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Schloss Hohenschwangau

Schloss Hohenschwangau war Sommerresidenz der bayerischen Könige und Kindheitsort Ludwigs II. Geschichte, Wandgemälde, Tickets, Öffnungszeiten, Anfahrt.

47.5556° N · 10.7360° E
Schloss Hohenschwangau
Schloss HohenschwangauFoto: Thomas Wolf, www.foto-tw.de · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

Steckbrief

Grunddaten aus Wikidata
Typ
Schloss
Erste Erwähnung / Bau
1837
Baustil
Neogotik
Denkmalstatus
Baudenkmal in Bayern
Ort
Schwangau
Bundesland
Bayern
Nächste größere Stadt
Sonthofen34,4 km
Inhalt 12 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Die mittelalterliche Burg Schwanstein
  3. Verfall und Rettung
  4. Neugotischer Neubau 1833-1837
  5. Sommerresidenz der Königsfamilie
  6. Was man heute sieht
  7. Öffnungszeiten und Eintritt
  8. Anfahrt und Parken
  9. Barrierefreiheit
  10. Tipps für den Besuch
  11. Lage und Umgebung
  12. Quellen
Lesezeit etwa 6 MinutenStand: September 202617 Quellen

Gegenüber von Neuschwanstein, auf einem bewaldeten Hügel zwischen Alpsee und Schwansee, steht das ältere der beiden Königsschlösser bei Füssen. Schloss Hohenschwangau war die Sommer- und Jagdresidenz der bayerischen Königsfamilie. Hier verbrachte der spätere König Ludwig II. einen Teil seiner Kindheit, umgeben von Wandgemälden mit Szenen aus Sagen und Geschichte. Das Schloss wurde von der Königsfamilie über Jahrzehnte bewohnt, die Räume zeigen bis heute die Einrichtung aus der Zeit seiner königlichen Bewohner.

Geschichte

Die mittelalterliche Burg Schwanstein

Der Vorgängerbau trug den Namen Schwanstein. Nach Angaben des Betreibers und der Gemeinde Schwangau wird er bereits im 12. Jahrhundert erwähnt, andere Quellen nennen spätere Belege für den Turm. Bis ins 16. Jahrhundert gehörte die Burg den Herren von Schwangau, einem Ministerialengeschlecht der Welfen, das in den 1530er-Jahren erlosch.

In dieser Zeit ging die Burg an den Augsburger Patrizier Johann Paumgartner über. In den Jahren bis 1547 ließ er sie durch den Baumeister Lucio di Spazzi, der zuvor an der Innsbrucker Hofburg gearbeitet hatte, zu einem wehrhaften Wohnschloss mit Ecktürmen und Bastionen ausbauen. 1567 erwarb Herzog Albrecht V. von Bayern die Anlage.

Verfall und Rettung

In den folgenden Jahrhunderten verlor die Burg an Bedeutung. Die Gemeinde Schwangau nennt Erbstreitigkeiten und den Niedergang des Rittertums als Gründe für ihren Verfall. 1586 lagerten auf den Bastionen noch Geschütze und Pulver, doch bereits 1611 war die Anlage in schlechtem Zustand. In den Napoleonischen Kriegen wurde sie schwer beschädigt. Um 1820 drohte der Abbruch, den nach Angaben des Hauses der Bayerischen Geschichte Fürst Ludwig von Oettingen-Wallerstein verhinderte.

Die Wende brachte das Jahr 1832. Kronprinz Maximilian von Bayern, der spätere König Maximilian II., erwarb die Ruine.

Neugotischer Neubau 1833-1837

Den Umbau leitete von 1833 bis 1837 Domenico Quaglio, Architekt und Theatermaler. Quaglio starb noch 1837, beteiligt waren außerdem Joseph Daniel Ohlmüller und Georg Friedrich Ziebland. Das Ergebnis ist ein Schloss im Stil der Neugotik mit Türmen, Erkern, Zinnen und Spitzbogenfenstern. Es gilt als typisches Beispiel für die Mittelalterbegeisterung der Romantik.

Innen ließ Maximilian die Räume mit einem umfangreichen Bildprogramm ausmalen. Die Entwürfe stammen zum Teil von Moritz von Schwind. Ausgeführt wurden die Gemälde 1835-1836, unter anderem von Wilhelm Lindenschmit dem Älteren. Sie zeigen Themen aus der germanischen und deutschen Geschichte und Sagenwelt, darunter die Sage vom Schwanenritter. Nach Angaben des Betreibers umfasst das Schloss mehr als 90 Wandgemälde.

Auch der Schlossgarten entstand in diesen Jahren nach Plänen Quaglios. 1851 erweiterten ihn Georg Friedrich Ziebland und Peter Joseph Lenné, 2007 wurde er nach historischen Plänen wiederhergestellt.

Sommerresidenz der Königsfamilie

1842 heiratete Maximilian Prinzessin Marie von Preußen. Hohenschwangau wurde zur Sommer- und Jagdresidenz der Familie. Hier verbrachte Kronprinz Ludwig einen großen Teil seiner Kindheit. Auch als König nutzte Ludwig II. das Schloss nach Angaben der Gemeinde Schwangau als Sommerresidenz. Die Bilderwelt der Säle weckte nach Angaben des Betreibers in Ludwig die Leidenschaft für Sagen und Mythen, die später seine eigenen Bauten prägte.

Als König ließ Ludwig II. auf dem Felsen gegenüber Neuschwanstein errichten. Nach Angaben der Gemeinde Schwangau verfolgte er den Baufortschritt von Hohenschwangau aus. Königin Marie starb 1889 auf Hohenschwangau.

Prinzregent Luitpold ließ 1910 elektrisches Licht und einen Aufzug einbauen. 1913 wurde das Schloss für Besucher geöffnet. Seit 1923 gehört es dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Tickets für Hohenschwangau, Neuschwanstein und das Museum der bayerischen Könige im Ort werden gemeinsam über das Ticket-Center Hohenschwangau vertrieben.

Das Schloss heute

Was man heute sieht

Die Führung zeigt die Wohn- und Repräsentationsräume mit Möbeln aus der Entstehungszeit. Nach Angaben des Wittelsbacher Ausgleichsfonds gehören dazu der Heldensaal mit Szenen aus der Wilkinasage um Dietrich von Bern nach Entwürfen Moritz von Schwinds, das Orientzimmer als Schlafzimmer Königin Maries, das Tassozimmer mit beleuchtetem Sternenhimmel und das Hohenstaufenzimmer. Dort steht das Klavier, auf dem Richard Wagner gespielt haben soll. Die Wandgemälde zeigen neben Sagenstoffen auch historische Persönlichkeiten.

Von außen prägen Türme, Erker, Zinnen und Spitzbögen das Bild, ganz im Sinne der romantischen Burgenbegeisterung des 19. Jahrhunderts. Im Garten stehen mehrere Brunnen, darunter ein Löwenbrunnen nach dem Vorbild der Alhambra, und der Blick reicht über den Alpsee zu den Bergen. Garten und Schlossladen sind ohne Ticket zugänglich. Fotografieren und Filmen ist in den Innenräumen verboten.

Besuch

Öffnungszeiten und Eintritt

Sommer (28. März bis 15. Oktober 2026)täglich 9-16:30 Uhr
Winter (ab 16. Oktober 2026)täglich 10-16 Uhr
Ticket-CenterSommer 8-16 Uhr, Winter 8-15:30 Uhr
Geschlossen24., 25. und 31. Dezember, 1. Januar
Erwachsene23,50 €
Ermäßigt19,50 €
Kinder 7-17 Jahre12 €
Kinder unter 7 Jahrenfrei
Gruppen ab 15 zahlenden Personen19,50 €, Schülergruppen 12 €
Bearbeitungsgebühr (Webshop, Reservierung)2,50 € pro Ticket

Das Schloss ist nur mit Führung zu einer festen Einlasszeit zu besichtigen. Die Führung dauert etwa 45 Minuten und wird auf Deutsch und Englisch angeboten, für weitere Sprachen gibt es Audioguides. Tickets gibt es im offiziellen Online-Ticketshop oder im Ticket-Center Hohenschwangau, dort allerdings nur für den gleichen Tag. Der Betreiber empfiehlt, mindestens eine Stunde vor der Einlasszeit vor Ort zu sein. Das Ticket-Center ist telefonisch unter +49 8362 930830 erreichbar, montags bis freitags 8:30-12 und 13-15:30 Uhr.

Anfahrt und Parken

Mit dem Auto erreicht man Hohenschwangau über die A7 bis zur Ausfahrt Füssen, von dort über die B17 Richtung Schwangau. Die nächste Bahnstation ist Füssen, etwa 5 Kilometer entfernt, mit dem Taxi sind es rund 8 Minuten. Die Regionalbuslinien 73 und 78 halten an der Haltestelle Hohenschwangau Alpseestraße, die Fahrt ab dem Bahnhof Füssen dauert etwa 15 Minuten.

Im Ort gibt es die Parkplätze P1 bis P4. Pkw zahlen 12 € für 6 Stunden, danach 1 € pro Stunde, höchstens 16 €. Wohnmobile und Motorräder dürfen nur auf P2 parken. Zum Schloss hinauf darf man nicht mit dem eigenen Fahrzeug fahren. Zu Fuß braucht man etwa 15-20 Minuten, in der Saison fährt außerdem etwa alle 30 Minuten eine Pferdekutsche, die rund 10 Minuten unterwegs ist. Busse zahlen auf P1 und P4 eine Tagesgebühr von 35 €, Wohnmobile 16 € für 6 Stunden.

Barrierefreiheit

Während der Führung sind rund 180 Stufen zu bewältigen (etwa 90 hinauf und 90 hinunter), eine Umgehung oder einen Aufzug für Besucher gibt es nicht. Mit Rollstuhl oder Rollator ist die Besichtigung nach Angaben des Betreibers deshalb nicht möglich. Gäste mit Hörbeeinträchtigung können den Führungstext schriftlich erhalten. Kinderwagen dürfen in den Schlosshof, aber nicht in die Führung. Auf dem Parkplatz P2 gibt es drei Behindertenstellplätze.

Tipps für den Besuch

  • Früh buchen: Der Betreiber rät, Tickets vorab online zu kaufen, weil sie oft schnell ausverkauft sind.
  • Beide Schlösser: Für Hohenschwangau und Neuschwanstein zusammen sollte man drei bis vier Stunden einplanen.
  • Gepäck: Normale Rucksäcke und Handtaschen sind erlaubt, große Wanderrucksäcke nicht.
  • Keine Tiere: Tiere sind in allen Sehenswürdigkeiten verboten.
  • Umgebung: Nach der Führung bieten sich der Alpseerundweg, die Marienbrücke oder der Wanderweg durch die Pöllatschlucht an.
Umgebung

Lage und Umgebung

47.5556° N · 10.7360° E

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Quellen

Stand 09/2026

Quellen der Redaktion

  1. hohenschwangau.de/schloss-hohenschwangau
  2. hohenschwangau.de/tickets-fuehrung/oeffnungszeiten-1
  3. hohenschwangau.de/tickets-fuehrung/ticketpreise-1
  4. hohenschwangau.de/tickets-fuehrung/tickets-neuschwanstein-hohenschwangau
  5. hohenschwangau.de/besucherinformation
  6. hohenschwangau.de/besucherinformation-1
  7. hohenschwangau.de/besucherinformation/parken-ortsplan
  8. hohenschwangau.de/kontakt-service/so-finden-sie-uns
  9. hohenschwangau.de/barrierefreiheit
  10. hohenschwangau.de/besucherinformation/gaeste-mit-eingeschraenkter-mobilitaet
  11. hohenschwangau.de/schloss-hohenschwangau/fuehrungen-1
  12. hohenschwangau.de/schloss-hohenschwangau/fuehrungen
  13. waf-bayern.de/schloss-hohenschwangau/
  14. hdbg.eu/burgen/detail/schloss-hohenschwangau/181
  15. museen-in-bayern.de/museen/detailseite-museum/schloss-hohenschwangau
  16. schwangau.de/hohenschwangau
  17. de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Hohenschwangau

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: Thomas Wolf, www.foto-tw.de · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons

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