Burgenführer
Burgruine · Burgthann · Bayern

Burgruine Burgthann

Burgruine der Herren von Thann auf einem Bergsporn über Burgthann, mit 27 Meter hohem Rundturm und Museum BurgThann.

49.3550° N · 11.3162° E
Burgruine Burgthann
Burgruine BurgthannFoto: Buendia22 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Museum BurgThann, April bis Oktober: jeden 1. und 3. Sonntag im MonatNovember bis März: jeden 1. Sonntag im Monat, 13.30-16.30 UhrEintritt: Eintritt frei, am Eingang wird um eine Spende gebeten.Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine2teilweise erhalten
Baubeginn
1. Hälfte 13. Jahrhundert1
Denkmalstatus
Baudenkmal (D-5-74-117-2)2
Ort
Burgthann2, 5
Bundesland
Bayern
Betreiber
Fördergemeinschaft Burg Burgthann (Museum BurgThann)3, 6
Öffnungszeiten
Museum BurgThann, April bis Oktober: jeden 1. und 3. Sonntag im Monat3Alle Angaben
Eintritt
Eintritt frei, am Eingang wird um eine Spende gebeten.3
Koordinaten
49.355, 11.3162
Inhalt 15 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Die Herren von Thann
  3. Zerstörungen und Umbauten
  4. Verfall
  5. Restaurierung im 20. Jahrhundert
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Heutiger Zustand
  10. Auf einen Blick
  11. Besichtigung
  12. Anreise
  13. Umgebung und weitere Ziele
  14. Lage und Karte
  15. Quellen
Lesezeit etwa 5 MinutenStand: Oktober 20268 Quellen

Auf einem nach den Seiten steil abfallenden Bergsporn in der Gemeinde Burgthann im Landkreis Nürnberger Land liegt die Burg Burgthann. An der Frontseite ihrer Hauptburg steht ein runder Bergfried, der noch 27 Meter hoch ist.1 Das Landesamt für Denkmalpflege führt sie als Burgruine.2 In ihren Gebäuden zeigt die Fördergemeinschaft Burg Burgthann das Museum BurgThann mit Abteilungen zum Leben in Burgthann um 1920 und zum Ludwig-Donau-Main-Kanal.4, 6

Geschichte

Die Herren von Thann

Bei Grabungen zwischen 1987 und 1990 stellte sich heraus, dass ein festes Haus samt Ummauerung die ältesten Teile sind. Sie stammen aus dem frühen 13. Jahrhundert. Wenig später entstand der mächtige Rundbergfried aus Bossenquadern, der anfangs frei hinter der Südmauer stand.1 Die Denkmalliste datiert die Errichtung der Burg allgemeiner in das 12./13. Jahrhundert.2

Im Streit zwischen den Nürnberger Burggrafen und dem Bistum Bamberg ergriffen die Thanner Ende des 13. Jahrhunderts Partei für Bamberg. Deshalb wurde ihre Burg niedergebrannt. 1287/88 verkaufte Heinrich I. von Thann die Burg an Herzog Ludwig II. von Bayern und bekam sie als Lehen zurück. Dieses Lehen kam später als Reichslehen an den Nürnberger Burggrafen Friedrich II. Die Familie von Thann starb 1346 aus, danach wurde Burgthann mehrfach verpfändet.1

Zerstörungen und Umbauten

Im Bairischen Krieg wurde die Burg 1460 zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Auch diesen zweiten Brand konnten die Archäologen nachweisen. An die Stelle des festen Hauses trat ein Kemenatenbau, die Nordwestecke der Ringmauer bekam einen flankierenden Turm. Um- und Ausbauten an der Kernburg folgten 1587/88.1 Das Wohnhaus am Bergfried trägt nach der Denkmalliste die Jahreszahl 1587.2

1635 wurde die Burg im Dreißigjährigen Krieg erneut zerstört. Instand gesetzt wurde sie von 1651 bis 1653, ein weiterer Umbau folgte 1687. Reparaturen sind für 1707 und 1719 überliefert.1 Die Denkmalliste datiert die Südostecke der Palasreste auf 1687.2

Verfall

Danach wurde die Burg nur noch notdürftig erhalten, 1723 war sie baufällig. 1792 fiel sie an Preußen. Die ohnehin marode Anlage wurde 1795 von einem Blitz beschädigt, 1897 schlug ein zweiter ein. In dieser Zeit brachen private Besitzer Steine aus den Mauern.1 Die Denkmalliste spricht von einem Verfall im 19. und frühen 20. Jahrhundert.2

Restaurierung im 20. Jahrhundert

Mit Restaurierungsarbeiten begann 1919 Freiherr von Seck. Die Denkmalliste nennt eine teilweise Wiederherstellung in den 1920er-Jahren.1, 2 1945 beschossen amerikanische Truppen die Burg und machten diese Arbeit zunichte. Danach begann der Wiederaufbau, betreut von der 1984 gegründeten Fördergemeinschaft Burg Burgthann. Ab 1986 entstand der Ostflügel neu, in dem laut Haus der Bayerischen Geschichte heute ein Heimatmuseum untergebracht ist. 1988 erwarb die Gemeinde Burgthann die Burg.1

Chronik

13. Jh. - 2005
  1. 1. Hälfte 13. JahrhundertBaubeginnÄlteste Bauteile: festes Haus mit Ummauerung, kurz darauf der Rundbergfried1
  2. 2. Hälfte 13. JahrhundertZerstörungDie Burg wird niedergebrannt, nachdem die Thanner im Konflikt mit den Nürnberger Burggrafen zum Bistum Bamberg halten1
  3. 1287-1288BesitzwechselHeinrich I. von Thann verkauft die Burg an Herzog Ludwig II. von Bayern und erhält sie als Lehen zurück1
  4. nach 1346BesitzwechselNach dem Aussterben der Thanner mehrfach verpfändet1
  5. 1460ZerstörungZerstörung im Bairischen Krieg, danach Wiederaufbau1
  6. 1587-1588UmbauUm- und Ausbau der Kernburg1
  7. 1635ZerstörungErneute Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg1
  8. 1651-1653RestaurierungInstandsetzung1
  9. 1687UmbauWeiterer Umbau1
  10. 1707RestaurierungReparaturarbeiten1
  11. 1719RestaurierungReparaturarbeiten1
  12. 1792BesitzwechselDie Burg kommt an Preußen1
  13. 1795ZerstörungBlitzeinschlag beschädigt die baufällige Burg1
  14. 1897ZerstörungZweiter Blitzeinschlag1
  15. 1919RestaurierungFreiherr von Seck beginnt mit Restaurierungsarbeiten1
  16. 1945ZerstörungBeschuss durch amerikanische Truppen1
  17. 1984NutzungsänderungGründung der Fördergemeinschaft Burg Burgthann, die den Wiederaufbau betreut1
  18. ab 1986WiederaufbauWiederaufbau des Ostflügels1
  19. 1988BesitzwechselDie Gemeinde Burgthann erwirbt die Burg1
  20. 2005NutzungsänderungFestspiel über Eppelein von Gailingen auf der Burg, als Dreijahresturnus angelegt1

Besitz und Herrschaft

  • 1287Heinrich I. von Thann1Verkauf der Burg an Herzog Ludwig II. von Bayern, Rückerhalt als Lehen
  • 1287-1288Herzog Ludwig II. von Bayern1Käufer und Lehnsherr, die Thanner behalten die Burg als Lehen
  • 1792Preußen1Übergang an Preußen (Landesherrschaft)
  • ab 1988Gemeinde Burgthann1Erwerb der Burg

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Die Hauptburg ist regelmäßig angelegt und liegt hinter einem mächtigen Halsgraben. Ihr war eine weitläufige Vorburg vorgelagert, die früher in zwei Burghuten geteilt war. Der Rundturm hat 9,3 Meter Durchmesser und 3,25 Meter dicke Mauern. Von Süden gelangt man in den schmalen Burghof. Auf seiner Süd- und Ostseite standen einst Gebäudeflügel. Nach Angaben des Hauses der Bayerischen Geschichte gab es im Hof einen 27 Meter tiefen Brunnen.1

Die Denkmalliste beschreibt den heutigen Bestand. Den Bergfried aus Buckelquadern aus dem 13. Jahrhundert umschließt unten teilweise ein zweigeschossiges Wohnhaus mit Walmdach und einer Altane zum Hof. Vom Palas sind Reste erhalten. Die Burgkapelle ist ein hoher, zweigeschossiger Bau mit steilem Satteldach, unten aus Quadern, oben aus Fachwerk. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert, das Fachwerk aus dem 18. Jahrhundert. Außen ist sie an die Nordwestseite der Umfassungsmauer angebaut.2

Innen an der nördlichen Mauer steht das sogenannte Badhaus, ein eingeschossiger Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts. Die Umfassungsmauern aus Sandsteinquadern sind rund 7 Meter hoch und gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Halsgraben und Zwinger sind mittelalterlich, ebenso die Grundmauern des Berings der Vorburg.2

Besonderheiten

  • Pietà: In einer Nische der nordwestlichen Umfassungsmauer steht zum Hof hin eine steinerne Pietà aus den 1920er-Jahren.2
  • Goldhut von Ezelsdorf-Buch: Laut dem Portal "Museen in Bayern" geht das Museum auch auf den Fund dieses Goldhuts aus dem 11. bis 9. Jahrhundert vor Christus ein.7
  • William Hunt Diederich: Ein Bereich des Museums ist nach derselben Quelle dem amerikanischen Art-déco-Künstler gewidmet, der in den 1930er-Jahren eine Zeit lang auf der Burg lebte.7
  • Eppelein-Festspiel: Nach Angaben des Hauses der Bayerischen Geschichte wird seit 2005 alle drei Jahre auf der Burg ein Festspiel über Eppelein von Gailingen aufgeführt.1

Heutiger Zustand

Die Burg ist eine teilweise wiederhergestellte Ruine. Neben Bergfried, Wohnhaus, Kapelle und Badhaus stehen die hohen Umfassungsmauern, vom Palas und von der Vorburg sind nur Reste geblieben.2 Das Haus der Bayerischen Geschichte beschreibt die Burg als Begegnungsstätte, in deren Hof im Sommer viele Feste stattfinden.1

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Öffnungszeiten
Museum BurgThann, April bis Oktober: jeden 1. und 3. Sonntag im Monat
November bis März: jeden 1. Sonntag im Monat, 13.30-16.30 Uhr3
Eintritt
Eintritt frei, am Eingang wird um eine Spende gebeten.3
Führungen
Führungen auch außerhalb der Öffnungszeiten buchbar, Tel. 09187 41805
Erwachsene 3 €, Kinder bis 12 Jahre 1,50 €, mindestens 30 €3
Parken
Anfahrt über A3 (Ausfahrt Altdorf/Burgthann) oder A73 (Ausfahrt Feucht/Schwarzenbruck) und B8; vor Ort Parkleitsystem beachten.5
Bus und Bahn
S-Bahn-Linie 3 von Nürnberg oder Neumarkt (Oberpfalz) bis Bahnhof Burgthann.5

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Das Museum BurgThann ist an einzelnen Sonntagen im Monat geöffnet, von April bis Oktober zweimal, im Winterhalbjahr einmal. Der Eintritt ist frei, am Eingang wird um eine Spende gebeten. Führungen können auch außerhalb der Öffnungszeiten gebucht werden.3 Die Ausstellung gliedert sich in die Bereiche "Leben und Arbeiten in Burgthann um 1920", "Burgthanner Zeitreise" und das Ludwig-Donau-Main-Kanalmuseum.4

Anreise

Mit dem Auto führt der Weg über die A3, Ausfahrt Altdorf/Burgthann, oder über die A73, Ausfahrt Feucht/Schwarzenbruck, und weiter auf der B8. Vor Ort weist ein Parkleitsystem den Weg. Mit der S-Bahn-Linie 3 aus Nürnberg oder Neumarkt in der Oberpfalz geht es bis zum Bahnhof Burgthann.5

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 21 Kilometer Luftlinie nordwestlich liegt die Nürnberger Burg. Etwa 22 Kilometer Luftlinie nördlich steht die Festung Rothenberg, rund 27 Kilometer nördlich die Burg Hohenstein.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Nürnberger Land, das ganze Land die Seite Bayern.

Lage und Karte

49.3550° N · 11.3162° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Burg Burgthann (Burgen in Bayern, Text Joachim Zeune)Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 17.10.2026
  2. Bayerischer Denkmal-Atlas, Einzeldenkmal D-5-74-117-2 (Burgthann, Burgruine)Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 17.10.2026
  3. Besuch planenFördergemeinschaft Burg Burgthann (Museum BurgThann), abgerufen am 17.10.2026
  4. AusstellungFördergemeinschaft Burg Burgthann (Museum BurgThann), abgerufen am 17.10.2026
  5. AnfahrtFördergemeinschaft Burg Burgthann (Museum BurgThann), abgerufen am 17.10.2026
  6. ImpressumFördergemeinschaft Burg Burgthann (Museum BurgThann), abgerufen am 17.10.2026
  7. Museum BurgThannMuseen in Bayern, abgerufen am 17.10.2026
  8. Burg Thann (Kartenobjekt way/27504075)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 17.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: Buendia22 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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