Burg Nanstein
Burg- und Schlossruine über Landstuhl, ab 1518 von Franz von Sickingen für Feuerwaffen ausgebaut, 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg ausgebrannt.

Steckbrief
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal3
- Bundesland
- Rheinland-Pfalz
- Öffnungszeiten
- Di-So 10-16 Uhr, letzter Einlass 15.30 Uhr1, 2Alle Angaben
- Website
- landstuhl.de1
- Koordinaten
- 49.40983, 7.57358
Inhalt 15 Abschnitte
Burg Nanstein ist eine Burg- und Schlossruine auf dem Kahlenberg bei Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern. Der Burgberg ragt etwa 80 Meter über Tal und Stadt auf. Franz von Sickingen baute sie ab 1518 für den Kampf mit Feuerwaffen aus und starb 1523 nach einer Belagerung auf der Burg.1, 3, 4 Seit 1963 kümmert sich die Schlösserverwaltung des Landes um die Ruine, heute die Direktion Burgen Schlösser Altertümer der Generaldirektion Kulturelles Erbe.3, 4
Entstehung und erste Nachweise
Schon um 830 nennt das Lorscher Urbar eine "villa Nannenstuhl". Die Anfänge der Burg sind nach dem Denkmaleintrag unklar, auch die Forschung ist sich uneins. Möglicherweise entstand sie 1160. Urkundlich belegt ist sie erst 1253.3
Besitzer im Mittelalter
Im 13. Jahrhundert gehörte Nanstein den Grafen von Leiningen, den Herren von Daun und den Raugrafen von Altenbaumburg. Im 14. und 15. Jahrhundert wechselte die Burg oft die Hand. Unter den Eigentümern nennt der Denkmaleintrag die Grafen von Sponheim, Zweibrücken-Bitsch und Nassau-Saarbrücken sowie die Ritter von Veldenz.3 Die Verbandsgemeinde Landstuhl bezeichnet sie für das 13. bis 15. Jahrhundert als Reichsburg.1
Franz von Sickingen und die Belagerung von 1523
1518/19 brachte Franz von Sickingen auch die übrigen Anteile an der Burg in seine Hand. Danach ließ er sie mit den modernsten Befestigungen seiner Zeit ausbauen, darunter ein großes Rondell im Südosten.3
Ende April 1523 zog sich Sickingen vor einer überlegenen Streitmacht auf Nanstein zurück. Belagert wurde die Burg von einer Fürstenkoalition aus Kurtrier, der Kurpfalz unter Kurfürst Ludwig V. und Hessen unter Landgraf Philipp I.1, 3 Nach zwei Tagen gab Sickingen auf. Er war bei der Beschießung am 2. Mai schwer verwundet worden und starb am 7. Mai. Die Befestigungen wurden anschließend geschleift.3
Vom Renaissanceschloss zur Ruine
1543 bekamen die drei Söhne Sickingens die Burg als Lehen zurück. Wiederaufbauen durften sie sie nur als Wohnsitz. Bis 1570 wurde daraus ein Renaissanceschloss.1, 3
1668 nahm der pfälzische Kurfürst die Anlage ein und ließ die Befestigungen sprengen. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg brannte sie 1689 unter französischen Truppen aus, seitdem ist sie Ruine.1, 3
1869 ließ der damalige Besitzer den Schutt räumen, ab diesem Jahr wurden Teile instand gesetzt. Weitere Sanierungen folgten in den 1930er- und 1970er-Jahren.1, 3
Chronik
13. Jh. - 1963- 13. JahrhundertBesitzwechselDie Burg gehört den Grafen von Leiningen, den Herren von Daun und den Raugrafen von Altenbaumburg3
- 1253ErsterwähnungErste urkundliche Erwähnung der Burg1, 3
- 1518-1519BesitzwechselFranz von Sickingen erwirbt die restlichen Anteile und wird alleiniger Besitzer3
- ab 1518UmbauAusbau zur Wehranlage für Feuerwaffen1, 3
- 1523ZerstörungBelagerung durch Kurtrier, Kurpfalz und Hessen, Tod Sickingens am 7. Mai, die Befestigungen werden geschleift1, 3
- 1543BesitzwechselDie drei Söhne Sickingens erhalten die Burg als Lehen zurück3
- ab 1543UmbauBeginn des Umbaus zum Renaissanceschloss1
- bis 1570FertigstellungAus der Burg ist ein Renaissanceschloss geworden3
- 1668ZerstörungDer pfälzische Kurfürst erobert die Burg und lässt die Befestigungen sprengen1, 3
- 1689ZerstörungBrand im Pfälzischen Erbfolgekrieg unter französischen Truppen1, 3
- 1869RestaurierungRäumung des Schutts, danach Instandsetzung von Teilen der Burg1, 3
- 1963NutzungsänderungDie Ruine kommt in die Obhut der Schlösserverwaltung des Landes3
Besitz und Herrschaft
- 1518Franz von Sickingen1, 3alleiniger Besitzer, alle Anteile 1518/19 erworben
- 1543Söhne Franz von Sickingens3erhalten die Burg 1543 als Lehen zurück
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Die Anlage ist rund 100 Meter lang und 50 Meter breit. Sie steht auf einem hohen Sandsteinfelsen und gliedert sich in Unter-, Mittel- und Oberburg.3, 4 Von der Unterburg sind Mauerreste zweier Gebäude geblieben. Die mittlere Ebene ist eine freie Fläche südlich und östlich des Burgfelsens. Auf dessen Plateau ist der Rest eines Turms zu erkennen.3
Am Ostfelsen stehen die bis zu sechs Meter dicke Schildmauer und einige Felsenkammern. Im Südosten gehörte ein Rondell mit 26 Metern Durchmesser zur Anlage, es ist heute größtenteils modern ausgebaut.3
Der Batterieturm stammt aus der Zeit Sickingens. Im Sturz eines Schlitzfensters steht die Jahreszahl 1518. Nur der Südteil zeigt bis oben originales Mauerwerk, die im 20. Jahrhundert ergänzten Partien sind gut zu unterscheiden.1, 3
Besonderheiten
- Frühe Feuerwaffen-Burg: Nach Angaben der Generaldirektion Kulturelles Erbe ist die Nanstein "eine der frühesten Burgen in der Pfalz, die für den Kampf mit Feuerwaffen ausgerüstet wurde".4
- Sickingens Ende: Ein Audioguide der Generaldirektion erzählt vom Leben und Sterben des "letzten Ritters" auf seiner Burg.4
Heutiger Zustand
Die Burg ist eine Ruine. Erhalten sind Schildmauer, Felsenkammern, der teils wieder aufgemauerte Batterieturm, Reste des großen Rondells und Mauerreste der Unterburg.3 Das Nachrichtliche Verzeichnis der Kulturdenkmäler im Landkreis Kaiserslautern führt die Burg als Kulturdenkmal.3
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Öffnungszeiten
- Di-So 10-16 Uhr, letzter Einlass 15.30 Uhr
Montag geschlossen (außer an Feiertagen)
Im Winter geschlossen (Winterpause), Auskunft unter Tel. 06371 13460
Bei Schnee- und Eisglätte Schließung möglich
Stand Oktober 20261, 2 - Führungen
- Audioguide zum Leben und Sterben Franz von Sickingens auf der Burg (Stand März 2025).4
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Die Ruine ist nach Angaben der Verbandsgemeinde von Dienstag bis Sonntag geöffnet, im Winter ist sie geschlossen. Bei Schnee und Eis kann sie aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben.1, 2 Ein Audioguide steht zur Verfügung.4 Im Sommer finden auf der Burg die Landstuhler Burgspiele, Konzerte und Burgführungen statt.1 Zur Burg gehört eine Burgschänke mit Innenplätzen und Aussichtsterrasse.1
Anreise
Die Burg liegt am Burgweg in Landstuhl. Der Zugang führt wie früher von Osten über den Bergsporn.1, 3
Umgebung und weitere Ziele
Rund 22,6 Kilometer Luftlinie nordwestlich liegt die Burg Lichtenberg (Pfalz). Etwa 28 Kilometer Luftlinie südwestlich, schon im Saarland, steht die Burg Kirkel.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Kaiserslautern, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.
Lage und Karte
49.4098° N · 7.5736° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Burg NansteinVerbandsgemeinde Landstuhl, abgerufen am 11.10.2026
- Nanstein CastleVerbandsgemeinde Landstuhl, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Nanstein auf dem KahlenbergKuLaDig (LVR), Denkmaleintrag Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd 2022, abgerufen am 11.10.2026
- Regionalfolder Pfalz 2025 (Stand März 2025)Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Burgen Schlösser Altertümer, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Nanstein (historic=castle) (Kartenobjekt way/250836941)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Gerd Eichmann · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Burg Lichtenberg (Pfalz): Foto: LoKiLeCh · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Burg Gräfenstein: Foto: Steffen 962 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Altdahn: Foto: Llez · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons