Schloss Glücksburg
Renaissanceschloss im Schlosssee, ab 1582 für Herzog Johann den Jüngeren erbaut, später Sitz der Herzöge von Glücksburg.

Steckbrief
- Typ
- Schloss1vollständig erhalten
- Gründung
- 12091
- Baustil
- Renaissance1
- Bundesland
- Schleswig-Holstein
- Öffnungszeiten
- April: täglich 11-16 Uhr3Alle Angaben
- Eintritt
- Erwachsene ab 18 Jahren und Senioren 12,50 €3Alle Angaben
- Website
- schloss-gluecksburg.de3
- Koordinaten
- 54.83167, 9.54361
Inhalt 15 Abschnitte
Schloss Glücksburg ist ein Renaissanceschloss in der gleichnamigen Stadt im Kreis Schleswig-Flensburg. Es steht auf einer Insel im Schlosssee. Herzog Johann der Jüngere ließ es ab 1582 an der Stelle eines Zisterzienserklosters errichten. 1922 übergab die Familie das Schloss an eine Stiftung. Sie zeigt dort heute Ausstellungen und bietet das Schloss für Feiern und Trauungen an.1, 4, 8
Vorgänger: das Rudekloster
Auf dem Gebiet des heutigen Schlosssees gründeten Zisterziensermönche 1209 das Rudekloster. Sie kamen aus Guldholm am Langsee bei Schleswig. Überliefert sind auch die Namensformen Ruge, Ryde und Rythea. Mit der Reformation verlor das Kloster an Bedeutung und verfiel.1
Bau unter Johann dem Jüngeren
1582 kam das Klostergelände an Johann den Jüngeren, Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg und Sohn des dänischen Königs Christian III. Noch im selben Jahr ließ er die Klostergebäude abbrechen und begann den Neubau. Baumaterial des Klosters wurde dabei wiederverwendet. Die Stiftung gibt das Alter des Gebäudes mit rund 400 Jahren an, das des Baumaterials mit etwa 800 Jahren. Baumeister war Nikolaus Karies. Nach Angaben der Stiftung war der Bau 1587 abgeschlossen.1 Das Museumsportal Nord gibt als Bauzeit 1582-1585 an.9
Johann starb 1622 im Alter von 77 Jahren auf dem Schloss. Nach seinem Testament wurde das Herzogtum aufgeteilt, es entstanden die Linien Glücksburg, Norburg, Plön und Ærø. Glücksburg ging an Philipp, den zweitjüngsten Sohn.1
Die Herzöge von Glücksburg
Philipp (1584-1663) regierte von 1622 bis 1663 als erster Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Die Stiftung sieht in ihm den Begründer der älteren Glücksburger Linie. Sie endete mit Herzog Friedrich Heinrich Wilhelm (1747-1779), dessen Ehe kinderlos blieb.2
Nach dem Tod seiner Witwe Anna Carolina von Nassau-Saarbrücken fielen Schloss und Titel an Friedrich Wilhelm aus der Beck'schen Linie. Die Stiftung datiert die Übergabe des Schlosses als Geschenk auf 1824. 1825 begründete Friedrich Wilhelm die jüngere Linie der Glücksburger Herzöge.2
Sein Sohn Christian, 1818 als Prinz von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg geboren, wurde 1863 als Christian IX. König von Dänemark. Seine Tochter Alexandra heiratete den späteren Edward VII. von England, Dagmar wurde Frau des Zaren Alexander III. Sohn Wilhelm wurde 1863 als Georg I. König der Hellenen, Enkel Carl 1905 als Haakon VII. König von Norwegen.2
Herzog Karl (1813-1878) diente von 1831 bis 1851 im schleswig-holsteinischen Heer. Nach dem Krieg verlor er zeitweise seine Rechte und musste das Land verlassen. 1853 wurde er rehabilitiert, 1871 erhielt er das Schloss zurück. Nach 1867 gehörte Glücksburg zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Unter Herzog Friedrich Ferdinand (1855-1934) waren Wilhelm II. und Auguste Viktoria nach Angaben der Stiftung häufig in Glücksburg zu Gast.2
Stiftung Schloss Glücksburg
1922 überführte die Familie das Schloss in eine Stiftung. Die gemeinnützige Stiftung Schloss Glücksburg verwendet ihre Einnahmen für Erhalt, Pflege und die öffentliche Präsentation des Hauses. Unterstützt wird sie durch Spenden, den Freundeskreis Schloss Glücksburg e. V., das Land Schleswig-Holstein, die Europäische Union und den Bund.1
Über vier Jahrzehnte leitete Christoph Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1949-2023) die Stiftung. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Friedrich Ferdinand, geboren 1985, die Leitung. Er ist heute Oberhaupt der Familie.1, 2
Chronik
1209 - 2023- 1209GründungZisterzienser aus Guldholm gründen auf dem Gebiet des heutigen Schlosssees das Rudekloster, den Vorgänger des Schlosses1
- 1582BesitzwechselHerzog Johann der Jüngere erwirbt das Gelände des Rudeklosters1
- 1582BaubeginnAbbruch der Klostergebäude und Beginn des Schlossbaus mit wiederverwendetem Material1
- 1622BesitzwechselNach Johanns Tod erhält sein Sohn Philipp das Schloss und begründet die Glücksburger Linie1
- 1768UmbauDachreiter auf dem Mitteldach1
- 1824BesitzwechselFriedrich Wilhelm aus der Beck'schen Linie erhält das Schloss als Geschenk2
- 1871BesitzwechselHerzog Karl erhält das Schloss zurück2
- 1922BesitzwechselDie Familie überführt das Schloss in eine Stiftung1
- 2023NutzungsänderungFriedrich Ferdinand Prinz zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg übernimmt die Leitung der Stiftung1
Besitz und Herrschaft
- 1582-1622Johann der Jüngere, Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg1Bauherr
- ab 1622Herzöge von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, ältere Linie1, 2Erben Johanns, beginnend mit Philipp
- ab 1824Herzöge von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, jüngere Linie21824 Friedrich Wilhelm aus der Beck'schen Linie, 1871 Rückgabe an Herzog Karl
- ab 1922Stiftung Schloss Glücksburg11922 von der Familie in die Stiftung überführt
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Der Grundriss ist quadratisch, jede Seite misst 30 Meter. Den Kern bilden drei gleiche, aneinandergesetzte Giebelhäuser, nach Angaben der Stiftung eine spätmittelalterliche Bauweise. An den vier Ecken stehen gleich gestaltete achteckige Türme mit sieben Metern Durchmesser.1
Der Schlosssee ist künstlich aufgestaut. Das Schloss ruht nicht auf Pfählen, sondern auf einem Sockel aus Granit von 2,5 Metern Höhe. Auf dem mittleren Dach sitzt ein Dachreiter von 1768. Nach Angaben der Stiftung wurde der Bau seit dem 16. Jahrhundert kaum verändert.1
Die Stiftung ordnet das Schloss der Baukunst der Renaissance zu. Für Grundriss, Ecktürme und die Anordnung der Räume nennt sie französische Vorbilder.1
Besonderheiten
- Schlosskapelle: Die barocke Kapelle hat Deckenfresken, einen reich geschnitzten Altar und eine Orgel von 1847. Sie dient für kirchliche Trauungen und Taufen.7
- Trauzimmer im Turm: In einem der vier Ecktürme traut das Standesamt Flensburg an ausgewählten Terminen, mit Blick auf den Schlosssee.7
- Wappen: Der Herzschild zeigt Oldenburg und Delmenhorst. Im Hauptschild stehen unter anderem der Löwe Norwegens mit Axt sowie Schleswig, Holstein, Stormarn und Dithmarschen.1
Heutiger Zustand
Das Schloss ist als Gebäude erhalten. Es ist zu den Öffnungszeiten zu besichtigen und wird für Feiern, Tagungen und Trauungen genutzt.3, 4 Für Konzerte, Feiern und Trauungen dienen unter anderem der Weiße Saal, der Ballsaal und ein Turmzimmer. Die Stiftung nennt außerdem Ausstellungen etwa zur Waffenkammer, zur Dienerschaft und zu Christian IX.4 Das Museumsportal Nord hebt eine Sammlung flandrischer Tapisserien des 17. und 18. Jahrhunderts hervor. Dazu nennt es flämische Goldledertapeten mit Jagd- und Landlebenszenen, Porträts und eine Schatzkammer mit Silber, Porzellan und Grafik.9 In historischen Gewölben des Schlosses liegt das Restaurant Schlosskeller. Auf der Schlossinsel vermietet die Stiftung zwei Ferienwohnungen.5
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Öffnungszeiten
- April: täglich 11-16 Uhr
Mai und Juni: täglich 11-17 Uhr
Juli und August: täglich 11-18 Uhr
September und Oktober: täglich 11-17 Uhr
November bis März: Samstag und Sonntag 11-17 Uhr
Letzter Einlass eine Stunde vor Schluss
Geschlossen vom 21. Dezember 2026 bis 3. Januar 20273 - Eintritt
- Erwachsene ab 18 Jahren und Senioren 12,50 €
Ermäßigt (Auszubildende, Studierende, Schwerbehinderte) 7,50 €
Kinder 6-17 Jahre 3,50 €
Gruppen ab 10 Erwachsenen 7,50 € pro Person, Kinder- und Jugendgruppen ab 10 Personen 3,50 € pro Person
Kurzführung um 14 Uhr an ausgewählten Tagen 3 € Aufpreis
Online-Tickets zuzüglich 1 € Servicegebühr
Preise gültig ab 1. Januar 20263 - Führungen
- Besichtigung ohne Führung möglich. Kostenlose Audioguide-App auf Deutsch, Dänisch und Englisch, jeweils für Erwachsene und Kinder. Kurzführung um 14 Uhr an ausgewählten Tagen. Gruppen- und Themenführungen nach telefonischer Vereinbarung 59 € zuzüglich Eintritt (fremdsprachig 69 €), außerhalb der Öffnungszeiten 15 € Zuschlag. Nachtführung bei Kerzenschein (etwa 120 Minuten, 22,50 €) im Oktober, November und von Januar bis Mai.3, 4
- Parken
- Gebührenpflichtiger Parkplatz mit Schlossblick, 3,50 € für 3 Stunden (EasyPark-App oder Karte am Automaten). Kostenlos in den umliegenden Straßen, kurzer Fußweg. Zwei Parkplätze für berechtigte Personen auf dem Schlosshof.3
- Gastronomie
- Restaurant Schlosskeller in den historischen Gewölben des Schlosses, regionale Küche. Schloss Café im Schlosshof mit Kuchen, Kaffee, Eis und kleinen Snacks. Café am Schloss (Schlosspark 2a), etwa 5 Gehminuten entfernt. Öffnungszeiten bei den Betrieben.5
- Familien
- Kinder 6-17 Jahre 3,50 €. "Ein Schloss für Kids" im Juli und August montags um 11 Uhr, ab 6 Jahren, 7,50 € pro Kind, etwa 60 Minuten, ohne Anmeldung. Kindergeburtstage, besonders für 6- bis 12-Jährige, und Märchenführungen für Gruppen auf Anfrage.3, 6
- Barrierefreiheit
- teilweise: Zwei Parkplätze für berechtigte Personen auf dem Schlosshof, von dort rollstuhlgerechter Zugang. Barrierefreie Toilette und Film (etwa 15 Minuten) im Erdgeschoss. Obergeschosse nur über Wendeltreppen, Kapelle nur über Stufen. Schwerbehinderte ab GdB 50 ermäßigt, eine Begleitperson frei.3, 4
- Hunde
- Tiere sind im Schloss nicht erlaubt.3
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Von April bis Oktober ist das Schloss täglich geöffnet, von November bis März nur an Wochenenden. Vom 21. Dezember 2026 bis 3. Januar 2027 bleibt es geschlossen. Besucher gehen allein oder mit der kostenlosen Audioguide-App, an ausgewählten Tagen gibt es um 14 Uhr eine Kurzführung.3, 4
Das Erdgeschoss ist über den Schlosshof rollstuhlgerecht zugänglich. Dort gibt es eine barrierefreie Toilette und einen etwa 15 Minuten langen Film. Die oberen Geschosse erreicht man nur über Wendeltreppen, die Kapelle nur über Stufen. Tiere dürfen nicht ins Schloss.3
Anreise
Die Anschrift lautet Schloss, 24960 Glücksburg. Am Schloss liegt ein gebührenpflichtiger Parkplatz mit Blick auf das Gebäude. Kostenlos parken kann man in den Straßen der Umgebung, von dort ist es ein kurzer Fußweg.3, 8
Umgebung und weitere Ziele
Rund 36 Kilometer Luftlinie südlich liegt Schloss Gottorf in Schleswig.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Kreis Schleswig-Flensburg, das ganze Land die Seite Schleswig-Holstein.
Lage und Karte
54.8317° N · 9.5436° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
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Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Entdecken: Entstehung und Bauherr, Architektur, Wappen, StiftungStiftung Schloss Glücksburg, abgerufen am 10.10.2026
- Historischer ÜberblickStiftung Schloss Glücksburg, abgerufen am 10.10.2026
- Schloss Glücksburg: Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Anfahrt, Hinweis BarrierefreiheitStiftung Schloss Glücksburg, abgerufen am 10.10.2026
- Besuchen: Rundgang, Führungen, AudioguideStiftung Schloss Glücksburg, abgerufen am 10.10.2026
- Ferienwohnungen und GastronomieStiftung Schloss Glücksburg, abgerufen am 10.10.2026
- Kinder: Geburtstage und KinderführungenStiftung Schloss Glücksburg, abgerufen am 10.10.2026
- Heiraten: Standesamt, Schlosskapelle, freie TrauungenStiftung Schloss Glücksburg, abgerufen am 10.10.2026
- ImpressumStiftung Schloss Glücksburg, abgerufen am 10.10.2026
- Stiftung Schloss GlücksburgMuseumsportal Nord (museen-sh.de), abgerufen am 10.10.2026
- Schloss Glücksburg (Kartenobjekt way/112396509)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 10.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Pelz · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Schloss Gottorf: Foto: Matthias Süßen · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Kieler Schloss: Foto: Diego Delso · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Plön: Foto: Matthias Süßen · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Eutiner Schloss: Foto: Matthias Süßen · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons