Burg Sayn
Ruine der Stammburg der Grafen von Sayn über Bendorf-Sayn, im Dreißigjährigen Krieg zerstört, seit 1848 wieder im Besitz der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein.

Steckbrief
- Baubeginn
- nach 11521
- Bundesland
- Rheinland-Pfalz
- Eigentümer
- Haus Sayn (Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn)1
- Betreiber
- Schlossverwaltung Sayn2
- Besichtigung
- frei zugänglich2
- Öffnungszeiten
- Burggelände täglich bis Sonnenuntergang frei zugänglich (Stand 2026)2
- Koordinaten
- 50.439, 7.5793
Inhalt 16 Abschnitte
- Überblick
- Die Grafen von Sayn und die Anfänge
- Blütezeit, Erbgang und Verlust
- Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg
- Von Nassau-Weilburg an Preußen und zurück an die Familie
- Sanierung seit 1980
- Chronik
- Aufbau der Anlage
- Besonderheiten
- Heutiger Zustand
- Auf einen Blick
- Besichtigung
- Anreise
- Umgebung und weitere Ziele
- Lage und Karte
- Quellen
Die Burg Sayn ist die Ruine der Stammburg der Grafen von Sayn auf dem Kehrberg über dem Bendorfer Stadtteil Sayn. Sie gehört der Familie der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn.1, 2, 3 Zur Burgengruppe zählen die ovale Kernburg mit Bergfried, Kapelle und Brunnen sowie zwei vorgelagerte Ministerialenburgen.3
Die Grafen von Sayn und die Anfänge
Nach Darstellung der Familie treten die Grafen von Sayn 1139 mit den Brüdern Heinrich I. und Eberhard I. erstmals hervor. In Kämpfen mit dem Erzbistum Köln wurde ihre Burg zumindest teilweise zerstört. 1152 trugen die Grafen sie dem Erzbischof von Trier zu Lehen auf, um sich vor weiteren Angriffen zu schützen. Gleich danach begann der Bau einer neuen Burg.1
EBIDAT weist darauf hin, dass sich die Ersterwähnung der 1152 in einer Fehde zerstörten Burg auch auf die nahe Alte Burg beziehen kann.3 Diese sogenannte Alte Burg oder Eselsburg lag auf einem Bergsporn über dem Brexbachtal, ihre Anfänge sind unbekannt.5 Für die Burg auf dem Kehrberg vermutet EBIDAT, dass sie spätestens 1192 neuer Wohnsitz der Grafen war. Im Jahr 1200 sind mit Burggraf Arnold und Schenk Giselbert erstmals Amtsträger genannt.3
Blütezeit, Erbgang und Verlust
Unter Graf Heinrich III., genannt der Große, und seiner Frau Mechthild von Meissen-Landsberg reichte die Grafschaft im 13. Jahrhundert von der mittleren Mosel bis in den Westerwald. Heinrich III. starb 1247 ohne Kinder. Die Grafschaft ging an Johann von Sponheim, den Sohn seiner Schwester. Dessen Nachkommen nannten sich Grafen von Sayn.1
1606 erlosch die in Sayn regierende ältere Linie mit dem Tod Heinrichs IV. im Mannesstamm. Kurtrier zog die Burg daraufhin als heimgefallenes Lehen ein, gegen den Einspruch der erbberechtigten Verwandten aus dem Haus Sayn-Wittgenstein.1, 3
Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört. Die Familie nennt 1632 und die Schweden als Zerstörer.1 EBIDAT gibt das Jahr 1633 an.3
Von Nassau-Weilburg an Preußen und zurück an die Familie
Als Kurtrier aufgelöst wurde, fiel die Ruine 1803 mit anderen rheinischen Gebieten an Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg. Der Fürst war der Ehemann der Erbgräfin Luise Isabella von Sayn-Hachenburg. Mit dem Wiener Kongress kam Sayn als Teil der Rheinprovinz an Preußen.1, 3
Aus Russland kamen 1848 Fürst Ludwig zu Sayn-Wittgenstein und Fürstin Leonilla zurück. Danach erwarb der Fürst das barock umgestaltete, ehemals Reiffenberger Burghaus am Fuß des Burgbergs. Im selben Jahr schenkte ihm König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die Ruine der Stammburg.1, 3 Die Reste wurden danach in einen englischen Landschaftsgarten einbezogen.3
Nach Rechnung der Familie war die Burg damit von 1139 bis heute in 19 Generationen im Besitz des Hauses Sayn, unterbrochen für 242 Jahre.1
Sanierung seit 1980
Um 1980 begannen Fürstin Gabriela und Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn mit einer umfangreichen Sanierung des rund 300 Meter langen Burggeländes. Dabei wurden wesentliche Teile freigelegt und das erhaltene Mauerwerk der Kernburg gesichert. Der Burgberg erhielt Wanderwege und Aussichtsplätze.1 1983/84 wurde die Burgkapelle bei diesen Arbeiten wiederentdeckt und saniert.3 Den Bergfried ließ die Familie weitgehend restaurieren, außerdem entstand eine Burgschänke.1
Chronik
1152 - 1984- 1152BesitzwechselDie Grafen von Sayn tragen ihre Burg dem Erzbischof von Trier zu Lehen auf1
- nach 1152BaubeginnBeginn des Baus einer neuen Burg1
- 1247BesitzwechselNach dem Tod Heinrichs III. fällt die Grafschaft an Johann von Sponheim1
- um 1350UmbauBau einer Barbakane am nach Westen verlegten Zugang3
- 1606BesitzwechselKurtrier zieht die Burg als heimgefallenes Lehen ein1, 3
- 1803BesitzwechselFürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg erhält die Ruine1
- 1848BesitzwechselKönig Friedrich Wilhelm IV. von Preußen schenkt die Ruine Fürst Ludwig zu Sayn-Wittgenstein1, 3
- um 1980RestaurierungBeginn einer umfangreichen Sanierung des Burggeländes1
- 1983-1984RestaurierungBurgkapelle bei Sanierungsarbeiten wiederentdeckt und saniert3
Besitz und Herrschaft
- 1139-1606Grafen von Sayn1ab 1152 als Lehen des Erzbischofs von Trier, ab 1247 Nachkommen Johanns von Sponheim
- 1606-1803Kurtrier1, 3als heimgefallenes Lehen eingezogen
- 1803Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg1erhielt die Ruine
- seit 1848Fürsten zu Sayn-Wittgenstein(-Sayn)1, 3Geschenk des preußischen Königs, nach Angaben der Familie bis heute in ihrem Besitz
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Aufbau der Anlage
Die Baugeschichte der Burg ist nach EBIDAT noch nicht eingehend erforscht. Die Burgengruppe erstreckt sich über rund 300 Meter. Zu ihr gehören die im Kern stauferzeitliche, ovale Kernburg von bis zu 110 mal 40 Metern und zwei vorgelagerte Ministerialenburgen: der mittlere Burgsitz und darunter das Stein'sche Anwesen.3
Zur Kernburg gehören der quadratische Bergfried mit 20 Metern Höhe und 10 Metern Seitenlänge, die Burgkapelle im Westteil und ein 25 Meter tiefer Brunnen. Die Ringmauer ist an der Ostseite über dem Halsgraben als Schildmauer ausgebildet. Der nördliche Teil dieser Schildmauer entstand nach 1200.3, 4 Vom Palas in der Südostecke sind nur wenige Reste geblieben.3
In gotischer Zeit wurde die Burg grundlegend umgestaltet. Der Zugang wanderte an das Westende, wo Mitte des 14. Jahrhunderts eine Barbakane entstand. An der Südflanke kam ein Zwinger mit Schießscharten und runden Flankentürmen hinzu, an der Nordseite auf halber Höhe eine Mauer mit Halbschalenturm.3
Besonderheiten
- Doppelkapelle: Der Sakralbau im Westteil der Kernburg wird in der Literatur als Doppelkapelle bezeichnet.3, 4
- Schmuckfußboden: In der Kapelle kam bei den Grabungen 1983/84 ein Fußboden aus Tonplatten zutage, dessen Hauptmotiv eine große Rosette ist. Vergleichbare Böden kennt EBIDAT vom Niederrhein.3
- Aussicht: Vom Burgberg reicht der Blick nach Angaben der Familie über die Rheinebene bis zu den Vulkanbergen der Eifel.2
Heutiger Zustand
Erhalten sind die Ruinen der Kernburg mit dem restaurierten Bergfried, die freigelegte Kapelle, der Brunnen, Reste von Ringmauer, Zwinger und Palas sowie die beiden vorgelagerten Burgsitze.1, 3
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Besichtigung
- frei zugänglich2
- Öffnungszeiten
- Burggelände täglich bis Sonnenuntergang frei zugänglich (Stand 2026)2
- Fußweg
- Kurzer Fußweg vom Garten der Schmetterlinge, etwa 10 Minuten. Mit dem Auto über die neue Straße vom Stromberger Weg (L 306 nach Bendorf-Stromberg).2
- Gastronomie
- Restaurant im inneren Burghof für Gesellschaften, an Sonntagen während der Saison auch für Tagesgäste (Stand 2026).2
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Das Burggelände ist nach Angaben des Fürstenhauses täglich bis Sonnenuntergang frei zugänglich. Das Restaurant im Burghof richtet Feiern für Gesellschaften aus, an Sonntagen in der Saison empfängt es auch Tagesgäste.2
Anreise
Zu Fuß führt ein kurzer Weg von etwa 10 Minuten vom Garten der Schmetterlinge hinauf. Mit dem Auto ist die Burg über eine neue Straße vom Stromberger Weg erreichbar, der L 306 nach Bendorf-Stromberg.2
Umgebung und weitere Ziele
Knapp 9 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Festung Ehrenbreitstein über Koblenz. Rund 15 Kilometer Luftlinie sind es zur Burg Lahneck und zum Schloss Stolzenfels.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Mayen-Koblenz, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.
Lage und Karte
50.4390° N · 7.5793° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Burg-GeschichteFürstenhaus Sayn-Wittgenstein-Sayn (sayn.de), abgerufen am 11.10.2026
- Burg SaynFürstenhaus Sayn-Wittgenstein-Sayn (sayn.de), abgerufen am 11.10.2026
- Sayn (Burg auf dem Kehrberg)Europäisches Burgeninstitut, EBIDAT, abgerufen am 11.10.2026
- Sayn, ObjektdatenEuropäisches Burgeninstitut, EBIDAT, abgerufen am 11.10.2026
- Sayn, Alte BurgEuropäisches Burgeninstitut, EBIDAT, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Sayn (tourism=attraction, historic=castle) (Kartenobjekt way/619167701)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: LigaDue · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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Festung · 8,7 kmFestung Ehrenbreitstein
Burg · 14,9 kmBurg Lahneck
Schloss · 15,1 kmSchloss Stolzenfels
Burg · 19,2 kmMarksburg
Bildnachweise
- Festung Ehrenbreitstein: Foto: Ingo Mehling · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Lahneck: Foto: Ulrich Prümm · CC0 · Wikimedia Commons
- Schloss Stolzenfels: Foto: Holger Weinandt · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
- Marksburg: Foto: Ingo Mehling · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons