Burg Battenberg
Burgruine über dem Eckbachtal mit Ringmauer des 12./13. Jahrhunderts, im 17. Jahrhundert Schloss der Grafen von Leiningen-Hardenburg.

Steckbrief
- Baubeginn
- um 1167-12332
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal (Denkmalzone)1
- Bundesland
- Rheinland-Pfalz
- Koordinaten
- 49.5322, 8.14472
Inhalt 14 Abschnitte
Die Burg Battenberg ist eine Burgruine in der Ortsgemeinde Battenberg (Pfalz) im Landkreis Bad Dürkheim. Sie sitzt auf einem Bergsporn, der dort in das Rheintal vorspringt, wo das Eckbachtal einmündet.1, 2 Erhalten ist vor allem die Ringmauer mit einem Turm im Süden. Im Burgareal liegt heute eine Gaststätte.1, 2
Entstehung: eine Burg ohne Gründungsurkunde
Der Ort Battenberg ist zwar seit dem frühen Mittelalter belegt, über die Gründung der Burg gibt es nach KuLaDig aber keine Schriftquellen. Weder der Bauherr noch der Zerstörer der Burg sind bekannt.2 Erst 1572 erscheint in Battenberg eine Wehranlage, die man damals "Alte Burg" nannte. Nach dem Denkmalverzeichnis wurde sie wahrscheinlich im 12. Jahrhundert erbaut.1, 2
Die Bauforschung von Stefan Ulrich (2018) datiert die Ringmauern samt der schildmauerartigen Westseite in die Zeit vom letzten Drittel des 12. bis zum ersten Drittel des 13. Jahrhunderts.2 Die Gemeinde Battenberg nennt dagegen 1350 als erste Erwähnung. Sie hält Graf Friedrich III. von Leiningen für den Bauherrn, der die Burg höchstwahrscheinlich um 1240 errichten ließ, ungefähr gleichzeitig mit der Burg Neuleiningen.3 KuLaDig hält einer solchen These entgegen, dass Battenberg ursprünglich Reichsbesitz war und erst 1309 an die Leininger kam.2
Wann die frühe Burg zerstört wurde, ist offen. KuLaDig erwägt Pfalzgraf Friedrich I. am Ende des 15. Jahrhunderts oder, wahrscheinlicher, den Bauernkrieg 1525. Beides bleibt mangels Quellen Spekulation.2
Das Murbacher Lehen
Battenberg war nach KuLaDig zunächst Reichsbesitz und kam zu unbekannter Zeit als Schenkung an die Reichsabtei Murbach im Elsass. 1309 gelangte es durch König Heinrich VII. als Murbacher Lehen an die Grafen von Leiningen-Hardenburg. 1655 wurde das Lehen gekauft, bis zum Ende des Alten Reichs blieb es bei den Leiningern.2
Die Gemeinde verbindet das Jahr 1309 mit einer Leininger Erbteilung. Zum Lehen gehörten nach ihren Angaben fünf Dörfer: Battenberg, Bobenheim am Berg, Weisenheim am Berg, Leistadt und Kleinkarlbach. Die Burg sollte wohl dieses Lehen schützen.3
Schloss Battenberg im 17. und 18. Jahrhundert
1623 nennen die Schriftquellen ein "Schloss Battenberg". KuLaDig nimmt daher einen Wiederaufbau vor diesem Jahr an, im Auftrag von Graf Emich XI. von Leiningen-Hardenburg (gestorben 1606) oder seinem Sohn Johann Philipp II. (gestorben 1643). Was im Dreißigjährigen Krieg mit der Burg geschah, ist nicht bekannt.2
Noch vor dem Pfälzischen Erbfolgekrieg klagte Gräfin Elisabeth Christine, die Witwe Graf Emichs XIII., beim französischen Intendanten in Homburg. Die Burg sei noch immer nicht richtig wiederhergestellt. Leininger Grafen hielten sich nachweislich bis 1747 in Battenberg auf.2 Nach Angaben der Gemeinde diente die Burg nach der Zerstörung der Leininger Burgen 1689 einige Jahre als Notbehelf. Im Wechsel mit einer Burg in Bockenheim war sie damals Regierungssitz der Leininger.3
Abbruch und Verkauf
Um 1785 ließ man die Ruinen weitgehend abtragen, KuLaDig hält auch 1780 für möglich. Spätestens in den Revolutionskriegen erreichte die Anlage ihren heutigen Zustand.2 Anschließend kam sie zur Versteigerung. KuLaDig nennt dafür 1808. Nach der Gemeinde versteigerten die Franzosen Burg und Hofgut 1806 an Bürgerliche in Mainz, nachdem die Leininger Grafen nach Amorbach ausgewiesen worden waren.2, 3
Chronik
1167 - 1898- um 1167-1233BaubeginnErrichtung der Ringmauern mit der schildmauerartigen Westseite2
- 1309BesitzwechselBattenberg kommt als Murbacher Lehen an die Grafen von Leiningen-Hardenburg2, 3
- 1572ErsterwähnungEine "Alte Burg" in Battenberg wird genannt1, 2
- um 1600UmbauBau des Flankierungsturms im Süden2
- vor 1623WiederaufbauVermutlicher Wiederaufbau, 1623 als "Schloss Battenberg" genannt2
- 1655BesitzwechselDas Lehen wird käuflich erworben2
- bis 1747NutzungsänderungAufenthalte Leininger Grafen nachgewiesen2
- um 1780-1785ZerstörungDie Ruinen werden weitgehend abgetragen2
- 19. JahrhundertUmbauAusbau des Treppenturms in der Hofmitte zum Gartenpavillon1
- 1898UmbauDer Halsgraben wird verfüllt2
Besitz und Herrschaft
- 1309Grafen von Leiningen-Hardenburg2, 3Inhaber des Murbacher Lehens, 1655 durch Kauf erworben
- ab 1808Privatbesitz2nach der Versteigerung der Anlage
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Der Grundriss der Abschnittsburg folgt dem Bergsporn, der in die Rheinebene hineinragt. Die Ringmauer ist außen bis zu sieben Meter hoch. Im Nordwesten lag ein Torbau, im Süden steht ein Flankierungsturm, den KuLaDig um 1600 datiert. Das Denkmalverzeichnis spricht von einem polygonal vorspringenden Geschützturm, wohl aus dem 16. Jahrhundert.1, 2
An der Westseite erhob sich eine leicht abgeknickte Schildmauer, deren ursprüngliche Höhe unbekannt ist. Ein Halsgraben wurde 1898 verfüllt, ist im Gelände aber noch deutlich zu sehen. Buckelquader finden sich nur im Süden und in der Schildmauer.2
Auffällig ist nach KuLaDig, dass die meisten Wohnbauten an die Ringmauer angelehnt waren. An der östlichen Spitze des Berings wurden zwei Kellerräume eines großen Gebäudes nachgewiesen. Im Burginneren haben Abrisse des 18. und Planierungen des 19. Jahrhunderts die Befunde weitgehend zerstört.2
Laut Denkmalverzeichnis stehen an der Nordecke Reste des Torhauses und dahinter ein kleines Wohnhaus aus dem 18. oder frühen 19. Jahrhundert. An der Ostseite ist der Unterbau eines Wohngebäudes mit hoch gelegenem Gewölbekeller erhalten. Ein polygonaler Treppenturm in der Hofmitte wurde im 19. Jahrhundert zum Gartenpavillon mit Eisentreppe und Balkon.1
Besonderheiten
Heutiger Zustand
Die Ruine ist als Denkmalzone geschützt. Auch das ehemalige gräflich-leiningische Hofgut im Ort ist ein Kulturdenkmal.1 Es diente nach Angaben der Gemeinde der Versorgung der Grafen und Burgmannschaften mit Naturalien. Burg und Hofgut sind heute gemeinsam in Privatbesitz.3 KuLaDig erwähnte 2019 einen kurz zuvor restaurierten polygonalen Treppenturm.2
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
KuLaDig beschrieb die Ruine 2019 als frei zugänglich.2 Feste Besichtigungszeiten oder Führungen nennt keine offizielle Stelle. Die Gaststätte im Burginnenhof öffnet dienstags bis freitags am Nachmittag, am Wochenende und an Feiertagen ab Mittag.4, 5
Umgebung und weitere Ziele
Rund 1,2 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Burg Neuleiningen. Etwa 5 Kilometer Luftlinie sind es zur Burg Altleiningen, rund 8 Kilometer zur Hardenburg.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Bad Dürkheim, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.
Lage und Karte
49.5322° N · 8.1447° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
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Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Bad Dürkheim (19.12.2024)Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, abgerufen am 11.10.2026
- Burgruine Battenberg beim EckbachtalKuLaDig, Jürgen Keddigkeit (Bezirksverband Pfalz) 2019, abgerufen am 11.10.2026
- BurgGemeinde Battenberg, abgerufen am 11.10.2026
- GastronomieGemeinde Battenberg, abgerufen am 11.10.2026
- GutsschenkeHofgut Battenberg, abgerufen am 11.10.2026
- ImpressumHofgut Battenberg, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Battenberg (historic=castle, ruins=yes) (Kartenobjekt way/37617188)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Immanuel Giel · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Burg Neuleiningen: Foto: Claus Ableiter · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Burg Altleiningen: Foto: Carsten Steger · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Hardenburg: Foto: Palatinatian · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Hambacher Schloss: Foto: © Achim Lammerts (Syntaxys) / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons