Burgenführer
Burg · Blankenheim · Nordrhein-Westfalen

Burg Blankenheim

Burg der Herren von Blankenheim, später Residenz der Grafen von Manderscheid-Blankenheim, seit 1926-28 Jugendherberge.

50.4378° N · 6.6517° E
Burg Blankenheim
Burg BlankenheimFoto: Krzysztof Golik · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burg1, 2wiederaufgebaut
Erste Erwähnung
12731, 2
Gründung
12. bis 13. Jahrhundert2
Ort
Blankenheim4
Betreiber
DJH Landesverband Rheinland (Jugendherberge Burg Blankenheim)4
Koordinaten
50.4378, 6.65166
Inhalt 14 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: die Höhenburg der Herren von Blankenheim
  3. Grafen von Loen-Heinsberg
  4. Residenz der Manderscheider
  5. Flucht, Steinbruch und Verfall
  6. Jugendherberge im 20. Jahrhundert
  7. Chronik
  8. Besonderheiten
  9. Heutiger Zustand
  10. Auf einen Blick
  11. Besichtigung und Anreise
  12. Umgebung und weitere Ziele
  13. Lage und Karte
  14. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20265 Quellen

Die Burg Blankenheim liegt auf einem Bergrücken über dem gleichnamigen Ort im Kreis Euskirchen, an drei Seiten fällt das Gelände zum Ahrtal ab.2 Gegründet von den Herren zu Blankenheim und 1273 zuerst genannt, war sie später Residenz der Grafen von Manderscheid-Blankenheim.1, 2 Nach dem Verfall im 19. Jahrhundert entstand aus den Ruinen 1926-28 eine Jugendherberge. Als Träger nennt die Herbergsseite heute den Landesverband Rheinland des Jugendherbergswerks.1, 4

Geschichte

Entstehung: die Höhenburg der Herren von Blankenheim

Das genaue Baujahr ist nicht überliefert. Das Handbuch der Residenzenforschung vermutet, dass die Herren von Blankenheim die Höhenburg im 12. oder 13. Jahrhundert errichteten. Erstmals erwähnt wird sie 1273.1, 2 Die Gemeinde Blankenheim datiert die erste Burg in die Mitte des 12. Jahrhunderts. Nach ihren Angaben stand an der Stelle, nach Funden zu urteilen, ein römisches Kastell. Unter den Grabungsfunden waren Ziegel mit dem Stempel der sechsten Legion.3

KuLaDig beschreibt die Anlage als Abschnittsburg aus Bruchstein mit Hauptburg und Unterburg. Den ältesten Teil bildet der Palas.1 Das Handbuch sieht in ihm einen wohnturmartigen Bau des 13. Jahrhunderts. Bis zum Burgtor im Norden lagerten sich nach und nach weitere Gebäude an. Zur Bergseite im Norden sicherte ein tiefer Graben die Burg.2

Grafen von Loen-Heinsberg

1415 kamen die Grafen von Loen aus dem Haus Heinsberg auf dem Erbweg nach Blankenheim.2 Graf Gerhard VIII. (1438-1460) ließ die Burg nach dem Handbuch so erweitern, wie es Zeitstil und herrschaftlicher Anspruch verlangten. Dazu gehörte der Neubau einer Burgkapelle mit einem in ganz Europa bekannten Reliquienschatz.2

Die Gemeinde Blankenheim beschreibt diese Phase weitergehend: Gerhard VIII. habe die alte Burg abreißen und eine Schlossanlage mit Park, Springbrunnen sowie Zier- und Nutzgärten bauen lassen.3

Residenz der Manderscheider

1468 übernahmen die Grafen von Manderscheid die Herrschaft, nach Angaben der Gemeinde mit baulichen Veränderungen an der Burg.3 1488 entstand hier die eigene Linie Manderscheid-Blankenheim. Unter ihr wurde aus der Burg, wie es das Handbuch formuliert, ein Residenzschloss gehobener Adelskultur.2 Ihre Blütezeit erlebte die Burg nach KuLaDig im 15. und frühen 16. Jahrhundert.1

Über Schloss und Tal Blankenheim hatten die Herzöge von Jülich seit 1341 die Lehnshoheit. Von ihr kam die Herrschaft erst 1669/70 gegen eine beträchtliche Geldsumme frei. 1605-13 wurde die Burg instand gesetzt. Das Handbuch nennt außerdem einen neu errichteten Batterieturm an der Südwestecke der Unterburg.2

1670 wurde der Burgflecken unter Graf Salentin Ernst neu befestigt.1 Nördlich jenseits des Burggrabens entstand ein ausgedehnter Barockpark, dessen Gelände heute wieder bewaldet ist. 1787 ließ Gräfin Augusta von Sternberg, die letzte Manderscheiderin, das Kanzleigebäude errichten. Nach dem Handbuch beherrscht es den Blick vom Ort auf die Burg.2

Flucht, Steinbruch und Verfall

1794 verließ die gräfliche Familie Blankenheim, unter ihnen Augusta von Manderscheid-Blankenheim. Mitgenommen wurden das Archiv und ein Teil der beweglichen Habe.1, 2 Die französische Regierung enteignete und verkaufte die Burg. Danach diente sie als Steinbruch.1 Im 19. Jahrhundert wurde sie nach dem Handbuch weitgehend abgetragen und verfiel.2

Jugendherberge im 20. Jahrhundert

Den Umbau der verbliebenen Mauern zur Jugendherberge datiert KuLaDig auf 1926-28. Der Zweite Weltkrieg richtete Schäden an, ab 1950 wurde das Gebäude erneuert.1 Das Handbuch hält die heutige Burg eher für einen Neubau als für eine Restaurierung.2

Chronik

12. Jh. - 1950
  1. 12. bis 13. JahrhundertGründungErrichtung der Höhenburg vermutlich im 12. oder 13. Jahrhundert durch die Herren von Blankenheim2
  2. 1273ErsterwähnungErste Erwähnung der Burg1, 2
  3. 1415BesitzwechselDie Grafen von Loen aus dem Haus Heinsberg treten das Erbe an2
  4. um 1450UmbauErweiterung der Burg und Neubau der Burgkapelle unter Graf Gerhard VIII.2
  5. 1468BesitzwechselDie Grafen von Manderscheid übernehmen die Herrschaft3
  6. 1488NutzungsänderungBegründung der Linie Manderscheid-Blankenheim2
  7. 1605-1613RestaurierungInstandsetzungsarbeiten an der Burg2
  8. 1670UmbauNeue Befestigung des Burgfleckens unter Graf Salentin Ernst1
  9. 1787FertigstellungGräfin Augusta von Sternberg lässt das Kanzleigebäude errichten1, 2
  10. 1794NutzungsänderungFlucht der gräflichen Familie mit Archiv und Teilen der Einrichtung1, 2
  11. 19. JahrhundertZerstörungNach Enteignung und Verkauf Nutzung als Steinbruch, weitgehender Abbruch und Verfall1, 2
  12. 1926-1928WiederaufbauUmbau der Burgreste zur Jugendherberge1
  13. ab 1950WiederaufbauBauliche Erneuerung nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg1

Besitz und Herrschaft

  • 1273Herren von Blankenheim1, 2Gründer der Burg
  • 1415-1468Grafen von Loen-Heinsberg2, 3Erbe
  • 1468Grafen von Manderscheid2, 3Herrschaft und Residenz, ab 1488 Linie Manderscheid-Blankenheim, Flucht der Familie 1794

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Burg heute

Besonderheiten

  • Reliquienschatz: Die Reliquiensammlung der Burgkapelle wurde in 28 kostbaren Behältnissen aufbewahrt.2
  • Antikensammlung: Graf Hermann von Manderscheid-Blankenheim (1548-1604) legte eine umfangreiche Sammlung antiker Stücke an.1, 2
  • Tiergartentunnel: Graf Dietrich III. ließ eine Fernwasserleitung zur Burg bauen, die unter einem Berg durch einen Tunnel lief. Eine Holzrohrleitung führte das Wasser in einen Behälter im Burghof. Die Gemeinde zählt den Tunnel zu den wenig bekannten spätmittelalterlichen Tunneln Europas.3

Heutiger Zustand

Die Anlage dient als Jugendherberge mit 174 Betten in 44 Zimmern.4 Nach KuLaDig (2017) ist das Kanzleigebäude von 1787 weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten. Das Handbuch spricht von einer als Jugendherberge restaurierten oder eher neu errichteten Burg.1, 2

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Parken
30 kostenlose Parkplätze an der Jugendherberge.4
Bus und Bahn
Bushaltestelle Blankenheim Busbahnhof (1 km, Taxibus auf Bestellung); Bahnhof Blankenheim (Wald) 6 km.4

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung und Anreise

Die Burg ist eine Jugendherberge. Öffnungszeiten, Eintritt oder Führungen für Tagesgäste nennt die Herbergsseite nicht.4

Die Adresse lautet Burg 1, 53945 Blankenheim. Der Ortskern liegt nach Angaben der Herberge 1 Kilometer entfernt, die Bushaltestelle Blankenheim Busbahnhof ebenfalls. Dort verkehrt ein Taxibus auf Bestellung. Bis zum Bahnhof Blankenheim (Wald) sind es 6 Kilometer. An der Herberge gibt es 30 kostenlose Parkplätze.4

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 21 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Burg Satzvey, etwa 22 Kilometer sind es bis zur Kasselburg. Die Nürburg liegt rund 24 Kilometer Luftlinie entfernt.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Kreis Euskirchen, das ganze Land die Seite Nordrhein-Westfalen.

Lage und Karte

50.4378° N · 6.6517° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Burgflecken Blankenheim (Annette Schwabe, 2017)Landschaftsverband Rheinland, KuLaDig, abgerufen am 11.10.2026
  2. Wilhelm Janssen: Blankenheim, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, Teil IV (Grafen und Herren), S. 219-222Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Residenzen-Kommission, abgerufen am 11.10.2026
  3. Historische Reise durch Blankenheim (2020)Gemeinde Blankenheim, abgerufen am 11.10.2026
  4. Jugendherberge Burg BlankenheimDJH Jugendherbergen im Rheinland, abgerufen am 11.10.2026
  5. Burg Blankenheim (Kartenobjekt way/973173186)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Krzysztof Golik · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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