Burgenführer
Burg · Nürnberg · Bayern

Nürnberger Burg

Die Kaiserburg über Nürnberg war eine der wichtigsten Pfalzen des Reiches. Geschichte, Doppelkapelle, Tiefer Brunnen, Öffnungszeiten, Eintritt und Anfahrt.

49.4579° N · 11.0759° E
Nürnberger Burg
Nürnberger BurgFoto: I, ArtMechanic · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Grunddaten aus Wikidata
Typ
Burg
Denkmalstatus
Baudenkmal in Bayern
Ort
Nürnberg
Bundesland
Bayern
Nächste größere Stadt
Nürnberg500 m
Koordinaten
49.4579, 11.0759
Inhalt 12 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Königsgut auf dem Burgfelsen
  3. Stadt gegen Burggrafen
  4. Reichstage und kaiserliche Aufenthalte
  5. Romantik, Umbau und Zerstörung
  6. Was man heute sieht
  7. Öffnungszeiten und Eintritt
  8. Anfahrt und Parken
  9. Barrierefreiheit
  10. Tipps für den Besuch
  11. Lage und Umgebung
  12. Quellen
Lesezeit etwa 6 MinutenStand: September 20269 Quellen

Auf einem Sandsteinfelsen im Norden der Altstadt erhebt sich die Nürnberger Burg, das Wahrzeichen der Stadt. Im Mittelalter gehörte sie zu den wichtigsten Pfalzen des Heiligen Römischen Reiches: Hier hielten Kaiser und Könige Hof, hier sollte nach der Goldenen Bulle jeder neue Herrscher seinen ersten Reichstag abhalten. Die Anlage besteht eigentlich aus drei Teilen, der Kaiserburg, den Resten der Burggrafenburg und den städtischen Bauten. Wer heute hinaufsteigt, findet romanische Kapellen, einen tiefen Brunnen, eine Ausstellung zur Reichsgeschichte und einen der schönsten Ausblicke über Nürnberg.

Geschichte

Königsgut auf dem Burgfelsen

Spätestens im 10. Jahrhundert stand auf dem Burgberg bereits eine Befestigung. Erbaut haben sie vermutlich die Markgrafen von Schweinfurt. Nürnberg selbst wird 1050 als Königsgut erstmals urkundlich erwähnt. Unter den salischen und staufischen Herrschern wurden Burg und Ort zu einem bevorzugten Aufenthalt der Könige, die im Mittelalter ohne feste Hauptstadt von Pfalz zu Pfalz reisten.

Die Staufer bauten die Burg zu einer ausgedehnten Pfalzanlage aus. Aus dieser Zeit stammen Palas und Doppelkapelle, die das Bild der Kaiserburg bis heute prägen. Die Reichsgüter in der Umgebung verwaltete ein Burggraf. Dieses Amt ging um 1191/92 an die Grafen von Zollern über, die Vorfahren der späteren Hohenzollern. Sie saßen in einer eigenen Burg östlich der Kaiserburg.

Stadt gegen Burggrafen

Mit dem Freiheitsbrief Kaiser Friedrichs II. von 1219 begann der Aufstieg Nürnbergs zur selbstbewussten Reichsstadt. Die Stadt wurde ein bedeutender Handelsplatz und zunehmend Rivale der Burggrafen. Schon 1313 übertrug Heinrich VII. die Kaiserburg der Obhut der Stadt. 1377 errichtete sie mit dem Turm Luginsland einen eigenen Wachturm gleich neben der Burggrafenburg.

Der Konflikt eskalierte 1420, als Truppen der Wittelsbacher die Burggrafenburg niederbrannten. Burggraf Friedrich VI. verkaufte die Ruine 1427 für rund 120.000 Gulden an die Stadt. Bereits 1422 hatte Kaiser Sigismund der Stadt die Verantwortung für die Burg übertragen. Damit lag die gesamte Anlage in städtischer Hand. 1494/95 kam mit der Kaiserstallung ein weiterer städtischer Großbau hinzu.

Reichstage und kaiserliche Aufenthalte

Die Goldene Bulle von 1356 legte fest, dass jeder neu gewählte Herrscher seinen ersten Reichstag in Nürnberg halten sollte. Die Stadt rückte damit neben Frankfurt und Aachen in den Kreis der zentralen Orte des Reiches. Kaiser Ludwig der Bayer kam 74-mal nach Nürnberg, Karl IV. 52-mal. Die Burg selbst verlor als Versammlungsort allerdings an Bedeutung, denn das Rathaus übernahm zunehmend diese Rolle.

Als letzte Kaiser hielten sich die Habsburger Friedrich III. und Maximilian I. längere Zeit auf der Burg auf. Mit der Reformation 1524 kühlte das Verhältnis zwischen der protestantischen Reichsstadt und den katholischen Kaisern ab. Karl V. kam erst 1541 nach Nürnberg, auf der Durchreise zum Reichstag in Regensburg. 1663 ließ sich der Reichstag endgültig in Regensburg nieder. Zur Verteidigung ließ die Stadt 1538-1545 mächtige Bastionen an der Nordseite anlegen.

Romantik, Umbau und Zerstörung

1806 kam Nürnberg zum Königreich Bayern, und die Burg wurde als Denkmal neu entdeckt. König Ludwig I. ließ ab 1833 durch Carl Alexander von Heideloff eine Umgestaltung im Stil der romantischen Neugotik beginnen, stoppte die Arbeiten aber 1835. Sein Sohn Maximilian II. ließ 1851-1858 durch August von Voit eine Königswohnung vollenden. Nach 1866 nutzten auch die preußischen Könige die Burg, Kaiser Wilhelm II. nannte sich gern "Burggraf von Nürnberg".

Ab 1934 gestaltete Rudolf Esterer die Innenräume um. Er entfernte die neugotische Ausstattung und schuf unter anderem "Ehrenwohnungen" für die Reichsparteitage der NSDAP. Beim Luftangriff vom 2. Januar 1945 wurde die Burg nach Angaben des Historischen Lexikons Bayerns zu 70 bis 80 Prozent zerstört. Wichtige romanische und spätgotische Bauteile blieben aber erhalten. Esterer leitete auch den Wiederaufbau, der sich bis 1981 hinzog.

Die Burg heute

Was man heute sieht

Herzstück der Kaiserburg ist die Doppelkapelle. Nach Angaben der Schlösserverwaltung entstand sie um 1200, in der Forschung werden auch etwas andere Datierungen vertreten. Die beiden Kapellen sind übereinander gebaut, eine Öffnung in der Decke stellt die einzige Verbindung her. Von seinen Gemächern gelangte der Herrscher direkt auf eine eigene Empore in der Oberkapelle, das Gefolge blieb unten. Die Architektur bildet so die Rangordnung des Hofes ab.

Im Palas mit seinen zwei übereinanderliegenden Sälen zeigt seit 2013 eine Dauerausstellung, wie die Burg funktionierte und welche Rolle sie im Heiligen Römischen Reich spielte. Das Kaiserburg-Museum, eine Zweigstelle des Germanischen Nationalmuseums, besitzt eine der bedeutendsten Waffensammlungen Deutschlands mit Stücken vom 12. bis zum 19. Jahrhundert.

Nur mit Führung zu sehen ist der Tiefe Brunnen. Der rund 50 Meter tiefe Schacht gab der Burg eine eigene, von außen unabhängige Wasserversorgung. Der Sinwellturm aus dem späten 13. Jahrhundert ist etwa 41 Meter hoch. Über 113 Stufen erreicht man eine Plattform mit Blick über Burg und Altstadt, drinnen erinnert eine Ausstellung an Zerstörung und Wiederaufbau.

Von der Burggrafenburg sind nur wenige Reste erhalten, darunter der Fünfeckturm. In der Kaiserstallung ist heute eine Jugendherberge untergebracht. Im Sommer lohnt der Burggarten an der Nordseite, ebenso der kleine Maria Sibylla Merian-Garten.

Besuch

Öffnungszeiten und Eintritt

April bis Septembertäglich 9-18 Uhr
Oktober bis Märztäglich 10-16 Uhr
Letzter Einlassca. 60 Minuten vor Schließung
Geschlossen1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember
Gesamtkarte10 €, ermäßigt 9 €
Palas, Doppelkapelle und Museum7 €, ermäßigt 6 €
Tiefer Brunnen und Sinwellturm4 €, ermäßigt 3 €
Unter 18 Jahrenfrei

Palas und Kaiserburg-Museum kann man ohne Führung besuchen, außerdem gibt es einen Audioguide in sieben Sprachen. Der Tiefe Brunnen ist nur mit Führung zugänglich, diese ist im Eintritt enthalten. Tickets gibt es ausschließlich an der Kasse im äußeren Burghof, eine Online-Buchung ist nicht möglich. Burggarten und Merian-Garten sind kostenlos, der Burggarten ist vom 26. März bis 1. November ab 8 Uhr bis zur Dämmerung geöffnet (höchstens bis 20 Uhr).

Anfahrt und Parken

Die Adresse lautet Auf der Burg 17, 90403 Nürnberg. Nächste Haltestellen sind Tiergärtnertor (Straßenbahn), Burgstraße (Bus) und Lorenzkirche (U-Bahn), von dort geht es zu Fuß hinauf. An der Kaiserburg gibt es keine Besucherparkplätze, Autofahrer nutzen die Parkhäuser in der Innenstadt.

Barrierefreiheit

Im äußeren Burghof stehen zwei Behindertenparkplätze zur Verfügung. Kasse und Burgcafé sind stufenlos erreichbar, ebenso barrierefreie Toiletten. Das Obergeschoss des Palas, die Doppelkapelle und der Sinwellturm sind nur über Treppen zugänglich. Rollstuhlfahrer können die Kamerafahrt in den Tiefen Brunnen auf einem Bildschirm verfolgen. Für Pausen während des Rundgangs gibt es tragbare Stühle, außerdem ein Tastmodell der Burg und eine Induktionsschleife an der Kasse. Der Merian-Garten ist nur über sechs Stufen erreichbar.

Tipps für den Besuch

  • Aussicht: Der Blick vom Sinwellturm zeigt die Dächer der Altstadt aus der Vogelperspektive.
  • Brunnenführung: Die Führung zum Tiefen Brunnen ist im Ticket enthalten und sollte bei der Planung nicht fehlen.
  • Kombitickets: Die Kaiserburg gibt es im Kombiticket mit der Cadolzburg (16 €) oder dem Stadtmuseum Fembo-Haus (15 €).
  • Gärten: Der Merian-Garten öffnet nur sonntags und montags am Nachmittag, von Ende März bis Anfang November.
  • Bargeld oder Karte: An der Kasse kann bar oder mit Karte bezahlt werden.
Umgebung

Lage und Umgebung

49.4579° N · 11.0759° E

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Quellen

Stand 09/2026

Quellen der Redaktion

  1. kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/tourist/oeffnung.htm
  2. kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/tourist/eintritt.htm
  3. kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/tourist/anfahrt.htm
  4. kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/tourist/mobilitaet.htm
  5. kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/burg/index.htm
  6. schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/nbg_burg.htm
  7. historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/N%C3%BCrnberger_Burg
  8. de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_Burg
  9. kaiserburg-nuernberg.de/deutsch/burg/sinwell.htm

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Bildnachweis Titelbild: Foto: I, ArtMechanic · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

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