Burgenführer
Schloss · Bamberg · Bayern

Neue Residenz

Residenz der Bamberger Fürstbischöfe am Domplatz, Renaissancebau des frühen 17. Jahrhunderts mit Barockflügeln von Leonhard Dientzenhofer.

49.8917° N · 10.8825° E
Neue Residenz
Neue ResidenzFoto: Reinhold Möller Ermell · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Neue Residenz und Rosengarten: April bis Anfang Oktober täglich 9-18 UhrAnfang Oktober bis März täglich 10-16 UhrGeschlossen am 1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. DezemberEintritt: Neue Residenz 7 €, ermäßigt 6 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Schloss1, 2, 4vollständig erhalten
Baubeginn
1. Hälfte 17. Jahrhundert2, 3
Baustil
Renaissance, Barock1
Denkmalstatus
Baudenkmal (D-4-61-000-96)4
Ort
Bamberg4, 13
Bundesland
Bayern
Betreiber
Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen1, 11, 15
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich1, 11
Öffnungszeiten
Neue Residenz und Rosengarten: April bis Anfang Oktober täglich 9-18 Uhr1, 9, 11Alle Angaben
Eintritt
Neue Residenz 7 €, ermäßigt 6 €1, 12Alle Angaben
Inhalt 15 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Vorgeschichte und Renaissancebau
  3. Ausbau unter Lothar Franz von Schönborn
  4. Die Ausstattung der Appartements
  5. Wittelsbacher, König Otto und die Regierung von 1919
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Heutiger Zustand
  10. Auf einen Blick
  11. Besichtigung
  12. Anreise
  13. Umgebung und weitere Ziele
  14. Lage und Karte
  15. Quellen
Lesezeit etwa 5 MinutenStand: Oktober 202616 Quellen

Die Neue Residenz am Domplatz in Bamberg war der Sitz der Bamberger Fürstbischöfe. Zwei Renaissanceflügel aus dem frühen 17. Jahrhundert und zwei Barockflügel am Domplatz von 1697 bis 1703 bilden die Anlage. Zum Museum der Bayerischen Schlösserverwaltung gehören drei Prunkappartements und der Kaisersaal, eines der Appartements ist derzeit wegen Sanierung geschlossen. Im Haus sind außerdem eine Staatsgalerie und die Staatsbibliothek Bamberg untergebracht, im Innenhof liegt der Rosengarten.1, 2, 7, 10

Geschichte

Vorgeschichte und Renaissancebau

Seit 1007 ist Bamberg Bischofsstadt, eingerichtet hat das Bistum Kaiser Heinrich II. Die Bischöfe wohnten zunächst in der Alten Hofhaltung.1

Den Neubau begann Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel. Nach der Objektseite der Schlösserverwaltung entstanden die beiden rückwärtigen Renaissanceflügel von 1604 bis 1612. Die Geschichtsseite der Residenz nennt 1603 als Beginn: Damals ersetzte ein Neubau im Stil der Renaissance mehrere benachbarte Domherrenhöfe. Ab 1609 setzte Gebsattels Nachfolger Johann Gottfried von Aschhausen den Ausbau fort.1, 2

Auch beim Baumeister gehen die Angaben auseinander. Christian Dümler nennt Gebsattels Hofbaumeister Paul Keit und den Baubeginn 1604. Die Denkmalliste schreibt den Nordwestteil Jakob Wolff dem Älteren zu und datiert ihn auf 1601 bis 1613.3, 4 Der Gebsattelbau blieb zunächst unvollendet, weitere Planungen verhinderte nach der Geschichtsseite wohl der Dreißigjährige Krieg.2, 3

Ausbau unter Lothar Franz von Schönborn

1693 wurde Lothar Franz von Schönborn zum Bamberger Fürstbischof gewählt, 1695 wurde er auch Erzbischof von Mainz und damit Kurfürst.2, 3 Am 14. April 1695 begann die Planung nach Dümler mit einer großen Baubesprechung in der Domkurie St. Thomas. Noch im selben Jahr schloss Lothar Franz einen Vertrag mit dem Baumeister Johann Leonhard Dientzenhofer.2, 3

Schon Dientzenhofers erster Entwurf legte die Gestalt fest, die der Bau heute hat: zwei lange neue Flügel im Anschluss an den Renaissancebau. Nach seinen Plänen entstanden von 1697 bis 1703 die beiden Barockflügel am Domplatz.1, 2, 3 Zwei Trakte des Gebsattelbaus blieben dabei stehen, abgebrochen wurde nach Dümler ein kurzer Eingangstrakt.3

Lothar Franz ließ die Pläne im Lauf des Baus zweimal ändern. Der Spanische Erbfolgekrieg beendete die Bauarbeiten vor der Zeit. Eine Dreiflügelanlage mit einem dritten Trakt im Bereich der Alten Hofhaltung war ebenfalls geplant. Dieses Ehrenhofprojekt wurde nie verwirklicht.3

Die Ausstattung der Appartements

Bereits 1696 richtete man im älteren Gebsattelbau eine vorläufige Wohnung für Lothar Franz ein, das heutige Kurfürstliche Appartement. Raumaufteilung und Ausstattung gehen auf ihn zurück, die schweren Stuckdecken schuf Johann Jakob Vogel.2, 7

Ab 1703, unmittelbar nach Vollendung der beiden Barocktrakte, folgte das Fürstbischöfliche Appartement. Es diente auch den späteren Fürstbischöfen als Wohnung. Neben Stuckdecken Vogels gibt es dort im Weißen Saal klassizistische Stuckaturen von Materno Bossi.2, 6

Vor dem Kaiserappartement liegt der Kaisersaal. Ihn malte der in Tirol geborene Melchior Steidl von 1707 bis 1709 aus. Das zentrale Deckenbild stellt den Triumphzug der Weisheit als Sinnbild guter Herrschaft dar. Die Pfeiler tragen Bildnisse römisch-deutscher Kaiser, in der Zone darüber folgen die Cäsaren des antiken Rom.1, 2, 5

Wittelsbacher, König Otto und die Regierung von 1919

Mit der Säkularisation kam die Residenz 1802 an die bayerischen Wittelsbacher. Hier wohnten unter anderem Herzog Wilhelm in Bayern mit Familie, Kronprinz Maximilian, der spätere König Maximilian II., und Erbprinz Rupprecht.1, 2

Ab 1863 lebte König Otto von Griechenland im bayerischen Exil in Bamberg. Mit Königin Amalie und seinem Hofstaat bewohnte er die Neue Residenz und die Alte Hofhaltung.1, 2

Mit der Revolution von 1918 verloren die Wittelsbacher die Macht. Im Jahr darauf wichen der gewählte Landtag und die Regierung nach Bamberg aus. Ministerpräsident Johannes Hoffmann bezog Räume in der Neuen Residenz. Noch 1919 zog die Regierung wieder ab, seither dient das Gebäude dauerhaft als Museum.2

Chronik

17. Jh. - 1965
  1. 1. Hälfte 17. JahrhundertBaubeginnRenaissancebau unter Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel2, 3
  2. ab 1609UmbauFortsetzung des Ausbaus unter Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen2
  3. 1696NutzungsänderungVorläufige Wohnung für Lothar Franz, das heutige Kurfürstliche Appartement2, 7
  4. 1697BaubeginnBau der beiden Barockflügel am Domplatz nach Plänen von Leonhard Dientzenhofer1, 3, 10
  5. 1703FertigstellungBarockflügel am Domplatz vollendet1, 3, 10
  6. ab 1703UmbauAusstattung des Fürstbischöflichen Appartements und des Kaiserappartements2
  7. 1707-1709UmbauMelchior Steidl malt den Kaisersaal aus1, 2, 5
  8. 1731UmbauReithalle, vermutlich von Balthasar Neumann4
  9. 1757FertigstellungGartenpavillon im Rosengarten fertiggestellt9
  10. 1802BesitzwechselMit der Säkularisation an die bayerischen Wittelsbacher2
  11. ab 1863NutzungsänderungKönig Otto von Griechenland und Königin Amalie leben mit ihrem Hofstaat im Exil in der Residenz2
  12. 1919NutzungsänderungLandtag und Regierung weichen nach Bamberg aus, danach wird die Residenz endgültig Museum2
  13. 1965NutzungsänderungDie Staatsbibliothek Bamberg zieht in die Neue Residenz10

Besitz und Herrschaft

  • 1603-1802Bamberger Fürstbischöfe2Fürstbischöfe als Bauherren und Bewohner
  • 1802-1918Wittelsbacher (Kurfürstentum, ab 1806 Königreich Bayern)2Übergang mit der Säkularisation, Residenz bis zum Ende der Monarchie 1918

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Das Schloss heute

Architektur und Aufbau

Die Denkmalliste beschreibt mehrere aneinandergereihte, dreigeschossige Flügel mit reich gegliederten Schauseiten zum Domplatz. Auf der Rückseite steht der Bau über der Ummauerung des Burgbergs aus dem 17. Jahrhundert.4

Die Fassade des Nordosttrakts ist nach Dümler mit 35 Achsen gleichmäßig gestaltet. Als wahrscheinlich sogar unmittelbares Vorbild nennt er den Innenhof des Palazzo Farnese in Rom.3

Zum Baudenkmal gehören auch der Garten mit Gartenfiguren und einem Pavillon, der wohl von Johann Jakob Michael Küchel stammt (1756/57). Dazu kommt eine Reithalle von 1731, vermutlich von Balthasar Neumann.4

Besonderheiten

  • Kaiserappartement: Hochrangige Amtsträger wohnten hier als Gäste, unter den Wittelsbachern diente es auch als Wohnung. Heute zeigt es den letzten fotografisch dokumentierten Zustand um 1900.5
  • Vier Weltmonarchien: In den Gewölbeecken des Kaisersaals sind die vier Weltmonarchien dargestellt, nach Angaben der Schlösserverwaltung ein seltenes Motiv.5
  • Rosengarten: In über 70 Beeten wachsen rund 4.500 Rosen. Den Garten rahmt ein Pavillon, der 1757 fertiggestellt wurde.9
  • Staatsgalerie: Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zeigen im ersten Obergeschoss Barockmalerei, darunter Galeriebilder von Johann Michael Bretschneider und Werke von Otto van Veen und Jan Lievens.8
  • Staatsbibliothek: Seit 1965 hat die Staatsbibliothek Bamberg hier ihren Sitz, vorher war sie im früheren Kollegienhaus der Jesuiten in der Inselstadt. Als Lesesaal dienen der einstige Audienzraum und der frühere Sommersaal.10

Heutiger Zustand

Die Residenz ist mit ihrer Ausstattung erhalten und wird als Museum, Galerie und Bibliothek genutzt.1, 4, 10 Das Kurfürstliche Appartement und die Altdeutsche Galerie im zweiten Obergeschoss sind wegen Sanierungsarbeiten bis auf Weiteres geschlossen. Die übrigen Prunkräume sind ohne Einschränkung zugänglich (Stand Oktober 2026).7, 8, 11

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich1, 11
Öffnungszeiten
Neue Residenz und Rosengarten: April bis Anfang Oktober täglich 9-18 Uhr
Anfang Oktober bis März täglich 10-16 Uhr
Geschlossen am 1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember
Kurfürstliches Appartement und Altdeutsche Galerie wegen Sanierung bis auf Weiteres nicht zugänglich (Stand Oktober 2026)1, 9, 11
Eintritt
Neue Residenz 7 €, ermäßigt 6 €
Kombikarte Neue Residenz und Schloss Seehof 10 €, ermäßigt 8 €
Rosengarten frei
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei
Karten nur an der Museumskasse (Preise 2026)1, 12
Führungen
Im Fürstbischöflichen Appartement regelmäßig Führungen, während der Öffnungszeiten im Halbstundentakt. Die übrigen Räume ohne Führung. Gruppen ab 15 Personen und Schulklassen werden gebeten, sich rechtzeitig per E-Mail anzumelden.1, 15
Parken
Keine eigenen Besucherparkplätze, Parkleitsystem zu den Parkhäusern. Drei öffentliche Behindertenparkplätze am Domplatz, ca. 120 m vom Eingang. Reisebusse dürfen den Domplatz nicht befahren, kostenlose Busparkplätze in der Pfeuferstraße, der Mußstraße und am Margaretendamm.13, 14
Bus und Bahn
Bus bis Haltestelle "Domplatz". Vom Bahnhof zu Fuß ca. 20 Minuten.1, 13
Gastronomie
Café Restaurant im Rosengarten.9
Familien
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei. Kinder unter 14 Jahren nur in Begleitung einer erwachsenen Aufsichtsperson.12
Barrierefreiheit
teilweise: Barrierefreier Zugang über eine separate Tür im Innenhof, während der Öffnungszeiten mit Euro-Schlüssel. Aufzug in das 1. und 2. Obergeschoss einschließlich Kaisersaal (Tür 79,5 cm). Behindertentoilette im Kassenbereich neben dem Aufzug. Rosengarten über eine Rollstuhlspur erreichbar. Kein Blindenleitsystem, keine Induktionsschleife.14
Hunde
nur im Außenbereich: Hunde und andere Tiere dürfen nicht in die Neue Residenz. Im Rosengarten Leinenpflicht.15

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Die Residenz ist täglich geöffnet, bis auf wenige Schließtage im Jahr. Im Fürstbischöflichen Appartement finden regelmäßig Führungen im Halbstundentakt statt, die übrigen Räume sind ohne Führung zu sehen. Eintrittskarten gibt es nur an der Museumskasse, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen nichts.1, 11, 12

Hunde dürfen nicht in die Residenz, im Rosengarten müssen sie an die Leine. Größere Taschen und Rucksäcke kommen in kostenlose Schließfächer, die eine 2-Euro-Münze als Pfand brauchen.15

Ein Aufzug führt in das erste und zweite Obergeschoss, auch zum Kaisersaal. Barrierefrei ist eine eigene Tür im Innenhof, die sich während der Öffnungszeiten mit dem Euro-Schlüssel öffnen lässt.14

Anreise

Besucherparkplätze hat die Residenz nicht, ausgeschildert ist der Weg zu den Parkhäusern. Vom Bahnhof sind es zu Fuß etwa 20 Minuten, die nächste Bushaltestelle heißt "Domplatz". Reisebusse dürfen nicht auf den Domplatz fahren.13 Drei öffentliche Behindertenparkplätze liegen am Domplatz, rund 120 Meter vom Eingang entfernt.14

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Gegenüber, auf der anderen Seite des Domplatzes, steht die Alte Hofhaltung.14 Eine Kombikarte gilt für die Neue Residenz und Schloss Seehof.12

Rund 1,6 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Altenburg, etwa 15 Kilometer Luftlinie Schloss Weißenstein. Weitere Anlagen der Stadt zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser in Bamberg, das ganze Land die Seite Bayern.

Lage und Karte

49.8917° N · 10.8825° E

Beim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.

Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Neue Residenz BambergBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  2. Neue Residenz Bamberg: GeschichteBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  3. Christian Dümler: Die Fassade Leonhard Dientzenhofers für die Neue Residenz Bamberg - Genese und AnspruchFrankenland, online Universitätsbibliothek Würzburg, abgerufen am 17.10.2026
  4. Bayerischer Denkmal-Atlas, Baudenkmal D-4-61-000-96 (Domplatz 8)Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 17.10.2026
  5. Kaisersaal und KaiserappartementBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  6. Fürstbischöfliches AppartementBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  7. Kurfürstliches AppartementBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  8. Barockgalerie und Altdeutsche GalerieBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  9. Rosengarten der Neuen Residenz BambergBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  10. GebäudeStaatsbibliothek Bamberg, abgerufen am 17.10.2026
  11. Öffnungszeiten / FührungenBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  12. Eintrittspreise / Tickets 2026Bayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  13. AnfahrtBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  14. Service für Menschen mit BehinderungBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  15. Wissenswertes zu Ihrem BesuchBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 17.10.2026
  16. Neue Residenz (Kartenobjekt way/769085759)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 17.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Reinhold Möller Ermell · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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