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Palais · Potsdam · Brandenburg

Schloss Sanssouci

Schloss Sanssouci in Potsdam: Friedrichs des Großen Sommerschloss auf den Weinbergterrassen. Geschichte, Räume, Öffnungszeiten, Tickets und Anfahrt.

52.4033° N · 13.0386° E
Schloss Sanssouci
Schloss SanssouciFoto: W. Bulach · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Grunddaten aus Wikidata
Typ
Palais
Erste Erwähnung / Bau
1745
Baustil
Friderizianisches Rokoko
Denkmalstatus
Kulturdenkmal in Deutschland
Ort
Potsdam
Bundesland
Brandenburg
Nächste größere Stadt
Potsdam1,4 km
Inhalt 12 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Ein Weinberg als Bauplatz
  3. Das Rokoko Friedrichs des Großen
  4. Philosoph auf dem Weinberg
  5. Umbau im 19. Jahrhundert und die späte Rückkehr des Königs
  6. Was man heute sieht
  7. Öffnungszeiten und Eintritt
  8. Anfahrt und Parken
  9. Barrierefreiheit
  10. Tipps für den Besuch
  11. Lage und Umgebung
  12. Quellen
Lesezeit etwa 5 MinutenStand: September 20267 Quellen

Schloss Sanssouci ist untrennbar mit Friedrich dem Großen verbunden. Auf einem terrassierten Weinberg in Potsdam ließ sich der preußische König ab 1745 ein Sommerschloss bauen, das bewusst klein und privat blieb. Sein Name, französisch für "ohne Sorge", war Programm: Hier wollte Friedrich musizieren, lesen, philosophieren und Gäste empfangen, fern von Hofzeremoniell und Regierungsgeschäften. Die Innenräume aus dem 18. Jahrhundert sind weitgehend original erhalten. Zusammen mit dem umgebenden Park gehört das Schloss seit 1990 zum UNESCO-Welterbe.

Geschichte

Ein Weinberg als Bauplatz

Am Anfang stand nicht das Schloss, sondern der Garten. Nach Angaben der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten plante Friedrich II. 1743 persönlich eine dem Weinbau gewidmete Terrassenanlage mit einem Schloss darüber. Ab 1744 wurden die Weinbergterrassen am Südhang angelegt. Das Schloss sollte die Anlage von oben krönen.

Am 14. April 1745 folgte die Grundsteinlegung für das Schloss. Die Pläne setzte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff um, der Architekt arbeitete dabei nach Skizzen des Königs. Friedrich hatte klare Vorstellungen: Er wollte einen eingeschossigen Bau, der direkt von den Wohnräumen auf die Terrassen hinausführt.

Das Rokoko Friedrichs des Großen

Am 1. Mai 1747 wurde Sanssouci eingeweiht. Die Mitte des langgestreckten Baus markiert ein halbovaler Vorbau mit Kuppel. Darunter prangt in vergoldeten Bronzebuchstaben der Name "Sans Souci". Zwischen den Fenstern tragen 36 Sandsteinfiguren das Gebälk: Bacchanten und Bacchantinnen des Bildhauers Friedrich Christian Glume.

Für einen König blieb das Haus bescheiden: Nur fünf der insgesamt zwölf Räume bewohnte Friedrich selbst, der Rest stand Gästen zur Verfügung. Diese intime Größe unterscheidet Sanssouci deutlich von den großen Residenzschlössern der Zeit.

Die Raumausstattungen stammen noch aus dem 18. Jahrhundert. Die Stiftung beschreibt sie als Verbindung von Eleganz und stilvoller Prachtentfaltung.

Philosoph auf dem Weinberg

Sanssouci war der Ort, an dem Friedrich seine Interessen als "Philosoph von Sanssouci" pflegte. Im Konzertzimmer steht ein Hammerklavier von Gottfried Silbermann aus dem Jahr 1746. Die kreisrunde Bibliothek umfasst rund 2.100 Bände.

Ein Gästezimmer trägt den Namen des französischen Philosophen Voltaire. Auffällig ist dort der farbige Blumenschmuck, gefertigt aus Stuck und Eisenblech. Der Marmorsaal diente als Festsaal. Die berühmte Tafelrunde des Königs saß aber wohl nicht dort, wie es Adolph Menzels bekanntes Gemälde zeigt. Wahrscheinlicher ist das heutige Audienzzimmer, das zu Friedrichs Zeit auch als Speisezimmer diente.

In Sanssouci endete am 17. August 1786 auch das Leben des Königs. Er starb sitzend, in dem Raum, der ihm als Arbeits- und Schlafzimmer diente.

Umbau im 19. Jahrhundert und die späte Rückkehr des Königs

Friedrich Wilhelm IV. ließ 1841/42 die Seitenflügel nach Entwürfen von Ludwig Persius verlängern und aufstocken. Er gestaltete die Räume dabei im Stil eines "zweiten Rokoko", das sich eng am Vorbild orientierte. Zugleich erweiterte er den Park erheblich und verband französische Gartenkunst mit der Landschaftsgestaltung des 19. Jahrhunderts.

Friedrich der Große hatte verfügt, in einer Gruft auf der obersten Weinbergterrasse bestattet zu werden. Dieser Wunsch wurde erst mehr als 200 Jahre später erfüllt: Am 17. August 1991, seinem 205. Todestag, fand er dort seine letzte Ruhe. Auf der schlichten Grabplatte liegen bis heute oft Kartoffeln, ein Gruß an den König, der ihren Anbau in Preußen gefördert hat.

Heute

Was man heute sieht

Bei der Besichtigung sieht man die Räume der friderizianischen Zeit: das Vestibül mit Skulpturen, den Marmorsaal unter der Kuppel, das Konzertzimmer, das Arbeits- und Schlafzimmer mit dem Alkoven, die Bibliothek, die Kleine Galerie und mehrere Gästezimmer, darunter das Voltairezimmer.

Draußen lohnt der Blick von der obersten Terrasse über die Weinbergterrassen hinunter zur Großen Fontäne. Nicht weit entfernt steht die Historische Mühle. Eine Mühle gab es an dieser Stelle schon seit 1739, heute liegt hier das Besucherzentrum.

Zum Ensemble gehören zwei weitere Bauten Friedrichs. Die Bildergalerie entstand 1755-1763/64 und gilt nach Angaben der Stiftung als ältester erhaltener Galeriebau Deutschlands. Sie zeigt über 140 Gemälde des 16. bis 18. Jahrhunderts, darunter Caravaggios "Ungläubiger Thomas" und Werke von Rubens und van Dyck. Die Neuen Kammern waren ursprünglich eine Orangerie nach Plänen Knobelsdorffs. 1768 beschloss Friedrich, sie in ein Gästeschloss umbauen zu lassen. Sehenswert sind der mit Jaspis verkleidete Jaspissaal und die Ovidgalerie mit vergoldeten Wandreliefs zu Ovids "Metamorphosen". Beide Häuser haben eigene Eintrittspreise und sind nur in der Sommersaison geöffnet.

Der umgebende Park Sanssouci umfasst rund 300 Hektar und erstreckt sich über mehr als zwei Kilometer. Zu den weiteren Bauten zählen das Chinesische Haus, das Neue Palais und das Orangerieschloss. Der Park ist täglich ab 8 Uhr bis zur Dunkelheit geöffnet, der Eintritt ist frei.

Besuch

Öffnungszeiten und Eintritt

April bis OktoberDi-So 10-17:30 Uhr
November und DezemberDi-So 10-16:30 Uhr
Montaggeschlossen
24. und 25. Dezembergeschlossen
31. Dezember / 1. Januar10-14 Uhr / 11-16:30 Uhr
Letzter Einlass30 Minuten vor Schließung
Einzelticket14 €, ermäßigt 10 €
Ticket sanssouci+22 €, ermäßigt 17 €
sanssouci+ Familie49 €

Das Schloss kann nur mit einem Zeitfensterticket besichtigt werden. Tickets gibt es online oder ab 30 Minuten vor Öffnung im Besucherzentrum an der Historischen Mühle. Das Ticket sanssouci+ gilt an einem Tag für alle geöffneten Schlösser der Stiftung in Potsdam, ausgenommen Schloss Sacrow und Jagdschloss Stern. Die Besichtigung erfolgt individuell, als Begleiter dient die kostenlose App "SANSSOUCI" mit Touren in zwölf Sprachen und eigenen Kinderversionen. Eigene Kopfhörer sind dafür nötig.

Anfahrt und Parken

Das Besucherzentrum an der Historischen Mühle liegt An der Orangerie 1, 14469 Potsdam. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt man zur Haltestelle "Potsdam, Schloss Sanssouci", die Buslinie 695 bietet eine direkte Verbindung zum Bahnhof. Autofahrer parken gebührenpflichtig auf dem Parkplatz P1 an der Historischen Mühle.

Barrierefreiheit

Das Schloss ist nach Angaben der Stiftung bedingt rollstuhlgeeignet. Eine provisorische Rampe von etwa einem Meter Breite und rund 15 Prozent Steigung führt hinein, Menschen mit Behinderung sollten daher möglichst in Begleitung kommen. Im Besucherzentrum können Faltrollstühle für den Park ausgeliehen werden, im Schloss stehen Faltrollstühle zum Umsetzen bereit. Barrierefreie WCs gibt es nahe dem Schloss. Die Terrasse hat eine sandige Wegedecke, auf der sich bei starkem Regen Pfützen bilden. Assistenzhunde sind willkommen, Kinderwagen in den Ausstellungsräumen nicht erlaubt.

Tipps für den Besuch

  • Zeitfenster sichern: Weil der Einlass nach festen Zeiten erfolgt, lohnt sich das Online-Ticket.
  • Montag meiden: Das Schloss ist montags geschlossen, der Park dagegen täglich geöffnet.
  • App vorab laden: Die Multimediatour sollte man schon zu Hause herunterladen und eigene Kopfhörer mitbringen.
  • Ganzen Tag planen: Mit dem Ticket sanssouci+ lassen sich an einem Tag weitere Schlösser wie das Neue Palais anschließen.
  • Park einplanen: Der rund 300 Hektar große Park ist kostenlos zugänglich und verlangt für einen gründlichen Rundgang viel Zeit.
Umgebung

Lage und Umgebung

52.4033° N · 13.0386° E

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Quellen

Stand 09/2026

Quellen der Redaktion

  1. spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/schloss-sanssouci/
  2. spsg.de/schloesser-gaerten/kombitickets-ermaessigungen
  3. spsg.de/schloesser-gaerten/barrierefreiheit-park-sanssouci
  4. spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/park-sanssouci
  5. spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/bildergalerie-von-sanssouci
  6. spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/neue-kammern-von-sanssouci
  7. de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Sanssouci

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Bildnachweis Titelbild: Foto: W. Bulach · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons