Burgenführer
Schloss · Potsdam · Brandenburg

Orangerieschloss

Schloss mit Pflanzenhallen und Raffaelsaal im Park Sanssouci, 1851-1864 für Friedrich Wilhelm IV. erbaut.

52.4050° N · 13.0296° E
Orangerieschloss
OrangerieschlossFoto: Arild Vågen · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
Wegen Sanierungsarbeiten bis auf Weiteres geschlossen, ausgewählte Veranstaltungen finden statt (Stand 18.10.2026).Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Schloss1vollständig erhalten
Denkmalstatus
Denkmal (Teil von Park Sanssouci, ID 09156102)6
Ort
Potsdam1, 6
Bundesland
Brandenburg
Betreiber
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg1
Öffnungszeiten
Wegen Sanierungsarbeiten bis auf Weiteres geschlossen, ausgewählte Veranstaltungen finden statt (Stand 18.10.2026).1
Website
spsg.de1
Koordinaten
52.405, 13.0296
Inhalt 13 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: ein italienischer Bau für den König
  3. Pflanzenhallen und Wohnungen
  4. Der Raffaelsaal
  5. Terrassen und Hofgärtnerhaus
  6. Sanierung
  7. Chronik
  8. Auf einen Blick
  9. Besichtigung
  10. Anreise
  11. Umgebung und weitere Ziele
  12. Lage und Karte
  13. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20268 Quellen

Das Orangerieschloss ist ein langgestreckter Bau im Park Sanssouci in Potsdam, errichtet zwischen 1851 und 1864 im Auftrag Friedrich Wilhelms IV.1, 2, 3 Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten bezeichnet es als letztes und größtes Schlossgebäude des Parks.1 Über 300 Meter misst die Anlage aus einem Mittelbau mit dem Raffaelsaal und zwei seitlichen Pflanzenhallen.1 Wegen Sanierung ist das Schloss bis auf Weiteres geschlossen.1

Geschichte

Entstehung: ein italienischer Bau für den König

Viele Entwürfe stammten nach Angaben der Stiftung vom König selbst. Als beteiligte Architekten nennt sie Ludwig Persius, August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse.1 Das städtische Potsdam Museum unterscheidet, gestützt auf den Architekturführer Potsdam von 2006, zwischen Entwurf und Bauausführung. Den Entwurf schreibt es Persius und Friedrich August Stüler zu, die Ausführung Hesse und Stüler.2

Den Stil beschreibt die Stadt Potsdam als italienisch, gewählt auf Wunsch des Königs.3 Die Stiftung spricht von der "Italiensehnsucht" Friedrich Wilhelms IV., die sich in Plastiken, Brunnen, Arkaden und Terrassen zeige.1 Eine dpa-Meldung von 2023 nennt Renaissance-Villen als Anregung für das Ensemble.4

Pflanzenhallen und Wohnungen

In den beiden Seitenhallen stehen im Winter bis heute kälteempfindliche Kübelpflanzen.1, 3 In der warmen Jahreszeit dienen die Hallen als Veranstaltungsräume, nach Angaben der Stiftung für je 1.000 Personen.1, 4

Außerdem enthält der Bau ehemalige Wohnungen der Herrschaft und der Bediensteten.1 Zur Gästewohnung gehört das Malachitzimmer, das die Stiftung als "opulent" ausgestattet beschreibt. Ein Aussichtsturm gehört ebenfalls zur Anlage.1

Der Raffaelsaal

Der Raffaelsaal liegt im mittleren Teil der dreiflügeligen Anlage, die Stadt Potsdam nennt ihn den Hauptraum des Schlosses.1, 3 Er zeigt im 19. Jahrhundert entstandene Kopien nach Gemälden Raffaels, darunter die Sixtinische Madonna und die Transfiguration. Die Stiftung zählt mehr als 50 Bilder, die Stadt knapp 50.1, 3 Rote Seide bespannt die Wände, die Bilder hängen in vergoldeten Rahmen.1

Die Staatlichen Museen zu Berlin erwähnten den Saal 2019 in den Texten ihrer Raffael-Ausstellung, im Abschnitt über Raffael in Preußen. Friedrich Wilhelm IV. stellte dort nach ihrer Darstellung Kopien deutscher Künstler des 19. Jahrhunderts aus.5

Den Grundstock der Sammlung bildete nach den Objektdaten der Stiftung eine Kopie der Sixtinischen Madonna von Friedrich Bury. Luise und ihre Kinder hatten das Bild 1804 als Geburtstagsgeschenk für Friedrich Wilhelm III. bestellt.7

Terrassen und Hofgärtnerhaus

Albert Schoenbeck, Landschaftsmaler aus Potsdam, malte das Gebäude 1867, als die zum Park führenden Terrassen gerade erst angelegt waren. Rechts davon ist das Haus des Hofgärtners Hermann Sello zu sehen, Persius hatte es Anfang der 1840er-Jahre neu gestaltet.2

Von 1910 bis 1913 entstand vor der Orangerie die Jubiläumsterrasse, Anlass war das 25-jährige Thronjubiläum Wilhelms II. Danach versetzte man das Hofgärtnerhaus ein Stück nach Westen an die Maulbeerallee.2 Die Denkmalliste des Landes führt die Orangerie mit den seitlichen Pavillonbauten, der Orangerieterrasse und der Jubiläumsterrasse als Teil des Denkmals Park Sanssouci.6

Sanierung

Zwischen 2008 und 2018 wurden nach der dpa-Meldung neun Millionen Euro für grundlegende Rettungsmaßnahmen eingesetzt.4 Im Juli 2023 kündigte die Stiftung den nächsten Abschnitt an. Bis 2029 sollten demnach unter anderem Dach und Fassade fertig sein, der eingelagerte Skulpturenschmuck sollte zurück auf die Dachbalustraden. Für die Etappe standen 2023 rund 30 Millionen Euro aus dem zweiten Sonderinvestitionsprogramm von Bund, Brandenburg und Berlin bereit.4

Chronik

1851 - 2023
  1. 1851-1864FertigstellungBau des Orangerieschlosses für Friedrich Wilhelm IV.2, 3
  2. 1910-1913UmbauJubiläumsterrasse vor der Orangerie zum 25-jährigen Thronjubiläum Wilhelms II.2
  3. 2008-2018RestaurierungErste Sanierungsphase mit grundlegenden Rettungsmaßnahmen4
  4. 2023RestaurierungNächste Sanierungsetappe angekündigt, Dach und Fassade bis 2029 geplant4

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Öffnungszeiten
Wegen Sanierungsarbeiten bis auf Weiteres geschlossen, ausgewählte Veranstaltungen finden statt (Stand 18.10.2026).1
Parken
Gebührenpflichtige Stellplätze für Pkw und Busse auf P1 (An der Historischen Mühle) und P3 (Am Neuen Palais).1
Bus und Bahn
Haltestelle "Potsdam, Orangerie/Botanischer Garten".1
Barrierefreiheit
teilweise: Bedingt rollstuhlgeeignet: Schlossräume rollstuhlgerecht, Aussichtsturm nicht zugänglich.
Kinderwagen in den Ausstellungsräumen nicht erlaubt.1
Hunde
Assistenzhunde willkommen.1

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Hintergrund der Schließung sind nach Angaben der Stiftung Arbeiten im Rahmen des Masterplans für die preußischen Schlösser und Gärten. Ausgewählte Veranstaltungen gibt es weiterhin.1 Die Schlossräume sind nach ihren Angaben rollstuhlgerecht, der Aussichtsturm dagegen nicht. Kinderwagen dürfen aus konservatorischen Gründen nicht in die Ausstellungsräume.1

Anreise

Die nächste Haltestelle heißt "Potsdam, Orangerie/Botanischer Garten". Gebührenpflichtige Parkplätze für Autos und Busse gibt es auf P1 an der Historischen Mühle und P3 am Neuen Palais.1

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 600 Meter Luftlinie entfernt liegt Schloss Sanssouci. Etwa 1 Kilometer Luftlinie sind es zum Neuen Palais, rund 1,1 Kilometer zum Schloss Charlottenhof.

Weitere Anlagen in der Stadt zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser in Potsdam, das ganze Land die Seite Brandenburg.

Lage und Karte

52.4050° N · 13.0296° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Orangerieschloss. Kübelpflanzen und italienische MeisterStiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, abgerufen am 18.10.2026
  2. Albert Schoenbeck: Die Orangerie in Sanssouci mit dem Selloschen Hofgärtnerhaus (1867)Potsdam Museum, über museum-digital Brandenburg, abgerufen am 18.10.2026
  3. Orangerie - Orangery in Sanssouci ParkLandeshauptstadt Potsdam, abgerufen am 18.10.2026
  4. Park Sanssouci: Weitere Sanierung des Orangerieschlosses startet (12.07.2023)Berliner Zeitung (dpa), abgerufen am 18.10.2026
  5. Raffael in Berlin. Die Madonnen der Gemäldegalerie, Wandtexte (2019)Staatliche Museen zu Berlin, abgerufen am 18.10.2026
  6. Denkmalliste des Landes Brandenburg, Stadt Potsdam, Stand 01.01.2026Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, abgerufen am 18.10.2026
  7. Friedrich Bury: Sixtinische Madonna, Kopie nach RaffaelStiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, über museum-digital Brandenburg, abgerufen am 18.10.2026
  8. Orangerieschloss (Kartenobjekt relation/102262)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 18.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: Arild Vågen · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

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