Burgenführer
Burg · Ziesar · Brandenburg

Burg Ziesar

Burg in Ziesar, von etwa 1340 bis 1560 Residenz der Bischöfe von Brandenburg, mit Bergfried, ausgemalter Kapelle und Museum.

52.2626° N · 12.2868° E
Burg Ziesar
Burg ZiesarFoto: PaulT (Gunther Tschuch) · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Museum mit Tourist-Information, März bis November: Di-So und an FeiertagenMärz/April und Oktober/November: 10-16 UhrMai bis September: 10-17 UhrEintritt: Dauerausstellung, Bergfried und Otto-Altenkirch-Ausstellung: Erwachsene 7 €, Studenten 5 €, Kinder ab 10 Jahre 3 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burg1, 12teilweise erhalten
Erste Erwähnung
121412, 13
Ort
Ziesar11
Bundesland
Brandenburg
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich7, 8
Öffnungszeiten
Museum mit Tourist-Information, März bis November: Di-So und an Feiertagen7Alle Angaben
Eintritt
Dauerausstellung, Bergfried und Otto-Altenkirch-Ausstellung: Erwachsene 7 €, Studenten 5 €, Kinder ab 10 Jahre 3 €8Alle Angaben
Koordinaten
52.2626, 12.2868
Inhalt 14 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Ziesar und das Bistum Brandenburg
  3. Bischofsresidenz von etwa 1340 bis 1560
  4. Amtssitz, Privatbesitz und Schulinternat
  5. Restaurierung und Museum
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Auf einen Blick
  10. Besichtigung
  11. Anreise
  12. Umgebung und weitere Ziele
  13. Lage und Karte
  14. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 202614 Quellen

Die Burg Ziesar steht in der gleichnamigen Kleinstadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Von etwa 1340 bis 1560 war sie der bevorzugte Sitz der Bischöfe von Brandenburg.1, 12 Erhalten sind Teile der Kernburg mit Bergfried, Burgkapelle und bischöflichem Wohnbau. Das Burgmuseum Ziesar zeigt hier heute drei Ausstellungen, zur Burg selbst, zum Maler Otto Altenkirch und zum früheren Schulinternat.6, 12

Geschichte

Ziesar und das Bistum Brandenburg

Ziesar wurde dem Bistum Brandenburg schon bei dessen Gründung übertragen. Nach Ralf Gebuhr wird die civitas Ziesar 948 in der Gründungsurkunde des Bistums genannt. Clemens Bergstedt gibt für die Gründung durch Otto I. die Jahre 948 oder 965 an.12, 13 Mit dem Slawenaufstand von 983 verloren die Bischöfe ihre Herrschaft hier. Nach der späteren Rückgewinnung blieb Ziesar das ganze Mittelalter über bischöflich.13

Als Aufenthaltsort eines Bischofs ist die Burg zum ersten Mal 1214 belegt. Die ältesten heute sichtbaren Bauteile reichen nach Angaben des Museums vermutlich bis um 1200 zurück.1, 12, 13

Bischofsresidenz von etwa 1340 bis 1560

Um 1340 wurde Ziesar zum bevorzugten Aufenthaltsort der Bischöfe in ihrem Stiftsgebiet. Die entscheidenden Schritte dahin leitete nach Bergstedt Bischof Ludwig von Neindorf ein. Um 1500 standen etwa 100 Personen im Dienst des bischöflichen Hofes.12, 13

In der Residenzzeit wurde die Burg umfangreich ausgebaut.1 Der bischöfliche Wohnbau entstand im 15. Jahrhundert, dabei wurden ältere Bauteile einbezogen.12 Die große Umbauphase fällt in die Amtszeit von Bischof Dietrich von Stechow (1459-1472). Er ließ die Burgkapelle errichten, die 1470 geweiht wurde. Bergstedt sieht in dieser Weihe im Wesentlichen den Abschluss der Umbauten.3, 4, 13

Mit dem Amtsverzicht des letzten Bischofs Joachim von Münsterberg endete 1560 die Residenzzeit. Die Verwaltung des Stifts übernahm im selben Jahr der brandenburgische Kurprinz Johann Georg. 1571 wurde das Stift ganz mit der kurfürstlichen Verwaltung vereinigt.12

Amtssitz, Privatbesitz und Schulinternat

Nach der Reformation war die Burg Verwaltungssitz.1 Im 16. Jahrhundert war Ziesar Mittelpunkt des größten bischöflichen Amtes, zu dem außer der Stadt zehn Dörfer gehörten. 1613 erhielt Christian Wilhelm von Brandenburg, Administrator von Magdeburg, das Amt. Seine Frau Dorothea von Braunschweig besaß es von 1617 bis zu ihrem Tod 1643 als Leibzucht.12

Von 1819 bis 1945 war die Burg in Privatbesitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie verstaatlicht und zunächst als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Von 1954 bis 1993 diente sie als Schulinternat.1

Restaurierung und Museum

Nach einer mehrjährigen Sanierung und Restaurierung wurde am 13. Mai 2005 das Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters eröffnet.1 Die Ausstellung "Wege in die Himmelsstadt" stellt nach Angaben des Museums die Burg und ihre baulichen Zeugnisse in den Mittelpunkt. Seit 2019 sind außerdem über 20 Bilder des Landschaftsmalers Otto Altenkirch (1875-1945) zu sehen, den das Museum als berühmten Sohn der Stadt bezeichnet. Die Zeit des Schulinternats ist seit 2013 virtuell per iPad erschlossen.6

Chronik

983 - 2005
  1. 983NutzungsänderungIm Slawenaufstand verlieren die Bischöfe die Herrschaft über Ziesar13
  2. 1214ErsterwähnungErster Beleg der Burg als Aufenthaltsort eines Bischofs von Brandenburg12, 13
  3. um 1300UmbauÄltere Fußbodenheizung4
  4. 1336-1340UmbauWandmalereien im Jerusalemraum5
  5. um 1340NutzungsänderungZiesar wird bevorzugter Aufenthaltsort der Bischöfe12
  6. 15. JahrhundertUmbauBau des bischöflichen Wohnbaus unter Verwendung älterer Teile12
  7. 1470FertigstellungWeihe der Burgkapelle unter Bischof Dietrich von Stechow3, 12, 13
  8. 1560NutzungsänderungEnde der bischöflichen Residenz, Verwaltung des Stifts durch den brandenburgischen Kurprinzen12
  9. 1571BesitzwechselDas Stift wird ganz mit der kurfürstlichen Verwaltung vereinigt12
  10. 1613BesitzwechselDas Amt Ziesar kommt an Christian Wilhelm von Brandenburg, Administrator von Magdeburg12
  11. 1819BesitzwechselDie Burg geht in Privatbesitz über1
  12. 1945BesitzwechselVerstaatlichung, zunächst Flüchtlingsunterkunft1
  13. 1954-1993NutzungsänderungNutzung als Schulinternat1
  14. 13. Mai 2005NutzungsänderungEröffnung des Museums für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des Mittelalters nach Sanierung und Restaurierung1

Besitz und Herrschaft

  • ab 1571Kurfürsten von Brandenburg12Stift mit der kurfürstlichen Verwaltung vereinigt
  • 1613-1617Christian Wilhelm von Brandenburg12Amt Ziesar
  • 1617-1643Dorothea von Braunschweig12Amt Ziesar als Leibzucht
  • 1819-1945Privatbesitz1Eigentümer nicht namentlich genannt
  • 1945Verstaatlichung1nach Kriegsende 1945
  • ..1560Bischöfe von Brandenburg12, 13Hochstift, Residenz um 1340 bis 1560

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Burg heute

Architektur und Aufbau

Von der Kernburg sind Teile erhalten. Die Vorburg zwischen Burg und Stadt ist bis auf einen Turm verschwunden.12 Diesen Turm nennt das Museum Storchenturm, er ist für Besucher nicht zugänglich.2 Die Baugeschichte ist nach Gebuhr noch nicht abschließend erforscht.12

Der runde Bergfried ist aus Feldsteinen gemauert, das Museum hebt die Bearbeitung des harten Granits hervor. Das Museum datiert ihn auf wohl um 1200, Gebuhr wohl ins 13. Jahrhundert.2, 12 Der Turm ist 35 Meter hoch und begehbar. Sein mittelalterlicher Zugang lag etwa 10 Meter über dem Boden, der heutige ebenerdige Eingang wurde erst im 19. Jahrhundert eingebrochen.2

Den Abschluss des Turms bildet ein Aufsatz, den das Museum "Bischofsmütze" nennt und auf 1528 datiert. Er gehörte einst zu einer Wachstube.2 Nach Bergstedt ersetzte die Wachstube im Stil der Frührenaissance um 1530 die frühere Kegelspitze. Gebuhr spricht von einer Renaissancehaube nach 1528.12, 13

Besonderheiten

  • Burgkapelle: Die Wandmalereien sind laut Museum fast vollständig erhalten. Es datiert eine erste Ausmalung mit Bezug zur Marienverehrung um 1470, die Gestaltung als Paradiesgarten um 1500. Bergstedt nennt für die Neuausmalung zwei Forschungsmeinungen, um 1500 oder 1530/40.3, 13
  • Fußbodenheizungen: Das Museum nennt eine ältere Fußbodenheizung um 1300 und eine zweite Anlage um 1470, an deren Resten sich die Funktionsweise ablesen lässt. Beheizt werden konnte laut Museum auch das Obergeschoss mit dem Wohnbereich der Bischöfe.4
  • Jerusalemraum: Aus einem Raum der 1330er-Jahre stammen Reste großflächiger Wandmalereien von 1336 bis 1340, darunter eine Majestas Domini. Eine Karte galt bisher als Himmlisches Jerusalem, Forschungen von 2023 bis 2025 ergaben laut Museum Hinweise, dass es auch eine Palästinakarte sein könnte.5
Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich7, 8
Öffnungszeiten
Museum mit Tourist-Information, März bis November: Di-So und an Feiertagen
März/April und Oktober/November: 10-16 Uhr
Mai bis September: 10-17 Uhr
1. Dezember bis 28. Februar für Einzelbesucher geschlossen, Führungen auf Anmeldung möglich
(Betreiberangabe ohne Jahresangabe, abgerufen am 11.10.2026)7
Eintritt
Dauerausstellung, Bergfried und Otto-Altenkirch-Ausstellung: Erwachsene 7 €, Studenten 5 €, Kinder ab 10 Jahre 3 €
Bergfried allein: Erwachsene 2 €, Kinder ab 6 Jahre 1 €
Familienkarte 14 €
Burgkapelle: Eintritt frei, Spenden für den Erhalt erbeten
(Betreiberangabe ohne Jahresangabe, abgerufen am 11.10.2026)8
Führungen
Burgkapelle: kostenlose Kurzführungen (etwa 10 Minuten) Di-So um 12 und 14 Uhr, Mai bis September zusätzlich um 16 Uhr
Führungen durch Burganlage und Museum sowie Stadtführungen auf Anmeldung7, 10
Bus und Bahn
Regionalbahn (RE 1) bis Brandenburg oder Wusterwitz, weiter mit Bus 559/562 nach Ziesar, Haltestelle Frauentor oder Breiter Weg.9
Fußweg
Von den Bushaltestellen Frauentor oder Breiter Weg etwa 5 bis 7 Minuten zu Fuß.9

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Museum und Tourist-Information öffnen von März bis November dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen. Vom 1. Dezember bis 28. Februar ist das Museum für Einzelbesucher geschlossen, Führungen nach Anmeldung sind dann möglich.7 In der Kapelle gibt es kostenlose Kurzführungen von etwa 10 Minuten, der Eintritt ist frei und Spenden für den Erhalt sind erbeten. Führungen durch Burg und Museum sowie Stadtführungen lassen sich anmelden.7, 8, 10

Anreise

Mit dem Auto führt die Autobahn 2 mit der Abfahrt Ziesar zum Ort. Mit der Bahn geht es nach Angaben des Museums bis Brandenburg oder Wusterwitz, von dort weiter mit dem Bus. Von den Haltestellen Frauentor oder Breiter Weg sind es etwa 5 bis 7 Minuten zu Fuß.9

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 25 Kilometer Luftlinie entfernt steht die Burg Eisenhardt, etwa 33 Kilometer sind es zur Burg Rabenstein (Fläming).

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Potsdam-Mittelmark, das ganze Land die Seite Brandenburg.

Lage und Karte

52.2626° N · 12.2868° E

Beim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.

Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. BurganlageBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  2. BergfriedBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  3. KapelleBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  4. FußbodenheizungenBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  5. JerusalemraumBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  6. MuseumBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  7. ÖffnungszeitenBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  8. EintrittspreiseBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  9. AnreiseBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  10. FührungenBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  11. ImpressumBischofsresidenz Burg Ziesar (Burgmuseum Ziesar), abgerufen am 11.10.2026
  12. Ralf Gebuhr: Ziesar (C.3.), in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, Residenzenforschung 15.I (2003), S. 657-658Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, abgerufen am 11.10.2026
  13. Clemens Bergstedt: Bischofsresidenz Burg Ziesar (100 Schlüsselquellen zur Geschichte von Berlin, Brandenburg und Preußen)Historische Kommission zu Berlin e.V., abgerufen am 11.10.2026
  14. Bergfried (Burg Ziesar) (Kartenobjekt way/242562357)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: PaulT (Gunther Tschuch) · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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