Genovevaburg
Burg der Trierer Erzbischöfe über dem Marktplatz von Mayen, um 1280 begonnen, nach Brand 1902 wiederaufgebaut, heute Sitz des Eifelmuseums.

Steckbrief
- Erste Erwähnung
- 12811
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal (§ 8 DSchG Rheinland-Pfalz)1
- Ort
- Mayen1
- Bundesland
- Rheinland-Pfalz
- Öffnungszeiten
- EifelTotal und Deutsches Schieferbergwerk: Di-So 10-17 Uhr, Montag Ruhetag3Alle Angaben
- Eintritt
- Eine Ausstellung: Erwachsene 6 €, ermäßigt 3,50 €3Alle Angaben
- Koordinaten
- 50.32692, 7.22083
Inhalt 14 Abschnitte
Die Genovevaburg ist die Stadtburg von Mayen im Landkreis Mayen-Koblenz. Sie steht auf einer Felskuppe über dem Marktplatz und ist nach KuLaDig heute das Wahrzeichen der Stadt.1, 2 In der Burg zeigt das Eifelmuseum zwei Ausstellungen, EifelTotal und das Deutsche Schieferbergwerk im Fels unter der Burg.2, 3
Entstehung unter dem Trierer Erzbischof
Bauherr war der Trierer Erzbischof Heinrich II. von Finstingen. Nach KuLaDig sollte sie Mayen als Knotenpunkt an der Straße von Trier, dem Hauptort des Erzstifts, nach Koblenz sichern.1 Überlieferte Inschriften setzen den Baubeginn um 1280 an, die Stadt nennt 1280 als Baujahr. Erwähnt wird die Burg zuerst 1281, 1311 war der größte Teil fertig.1, 2
Im Anschluss an das Burggelände entstand nach KuLaDig eine fast kreisförmige Stadtmauer. Den Namen trägt die Burg wegen der Sage von ihren angeblichen ersten Besitzern im 8. Jahrhundert, Pfalzgraf Siegfried und Genoveva.1
Zerstörung 1689 und barocker Ausbau
Nach Angaben der Stadt belagerten französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Burg und brannten sie im Mai 1689 nieder.2 KuLaDig spricht von einer Zerstörung durch Brandschatzung.1
Schon im folgenden Jahr begann nach Angaben der Stadt der Wiederaufbau. Ihn leitete Philipp Honorius von Ravensteyn, beauftragt von Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck. 1707 ließ Orsbeck die Burg erweitern: Es entstanden die Unterburg aus Basaltlava, Ställe, ein Marstall und ein Torbau.2
KuLaDig datiert den Ausbau im schlossartigen Barockstil auf 1701 bis 1711. Die Türme bekamen barocke Helmdächer anstelle der Zinnen, hinzu kam der zweigeschossige Marstallbau. In den Jahren danach war die Burg Amtssitz des Erzstifts Trier.1
Versteigerung, Brand und Wiederaufbau
1803, unter französischer Herrschaft, kam die Burg zur Versteigerung. Ihr neuer Besitzer Philipp Hartung ließ Bauteile abtragen, darunter den Ostturm und das Amtshaus.2 KuLaDig wertet das als erneute Zerstörung durch den Käufer.1
Später kaufte Friedensrichter Cadenbach die Ruine und ließ sie wieder aufbauen. Danach gehörte die Burg einer Brauerei, die sie für ihre Zwecke umbauen ließ. Anschließend erwarb eine Aktionärsgemeinschaft der Volksbank die Anlage. Von ihr ging sie an einen namentlich nicht bekannten Kaufmann, der sie im Stil der Neorenaissance umbauen ließ.2
Am 7. November 1902 brannte die Burg und wurde zu großen Teilen zerstört. Arend Scholten erwarb sie 1910 und ließ sie 1918 nach historischem Vorbild wieder aufbauen. 1921 richtete er im Marstall das Eifeler Landschaftsmuseum ein.2 KuLaDig beschreibt die Arbeiten von 1918 als Restaurierung unter Auflagen der Denkmalpflege, verbunden mit teilweisen Umbauten.1
Stadtbesitz, Krieg und Nachkriegszeit
1938 erwarb die Stadt Mayen die Burg. Ein Jahr später wurden leerstehende Gebäude für militärische Zwecke und für die Verwaltung beschlagnahmt.1, 2
Im Zweiten Weltkrieg wurde unter der Burg ein Luftschutzraum angelegt. Nach KuLaDig bot er bei den Luftangriffen auf Mayen am 2. Januar 1945 mehr als 4.000 Menschen Schutz.1 Viele Teile der Burg wurden im Krieg zerstört. Danach nutzten die Stadtverwaltung und eine Landwirtschaftsschule Teile der Anlage. Der Wiederaufbau zog sich laut Stadt bis 1983 hin.2
Chronik
1280 - 1983- um 1280BaubeginnBaubeginn unter dem Trierer Erzbischof Heinrich II. von Finstingen1, 2
- 1281ErsterwähnungErste Erwähnung der Burg1
- 1311FertigstellungDer größte Teil des Baus ist abgeschlossen1
- 1689ZerstörungIm Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen niedergebrannt1, 2
- 1690WiederaufbauWiederaufbau durch Philipp Honorius von Ravensteyn im Auftrag von Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck2
- 1701-1711UmbauAusbau im schlossartigen Barockstil mit Helmdächern und zweigeschossigem Marstall1
- 1707UmbauErweiterung um die Unterburg aus Basaltlava, Ställe, Marstall und Torbau2
- 1803BesitzwechselVersteigerung unter französischer Herrschaft an Philipp Hartung, der Ostturm und Amtshaus abtragen lässt2
- 7. November 1902ZerstörungGroßbrand, die Burg wird zu großen Teilen zerstört2
- 1910BesitzwechselArend Scholten kauft die Burg2
- 1918WiederaufbauWiederaufbau nach historischem Vorbild2
- 1921NutzungsänderungEifeler Landschaftsmuseum im Marstall eingerichtet2
- 1938BesitzwechselDie Stadt Mayen erwirbt die Burg1, 2
- 1939NutzungsänderungLeerstehende Gebäude für militärische und Verwaltungszwecke beschlagnahmt2
- 1939-1945ZerstörungViele Teile der Burg im Zweiten Weltkrieg zerstört2
- 2. Januar 1945NutzungsänderungDer Luftschutzraum unter der Burg schützt bei den Luftangriffen auf Mayen mehr als 4.000 Menschen1
- bis 1983WiederaufbauWiederaufbau nach dem Krieg, Teile von Stadtverwaltung und Landwirtschaftsschule genutzt2
Besitz und Herrschaft
- um 1280Erzbischöfe von Trier1, 2Bauherr Heinrich II. von Finstingen, später trierischer Amtssitz
- 1803Philipp Hartung2Käufer bei der Versteigerung
- 1910Arend Scholten2Käufer, Wiederaufbau 1918
- 1938Stadt Mayen1, 2Erwerb der Burg
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Zur Anlage gehören die Oberburg mit dem Goloturm und die etwas tiefer liegende Vorburg. KuLaDig beschreibt ein unregelmäßiges Viereck mit Rundtürmen an den Ecken. Der Goloturm ist der Bergfried und rund 34 Meter hoch.1, 2
Zur Stadt hin sichert ein großes Burgtor die Anlage, auf der anderen Seite der Bergfried mit einem Zwinger. Wo früher der Burggraben lag, verläuft heute eine Ringstraße. Über sie spannt sich eine gotische Steinbrücke von 20 Metern Länge.2
Die Stadt bezeichnet die Burg als spätgotisch, KuLaDig hebt den barocken Ausbau des frühen 18. Jahrhunderts hervor.1, 2
Besonderheiten
- Genoveva-Sage: Die Sage um Genoveva ist nach KuLaDig nicht nur mit Mayen verbunden, sondern wird auch an anderen Orten erzählt.1
- Deutsches Schieferbergwerk: In 16 Metern Tiefe unter der Burg führt ein Stollensystem von 340 Metern Länge, in dem Besucher auch mit einer Lore fahren können.3
- Burgbunker: Eine Führung im Schieferbergwerk behandelt den Bunker im Burgberg und Mayen im Zweiten Weltkrieg.3
- Burgfestspiele: Nach KuLaDig (2015) fanden auf dem oberen Burghof von Mai bis August die Burgfestspiele statt.1
Heutiger Zustand
Die Burg ist ein nach § 8 des Denkmalschutzgesetzes Rheinland-Pfalz geschütztes Kulturdenkmal.1 Nach den undatierten FAQ des Museums soll die Oberburg in den kommenden Jahren generalsaniert werden. Beide Ausstellungen sind deshalb vorerst in der Unterburg untergebracht. Nach der Sanierung soll EifelTotal wieder Flächen in der Oberburg erhalten.4
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Öffnungszeiten
- EifelTotal und Deutsches Schieferbergwerk: Di-So 10-17 Uhr, Montag Ruhetag
Montags geöffnet in den Ferien von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, an Feiertagen und vom 2. November bis 15. März
Schließzeit 15. Januar bis 15. Februar
Stand Oktober 20263 - Eintritt
- Eine Ausstellung: Erwachsene 6 €, ermäßigt 3,50 €
Familien- und Gruppenkarte für eine Ausstellung: Erwachsene 4,50 €, ermäßigt 2,60 €
Kombikarte für zwei Einrichtungen: Erwachsene 9 €, ermäßigt 5 €; Gruppen ab 20 Personen 8,50 € bzw. 4,50 €
Premiumkarte für drei museale Einrichtungen: Erwachsene 12 €, ermäßigt 6,50 €
Kinder unter 100 cm Körpergröße frei
Stand Oktober 20263 - Führungen
- Offene Führungen: EifelTotal samstags 14 Uhr, Deutsches Schieferbergwerk sonntags 14 Uhr, 2,50 € zuzüglich Eintritt
Gruppenführungen mit Voranmeldung, möglichst drei Tage vorher
Stand Oktober 20263, 4 - Parken
- Parkplätze in direkter Nähe der Ausstellungen.4
- Barrierefreiheit
- Die Ausstellungen sind barrierefrei und nach "Reisen für alle" zertifiziert. Rollstuhlnutzer hatten nach Angaben des Museums im Schieferbergwerk keine Probleme.3, 4
- Hunde
- ja: Hunde sind auch in der Ausstellung erlaubt, auf dem ganzen Gelände gilt Leinenpflicht.4
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Die Ausstellungen EifelTotal und Schieferbergwerk sind von Dienstag bis Sonntag geöffnet, Mitte Januar bis Mitte Februar ist geschlossen. Mitmachen, Anfassen und Ausprobieren sind dort nach Angaben der Stadt ausdrücklich erwünscht.3 Für jede Ausstellung empfiehlt das Museum rund anderthalb Stunden. Im Bergwerk ist es dunkel und kalt, warme Kleidung und feste Schuhe werden empfohlen.4
Offene Führungen gibt es samstags in EifelTotal und sonntags im Schieferbergwerk.3 Nach den undatierten FAQ des Museums ist der Goloturm nicht jederzeit zugänglich, bei schlechtem Wetter und in der Adventszeit bleibt er geschlossen.4
Umgebung und weitere Ziele
Rund 4 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schloss Bürresheim, etwa 11 Kilometer die Burg Pyrmont. Zur Burg Eltz sind es rund 16 Kilometer Luftlinie.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Mayen-Koblenz, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.
Lage und Karte
50.3269° N · 7.2208° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Burgen und Schlösser in der Nähe
- Schloss Bürresheim 4,2 km
- Burg Pyrmont 10,9 km
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Genovevaburg Mayen (Anne Gasper, 2015)Landschaftsverband Rheinland, KuLaDig, abgerufen am 11.10.2026
- GenovevaburgStadtverwaltung Mayen, abgerufen am 11.10.2026
- EifelmuseumStadtverwaltung Mayen, abgerufen am 11.10.2026
- Eifelmuseum: Häufig gestellte FragenStadtverwaltung Mayen, abgerufen am 11.10.2026
- Genovevaburg (Kartenobjekt way/651995501)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Wolkenkratzer · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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Schloss · 4,1 kmSchloss Bürresheim
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Burg · 15,9 kmBurg Eltz
Burg · 18,7 kmBurg Thurant
Bildnachweise
- Schloss Bürresheim: Foto: Lothar Spurzem · CC BY-SA 2.0 de · Wikimedia Commons
- Burg Pyrmont: Foto: Phantom3Pix · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Eltz: Foto: Johannes Dörrstock · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Thurant: Foto: © Steffen Schmitz (Carschten) / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons