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Schloss · Ellingen · Bayern

Residenz Ellingen

Barockes Deutschordensschloss in Ellingen, Residenz des Landkomturs der Ballei Franken, 1815 an Fürst Wrede übergeben.

49.0608° N · 10.9656° E
Residenz Ellingen
Residenz EllingenFoto: Carsten Steger · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
April-September: 9-18 UhrOktober-März: 10-16 UhrMontags geschlossen (außer 6. Januar, Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag, 15. August, 3. Oktober, 1. November)Eintritt: Erwachsene 6 €, ermäßigt 5 € (Preise 2026)Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Schloss1, 3vollständig erhalten
Baubeginn
ab 17081, 2
Baustil
Barock, Klassizismus1, 3
Denkmalstatus
Baudenkmal (D-5-77-125-90)3
Ort
Ellingen3
Bundesland
Bayern
Betreiber
Bayerische Schlösserverwaltung1, 4
Besichtigung
nur mit Führung1
Öffnungszeiten
April-September: 9-18 Uhr1, 5Alle Angaben
Eintritt
Erwachsene 6 €, ermäßigt 5 € (Preise 2026)1, 5Alle Angaben
Koordinaten
49.0608, 10.9656
Inhalt 16 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: Residenz der Ballei Franken
  3. Der barocke Neubau
  4. Ausbau im 18. Jahrhundert
  5. Von der Ordensresidenz zum Wrede-Schloss
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Schlosspark
  10. Heutiger Zustand
  11. Auf einen Blick
  12. Besichtigung
  13. Anreise
  14. Umgebung und weitere Ziele
  15. Lage und Karte
  16. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20268 Quellen

Die Residenz Ellingen ist das ehemalige Deutschordensschloss der Stadt Ellingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Dort residierte der Landkomtur der Ballei Franken. Die Denkmalliste beschreibt sie als monumentale Vierflügelanlage, deren Ostflügel 1711 begonnen wurde.1, 3 Die Bayerische Schlösserverwaltung zeigt die Räume bei Führungen, im Westflügel arbeitet das Kulturzentrum Ostpreußen. Hinter dem Schloss liegt ein Park.1, 2, 7

Geschichte

Entstehung: Residenz der Ballei Franken

Nach Angabe der Stadt Ellingen erhielt der Deutsche Orden 1216 das Spital in Ellingen als Lehen.6 Ab diesem Jahr gehörte Ellingen nach der Schlösserverwaltung dem Orden und war Sitz des Landkomturs der Ballei Franken. Diese Ballei galt ihr als die mächtigste des Ordens, der Ort war damit Mittelpunkt eines großen Herrschafts- und Wirtschaftsraums.1

Auf dem Platz des heutigen Schlosses standen mittelalterliche Vorgängerbauten und zuletzt ein repräsentativer Renaissancebau.1 Zur Bauzeit der neuen Anlage diente der Orden nach der Schlösserverwaltung inzwischen vor allem der Versorgung des Niederadels.1

Der barocke Neubau

Die Schlösserverwaltung datiert den Beginn der heutigen Schlossanlage auf 1708. Zugleich wurde die spätgotische Schlosskirche barockisiert.1, 2 Die Denkmalliste nennt für den Ostflügel das Jahr 1711 und als Planer Wilhelm Heinrich Beringer. Dabei wurde Bausubstanz des 17. Jahrhunderts übernommen. Ab 1718 vollendete Franz Keller den Ostflügel.3

Den "riesigen Hauptbau" ordnet die Schlösserverwaltung der Zeit von 1718 bis 1720 unter dem Architekten Franz Keller zu.1, 2 Von der Innenausstattung haben sich nach Angabe der Schlösserverwaltung vor allem Roths Stuck, daneben Deckenbilder, Täfelungen und Böden erhalten.1

Die Schlosskirche ist laut Denkmalliste im Kern gotisch. Keller barockisierte sie 1717, danach gestalteten Roth und Matthias Binder sie 1746-52 durchgreifend um. Der Turm stammt von 1751.3

Ausbau im 18. Jahrhundert

Zum Schlossbezirk gehören mehrere Wirtschafts- und Nebenbauten. Die Denkmalliste führt die dreiseitige Anlage des Ökonomiehofs von Matthias Binder (1751-62), den ehemaligen Marstall (1760/61) und die ehemalige Reitschule nach einem Entwurf von Roth (1749) auf.3

Die Ehrenhofanlage entstand 1769/71. Im Hof schuf der französische Architekt Michel d'Ixnard den klassizistischen Arkadenbau mit abschließender Terrasse, die Denkmalliste datiert ihn auf 1774-81. Die Schlösserverwaltung beschreibt die Kolonnade im Binnenhof als Teil von d'Ixnards Umbauten und nennt "um 1775".1, 3

Von der Ordensresidenz zum Wrede-Schloss

Mit der Verlegung des Ballei-Sitzes nach Bad Mergentheim 1789 war Ellingen als Ordensresidenz nach Angabe der Schlösserverwaltung praktisch am Ende. Der Orden wurde wenig später fast ganz aufgelöst, und Ellingen fiel an das Königreich Bayern.1

1815 übergab König Max I. Joseph das Schloss seinem Feldmarschall Carl Philipp Fürst von Wrede.1, 6 Wrede ließ Räume mit Tapeten, Möbeln, Glas und Bronzen aus Paris neu einrichten. Zusammen mit d'Ixnards Stuck und Möbeln gelten sie der Schlösserverwaltung als herausragende Raumkunst des Klassizismus in Bayern.1

Um 1939 wurde das Schloss nach Angabe der Stadt Ellingen an den bayerischen Staat verkauft.6

Chronik

1216 - 1981
  1. 1216BesitzwechselDer Deutsche Orden erhält das Spital zu Ellingen als Lehen6
  2. ab 1708BaubeginnBau der heutigen Schlossanlage, die Schlosskirche wird barockisiert1, 2
  3. 1711BaubeginnBeginn des Ostflügels nach Planung von Wilhelm Heinrich Beringer3
  4. 1718-1720BaubeginnErrichtung des Hauptbaus unter Franz Keller1, 2
  5. 1746-1752UmbauSchlosskirche durch Franz Joseph Roth und Matthias Binder durchgreifend barockisiert3
  6. 1769-1771UmbauEhrenhofanlage3
  7. 1774-1781UmbauKlassizistischer Arkadenbau im Hof von Michel d'Ixnard3
  8. 1789NutzungsänderungDer Sitz der Ballei Franken wird nach Bad Mergentheim verlegt1
  9. ab 1796UmbauNeugestaltung des Schlossparks beginnt (nach der Denkmalliste)3
  10. 1815BesitzwechselKönig Max I. Joseph übergibt das Schloss an Feldmarschall Carl Philipp Fürst von Wrede1
  11. um 1939BesitzwechselVerkauf des Schlosses an den bayerischen Staat6
  12. 1945ZerstörungDer im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstörte Gartenpavillon wird abgetragen5
  13. ab 1981NutzungsänderungAufbau des Kulturzentrums Ostpreußen im Westflügel7

Besitz und Herrschaft

  • ab 1216Deutscher Orden1, 6Lehen des Spitals Ellingen, später Residenz des Landkomturs der Ballei Franken
  • ab 1815Carl Philipp Fürst von Wrede1Übergabe des Schlosses durch König Max I. Joseph an den Feldmarschall
  • um 1939Bayerischer Staat6Erwerb des Schlosses durch Verkauf

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Das Schloss heute

Architektur und Aufbau

Kern ist die Vierflügelanlage um den Hof. Zum Ensemble zählt die Denkmalliste außerdem Schlosskirche, Ökonomiehof, Tore, Befestigungsmauern des Schlossgrabens und den Schlosspark. Eigene Einträge für Marstall, Reitschule oder Park gibt es nach der Liste nicht, sie sind Teil des Gesamteintrags.3

Besonderheiten

  • Kulturzentrum Ostpreußen: Es liegt im Westflügel des Schlosses und ist eine Einrichtung der Ostpreußischen Kulturstiftung. Der Aufbau begann 1981 mit Unterstützung von Bund und Freistaat Bayern.2, 7
  • Orangerien: Im ehemaligen Hofgarten stehen zwei Orangerien, 1740 von Franz Joseph Roth gebaut. Die Denkmalliste führt sie unter einem eigenen Eintrag.3
  • Blausternchen: Im Frühjahr blühen im Schlosspark Sibirische Blausternchen, nach Angabe der Schlösserverwaltung zu Hunderttausenden.2

Schlosspark

Der Park schließt unmittelbar an die Residenz an.1 Er ist nach Vermutung der Schlösserverwaltung wohl zeitgleich mit dem Neubau des Schlosses entstanden, zunächst im barocken Stil. Eine Wappenkalenderansicht von 1726 zeigt erstmals das Idealbild eines barocken Gartens in Ellingen.2, 5

Die Denkmalliste datiert den Beginn der Neugestaltung auf 1796. Die Schlösserverwaltung spricht allgemein vom 19. Jahrhundert und im Faltblatt von der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, als der Park zum Landschaftsgarten wurde.2, 3, 5 Dabei erhielt der Gartenpavillon, der den barocken Garten nach Norden abschloss, eine umfassende klassizistische Erneuerung. Nach Kriegsschäden wurde er 1945 abgetragen; von den Bauten im Park ist nur eine Balustrade geblieben.5

Heutiger Zustand

Die Vierflügelanlage steht, von der Remise des Schlossbezirks blieb nach der Denkmalliste nur die ruinöse Westmauer erhalten.3 Die Stadt Ellingen nennt als Inhalt Prunkräume, ein Deutschordens-Museum und das Kulturzentrum Ostpreußen. Das Museum erwähnt die Schlösserverwaltung nicht.1, 6

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
nur mit Führung1
Öffnungszeiten
April-September: 9-18 Uhr
Oktober-März: 10-16 Uhr
Montags geschlossen (außer 6. Januar, Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag, 15. August, 3. Oktober, 1. November)
Geschlossen am 1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember
Schlosspark ganzjährig geöffnet1, 5
Eintritt
Erwachsene 6 €, ermäßigt 5 € (Preise 2026)
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr frei
Schlosspark: Eintritt frei1, 5
Führungen
Besichtigung nur mit Führung. Führungsbeginn zu jeder vollen Stunde, letzte Führung April-September um 17 Uhr, Oktober-März um 15 Uhr. Sonderführungen auf Anfrage.1
Parken
Öffentlicher Parkplatz, rund 75 m von der Schlosskasse entfernt, 90 Minuten Parkzeit.4
Familien
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr haben freien Eintritt.1
Barrierefreiheit
teilweise: Schlosskasse nicht barrierefrei, Zugang zum Erdgeschoss über 6 Stufen. Weg zum Aufzug stufenlos über den Innenhof. Türen mindestens 89 cm breit, Türschwellen 3-4 cm hoch. Behindertengerechtes WC über 6 Stufen oder per Aufzug erreichbar, Anmeldung an der Kasse. Schlosskirche: Zugang stufenlos über den Innenhof. Schlosspark: Zugang auf der Rückseite der Residenz über 3 Stufen, stufenloser Zugang über die Schloßstraße und von Westen möglich, Wegbelag befestigter Kies.4

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Das Schloss lässt sich nur mit Führung besichtigen. Sie beginnt zu jeder vollen Stunde, montags ist geschlossen. Der Schlosspark ist ganzjährig geöffnet und frei zugänglich.1, 5

Die Schlosskasse ist nicht barrierefrei, im Haus gibt es einen Aufzug. Die Schlosskirche ist stufenlos über den Innenhof zugänglich. Der Park hat einen stufenlosen Zugang über die Schloßstraße und von Westen.4

Anreise

Einen öffentlichen Parkplatz mit 90 Minuten Parkzeit nennt die Schlösserverwaltung rund 75 Meter von der Schlosskasse entfernt. Die Kasse liegt an der Schloßstraße 9.4, 6

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 22 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schloss Ratibor, rund 24 Kilometer die Willibaldsburg. Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, das ganze Land die Seite Bayern.

Lage und Karte

49.0608° N · 10.9656° E

Beim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.

Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Residenz EllingenBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 18.10.2026
  2. Faltblatt Residenz Ellingen und Eichstätt (Stand 03/2025)Bayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 18.10.2026
  3. Denkmalliste Ellingen, Baudenkmäler, Einträge D-5-77-125-90 und D-5-77-125-136Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 18.10.2026
  4. Informationen für Menschen mit Behinderung: Residenz und Schlosspark EllingenBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 18.10.2026
  5. Schlosspark EllingenBayerische Schlösserverwaltung, abgerufen am 18.10.2026
  6. Geschichte EllingensStadt Ellingen, abgerufen am 18.10.2026
  7. Kulturzentrum OstpreußenStadt Ellingen, abgerufen am 18.10.2026
  8. Deutschordensschloss Ellingen (Kartenobjekt way/31984380)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 18.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: Carsten Steger · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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