauerreste und Neuaufbau der Hauptburgmauern auf den alten Fundamenten1
- 1975-1979RestaurierungKleinere Untersuchungen und Sicherungsarbeiten durch eine Schülergruppe1
- 2002NutzungsänderungEröffnung eines historischen Erlebnispfads mit sechs Informationstafeln2
Besitz und Herrschaft
- um 1240-1244Dietrich von Altena-Isenberg1Bauherr
- ab 1244Erzbistum Köln1nach der Eroberung durch Erzbischof Konrad von Hochstaden
- 2026Stadt Essen2Eigentümerin, 2026 belegt
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Die Burg bestand aus Hauptburg und Vorburg. Die Hauptburg im Osten war rundlich angelegt, von einer Mauer umschlossen und maß etwa 40 Meter im Durchmesser. Nach Nordwesten schließt die rund 80 Meter lange Vorburg an.1
Den Palas vermutet KuLaDig an der Südseite, zur Ruhrniederung hin. Ein Halsgraben schützte die Nord- und die Nordostseite mit dem Burgtor, er ist heute ganz verfüllt.1
Heutiger Zustand
Die Neue Isenburg ist eingetragenes Bau- und Bodendenkmal.1 Die Anlage gehört nach Angaben der Essen Marketing GmbH der Stadt Essen.2
Besichtigung
Nach Angaben der Essen Marketing GmbH ist die Ruine immer geöffnet und der Eintritt frei. Als Adresse nennt sie Baldeney 36 in 45134 Essen. Im September 2002 wurde auf der Anlage ein historischer Erlebnispfad mit sechs Informationstafeln eröffnet. Bezahlt hat ihn die Stiftung zur Verschönerung der Stadt Essen.2
Umgebung und weitere Ziele
Rund 9 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Isenburg in Hattingen. Leenen beschreibt die Essener Anlage als neue Isenburg, gebaut etwas weiter flussabwärts.3 Schloss Borbeck liegt ebenfalls rund 9 Kilometer Luftlinie entfernt, Schloss Hugenpoet knapp 10 Kilometer.
Weitere Anlagen in Essen zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser in Essen, das ganze Land die Seite Nordrhein-Westfalen.
Lage und Karte
51.4103° N · 7.0311° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Höhenburg Neue Isenburg in BredeneyLVR, KuLaDig Kultur.Landschaft.Digital, abgerufen am 11.10.2026
- Ruine IsenburgEMG - Essen Marketing GmbH, abgerufen am 11.10.2026
- Stefan Leenen: Die Burg Isenberg in Hattingen, Ennepe-Ruhr-Kreis. Frühe Burgen in Westfalen 25, 2. Aufl. 2009Altertumskommission für Westfalen, LWL, abgerufen am 11.10.2026
- Neue Isenburg / Essen - Burgruine (historic=ruins) (Kartenobjekt way/554723231)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Островский Александр, Киев · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Weitere Burgen und Schlösser in Nordrhein-Westfalen
Burgruine · 8,8 kmIsenburg (Hattingen)
Schloss · 8,9 kmSchloss Borbeck
Schloss · 9,6 kmSchloss Hugenpoet
Schloss · 11,2 kmSchloss Broich
Bildnachweise
- Isenburg (Hattingen): Foto: André Schäfer · CC BY-SA 2.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Borbeck: Foto: Tuxyso / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Hugenpoet: Foto: Островский Александр, Киев · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Broich: Foto: Tuxyso · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons