Burgenführer
Burg · Mayen · Rheinland-Pfalz

Genovevaburg

Burg der Trierer Erzbischöfe über dem Marktplatz von Mayen, um 1280 begonnen, nach Brand 1902 wiederaufgebaut, heute Sitz des Eifelmuseums.

50.3269° N · 7.2208° E
Genovevaburg
GenovevaburgFoto: Wolkenkratzer · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
EifelTotal und Deutsches Schieferbergwerk: Di-So 10-17 Uhr, Montag RuhetagMontags geöffnet in den Ferien von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, an Feiertagen und vom 2. November bis 15. MärzSchließzeit 15. Januar bis 15. FebruarEintritt: Eine Ausstellung: Erwachsene 6 €, ermäßigt 3,50 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burg1, 2wiederaufgebaut
Erste Erwähnung
12811
Baubeginn
um 12801, 2
Baustil
Spätgotik, Barock1, 2
Denkmalstatus
Kulturdenkmal (§ 8 DSchG Rheinland-Pfalz)1
Ort
Mayen1
Bundesland
Rheinland-Pfalz
Betreiber
Stadt Mayen (Eifelmuseum)3, 4
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich3, 4
Öffnungszeiten
EifelTotal und Deutsches Schieferbergwerk: Di-So 10-17 Uhr, Montag Ruhetag3Alle Angaben
Eintritt
Eine Ausstellung: Erwachsene 6 €, ermäßigt 3,50 €3Alle Angaben
Website
mayen.de2
Inhalt 14 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung unter dem Trierer Erzbischof
  3. Zerstörung 1689 und barocker Ausbau
  4. Versteigerung, Brand und Wiederaufbau
  5. Stadtbesitz, Krieg und Nachkriegszeit
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Heutiger Zustand
  10. Auf einen Blick
  11. Besichtigung
  12. Umgebung und weitere Ziele
  13. Lage und Karte
  14. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20265 Quellen

Die Genovevaburg ist die Stadtburg von Mayen im Landkreis Mayen-Koblenz. Sie steht auf einer Felskuppe über dem Marktplatz und ist nach KuLaDig heute das Wahrzeichen der Stadt.1, 2 In der Burg zeigt das Eifelmuseum zwei Ausstellungen, EifelTotal und das Deutsche Schieferbergwerk im Fels unter der Burg.2, 3

Geschichte

Entstehung unter dem Trierer Erzbischof

Bauherr war der Trierer Erzbischof Heinrich II. von Finstingen. Nach KuLaDig sollte sie Mayen als Knotenpunkt an der Straße von Trier, dem Hauptort des Erzstifts, nach Koblenz sichern.1 Überlieferte Inschriften setzen den Baubeginn um 1280 an, die Stadt nennt 1280 als Baujahr. Erwähnt wird die Burg zuerst 1281, 1311 war der größte Teil fertig.1, 2

Im Anschluss an das Burggelände entstand nach KuLaDig eine fast kreisförmige Stadtmauer. Den Namen trägt die Burg wegen der Sage von ihren angeblichen ersten Besitzern im 8. Jahrhundert, Pfalzgraf Siegfried und Genoveva.1

Zerstörung 1689 und barocker Ausbau

Nach Angaben der Stadt belagerten französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Burg und brannten sie im Mai 1689 nieder.2 KuLaDig spricht von einer Zerstörung durch Brandschatzung.1

Schon im folgenden Jahr begann nach Angaben der Stadt der Wiederaufbau. Ihn leitete Philipp Honorius von Ravensteyn, beauftragt von Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck. 1707 ließ Orsbeck die Burg erweitern: Es entstanden die Unterburg aus Basaltlava, Ställe, ein Marstall und ein Torbau.2

KuLaDig datiert den Ausbau im schlossartigen Barockstil auf 1701 bis 1711. Die Türme bekamen barocke Helmdächer anstelle der Zinnen, hinzu kam der zweigeschossige Marstallbau. In den Jahren danach war die Burg Amtssitz des Erzstifts Trier.1

Versteigerung, Brand und Wiederaufbau

1803, unter französischer Herrschaft, kam die Burg zur Versteigerung. Ihr neuer Besitzer Philipp Hartung ließ Bauteile abtragen, darunter den Ostturm und das Amtshaus.2 KuLaDig wertet das als erneute Zerstörung durch den Käufer.1

Später kaufte Friedensrichter Cadenbach die Ruine und ließ sie wieder aufbauen. Danach gehörte die Burg einer Brauerei, die sie für ihre Zwecke umbauen ließ. Anschließend erwarb eine Aktionärsgemeinschaft der Volksbank die Anlage. Von ihr ging sie an einen namentlich nicht bekannten Kaufmann, der sie im Stil der Neorenaissance umbauen ließ.2

Am 7. November 1902 brannte die Burg und wurde zu großen Teilen zerstört. Arend Scholten erwarb sie 1910 und ließ sie 1918 nach historischem Vorbild wieder aufbauen. 1921 richtete er im Marstall das Eifeler Landschaftsmuseum ein.2 KuLaDig beschreibt die Arbeiten von 1918 als Restaurierung unter Auflagen der Denkmalpflege, verbunden mit teilweisen Umbauten.1

Stadtbesitz, Krieg und Nachkriegszeit

1938 erwarb die Stadt Mayen die Burg. Ein Jahr später wurden leerstehende Gebäude für militärische Zwecke und für die Verwaltung beschlagnahmt.1, 2

Im Zweiten Weltkrieg wurde unter der Burg ein Luftschutzraum angelegt. Nach KuLaDig bot er bei den Luftangriffen auf Mayen am 2. Januar 1945 mehr als 4.000 Menschen Schutz.1 Viele Teile der Burg wurden im Krieg zerstört. Danach nutzten die Stadtverwaltung und eine Landwirtschaftsschule Teile der Anlage. Der Wiederaufbau zog sich laut Stadt bis 1983 hin.2

Chronik

1280 - 1983
  1. um 1280BaubeginnBaubeginn unter dem Trierer Erzbischof Heinrich II. von Finstingen1, 2
  2. 1281ErsterwähnungErste Erwähnung der Burg1
  3. 1311FertigstellungDer größte Teil des Baus ist abgeschlossen1
  4. 1689ZerstörungIm Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen niedergebrannt1, 2
  5. 1690WiederaufbauWiederaufbau durch Philipp Honorius von Ravensteyn im Auftrag von Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck2
  6. 1701-1711UmbauAusbau im schlossartigen Barockstil mit Helmdächern und zweigeschossigem Marstall1
  7. 1707UmbauErweiterung um die Unterburg aus Basaltlava, Ställe, Marstall und Torbau2
  8. 1803BesitzwechselVersteigerung unter französischer Herrschaft an Philipp Hartung, der Ostturm und Amtshaus abtragen lässt2
  9. 7. November 1902ZerstörungGroßbrand, die Burg wird zu großen Teilen zerstört2
  10. 1910BesitzwechselArend Scholten kauft die Burg2
  11. 1918WiederaufbauWiederaufbau nach historischem Vorbild2
  12. 1921NutzungsänderungEifeler Landschaftsmuseum im Marstall eingerichtet2
  13. 1938BesitzwechselDie Stadt Mayen erwirbt die Burg1, 2
  14. 1939NutzungsänderungLeerstehende Gebäude für militärische und Verwaltungszwecke beschlagnahmt2
  15. 1939-1945ZerstörungViele Teile der Burg im Zweiten Weltkrieg zerstört2
  16. 2. Januar 1945NutzungsänderungDer Luftschutzraum unter der Burg schützt bei den Luftangriffen auf Mayen mehr als 4.000 Menschen1
  17. bis 1983WiederaufbauWiederaufbau nach dem Krieg, Teile von Stadtverwaltung und Landwirtschaftsschule genutzt2

Besitz und Herrschaft

  • um 1280Erzbischöfe von Trier1, 2Bauherr Heinrich II. von Finstingen, später trierischer Amtssitz
  • 1803Philipp Hartung2Käufer bei der Versteigerung
  • 1910Arend Scholten2Käufer, Wiederaufbau 1918
  • 1938Stadt Mayen1, 2Erwerb der Burg

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Burg heute

Architektur und Aufbau

Zur Anlage gehören die Oberburg mit dem Goloturm und die etwas tiefer liegende Vorburg. KuLaDig beschreibt ein unregelmäßiges Viereck mit Rundtürmen an den Ecken. Der Goloturm ist der Bergfried und rund 34 Meter hoch.1, 2

Zur Stadt hin sichert ein großes Burgtor die Anlage, auf der anderen Seite der Bergfried mit einem Zwinger. Wo früher der Burggraben lag, verläuft heute eine Ringstraße. Über sie spannt sich eine gotische Steinbrücke von 20 Metern Länge.2

Die Stadt bezeichnet die Burg als spätgotisch, KuLaDig hebt den barocken Ausbau des frühen 18. Jahrhunderts hervor.1, 2

Besonderheiten

  • Genoveva-Sage: Die Sage um Genoveva ist nach KuLaDig nicht nur mit Mayen verbunden, sondern wird auch an anderen Orten erzählt.1
  • Deutsches Schieferbergwerk: In 16 Metern Tiefe unter der Burg führt ein Stollensystem von 340 Metern Länge, in dem Besucher auch mit einer Lore fahren können.3
  • Burgbunker: Eine Führung im Schieferbergwerk behandelt den Bunker im Burgberg und Mayen im Zweiten Weltkrieg.3
  • Burgfestspiele: Nach KuLaDig (2015) fanden auf dem oberen Burghof von Mai bis August die Burgfestspiele statt.1

Heutiger Zustand

Die Burg ist ein nach § 8 des Denkmalschutzgesetzes Rheinland-Pfalz geschütztes Kulturdenkmal.1 Nach den undatierten FAQ des Museums soll die Oberburg in den kommenden Jahren generalsaniert werden. Beide Ausstellungen sind deshalb vorerst in der Unterburg untergebracht. Nach der Sanierung soll EifelTotal wieder Flächen in der Oberburg erhalten.4

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich3, 4
Öffnungszeiten
EifelTotal und Deutsches Schieferbergwerk: Di-So 10-17 Uhr, Montag Ruhetag
Montags geöffnet in den Ferien von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, an Feiertagen und vom 2. November bis 15. März
Schließzeit 15. Januar bis 15. Februar
Stand Oktober 20263
Eintritt
Eine Ausstellung: Erwachsene 6 €, ermäßigt 3,50 €
Familien- und Gruppenkarte für eine Ausstellung: Erwachsene 4,50 €, ermäßigt 2,60 €
Kombikarte für zwei Einrichtungen: Erwachsene 9 €, ermäßigt 5 €; Gruppen ab 20 Personen 8,50 € bzw. 4,50 €
Premiumkarte für drei museale Einrichtungen: Erwachsene 12 €, ermäßigt 6,50 €
Kinder unter 100 cm Körpergröße frei
Stand Oktober 20263
Führungen
Offene Führungen: EifelTotal samstags 14 Uhr, Deutsches Schieferbergwerk sonntags 14 Uhr, 2,50 € zuzüglich Eintritt
Gruppenführungen mit Voranmeldung, möglichst drei Tage vorher
Stand Oktober 20263, 4
Parken
Parkplätze in direkter Nähe der Ausstellungen.4
Barrierefreiheit
Die Ausstellungen sind barrierefrei und nach "Reisen für alle" zertifiziert. Rollstuhlnutzer hatten nach Angaben des Museums im Schieferbergwerk keine Probleme.3, 4
Hunde
ja: Hunde sind auch in der Ausstellung erlaubt, auf dem ganzen Gelände gilt Leinenpflicht.4

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Die Ausstellungen EifelTotal und Schieferbergwerk sind von Dienstag bis Sonntag geöffnet, Mitte Januar bis Mitte Februar ist geschlossen. Mitmachen, Anfassen und Ausprobieren sind dort nach Angaben der Stadt ausdrücklich erwünscht.3 Für jede Ausstellung empfiehlt das Museum rund anderthalb Stunden. Im Bergwerk ist es dunkel und kalt, warme Kleidung und feste Schuhe werden empfohlen.4

Offene Führungen gibt es samstags in EifelTotal und sonntags im Schieferbergwerk.3 Nach den undatierten FAQ des Museums ist der Goloturm nicht jederzeit zugänglich, bei schlechtem Wetter und in der Adventszeit bleibt er geschlossen.4

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 4 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schloss Bürresheim, etwa 11 Kilometer die Burg Pyrmont. Zur Burg Eltz sind es rund 16 Kilometer Luftlinie.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Mayen-Koblenz, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.

Lage und Karte

50.3269° N · 7.2208° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Genovevaburg Mayen (Anne Gasper, 2015)Landschaftsverband Rheinland, KuLaDig, abgerufen am 11.10.2026
  2. GenovevaburgStadtverwaltung Mayen, abgerufen am 11.10.2026
  3. EifelmuseumStadtverwaltung Mayen, abgerufen am 11.10.2026
  4. Eifelmuseum: Häufig gestellte FragenStadtverwaltung Mayen, abgerufen am 11.10.2026
  5. Genovevaburg (Kartenobjekt way/651995501)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Wolkenkratzer · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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