Burgenführer
Burgruine · Weinsberg · Baden-Württemberg

Burgruine Weibertreu

Ruine der Burg Weinsberg, bekannt durch die Weibertreu-Überlieferung von 1140 und die Rettung durch Justinus Kerners Frauenverein.

49.1539° N · 9.2828° E
Burgruine Weibertreu
Burgruine WeibertreuFoto: Harke · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
1. März-30. April: 10-18 Uhr1. Mai-31. August: 11-18 Uhr1. September-15. Oktober: 10-18 UhrEintritt: Erwachsene 3,00 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine2Ruine
Gründung
vor 10371
Ort
Weinsberg1, 2
Eigentümer
Justinus-Kerner-Verein und Frauenverein Weinsberg e.V.4
Betreiber
Justinus-Kerner-Verein und Frauenverein Weinsberg e.V.2, 4, 5
Öffnungszeiten
1. März-30. April: 10-18 Uhr5Alle Angaben
Eintritt
Erwachsene 3,00 €5Alle Angaben
Koordinaten
49.1539, 9.28278
Inhalt 13 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung und frühe Geschichte
  3. Die Belagerung von 1140 und die "Weibertreu"
  4. Staufer, Herren von Weinsberg, Pfalz und Württemberg
  5. Weinsberger Blut-Ostern 1525
  6. Justinus Kerner und der Frauenverein
  7. Heutiger Zustand
  8. Chronik
  9. Auf einen Blick
  10. Besichtigung
  11. Umgebung und weitere Ziele
  12. Lage und Karte
  13. Quellen
Lesezeit etwa 3 MinutenStand: Oktober 20266 Quellen

Auf dem Burgberg der Stadt Weinsberg im Landkreis Heilbronn liegt die Ruine der Burg Weinsberg, die unter dem Namen Weibertreu bekannt ist. Der Name geht auf die Überlieferung von 1140 zurück, nach der die Frauen der belagerten Burg ihre Männer in Sicherheit trugen. Zu sehen sind heute unter anderem Kapelle, hoher Turm, Dicker Turm und Reste des Bergfrieds.1, 2

Geschichte

Entstehung und frühe Geschichte

Nach Darstellung der Stadt Weinsberg wurde die Burg vor 1037 als rein militärische Anlage gebaut. Die frühesten Nachrichten stammen aus den ersten Jahrzehnten des 11. Jahrhunderts. Sie nennen die Burg als Wohnsitz der Gräfin Adelheid von Metz, deren Sohn der salische Kaiser Konrad II. war.1, 3

Die Belagerung von 1140 und die "Weibertreu"

Vermutlich zwischen 1133 und 1140 brachte Welf VI. die Burg im Streit um ein Erbe in seine Hand. Im Spätherbst 1140 schlug ihn König Konrad III. nach einer Belagerung von mehreren Wochen vernichtend.1, 3

Die Stadt schildert die folgende Begebenheit so: Der König ließ die Frauen auf der Burg frei abziehen. Jede durfte mitnehmen, was sie an eigener Habe tragen konnte. Statt Hausrat schleppten sie ihre Männer den Burgberg hinunter. Davon leitet sich der Name "Weibertreu" ab.1, 2, 3

Staufer, Herren von Weinsberg, Pfalz und Württemberg

Nach 1140 setzten die Staufer eigene Ministerialen auf die Burg, also Dienstleute des hohen Adels. Nach 1150 tritt dort die Familie auf, aus der die Herren von Weinsberg hervorgingen. Ihre Angehörigen kamen zu großem Ansehen und hatten hohe Ämter in Staat und Kirche inne.1, 3

1412 gehörte die Burg mit ihren Dörfern zur Hälfte dem Pfalzgrafen bei Rhein, ab 1450 ganz. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam sie an die Herzöge von Württemberg. Die Herren von Weinsberg starben im frühen 16. Jahrhundert aus.1, 3

Weinsberger Blut-Ostern 1525

Am Ostersonntag 1525 eroberten aufständische Bauern Burg und Stadt.1, 3 Nach Angaben der Stadt setzten sie die Burg in Brand. Die gefangenen Adligen wurden vor dem Unteren Tor "durch die Spieße gejagt".2 Unter dem Namen "Weinsberger Blut-Ostern" ging das Geschehen in die Geschichte ein. Der Schwäbische Bund warf Weinsberg Mittäterschaft vor und ordnete die Zerstörung der Stadt an.1

In den Jahrhunderten danach verfiel die Burg weiter. Die Bewohner Weinsbergs holten sich dort Steine wie aus einem Steinbruch.1, 3

Justinus Kerner und der Frauenverein

1819 ließ sich der Dichter und Arzt Justinus Kerner in Weinsberg nieder.2 Um die Ruine vor dem Zerfall zu bewahren, gründete er 1823 den Frauenverein Weinsberg. Der Flyer der Stadt nennt ihn den ersten Verein in Deutschland, der "Frauen" im Namen trug und sich der Denkmalpflege statt der Wohltätigkeit widmete.1

1824 belehnte König Wilhelm I. von Württemberg den Verein mit dem Besitz der Burg. Vom Sommer 1824 an stand sie Besuchern offen.1 Theobald Kerner, ein Sohn des Dichters, schuf im Dicken Turm das Steinerne Album. Es hält die Namen von Besuchern Kerners und der Burg fest.2

Heutiger Zustand

Die Stadt Weinsberg führt die Anlage als Burgruine. Ihre 360-Grad-Ansichten zeigen den Burgplatz mit Resten des Bergfrieds, den Wehrgang, die Königsmauer und den Burgturm. Dazu kommen eine Ausstellung über die Herren von Weinsberg und eine Ausstellung von Funden von der Burg.2

Chronik

11. Jh. - 1824
  1. 1. Hälfte 11. JahrhundertNutzungsänderungWohnsitz der Gräfin Adelheid von Metz, Mutter Kaiser Konrads II.1
  2. vor 1037GründungBau als rein militärische Anlage1
  3. um 1133-1140BesitzwechselWelf VI. bringt die Burg in einer Erbfehde an sich1
  4. 1140NutzungsänderungKönig Konrad III. besiegt Welf VI. nach mehrwöchiger Belagerung, Überlieferung von den treuen Weibern1, 3
  5. 1412BesitzwechselDie Hälfte der Burg mit ihren Dörfern gehört dem Pfalzgrafen bei Rhein1
  6. ab 1450BesitzwechselDie Burg ist vollständig im Besitz des Pfalzgrafen bei Rhein1, 3
  7. 1. Hälfte 16. JahrhundertBesitzwechselÜbergang an die Herzöge von Württemberg1, 3
  8. 1525ZerstörungAufständische Bauern erobern am Ostersonntag Burg und Stadt und setzen die Burg in Brand2
  9. 1823NutzungsänderungJustinus Kerner gründet den Frauenverein Weinsberg zur Rettung der Ruine1
  10. 1824BesitzwechselKönig Wilhelm I. von Württemberg belehnt den Frauenverein mit dem Besitz der Burg1
  11. 1824NutzungsänderungDie Ruine wird ab dem Sommer für die Öffentlichkeit zugänglich1

Besitz und Herrschaft

  • 1133-1140Welf VI.1durch Erbfehde an sich gebracht
  • 1412Pfalzgrafen bei Rhein1zur Hälfte, ab 1450 ganz
  • 1500-1549Herzöge von Württemberg1zu Beginn des 16. Jahrhunderts
  • ab 1824Frauenverein Weinsberg11824 vom württembergischen König mit dem Besitz der Burg belehnt
  • 2026Justinus-Kerner-Verein und Frauenverein Weinsberg e.V.4Eigentümer, 2026 belegt

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Öffnungszeiten
1. März-30. April: 10-18 Uhr
1. Mai-31. August: 11-18 Uhr
1. September-15. Oktober: 10-18 Uhr
16. Oktober-Ende Februar: 11-16 Uhr5
Eintritt
Erwachsene 3,00 €
Schüler und Studenten ab 15 Jahre 2,00 €
Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre 1,00 €
Kinder von 0 bis 6 Jahren frei5

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Die Ruine gehört nach eigenen Angaben dem Justinus-Kerner-Verein und dem Frauenverein Weinsberg, die sie auch betreuen. Geöffnet ist sie das ganze Jahr, von Mitte Oktober bis Ende Februar mit kürzeren Zeiten. Der Eintritt ist gestaffelt, Kinder bis 6 Jahre sind frei.4, 5 Kapelle und hoher Turm lassen sich nach Angaben der Stadt zu den Öffnungszeiten des Cafés betreten. Der Dicke Turm ist aus Sicherheitsgründen nicht begehbar.2, 5

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 18 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Burg Guttenberg bei Haßmersheim, etwa 20 Kilometer die Burg Hornberg. Rund 30 Kilometer Luftlinie sind es zur Burg Steinsberg.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Heilbronn, das ganze Land die Seite Baden-Württemberg.

Lage und Karte

49.1539° N · 9.2828° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Weinsbergs Geschichte (Flyer, 05.2020)Tourist-Information Weinsberg, abgerufen am 11.10.2026
  2. Burgruine WeibertreuStadt Weinsberg, abgerufen am 11.10.2026
  3. GeschichteStadt Weinsberg, abgerufen am 11.10.2026
  4. StartseiteJustinus-Kerner-Verein und Frauenverein Weinsberg e.V., abgerufen am 11.10.2026
  5. Öffnungszeiten der BurgJustinus-Kerner-Verein und Frauenverein Weinsberg e.V., abgerufen am 11.10.2026
  6. Burgruine Weibertreu (Kartenobjekt way/35682822)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: Harke · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

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Bildnachweise