Burg Drachenfels (Siebengebirge)
Burgruine auf dem Drachenfels über dem Rhein bei Königswinter, im 12. Jahrhundert von Erzbischof Arnold I. von Köln begonnen, seit 1836 in Staatsbesitz.

Steckbrief
- Baubeginn
- um 1138-11401
- Denkmalstatus
- Baudenkmal (Denkmalliste Königswinter Nr. 6)1
- Kreis
- Rhein-Sieg-Kreis
- Bundesland
- Nordrhein-Westfalen
- Koordinaten
- 50.6652, 7.21011
Inhalt 13 Abschnitte
Die Burg Drachenfels ist eine Burgruine auf dem gleichnamigen Berg im Siebengebirge, am Rhein zwischen Königswinter und Bad Honnef. Begonnen hat sie im 12. Jahrhundert Erzbischof Arnold I. von Köln, später saßen hier die Burggrafen von Drachenfels. Erhalten sind Reste von Bergfried, Palas, Zwinger und Vorburg.1 Die Stadt Königswinter nennt die Ruine ihr herausragendes Baudenkmal und touristisches Wahrzeichen.3
Entstehung: Erzbischof Arnold I. und das Cassiusstift
Nach dem KuLaDig-Eintrag zur Burg begann Erzbischof Arnold I. von Köln den Bau um 1138/40. Als der Turm und weitere Gebäude fertig waren, übertrug man die Burg um 1147/49 dem Bonner Cassiusstift als Offenhaus.1 Ein Beitrag zur Drachenfelsbahn im selben Portal nennt dagegen 1149 als Jahr, in dem Arnold einen Bergfried errichtete. Zur Burg ausgebaut wurde dieser demnach in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.2
Die Burggrafen von Drachenfels
Von 1176 bis 1530 war die Burg Sitz der Burggrafen von Drachenfels. Unter ihnen wuchs die Anlage schrittweise, noch vor 1247 entstand eine Burgkapelle. Im 15. Jahrhundert kamen ein Zwinger und eine Vorburg hinzu.1
Die Besitzungen und Rechte der Kölner Erzbischöfe im Siebengebirge dienten mehrfach als Pfand. 1424 kam dieser Besitz dauerhaft als Pfand an die Herren der Burg.1
Krieg und Steinbruch
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg 1634 beschädigt, 1638 schleifte man ihre Außenwerke.1 Der Beitrag zur Drachenfelsbahn schreibt, Erzbischof Ferdinand von Bayern habe 1634 die Sprengung verfügt.2
Am Berg wurde Trachyt gebrochen, die Steine wurden unter anderem für den Kölner Dom verwendet. Die Steinbrüche rückten immer näher an die Kuppe heran. Um 1788 stürzten deshalb die Außenmauern des Wohnbaus und ein Teil der Kapelle ein.1 Nach dem Bahn-Beitrag stürzten damals auch die Rheinseite des Burgturms und Wirtschaftsgebäude ab.2 1827 drohte der Burg durch einen Ankauf von Steinbrechern die vollständige Zerstörung.1
Staatsbesitz und Rheinromantik
1836 wurde der preußische Staat Besitzer der Burg. KuLaDig wertet den Kauf des Berges als eine der frühesten Maßnahmen des staatlichen Denkmal- und Landschaftsschutzes.1 Nach dem Bahn-Beitrag enteignete König Friedrich Wilhelm III. damals die Steinbruchbesitzer, seither ist die Kuppe in Staatseigentum.2
Im 19. Jahrhundert wurde der Drachenfels zum Mittelpunkt der Siebengebirgs- und Rheinromantik und ein Ziel vieler Rheinreisender.1 Nach Angaben der Stadt Königswinter legte die Ruine mit der Rheinromantik den Grundstein für die Tradition des Ortes im Fremdenverkehr. Seit 1883 fährt eine Zahnradbahn auf den Gipfel.3 KuLaDig nennt sie die seinerzeit erste Zahnradbahn Deutschlands.1
Sicherung von Ruine und Fels
1855 wurde aus einem Dispositionsfonds ein großer Stützpfeiler bezahlt, der den Felsen vor dem Abrutschen bewahren sollte. 1891/1892 setzte die Regierung die Ruinen instand. Ab 1967 wurden vermehrt Felsstürze beobachtet. Anfang der 1970er-Jahre wurde die Bergkuppe mit Stahlankern und Betonarmierungen gesichert.1
Später folgten eine Fugensanierung der Ruine 2008-2009, eine Wegesanierung 2010-2012 und 2012 die Ergänzung der Gitter.1 Seit Anfang 2017 ließ das Land als Bauherr am Drachenfels Felssicherungen zur Gefahrenabwehr ausführen. Am 26. Januar 2017 wurde die Sperrung des Eselswegs in einer Pressekonferenz bekannt gegeben.4
Chronik
1138 - 2017- um 1138-1140BaubeginnErzbischof Arnold I. von Köln beginnt den Bau der Burg1
- um 1147-1149BesitzwechselDie Burg wird dem Bonner Cassiusstift als Offenhaus übertragen1
- 1176-1530NutzungsänderungSitz der Burggrafen von Drachenfels1
- vor 1247UmbauBau einer Burgkapelle1
- 15. JahrhundertUmbauVerstärkung durch einen Zwinger und eine Vorburg1
- 1634ZerstörungIm Dreißigjährigen Krieg beschädigt1
- 1638ZerstörungDie Außenwerke werden geschleift1
- um 1788ZerstörungSteinbrüche lassen Außenmauern des Wohnbaus und einen Teil der Kapelle einstürzen1
- 1836BesitzwechselDer preußische Staat wird Besitzer der Burg1, 2
- 1855RestaurierungBau eines großen Stützpfeilers1
- 1891-1892RestaurierungInstandsetzung der Ruinen durch die Regierung1
- 2008-2009RestaurierungFugensanierung der Ruine1
- 2010-2012RestaurierungSanierung der Wege1
- 2017UmbauBeginn von Felssicherungen zur Gefahrenabwehr, Sperrung des Eselswegs angekündigt (26.01.2017)4
Besitz und Herrschaft
- um 1138Erzbischof Arnold I. von Köln1Bauherr
- um 1147Cassiusstift Bonn1Burg als Offenhaus übertragen
- ab 1836Preußischer Staat1, 2Besitzer
- 2019Land Nordrhein-Westfalen1, 4Eigentümer, als landeseigene Liegenschaft 2019 belegt
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Der Bergfried erscheint heute als dreigeschossiger Turm aus Trachyt. Die Quader sind außen bossiert, innen glatt. Ein Felsabbruch hat seine ganze Westseite stark beschädigt.1
Vom Palas blieb im Nordwesten ein Mauerstück. Von der Zwingermauer des 15. Jahrhunderts sind Reste an der Ostseite erhalten, dazu ein kleiner Rundturm neben dem früheren Zugangstor. Die Vorburgmauer ist auf rund 50 Metern Länge in Resten erhalten.1
Besonderheiten
- Denkmäler am Gipfel: Auf der Plattform nördlich der Ruine steht ein Obelisk aus dem Jahr 1914. 1876 entstand eine Kopie der neugotischen Spitzsäule, die nach einem Entwurf des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner errichtet worden war.1
- Bewertung: KuLaDig rechnet die Anlage zu den interessantesten Höhenburgen aus staufischer Zeit im Rheinland.1
Heutiger Zustand
Eigentümer der Burgruine ist das Land Nordrhein-Westfalen, verwaltet wird sie von der Bezirksregierung Köln. KuLaDig beschreibt sie als beliebtes Ausflugsziel.1 Die Bezirksregierung führte den Drachenfels 2019 als landeseigene Sonderliegenschaft.4 In der Denkmalliste der Stadt Königswinter ist die Ruine unter Nr. 6 eingetragen, mit Datum vom 11. Februar 1985.1
Umgebung und weitere Ziele
Rund 0,5 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schloss Drachenburg. Etwa 4,7 Kilometer Luftlinie entfernt steht die Godesburg, rund 28 Kilometer die Augustusburg.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Rhein-Sieg-Kreis, das ganze Land die Seite Nordrhein-Westfalen.
Lage und Karte
50.6652° N · 7.2101° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
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- Schloss Drachenburg 500 m
- Godesburg 4,7 km
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Burgruine Drachenfels im Siebengebirge (Beiträge u. a. Franz-Josef Knöchel 2013, Elmar Scheuren und Fabian Kröning 2016)KuLaDig, Landschaftsverband Rheinland, abgerufen am 11.10.2026
- Drachenfelsbahn Königswinter (Claus Weber, 2019)KuLaDig, Landschaftsverband Rheinland, abgerufen am 11.10.2026
- Museen und Baudenkmäler in KönigswinterStadt Königswinter, abgerufen am 11.10.2026
- Gefahrenabwehrmaßnahmen, Landeseigene Sonderliegenschaft Drachenfels (Schreiben vom 21.02.2019, Anlage zur Niederschrift des Naturschutzbeirats)Bezirksregierung Köln, veröffentlicht vom Rhein-Sieg-Kreis, abgerufen am 11.10.2026
- Burgruine Drachenfels (historic=castle, ruins) (Kartenobjekt relation/11198453)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: A.Savin · Free Art License 1.3 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Schloss Drachenburg: Foto: dronepicr · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
- Godesburg: Foto: Dickbauch · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Augustusburg (Brühl): Foto: Martin Falbisoner · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Satzvey: Foto: Thomas Hummel · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons