Burgenführer
Burgruine · Altleiningen · Rheinland-Pfalz

Burg Altleiningen

Ruine der Stammburg der Grafen von Leiningen über dem Eckbachtal, 1690 zerstört, seit 1968 Jugendherberge mit Freibad im Halsgraben.

49.5116° N · 8.0825° E
Burg Altleiningen
Burg AltleiningenFoto: Carsten Steger · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine1, 2Ruine mit späteren Bauten
Gründung
um 1100-11201, 2
Denkmalstatus
Kulturdenkmal (Denkmalzone)1
Ort
Altleiningen1, 2
Bundesland
Rheinland-Pfalz
Betreiber
DJH Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. (Burg-Jugendherberge)4, 6
Koordinaten
49.5116, 8.08253
Inhalt 14 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: die Burg Leiningen
  3. Ganerben, Kämpfe und Burgfrieden
  4. Zerstörung und schlossartiger Wiederaufbau
  5. Jugendherberge und Freibad
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Auf einen Blick
  10. Besichtigung
  11. Anreise
  12. Umgebung und weitere Ziele
  13. Lage und Karte
  14. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20267 Quellen

Die Burg Altleiningen ist die Ruine der Stammburg der Grafen von Leiningen. Sie liegt am steil abfallenden Ostende des Schloßbergs über dem Eckbachtal, oberhalb der Ortsgemeinde Altleiningen im Landkreis Bad Dürkheim.1, 2 Heute beherbergt die Burg eine Jugendherberge.2, 4

Geschichte

Entstehung: die Burg Leiningen

Nach KuLaDig entstand die Burg vermutlich um 1100 als Stammsitz der Leininger Grafen. Das Denkmalverzeichnis spricht von einer um 1100/20 gegründeten Spornanlage.1, 2 Die Ortsgemeinde nennt als Bauherren vermutlich die Grafen Emich I. und Emich II. und datiert den Bau etwa auf 1100 bis 1110.3

Zunächst hieß die Anlage schlicht Burg Leiningen. Den Zusatz "Alt" bekam sie erst im 13. Jahrhundert, nachdem die Burg Neuleiningen gebaut worden war.2, 3

Ganerben, Kämpfe und Burgfrieden

Gegen Ende des 13. Jahrhunderts war die Burg nach Angaben der Ortsgemeinde eine Ganerbenburg. Sie gehörte damals Leiningen, Sponheim und Nassau-Saarbrücken gemeinsam.3

Im 14. Jahrhundert wurde die Burg laut KuLaDig mehrfach in Kämpfe verwickelt, an denen die Sponheimer beteiligt waren. Bedeutende Persönlichkeiten wurden in dieser Zeit als Geiseln auf der Burg festgehalten. Erst ein Burgfrieden von 1395 beruhigte die Lage. Ihn schlossen Graf Simon, Graf Friedrich VII. von Leiningen und Graf Johann von Nassau.2

Im 15. Jahrhundert bestimmten die Sponheimer, dass die Burg nach dem Tod ihres Grafen an Markgraf Bernhard I. von Baden fallen sollte. Mit dem Tod Johanns V. endete die Sponheimer Grafenlinie. Um das Erbe stritten daraufhin die Grafen von Veldenz, der Markgraf von Baden, die Grafen von Nassau und Graf Hesso von Leiningen-Dagsburg. Um 1467 besaß die Linie Leiningen-Westerburg den leiningischen Teil der Burg.2

Zerstörung und schlossartiger Wiederaufbau

Im Bauernkrieg wurde die Burg 1525 zum ersten Mal zerstört. Die Ortsgemeinde spricht von Erstürmung und Brand.2, 3 Graf Kuno von Leiningen-Westerburg ließ sie wieder aufbauen, Graf Philipp I. erweiterte sie später im Stil der Renaissance.2 Das Denkmalverzeichnis setzt den Beginn des schlossartigen Wiederaufbaus auf 1532.1

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstörten französische Truppen 1690 alle Gebäude und Gebäudeteile, die der Verteidigung dienten. Danach wurde die Burg nicht wieder aufgebaut. Bis ins 19. Jahrhundert holte man Steine aus der Ruine.2, 3 Sie blieb bis 1933 im Besitz der Grafenfamilie, dann erwarb sie der Landkreis Frankenthal.2

Jugendherberge und Freibad

Unter Denkmalschutz gestellt wurde die Ruine 1962. Im Laufe der 1960er-Jahre folgten Sicherung und Umbau, bis 1968 entstand der Schlosstrakt neu. Seit diesem Jahr ist dort eine Jugendherberge untergebracht. Parallel dazu baute man den alten Halsgraben zu einem öffentlichen Freibad um.2 Die Ortsgemeinde nennt für den Umbau neben der Jugendherberge auch ein Schullandheim.3

Die Burg-Jugendherberge ist ein Haus des DJH-Landesverbands Rheinland-Pfalz/Saarland. Die Herberge hat ihr Restaurant im großen Rittersaal, dazu kommt das Bistro "Burgschänke".4, 5, 6

Chronik

1100 - 1968
  1. um 1100-1120GründungGründung als Stammburg der Grafen von Leiningen1, 2
  2. 1525ZerstörungIm Bauernkrieg erstmals zerstört2, 3
  3. ab 1532WiederaufbauSchlossartiger Wiederaufbau1
  4. 1690ZerstörungFranzösische Truppen zerstören im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Verteidigungsbauten2, 3
  5. nach 1690NutzungsänderungDie Ruine dient bis ins 19. Jahrhundert als Steinbruch2
  6. 1933BesitzwechselDer Landkreis Frankenthal erwirbt die Ruine von der Grafenfamilie2
  7. bis 1968WiederaufbauWiederaufbau des Schlosstrakts abgeschlossen2
  8. 1968NutzungsänderungNutzung als Jugendherberge2

Besitz und Herrschaft

  • um 1100Grafen von Leiningen2Erbauer, Stammburg
  • um 1467Grafen von Leiningen-Westerburg2Besitzer des leiningischen Teils
  • 1933Landkreis Frankenthal2erwirbt die Ruine von der Grafenfamilie

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Die Hauptburg wurde auf einem dreieckigen Grundriss angelegt, dessen Spitze nach Osten zeigt.2 Nach Angaben der Ortsgemeinde bildete die gesamte Anlage, dem Bergsporn folgend, ein Dreieck, das auch im Luftbild erkennbar ist. Die Fundamente ruhen laut Gemeinde auf dem natürlichen Fels.3

KuLaDig beschreibt für die Hauptburg einen polygonalen, mit Buckelquadern verkleideten Bergfried von mindestens 10 Metern Höhe. Auf der Südseite stand ein vermutlich dreigeschossiger Palas. Im Nordwesten und Südosten gab es je einen Rundturm mit Wendeltreppe. Nach Westen schützten ein zweiter Graben und die Ringmauer die Vorburg.2

Das Denkmalverzeichnis nennt im Südwesten eine staufische Buckelquadermauer des 13. Jahrhunderts, wohl ein Rest des Bergfrieds. Am dreigeschossigen Nordflügel ist Mauerwerk des 16. und 17. Jahrhunderts erhalten.1 Die Ortsgemeinde beschreibt die Hauptburg im Wesentlichen als dreiflügeligen Neubau dieser Zeit.3

Besonderheiten

  • Fledermäuse: In den Gewölbekellern lebt nach Angaben der Ortsgemeinde die größte Kolonie wilder Fledermäuse in Deutschland. Zum Schutz des Biotops dürfen Besucher die Keller nicht betreten.3
  • 365 Fenster: Die drei Flügel der Hauptburg hatten laut Ortsgemeinde ursprünglich 365 Fenster, so viele wie das Jahr Tage.3
  • Burgspiele: Die Laienspielschar "Burgspiele Altleiningen" zeigt nach Angaben der Gemeinde seit 1980 in den Sommermonaten Theaterstücke im Ehrensaal der Burg.3
  • Kulturgut: Nach der Haager Konvention ist die Burg als Kulturgut geschützt.3
Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Parken
Parkplatz an der Burg-Jugendherberge. Anfahrt über die A6, Abfahrt Hettenleidelheim/Wattenheim, Richtung Wattenheim, ab dem 2. Kreisel ausgeschildert.
Stand Oktober 20264
Bus und Bahn
Bahnhof Grünstadt, von dort mit dem Bus nach Altleiningen; Busverbindung auch über Carlsberg.
Stand Oktober 20264
Gastronomie
Bistro "Burgschänke" der Jugendherberge: Montag bis Sonntag 10-22 Uhr, Snacks, Kaffee, Kuchen, Eis und Getränke.
Langschläfer-Frühstücksbrunch am letzten Sonntag im Monat (außer Dezember), 9.30-12 Uhr.
Stand Oktober 20264, 5
Familien
Öffentliches Freibad im Burggraben (kostenpflichtig).
Stand Oktober 20264
Barrierefreiheit
Burg-Jugendherberge mit barrierefreier Ausstattung, für Rollstuhlfahrer geeignet, zertifiziert nach "Reisen für Alle".
Stand Oktober 20264

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Feste Besichtigungszeiten oder Führungen für die Ruine nennt die Jugendherberge nicht. Ihr Bistro "Burgschänke" ist täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet.4, 5 Das öffentliche Freibad im Burggraben ist kostenpflichtig.4

Anreise

Mit der Bahn geht es nach Angaben der Jugendherberge bis Grünstadt und von dort mit dem Bus nach Altleiningen. Eine weitere Busverbindung führt über Carlsberg.4

Mit dem Auto führt die Strecke über die A6, Abfahrt Hettenleidelheim/Wattenheim. Danach geht es Richtung Wattenheim, ab dem zweiten Kreisel ist der Weg zur Burg und Jugendherberge ausgeschildert. Die Jugendherberge hat einen Parkplatz.4

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 5,4 Kilometer Luftlinie nordöstlich liegt die Burg Neuleiningen, deren Bau der Altleininger Burg ihren heutigen Namen gab. Etwa 6,2 Kilometer Luftlinie südöstlich steht die Hardenburg.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Bad Dürkheim, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.

Lage und Karte

49.5116° N · 8.0825° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Bad Dürkheim (19.12.2024)Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, abgerufen am 11.10.2026
  2. Burgruine AltleiningenKuLaDig (LVR), Barbara Hillers 2020, abgerufen am 11.10.2026
  3. Burg AltleiningenOrtsgemeinde Altleiningen, abgerufen am 11.10.2026
  4. Burg-Jugendherberge AltleiningenDJH Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e.V., abgerufen am 11.10.2026
  5. Bistro BurgschänkeDJH Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e.V., abgerufen am 11.10.2026
  6. ImpressumDJH Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e.V., abgerufen am 11.10.2026
  7. Burg Altleiningen (Kartenobjekt relation/17219291)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: Carsten Steger · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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