Burg Neuleiningen
Ruine einer Kastellburg der Grafen von Leiningen aus dem 13. Jahrhundert über dem Eckbachtal, 1690 zerstört, 1941 der Gemeinde geschenkt.

Steckbrief
- Typ
- Burgruine1Ruine
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal (Denkmalzone)1
- Bundesland
- Rheinland-Pfalz
- Öffnungszeiten
- Museum im Burgturm: April bis Oktober am 2. und 4. Sonntag im Monat, nachmittags4Alle Angaben
- Eintritt
- Museum im Burgturm: Eintritt frei, Spenden willkommen.4Alle Angaben
- Website
- neuleiningen.de3
- Koordinaten
- 49.5427, 8.13989
Inhalt 15 Abschnitte
Die Burg Neuleiningen ist eine Ruine im Nordwesten der gleichnamigen Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim. Sie steht auf einem Bergsporn am Eingang zum Eckbachtal, auf rund 270 Metern über Normalnull.1 Die Grafen von Leiningen ließen sie im 13. Jahrhundert als Kastellburg mit vier runden Ecktürmen errichten.1, 3 1941 kam sie als Geschenk an die Gemeinde.2, 5 Der wieder aufgebaute Südostturm dient als Aussichtsturm und beherbergt das Museum im Burgturm.1, 4
Entstehung unter Friedrich III. von Leiningen
Bauherr war Graf Friedrich III. von Leiningen. Die Gemeinde nennt als Bauzeit 1238 bis etwa 1250, der Heimat- und Kulturverein einen Baubeginn ab 1238.2, 5 KuLaDig datiert den Bau vorsichtiger "vermutlich um das Jahr 1240".1 Mit der Burg entstand auch die Stadtmauer des Ortes.3
Als Vorbild nennt der Heimatverein die Kastellburgen in Frankreich.5 Der Denkmaleintrag ordnet die Kernburg dem Typ des Vierturmkastells zu.1 Gemeinsam mit der benachbarten Burg Battenberg kontrollierte Neuleiningen nach KuLaDig das Eckbachtal.1
Blütezeit, Erbstreit und Teilung
Ihre Blütezeit erlebte die Burg nach KuLaDig ab etwa 1434 unter Landgraf Hesso von Leiningen-Dagsburg. Die Gemeinde schreibt, unter ihm seien Burg und Stadt im 15. Jahrhundert zu einer der stärksten Festungen der Gegend ausgebaut worden.1, 2
Mit Hessos Tod 1467 begann ein Streit um das Erbe. Er endete 1468, als Kurfürst Friedrich von der Pfalz die Burg mit Gewalt einnahm. Nach KuLaDig teilten sich danach der Kurfürst und das Bistum Worms die Anlage.1 Besitzrechte in Neuleiningen hatten die Wormser Bischöfe laut Heimatverein schon seit dem 14. Jahrhundert. Ein Vertrag von 1508 teilte Burg und Stadt zwischen den Grafen von Leiningen und den Bischöfen von Worms.2, 5 Seine Hälfte verkaufte Karl von Leiningen-Westerburg nach KuLaDig 1767 an das Bistum Worms.1
Kriege und Zerstörung 1690
Im Bauernkrieg 1525 öffnete man den Bauern die Burg nach KuLaDig ohne Kampf.1 Burg und Ort blieben verschont. Eine Sage schreibt die Rettung der Gräfin Eva zu.2 Auch der Dreißigjährige Krieg ließ die Burg nach Angaben von Gemeinde und Heimatverein ohne größere Schäden, die Stadt dagegen wurde geplündert.2, 5
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg nahmen französische Truppen 1690 Neuleiningen ein. Gemeinde und Heimatverein schreiben, die Burg sei durch Sprengungen verteidigungsunfähig gemacht worden. KuLaDig spricht davon, dass die Truppen die Anlage niederbrannten.1, 2, 5
Vom Nationaleigentum zur Gemeindeburg
In der Französischen Revolution wurde die Burg säkularisiert und französisches Nationaleigentum.1, 2, 5 Über den weiteren Verbleib gehen die Angaben auseinander. Der Heimatverein schreibt, sie sei 1803 an Privatleute versteigert worden.5 Die Gemeinde nennt eine Versteigerung an einen Neuleininger Bürger ohne Jahr.2 Nach KuLaDig gehörte die Burg ab 1804 kurze Zeit der Ortsgemeinde.1 1874 erwarb Graf Karl Emich zu Leiningen-Westerburg-Neuleiningen die Ruine. Er ließ den etwa 15 Meter hohen Südostturm wieder aufbauen und als Wohnturm einrichten.1, 2 1941 kam die Burg als Geschenk an die Gemeinde Neuleiningen.2, 5
Zu Beginn der 1970er-Jahre folgten nach KuLaDig umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen an der Burg, die Gemeinde nennt dafür das Jahr 1974. Zwischen 1990 und 1992 wurde der äußere Burghof neu gestaltet.1, 2
Chronik
1238 - 2005- ab 1238BaubeginnGraf Friedrich III. von Leiningen beginnt mit dem Bau von Burg und Stadt2, 5
- um 1250FertigstellungEnde der ersten Bauzeit2
- um 1434UmbauBlütezeit und Ausbau unter Landgraf Hesso von Leiningen-Dagsburg1
- 1468BesitzwechselKurfürst Friedrich von der Pfalz nimmt die Burg nach dem Erbstreit gewaltsam ein, Teilung mit dem Bistum Worms1
- 1508BesitzwechselVertragliche Teilung von Burg und Stadt zwischen den Grafen von Leiningen und den Bischöfen von Worms2, 5
- 1690ZerstörungFranzösische Truppen machen die Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg verteidigungsunfähig1, 2, 5
- 1767BesitzwechselKarl von Leiningen-Westerburg verkauft seine Hälfte an das Bistum Worms1
- 1874BesitzwechselGraf Karl Emich zu Leiningen-Westerburg-Neuleiningen erwirbt die Ruine2
- 1874WiederaufbauWiederaufbau des Südostturms als Wohnturm1
- 1941BesitzwechselDie Burg geht als Geschenk an die Gemeinde Neuleiningen2, 5
- ab 1974RestaurierungUmfangreiche Erhaltungsmaßnahmen an der Ruine der Hauptburg2
- 1990-1992RestaurierungNeugestaltung des äußeren Burghofs1, 2
- 2005NutzungsänderungGründung der Stiftung Historisches Neuleiningen, die die Museen betreibt4
Besitz und Herrschaft
- um 1238Grafen von Leiningen2, 5Bauherren
- 1468Kurfürst Friedrich von der Pfalz und Bistum Worms1je zur Hälfte nach der Einnahme
- 1508Grafen von Leiningen und Bischöfe von Worms2, 5je zur Hälfte durch Vertrag
- 1767Bistum Worms1erwirbt die Leininger Hälfte
- 1874-1941Graf Karl Emich zu Leiningen-Westerburg-Neuleiningen und Leininger Adel2, 5Erwerb 1874, Schenkung 1941
- 1941Gemeinde Neuleiningen2, 5erhält die Burg 1941 als Geschenk
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Die Kernburg hat einen viereckigen, leicht trapezförmigen Grundriss mit runden Türmen an den Ecken. Der Nordwestturm hatte nach dem Denkmaleintrag wohl die Aufgabe eines Bergfrieds. Die Ringmauern waren mit zahlreichen, regelmäßig gesetzten Schlitzscharten versehen, nur die Westmauer nicht.1
Vom Torbau ist die Führung eines Fallgatters erhalten. Einen Zwinger gab es im Norden und Osten, davor lag vermutlich ein umlaufender Graben.1 Laut Gemeinde sicherten zusätzlich eine Zugbrücke und ein Fallgitter das Tor.3
Die Innenbebauung der ersten Bauphase ist nach KuLaDig ganz verschwunden. Vom Palas an der Nordseite steht noch ein Treppengiebel, der als Wahrzeichen der Burg gilt.1 Die heutige Pfarrkirche ging laut Gemeinde aus der Burgkapelle des 13. Jahrhunderts hervor.3
Besonderheiten
- Schießscharten: Nach Angaben der Gemeinde sind die Schießscharten der Burg die frühesten im deutschsprachigen Raum.3
- Feuerwaffen: In drei Schartenkammern im Untergeschoss sieht man laut Gemeinde Spuren einer späteren Anpassung an Feuerwaffen.3
- Burgmodelle: Zwei Modelle im Museum geben den Zustand der Burg um 1250 und um 1460 wieder.5
Heutiger Zustand
Erhalten sind die Ringmauern mit den vier Ecktürmen, der Treppengiebel des Palas und Reste des Torbaus. Der Südostturm ist als begehbarer Aussichtsturm ausgebaut, in seinen oberen Geschossen liegt ein Heimatmuseum.1 Der Denkmaleintrag führt die Burgruine als Denkmalzone und eingetragenes Kulturdenkmal.1 Im Burghof liegt der Garten der Burgschänke.6
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Öffnungszeiten
- Museum im Burgturm: April bis Oktober am 2. und 4. Sonntag im Monat, nachmittags
Zusätzlich an einzelnen Feiertagen, laut Gemeinde im Wechsel mit dem Museum an der Münze
Betrieb durch die Stiftung Historisches Neuleiningen
Stand Oktober 20264 - Eintritt
- Museum im Burgturm: Eintritt frei, Spenden willkommen.
Stand Oktober 20264 - Gastronomie
- Burgschänke Neuleiningen mit Burggarten im Burghof, Kirchengasse 14, Tel. 06359 2934.
Stand Oktober 20266
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Das Museum im Burgturm behandelt Burg und Stadt im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Betrieben wird es nach Angaben der Gemeinde von der Stiftung Historisches Neuleiningen. Geöffnet ist es von April bis Oktober an einzelnen Sonntagen, der Eintritt ist frei.4 Die Broschüre des Heimatvereins von 2020 nennt die Ruine als Kulisse für Open-Air-Veranstaltungen wie den Neuleininger Burgsommer.5
Anreise
Parkplätze liegen nach KuLaDig direkt vor der Burg.1 Die Burgschänke hat die Adresse Kirchengasse 14 in Neuleiningen.6
Umgebung und weitere Ziele
Rund 9 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Hardenburg. Etwa 24 Kilometer Luftlinie sind es zum Hambacher Schloss.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Bad Dürkheim, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.
Lage und Karte
49.5427° N · 8.1399° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
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Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Burgruine NeuleiningenKuLaDig (LVR), Barbara Hillers, mit Zitat des Denkmaleintrags Kreis Bad Dürkheim (Stand 13.07.2022), abgerufen am 11.10.2026
- GeschichteOrtsgemeinde Neuleiningen, abgerufen am 11.10.2026
- SehenswürdigkeitenOrtsgemeinde Neuleiningen, abgerufen am 11.10.2026
- MuseenOrtsgemeinde Neuleiningen, abgerufen am 11.10.2026
- Neuleiningen, Broschüre (2. überarbeitete Auflage, Mai 2020)Heimat- und Kulturverein Neuleiningen e. V., über Verbandsgemeinde Leiningerland, abgerufen am 11.10.2026
- Burgschänke NeuleiningenBurgschänke Neuleiningen, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Neuleiningen (Kartenobjekt way/321115973)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Claus Ableiter · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Burg Battenberg: Foto: Immanuel Giel · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Burg Altleiningen: Foto: Carsten Steger · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Hardenburg: Foto: Palatinatian · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Hambacher Schloss: Foto: © Achim Lammerts (Syntaxys) / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons