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Schloss · Würzburg · Bayern

Würzburger Residenz

Die Würzburger Residenz ist UNESCO-Welterbe. Geschichte, Tiepolos Treppenhaus-Fresko, Kaisersaal, Hofkirche, Hofgarten, Öffnungszeiten und Anfahrt.

49.7928° N · 9.9389° E
Würzburger Residenz
Würzburger ResidenzCC0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Grunddaten aus Wikidata
Typ
Schloss
Erste Erwähnung / Bau
1719
Baustil
Barockarchitektur
Denkmalstatus
Baudenkmal in Bayern, Teil einer UNESCO Welterbestätte
Ort
Würzburg
Bundesland
Bayern
Nächste größere Stadt
Würzburg700 m
Koordinaten
49.7928, 9.93889
Inhalt 12 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Vom Marienberg in die Stadt
  3. Neumanns Hofkirche und Tiepolos Fresken
  4. Großherzöge und Könige
  5. Zerstörung 1945 und Wiederaufbau
  6. Was man heute sieht
  7. Öffnungszeiten und Eintritt
  8. Anfahrt und Parken
  9. Barrierefreiheit
  10. Tipps für den Besuch
  11. Lage und Umgebung
  12. Quellen
Lesezeit etwa 6 MinutenStand: September 202614 Quellen

Mitten in Würzburg, am Rand der Altstadt, liegt eines der bedeutendsten Barockschlösser Europas. Die Residenz der Würzburger Fürstbischöfe ist zusammen mit Hofgarten und Residenzplatz seit 1981 UNESCO-Welterbe. Ihr berühmtestes Stück ist das Treppenhaus, über dem Giovanni Battista Tiepolo ein gewaltiges Deckenfresko malte. Dazu kommen der Kaisersaal, die prachtvolle Hofkirche und ein Garten, der sich an die alten Stadtbastionen schmiegt. Die UNESCO würdigt sie als besonders einheitliches Barockschloss, an dem Künstler aus mehreren Ländern Europas zusammenwirkten.

Geschichte

Vom Marienberg in die Stadt

Vor dem Bau der Residenz hatten die Würzburger Fürstbischöfe ihren Sitz auf der Festung Marienberg über dem Main. Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn beschloss einen Neubau in der Stadt. Nach Wikipedia half dabei eine unerwartete Einnahme: 600.000 Gulden aus einem Unterschlagungsverfahren.

Im Mai 1720 wurde der Grundstein gelegt. Mit der Planung beauftragte der Fürstbischof einen damals noch wenig bekannten Baumeister: Balthasar Neumann (1687-1753). Er musste die oft auseinandergehenden Wünsche der kunstsinnigen Familie Schönborn zusammenbringen. Außerdem sollte er Entwürfe führender Architekten seiner Zeit einarbeiten, darunter Maximilian von Welsch aus Mainz und Lucas von Hildebrandt aus Wien sowie Germain Boffrand und Robert de Cotte aus Paris.

Das Ergebnis verbindet Anregungen aus Wien, Paris und Franken zu einem erstaunlich einheitlichen Bau. 1744 stand der Rohbau. Die Baukosten beliefen sich nach Angaben der Bayerischen Schlösserverwaltung auf rund 1,5 Millionen Gulden.

Neumanns Hofkirche und Tiepolos Fresken

Noch während am Hauptbau gearbeitet wurde, entstand die Hofkirche. Von außen verrät sie sich kaum, denn sie sitzt hinter einer gewöhnlichen Schlossfassade. Innen überrascht Neumann mit geschwungenen Wänden und drei ovalen Gewölben. Die Ausstattung entstand zwischen 1735 und 1743, im Jahr 1743 wurde die Kirche geweiht. Beteiligt waren Rudolf Byss mit den Deckenfresken, Antonio Bossi mit Stuck und Figuren sowie Johann Wolfgang van der Auwera mit den Heiligenfiguren aus Marmor.

Den künstlerischen Höhepunkt setzte ein Venezianer. Giovanni Battista Tiepolo malte in den Jahren 1751-1753 die Fresken im Kaisersaal und das Deckenfresko über dem Treppenhaus. Für die Hofkirche schuf er 1752 zwei Altarbilder: den Engelsturz und die Himmelfahrt Mariens.

Das Treppenhausfresko zeigt die vier damals bekannten Erdteile, die dem Fürstbischof huldigen. Es misst nach Wikipedia-Angaben rund 580 Quadratmeter. Tiepolo verewigte darin auch die Künstler des Baus, darunter Neumann selbst, der auf einer Kanone sitzt. Im Kaisersaal erinnern die Fresken an die Hochzeit Kaiser Friedrich Barbarossas 1156 in Würzburg und an die Belehnung des Würzburger Bischofs 1168. Die Bilder sollten die weltliche Macht der Fürstbischöfe unterstreichen.

Die Innenausstattung war erst 1780 abgeschlossen. Den Hofgarten ließ Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim (reg. 1755-1779) durch den böhmischen Hofgärtner Johann Prokop Mayer anlegen.

Großherzöge und Könige

Mit dem Ende des geistlichen Fürstentums begann eine bewegte Zeit. Von 1806 bis 1814 war Würzburg ein weltliches Großherzogtum unter Ferdinand III., dem aus Florenz vertriebenen Großherzog der Toskana. Er erhielt das Land im Tausch gegen Salzburg, das ihm zuvor als Ersatz für die Toskana zugefallen war, und ließ Räume der Residenz mit hochwertigen Möbeln im Empire-Stil einrichten. 1814 bekam er die Toskana zurück, Würzburg fiel an Bayern.

Danach nutzte unter anderem der bayerische Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I., die Residenz. Heute betreut sie die Bayerische Schlösserverwaltung.

Zerstörung 1945 und Wiederaufbau

Am 16. März 1945 zerstörte ein schwerer Luftangriff rund 90 Prozent der Würzburger Innenstadt. Auch die Residenz brannte fast völlig aus. Die steinernen Gewölbe der zentralen Räume hielten jedoch stand, und mit ihnen Tiepolos Fresken. Laut Wikipedia sorgte der amerikanische Kunstschutzoffizier John D. Skilton dafür, dass die offenen Räume rasch provisorisch abgedeckt wurden.

Der Wiederaufbau zog sich über Jahrzehnte hin und kostete nach Angaben der Schlösserverwaltung rund 20 Millionen Euro. Als letzter großer Schritt wurde 1987 das aufwendig rekonstruierte Spiegelkabinett wieder zugänglich gemacht.

Das Schloss heute

Was man heute sieht

Rund 40 Räume mit Möbeln, Wandteppichen und Gemälden des 18. Jahrhunderts sind zu besichtigen. Der Rundgang beginnt im Erdgeschoss mit Vestibül und Gartensaal und führt über das große Treppenhaus ins Obergeschoss. Dort folgen der Weiße Saal mit dem Stuck Antonio Bossis und der Kaisersaal, danach die südlichen Kaiserzimmer, die Toskanaräume, die nördlichen Kaiserzimmer, die Staatsgalerie, das Ingelheimzimmer und der Fürstensaal.

In den Toskanaräumen stehen gerettete Empiremöbel aus der Zeit des Großherzogs vor großformatigen Fotos der 1945 zerstörten Originalräume. Zu den Stücken gehört ein über 200 Jahre altes Spielzeugkarussell, das Ferdinand für seine Kinder anfertigen ließ.

Die Hofkirche ist kostenlos zugänglich, eigener Eingang vom südlichen Innenhof. Der Hofgarten gliedert sich in Ostgarten, Südgarten und Küchengarten. Im Ostgarten liegt ein großes rundes Broderieparterre. Den Südgarten prägen acht zu Kegeln geschnittene Eiben um ein rundes Wasserbecken. Unterhalb der Orangerie wurde 2001 der Küchengarten mit jungen Obstbäumen neu bepflanzt.

Besuch

Öffnungszeiten und Eintritt

April bis Oktobertäglich 9-18 Uhr, Kassenschluss 17:15 Uhr
November bis Märztäglich 10-16:30 Uhr, Kassenschluss 16 Uhr
Geschlossen1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember
Eintritt10 €, ermäßigt 9 €
Unter 18 Jahrenfrei
Hofkirche und HofgartenEintritt frei, Hofgarten bis zur Dunkelheit (längstens 20 Uhr)

Die Residenz kann frei oder mit Führung besichtigt werden. Führungen auf Deutsch beginnen jede volle und halbe Stunde, auf Englisch täglich um 11 und 15 Uhr. Sie dauern bis zu 45 Minuten und sind im Eintritt enthalten. Tickets gibt es an der Kasse und online. Gruppen ab 15 Personen müssen sich sechs Werktage vorher anmelden. Jahreskarte und Mehrtagesticket der Bayerischen Schlösserverwaltung gelten auch hier.

Anfahrt und Parken

Die Residenz liegt an der Balthasar-Neumann-Promenade. Auf dem Residenzplatz stehen rund 300 gebührenpflichtige Pkw-Stellplätze zur Verfügung, Busse parken in der Husarenstraße (15 Plätze).

Vom Hauptbahnhof sind es etwa 20 Minuten zu Fuß. Alternativ fährt man mit den Straßenbahnlinien 1, 3 oder 5 bis zur Haltestelle "Dom". Die Buslinie 9 hält direkt an der Haltestelle "Residenz", mehrere weitere Linien an der Haltestelle "Mainfranken Theater".

Barrierefreiheit

Direkt vor der Residenz gibt es drei Behindertenparkplätze, der Weg zum Eingang ist rund 100 Meter lang. Der Eingang ist über eine Rampe erreichbar, alle wichtigen Bereiche sind stufenlos über einen Aufzug (130 x 120 cm) zugänglich. Behindertentoiletten liegen im Erdgeschoss bei den Schließfächern. Die Hofkirche erreicht man über eine Rampe im zweiten Innenhof. Der Hofgarten ist über mehrere Tore barrierefrei zugänglich, die Wege sind meist mit Kies befestigt, einige Wege zur oberen Promenade sind steil. Es gibt Führungen in Deutscher Gebärdensprache und in vereinfachter Sprache.

Tipps für den Besuch

  • Führung nutzen: Die kostenlosen Führungen erklären die Fresken im Treppenhaus und im Kaisersaal im Detail.
  • Online-Ticket: Mit einem vorab gekauften Ticket entfällt das Anstehen an der Kasse.
  • Hofkirche nicht verpassen: Der Eingang liegt etwas versteckt im südlichen Innenhof und ist frei zugänglich.
  • Gartenrunde: Der Hofgarten lohnt sich vor oder nach der Besichtigung, auch ohne Ticket.
  • Kombinieren: Die Festung Marienberg, der frühere Sitz der Fürstbischöfe, liegt auf der anderen Mainseite.
Umgebung

Lage und Umgebung

49.7928° N · 9.9389° E

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Quellen

Stand 09/2026

Quellen der Redaktion

  1. residenz-wuerzburg.de/
  2. residenz-wuerzburg.de/deutsch/tourist/oeffnung.htm
  3. residenz-wuerzburg.de/deutsch/tourist/eintritt.htm
  4. residenz-wuerzburg.de/deutsch/tourist/fuehr.htm
  5. residenz-wuerzburg.de/deutsch/tourist/anfahrt.htm
  6. residenz-wuerzburg.de/deutsch/tourist/mobilitaet.htm
  7. residenz-wuerzburg.de/deutsch/residenz/bauges.htm
  8. residenz-wuerzburg.de/deutsch/residenz/rundgang.htm
  9. residenz-wuerzburg.de/deutsch/residenz/hofkirch.htm
  10. residenz-wuerzburg.de/deutsch/residenz/toskana.htm
  11. residenz-wuerzburg.de/deutsch/garten/geschichte.htm
  12. residenz-wuerzburg.de/deutsch/unesco.htm
  13. historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Gro%C3%9Fherzogtum_W%C3%BCrzburg_(1805/06-1814)
  14. de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCrzburger_Residenz

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: CC0 · Wikimedia Commons

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