Burgenführer
Burgruine · Bad Urach · Baden-Württemberg

Burg Hohenurach

Burgruine über Bad Urach: Höhenburg der Grafen von Urach, später württembergische Landesfestung und Gefängnis, 1765 abgebrochen.

48.4933° N · 9.3783° E
Burg Hohenurach
Burg HohenurachFoto: qwesy qwesy · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine1, 2, 3Ruine
Gründung
11. Jahrhundert1, 2
Ort
Bad Urach2, 4
Besichtigung
frei zugänglich2
Koordinaten
48.4933, 9.37833
Inhalt 13 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung unter den Grafen von Urach
  3. Württembergische Burg und Landesfestung
  4. Gefängnis
  5. Abbruch 1765
  6. Heutiger Zustand
  7. Chronik
  8. Besonderheiten
  9. Auf einen Blick
  10. Besichtigung
  11. Umgebung und weitere Ziele
  12. Lage und Karte
  13. Quellen
Lesezeit etwa 3 MinutenStand: Oktober 20265 Quellen

Auf dem Schlossberg, rund 1,25 Kilometer westlich der Stadt Urach, liegt die Ruine der Burg Hohenurach. Die Grafen von Urach errichteten die Höhenburg im 11. Jahrhundert. Unter Württemberg wurde sie Landesfestung und Gefängnis, 1765 ließ Herzog Carl Eugen sie abbrechen.1, 2 Heute gilt die Ruine als Wahrzeichen der Stadt Bad Urach im Ermstal, Landkreis Reutlingen.2, 3, 4

Geschichte

Entstehung unter den Grafen von Urach

Nach dem Residenzen-Handbuch der Göttinger Akademie entstand der Hohenurach sicher noch im 11. Jahrhundert, als repräsentative Höhenburg. Die Burg stand nach dem Handbuch spätestens um 1090; erst mit ihrem Bau setzen die schriftlichen Quellen zu Urach ein.1 Die Stadt Bad Urach nennt als Beginn der Bauarbeiten etwa das Jahr 1025.3 Bad Urach Tourismus datiert die erste urkundliche Erwähnung der Burg auf 1235.2

Im Tal gab es zugleich eine Stadtburg gleichen Namens. In den frühen Quellen sind beide Anlagen nicht zu unterscheiden. Welche der beiden Burgen älter war und den Grafen zuerst als Sitz diente, lässt das Handbuch offen.1

Württembergische Burg und Landesfestung

Ab 1251 gingen Stadt und Grafschaft Urach nach und nach an Graf Ulrich I. von Württemberg über. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Burg ausgebaut.1 1427 ließ Graf Ludwig I. von Württemberg sie modernisieren, auf den alten Grundmauern entstand dabei eine neue Burganlage.2

Der Nürtinger Vertrag von 1442 teilte Württemberg, der Uracher Teil fiel an Ludwig. Urach wurde damit Hauptresidenz einer eigenen Grafenlinie. Zu dieser Residenz rechnet das Handbuch sowohl den Hohenurach als auch die Stadtburg.1

Im Schmalkaldischen Krieg wurde die Burg 1547 schwer beschädigt. Herzog Christoph von Württemberg ließ sie 1551 wiederherstellen. Im 16. Jahrhundert bauten die Herzöge die Anlage zur Landesfestung aus.2

Gefängnis

Von 1490 bis 1519 war Graf Heinrich auf dem Hohenurach in Haft, der als geisteskrank galt. In der frühen Neuzeit diente die Festung zudem als Gefängnis.1 Bad Urach Tourismus spricht von einem Staatsgefängnis ab dem 16. Jahrhundert.2

Zu den Gefangenen zählte der Tübinger Professor und Dichter Nikodemus Frischlin. Er kam 1590 bei einem Fluchtversuch über die Mauern ums Leben. Nach Angaben der Stadt saßen hier auch politisch Andersdenkende ein.2, 3

Abbruch 1765

Bad Urach Tourismus beschreibt die Festung als dauernde Gefahr für die Einwohner. 1765 ordnete Herzog Carl Eugen den Abzug der Garnison in die Stadt und den Abbruch an.1, 2 Die Ruine diente danach als Steinbruch, aus dem die Einwohner Material für ihre Häuser holten.3

Heutiger Zustand

Seit dem Abbruch ist der Hohenurach eine Ruine. Bad Urach Tourismus beschreibt sie als "eine der größten, wuchtigsten und bedeutsamsten im süddeutschen Raum".2

Chronik

11. Jh. - 1765
  1. 11. JahrhundertGründungBau als Höhenburg durch die Grafen von Urach1, 2
  2. ab 1251BesitzwechselStadt und Grafschaft Urach kommen schrittweise an Graf Ulrich I. von Württemberg1
  3. 14. bis 15. JahrhundertUmbauAusbau der Burg im 14. und 15. Jahrhundert1
  4. 1427UmbauModernisierung unter Graf Ludwig I. von Württemberg, neue Burganlage auf den alten Grundmauern2
  5. 1442NutzungsänderungNürtinger Vertrag: Urach wird Hauptresidenz einer württembergischen Grafenlinie1
  6. 1490-1519NutzungsänderungHaft des als geisteskrank geltenden Grafen Heinrich1
  7. 16. JahrhundertUmbauAusbau zur Landesfestung durch die Herzöge von Württemberg2
  8. 16. JahrhundertNutzungsänderungNutzung auch als Staatsgefängnis2
  9. 1547ZerstörungSchwere Schäden im Schmalkaldischen Krieg2
  10. 1551WiederaufbauWiederaufbau unter Herzog Christoph von Württemberg2
  11. 1765ZerstörungAbbruch der Festung auf Anordnung Herzog Carl Eugens1, 2

Besitz und Herrschaft

  • 1000-1099Grafen von Urach1, 2Erbauer
  • ab 1251Grafen von Württemberg1Übergang von Stadt und Grafschaft schrittweise ab 1251

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Besonderheiten

  • Felsenhöhle: Am Westhang unter der Ruine öffnet sich eine 54 Meter lange Höhle mit 7 Meter hohem Portal. Von dort soll laut Geotop-Steckbrief des Landesamts für Geologie ein Weg zum Burghof geführt haben.4
  • Spaltenhöhle: Etwa 25 Meter weiter nördlich liegt die Hohenuracher Spaltenhöhle, die an einer Verwerfung im Fels entstanden ist.4
Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
frei zugänglich2
Fußweg
Die Ruine ist nur zu Fuß erreichbar, Bad Urach Tourismus verweist auf den Wanderweg Hohenurachsteig.2

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Die Ruine ist frei zugänglich, erreichbar ist sie nur zu Fuß. Bad Urach Tourismus verweist für den Aufstieg auf den Wanderweg Hohenurachsteig.2

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 7 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Burg Hohenneuffen. Rund 13 Kilometer sind es zur Burg Teck und zum Schloss Lichtenstein.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Reutlingen, das ganze Land die Seite Baden-Württemberg.

Lage und Karte

48.4933° N · 9.3783° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Urach, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich (Residenzenforschung 15.I, 2003)Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Residenzen-Kommission (Roland Deigendesch), abgerufen am 11.10.2026
  2. Burgruine HohenurachBad Urach Tourismus (Kurverwaltung Bad Urach), abgerufen am 11.10.2026
  3. Die Burg HohenurachStadt Bad Urach, abgerufen am 11.10.2026
  4. Steckbrief Geotope: Felsenhöhle unterhalb der Ruine Hohenurach (2016)Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Regierungspräsidium Freiburg, abgerufen am 11.10.2026
  5. Burg Hohenurach (Kartenobjekt way/770467561)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: qwesy qwesy · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons

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