Burgenführer
Burgruine · Merzalben · Rheinland-Pfalz

Burg Gräfenstein

Burgruine der Saarbrücker Grafen bei Merzalben mit siebeneckigem Bergfried auf einem Sandsteinfelsen, 1635 ausgebrannt.

49.2409° N · 7.7568° E
Burg Gräfenstein
Burg GräfensteinFoto: Steffen 962 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Jederzeit frei zugänglich.Stand Oktober 2026Eintritt: Grundsätzlich kostenfrei.Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine1, 2Ruine
Erste Erwähnung
12372
Denkmalstatus
Kulturdenkmal (bauliche Gesamtanlage)1
Ort
Merzalben1, 2
Bundesland
Rheinland-Pfalz
Besichtigung
frei zugänglich3
Öffnungszeiten
Jederzeit frei zugänglich.3Alle Angaben
Eintritt
Grundsätzlich kostenfrei.3Alle Angaben
Koordinaten
49.2409, 7.75678
Inhalt 15 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: eine Gipfelburg der Saarbrücker Grafen
  3. Pfandschaften und häufige Besitzerwechsel
  4. Bauernkrieg, Wiederaufbau und Brand von 1635
  5. Sicherung der Ruine
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Heutiger Zustand
  10. Auf einen Blick
  11. Besichtigung
  12. Anreise
  13. Umgebung und weitere Ziele
  14. Lage und Karte
  15. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20264 Quellen

Die Burg Gräfenstein ist eine Ruine rund 2 Kilometer südöstlich der Ortsgemeinde Merzalben im Landkreis Südwestpfalz. Gegründet von den Grafen von Saarbrücken, ist die Anlage seit dem Dreißigjährigen Krieg eine Ruine.1, 2 Das Denkmalverzeichnis nennt sie "eine der stattlichsten und besterhaltenen Burgen der Pfalz". Erhalten sind unter anderem Ringmauer und Bergfried der Oberburg, Teile der Unterburg, Burgtor und Zwinger.1

Geschichte

Entstehung: eine Gipfelburg der Saarbrücker Grafen

Wann genau die Burg entstand, ist nicht überliefert. Das Denkmalverzeichnis setzt die Gründung durch die Grafen von Saarbrücken ins 12. Jahrhundert, KuLaDig nennt vermutlich die Zeit um 1200.1, 2 Die erhaltenen Teile der Oberburg datiert das Verzeichnis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts.1

Erstmals genannt wird Gräfenstein 1237 im Zusammenhang mit einer Teilungsurkunde der Leininger. Mit den Dörfern Rodalben und Merzalben kam die Burg damals an die Grafen von Leiningen.2

Pfandschaften und häufige Besitzerwechsel

Ab 1317 wechselte die Burg nach KuLaDig mehrfach den Besitzer. Bis 1367 brachte Pfalzgraf Ruprecht I. etwa sieben Achtel davon an sich. 1371 vergab er sie als Mannlehen an seinen Neffen, Graf Johann III. von Sponheim.2

Der Sponheimer versetzte die Burg 1393 an mehrere Burgmannen und Gemeiner, die sie bis 1420 hielten. Mit Unterstützung des Kurfürsten lösten die Sponheimer sie dann wieder aus. Noch 1420 ging sie als Pfand an Markgraf Bernhard von Baden, einen Vetter des Grafen. Dieser gab sie 1423 als Pfand an seinen Schwiegersohn weiter, Graf Emich VI. von Leiningen-Hardenburg.2

Die Linie Leiningen-Hardenburg besaß die Burg bis 1535. Danach wechselte der Besitz bis 1570 erneut mehrfach. Nach dem Aussterben der Sponheimer übernahm schließlich der Markgraf von Baden-Baden die Burg.2

Bauernkrieg, Wiederaufbau und Brand von 1635

Im Bauernkrieg wurde Gräfenstein 1525 eingenommen und zerstört. Erst ab etwa 1540 ließ Pfalzgraf Ruprecht von Zweibrücken-Veldenz die Anlage wieder aufbauen. Mit seinem Tod 1544 brach der Wiederaufbau nach KuLaDig abrupt ab.2 Aus dieser Zeit stammt nach dem Denkmalverzeichnis die Wiederherstellung des Palas der Oberburg mit erweiterten Fenstern und einem Treppenturm.1

Im Dreißigjährigen Krieg war die Burg mehrfach besetzt. 1635 setzten kaiserliche Truppen sie in Brand, nach KuLaDig versehentlich. Wieder aufgebaut wurde sie danach nicht mehr.2

Sicherung der Ruine

Nach KuLaDig ist die Ruine seit dem 19. Jahrhundert Staatseigentum. Erste Maßnahmen zu ihrer Sicherung und Erhaltung gab es 1909 und 1910, erneut 1936 und 1937. In den Jahren 1970/71 und 1985/87 folgten weitere Sanierungen mit Mauerrekonstruktionen sowie bauarchäologische Untersuchungen.2

Chronik

1237 - 1987
  1. 1237ErsterwähnungErste Nennung in einer leiningischen Teilungsurkunde2
  2. 1237BesitzwechselDie Burg kommt mit Rodalben und Merzalben an die Grafen von Leiningen2
  3. bis 1367BesitzwechselPfalzgraf Ruprecht I. bringt rund sieben Achtel der Burg an sich2
  4. 1371BesitzwechselAls Mannlehen an Graf Johann III. von Sponheim2
  5. 1393BesitzwechselAn Burgmannen und Gemeiner versetzt2
  6. 1420BesitzwechselRücklösung durch die Sponheimer und Verpfändung an Markgraf Bernhard von Baden2
  7. 1423BesitzwechselWeiterverpfändung an Graf Emich VI. von Leiningen-Hardenburg2
  8. 1525ZerstörungIm Bauernkrieg eingenommen und zerstört2
  9. um 1540WiederaufbauWiederaufbau unter Pfalzgraf Ruprecht von Zweibrücken-Veldenz, Wiederherstellung des Palas1, 2
  10. 1544NutzungsänderungMit dem Tod des Pfalzgrafen bricht der Wiederaufbau ab2
  11. 1570BesitzwechselÜbernahme durch den Markgrafen von Baden-Baden2
  12. 1635ZerstörungKaiserliche Truppen setzen die Burg in Brand, danach kein Wiederaufbau2
  13. 1909-1910RestaurierungErste Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen2
  14. 1936-1937RestaurierungWeitere Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen2
  15. 1970-1971RestaurierungSanierung mit Mauerrekonstruktionen und bauarchäologischen Untersuchungen2
  16. 1985-1987RestaurierungWeitere Sanierung und bauarchäologische Untersuchungen2

Besitz und Herrschaft

  • 1237Grafen von Leiningen2Besitzer ab der Teilung von 1237
  • 1367Pfalzgraf Ruprecht I.2Besitzer von rund sieben Achteln der Burg
  • 1371Graf Johann III. von Sponheim2Mannlehen des Pfalzgrafen
  • 1393-1420Burgmannen und Gemeiner2Pfandbesitz
  • 1420Markgraf Bernhard von Baden2Pfandbesitz
  • 1423-1535Grafen von Leiningen-Hardenburg2Pfandbesitz, ab 1423
  • 1570Markgrafen von Baden-Baden2Übernahme nach dem Aussterben der Sponheimer

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Die gesamte Anlage misst etwa 80 mal 60 Meter. Kern ist die staufische Oberburg auf einem Sandsteinfelsen von rund 12 Metern Höhe, 30 Metern Länge und 25 Metern Breite. Die Unterburg legt sich ringförmig um sie herum und gliedert sich in eine südliche und eine nördliche Hälfte.2

Auf der Südseite der Oberburg steht der etwa 17 Meter hohe Bergfried mit siebeneckigem Grundriss von rund 6 mal 7 Metern. Eine mindestens 2 Meter starke Mantelmauer umgibt ihn im Süden. Betreten wurde er vom Hof der Oberburg aus. Im Norden der Oberburg lag der Palas, ein Steinbau mit vermutlich drei Geschossen, Kamin und Abortturm.2

In die Unterburg gelangte man durch einen zweigeschossigen Torturm aus Buckelquadern, rund 12 Meter hoch und vermutlich im 15. Jahrhundert errichtet. Der Nordhälfte war ein Zwinger mit Torgasse und halbrunden Flankentürmen im Nordosten vorgelagert.2 Von der Südhälfte der Unterburg, die um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand, sind Reste der Ringmauer und Grundmauern von Wohnbauten erhalten. An Resten der im 15. Jahrhundert weitergeführten Ringmauer der Unterburg sind Grundmauern von Stallungen und Wirtschaftsgebäuden erhalten.1

Besonderheiten

  • Siebeneckiger Bergfried: Nach KuLaDig kann der Turm mit sieben Ecken bestiegen werden. Oben öffnet sich ein Rundblick über den Pfälzerwald.2
  • Sponheimer Wappen: An der Zisterne in der Mitte der südlichen Unterburg ist noch das Wappen der Grafen von Sponheim zu sehen.2

Heutiger Zustand

Die Burg ist eine Ruine. Nach Angaben der Ortsgemeinde überstanden Bergfried, Ringmauer und Toranlage die Zerstörungen des 17. Jahrhunderts.3 Das Denkmalverzeichnis führt die Anlage als bauliche Gesamtanlage.1

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
frei zugänglich3
Öffnungszeiten
Jederzeit frei zugänglich.
Stand Oktober 20263
Eintritt
Grundsätzlich kostenfrei.
Stand Oktober 20263
Parken
Mehrere kostenlose Parkplätze, wichtigster Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz "Schäferei" direkt unterhalb der Burg.
Stand Oktober 20263
Fußweg
Nur zu Fuß erreichbar, vom Parkplatz "Schäferei" steiler Aufstieg von etwa 10-15 Minuten, gutes Schuhwerk empfohlen.
Stand Oktober 20263
Barrierefreiheit
nicht barrierefrei: Wegen der historischen Anlage keine barrierefreie Erschließung.
Stand Oktober 20263

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Laut Ortsgemeinde ist die Ruine jederzeit frei zugänglich, Eintritt wird grundsätzlich nicht erhoben. Für Führungen, vor allem Spezial- und Erlebnisführungen, ist oft eine Anmeldung nötig. Barrierefrei erschlossen ist die historische Anlage nach Angaben der Gemeinde nicht.3

Anreise

Von der Ortsmitte Merzalben führt die Straße über die L 496 und die K 52 zur Burg. Nördlich der Ruine liegt ein kostenloser Wanderparkplatz.2 Die Ortsgemeinde nennt den Parkplatz "Schäferei" direkt unterhalb der Burg als wichtigsten Ausgangspunkt. Der Aufstieg ist nur zu Fuß möglich, steil und dauert etwa 10 bis 15 Minuten.3

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 10,6 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Burg Altdahn, etwa 14,7 Kilometer die Burg Lindelbrunn. Rund 16,9 Kilometer Luftlinie sind es zur Reichsburg Trifels.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Südwestpfalz, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.

Lage und Karte

49.2409° N · 7.7568° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Südwestpfalz (21.09.2026)Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, abgerufen am 11.10.2026
  2. Burg Gräfenstein bei MerzalbenKuLaDig (LVR), Barbara Hillers 2024, abgerufen am 11.10.2026
  3. Burg GräfensteinOrtsgemeinde Merzalben, abgerufen am 11.10.2026
  4. Burg Gräfenstein (Kartenobjekt way/45875952)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Steffen 962 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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