Burg Hohenzollern
Die Burg Hohenzollern thront auf 855 Metern über der Zollernalb. Geschichte der Stammburg, Schatzkammer mit Königskrone, Öffnungszeiten und Anfahrt.

Steckbrief
- Typ
- Burg
- Baustil
- Neogotik
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal in Deutschland
- Ort
- Bisingen
- Kreis
- Zollernalbkreis
- Bundesland
- Baden-Württemberg
- Nächste größere Stadt
- Balingen10,3 km
- Website
- www.burg-hohenzollern.com
- Koordinaten
- 48.32356, 8.9674
Inhalt 11 Abschnitte
Wie ein Märchenschloss sitzt die Burg Hohenzollern auf der Kuppe eines steil aufragenden Bergkegels am Rand der Schwäbischen Alb. Von hier stammt das Haus Hohenzollern, dessen fränkische Linie Kurfürsten von Brandenburg, Könige von Preußen und schließlich deutsche Kaiser stellte. Die heutige Burg ist bereits die dritte an dieser Stelle: ein neugotischer Bau des 19. Jahrhunderts, errichtet als Denkmal für die eigene Familiengeschichte. Wer hinaufkommt, findet Prunkräume, eine Schatzkammer mit der preußischen Königskrone und einen Rundgang über die Außenanlagen der Bergfestung.
Die Grafen von Zollern und die erste Burg
Das Geschlecht der Zollern wird 1061 erstmals erwähnt, als ein Chronist den Tod von "Wezil et Burchardus de Zolorin" festhielt. Der Name leitet sich nach Angaben der Burgverwaltung vermutlich vom lateinischen "mons solarius" ab, dem Sonnenberg. Archäologische Funde sprechen dafür, dass schon im frühen 11. Jahrhundert eine erste Befestigung auf dem Berg stand. Urkundlich greifbar wird die Burg 1267 in einer Urkunde des Klosters Stetten, die einen Ort "sub castro zolre" nennt, also unterhalb der Burg Zollern.
Um 1192 erwarb Graf Friedrich III. von Zollern durch Heirat die Burggrafschaft Nürnberg. 1214 teilten Friedrich IV. und Konrad das Erbe untereinander auf. Daraus entstanden zwei Linien, die bis heute bestehen: die schwäbische Linie, die auf der Zollernalb blieb, und die fränkische Linie, die später nach Brandenburg und Preußen aufstieg.
Die erste Burg galt Zeitgenossen als "Krone aller Burgen in Schwaben". Ihr Ende kam 1423: Nach einer rund zehnmonatigen Belagerung durch den Schwäbischen Städtebund, angeführt von Gräfin Henriette von Württemberg, wurde sie erobert und zerstört.
Die zweite Burg: Festung auf der Alb
Schon 1454 legte Graf Jost Niklas den Grundstein für eine neue Burg. Aus dieser Zeit stammt die katholische Michaelskapelle, deren Bau auf die Jahre 1454-1461 datiert wird.
Im Dreißigjährigen Krieg erhielt die Burg einen Ring aus Bastionen und wurde zur Festung ausgebaut. Später verlor sie an Bedeutung. Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage vernachlässigt und verfiel, bis nur noch Ruinen übrig blieben.
Unterdessen machte die fränkische Linie Karriere. 1415 wurde Burggraf Friedrich VI. Markgraf von Brandenburg, 1701 setzte sich Kurfürst Friedrich III. als Friedrich I. die preußische Königskrone auf. 1871 wurde Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser ausgerufen. Die schwäbische Linie teilte sich in Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen. Aus Sigmaringen stammte Karl, der als Carol I. die rumänische Königsdynastie begründete.
Wiederaufbau im Geist der Romantik
Den Anstoß für die dritte Burg gab ein Besuch. 1819 stieg der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm, der spätere König Friedrich Wilhelm IV., zu den Ruinen hinauf. Gut drei Jahrzehnte später, inzwischen König, ließ er die Stammburg seiner Familie neu errichten.
Von 1850 bis 1867 entstand die heutige Burg im neugotischen Stil. Die Pläne lieferte der Berliner Architekt Friedrich August Stüler. Für die militärisch anspruchsvollen Teile war der Festungsbauer Moritz von Prittwitz zuständig. Von ihm stammt die markante spiralförmige Auffahrt. Die Skulpturen schuf Gustav Willgohs. Am 3. Oktober 1867 wurde die fertige Burg im Beisein von König Wilhelm I. eingeweiht.
Museum im 20. und 21. Jahrhundert
Nach dem Ende der Monarchie 1918 blieb die Burg im Besitz der Familie. 1952 richtete Prinz Louis Ferdinand von Preußen sie als Museum mit preußischen Erinnerungsstücken ein. Im selben Jahr gründete er die Prinzessin-Kira-Stiftung, die sich für benachteiligte Kinder einsetzt.
Ebenfalls von 1952 bis 1991 standen in der evangelischen Christuskapelle die Särge der preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. Danach wurden sie nach Potsdam überführt.
Lange gehörte die Burg zu zwei Dritteln der preußischen und zu einem Drittel der schwäbischen Linie. Seit dem 1. Januar 2026 ist Georg Friedrich Prinz von Preußen nach Angaben der Burg alleiniger Eigentümer.
Was man heute sieht
Die Besichtigung führt durch die Prunkräume im Inneren. Dazu gehören die Stammbaumhalle mit der Ahnenreihe des Hauses, der Grafensaal, die Bibliothek und der Markgrafenturm mit einem königlichen Salon. Höhepunkt ist die Schatzkammer. Dort liegt die preußische Königskrone Wilhelms II., außerdem ein Uniformrock Friedrichs des Großen, Tabakdosen und die Courschleppe der Königin Luise.
Neben der katholischen Michaelskapelle besitzt die Burg die von Stüler entworfene evangelische Christuskapelle sowie eine russisch-orthodoxe Kapelle. Die Christuskapelle ist wegen Restaurierung voraussichtlich bis Ende 2027 geschlossen.
Zum Besuch gehört auch der Weg über das Burggelände mit Bastionen und Burggarten, in dem im Sommer eine Außengastronomie öffnet. Ein kostenloser Audioguide begleitet innen wie außen. Er funktioniert über blau markierte QR-Codes mit dem eigenen Smartphone, in neun Sprachen, darunter Deutsch, Englisch und Französisch.
Öffnungszeiten und Eintritt
| Saison 28. März bis 1. November 2026 | täglich |
| Burganlage | 10-18:30 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr |
| Schauräume | 10-18 Uhr, letzter Einlass 17:30 Uhr |
| Erwachsene | 26 € online, 29 € an der Kasse |
| Ermäßigt (u. a. Studierende, Schüler ab 12, Menschen mit Behinderung) | 16 € online, 19 € an der Kasse |
| Kinder 4-11 Jahre | 6 € online, 9 € an der Kasse |
| Kinder 0-3 Jahre | 1 € |
Im Ticketpreis sind Parken und Pendelbus enthalten. Online-Tickets gelten für einen festen Tag mit einem einstündigen Einlassfenster, die Aufenthaltsdauer ist danach nicht begrenzt. Vom 2. bis 18. November 2026 sind die Schauräume geschlossen, Burggelände, Shop und Restaurant aber geöffnet. Vom 20. November 2026 bis 10. Januar 2027 läuft der "Königliche Winterzauber" mit Öffnung am Nachmittag und Abend und um 3 € höheren Preisen, an einzelnen Tagen bleibt die Burg ganz geschlossen. Neben der freien Besichtigung gibt es verschiedene Führungen, darunter eine große Burgführung "Hinter den Kulissen" und eine Kinderführung.
Anfahrt und Parken
Mit dem Auto führt der Weg über die A81 Stuttgart-Singen, Ausfahrt Empfingen, dann über die B463 Richtung Balingen und die B27 Richtung Hechingen. Alternativ fährt man direkt auf der B27 über Tübingen und Hechingen bis zur Ausfahrt Burg Hohenzollern. Am Burgparkplatz gibt es reichlich Platz für Autos und Busse.
Vom Parkplatz führt ein zunehmend steiler Fußweg in etwa 25 Minuten zum Adlertor. Bequemer ist der Pendelbus, der in der Saison etwa alle 15 Minuten fährt und im Ticket enthalten ist.
Wer mit der Bahn anreist, steigt in Hechingen aus. Der Busbahnhof liegt direkt am Bahnhof, von dort fährt ganzjährig die Linie 306 zum Burgparkplatz, von Mai bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen zusätzlich die Linie 344.
Tipps für den Besuch
- Online buchen: Online-Tickets sind in den meisten Kategorien 3 € günstiger als an der Kasse und sichern ein Zeitfenster.
- Früh kommen: Tickets im Parkplatz-Laden gibt es nur bis 16 Uhr, der letzte Einlass in die Burganlage ist um 17 Uhr.
- Smartphone laden: Der Audioguide läuft über das eigene Gerät, ein voller Akku und Kopfhörer sind hilfreich.
- Festes Schuhwerk: Wer den Fußweg vom Parkplatz nimmt, sollte mit einem steilen Anstieg rechnen.
- Einkehr: Das Burgrestaurant ist in der Saison von 10 bis 18 Uhr geöffnet, die Küche von 11:30 bis 17:30 Uhr.
Lage und Umgebung
48.3236° N · 8.9674° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Quellen
Stand 09/2026Quellen der Redaktion
- burg-hohenzollern.com/en/
- burg-hohenzollern.com/de/
- burg-hohenzollern.com/en/tickets
- burg-hohenzollern.com/en/plan-your-visit/overview/different-opening-hours-and-exceptions
- burg-hohenzollern.com/en/about-the-castle/castle-history
- burg-hohenzollern.com/en/about-the-castle/family-history
- burg-hohenzollern.com/en/plan-your-visit/your-way-to-the-castle
- burg-hohenzollern.com/de/besuch-planen/haeufig-gestellte-fragen
- burg-hohenzollern.com/de/besuch-planen/besichtigungen
- burg-hohenzollern.com/de/besuch-planen/uebersicht/audioguide
- de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hohenzollern
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Bildnachweis Titelbild: Foto: A. Kniesel (= User:-donald-), Lauffen · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Weitere Burgen und Schlösser in Baden-Württemberg
Bildnachweise
- Schloss Lichtenstein: Foto: -donald- · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Heidelberger Schloss: Foto: Pumuckel42 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

