Burgenführer
Burg · Sankt Goarshausen · Rheinland-Pfalz

Burg Katz

Burg der Grafen von Katzenelnbogen über Sankt Goarshausen aus dem 14. Jahrhundert, 1806 gesprengt, 1898/99 als Wohnsitz wiederaufgebaut.

50.1521° N · 7.7242° E
Burg Katz
Burg KatzFoto: Ingo Mehling · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burg1, 2wiederaufgebaut
Baubeginn
2. Hälfte 14. Jahrhundert1
Denkmalstatus
Kulturdenkmal1
Ort
Sankt Goarshausen1
Bundesland
Rheinland-Pfalz
Inhalt 11 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: Neukatzenelnbogen
  3. Hessische Zeit und Belagerungen
  4. Wiederaufbau und Nutzung im 20. Jahrhundert
  5. Chronik
  6. Architektur und Aufbau
  7. Besonderheiten
  8. Heutiger Zustand und Besichtigung
  9. Umgebung und weitere Ziele
  10. Lage und Karte
  11. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20264 Quellen

Über Sankt Goarshausen im Rhein-Lahn-Kreis steht auf einem Bergsporn die Burg Katz, ursprünglich Burg Neukatzenelnbogen genannt. Die Grafen von Katzenelnbogen ließen sie im 14. Jahrhundert bauen. Nach der Sprengung 1806 wurde die Ruine 1898/99 als Wohnsitz wiederaufgebaut. Heute ist sie in Privatbesitz.1, 2

Geschichte

Entstehung: Neukatzenelnbogen

KuLaDig setzt den Bau in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts. Eine Urkunde von 1371 über die Stiftung eines Altars spricht dafür, dass die Burg damals schon weitgehend stand. Als Bauherr kommt nach diesem Text nur Wilhelm II. von Katzenelnbogen in Frage.1

Die Romantischer Rhein Tourismus GmbH nennt 1371 als Entstehungsjahr. Die Grafen wollten demnach ihre Besitzungen am Rhein schützen, vor allem die Zollstelle im gegenüberliegenden St. Goar. Zugleich sollte die Burg ein Gegengewicht zur kurtrierischen Burg Maus bilden.2 Nach der Beschreibung der Denkmalzone Kernstadt St. Goar durch die Landesdenkmalpflege (2024) gehörten die Burgen Katz und Rheinfels mit den Befestigungen beider Rheinorte zu einem flussübergreifenden Bauprogramm der Katzenelnbogener Grafen.3

Hessische Zeit und Belagerungen

Mit dem Aussterben der Grafen von Katzenelnbogen 1479 fiel die Burg an die Landgrafen von Hessen. Die hessischen Linien stritten später um ihren Besitz, 1623 wurde sie Hessen-Darmstadt zugesprochen. 1626 folgte eine fünfwöchige Belagerung. Beschossen von St. Goar und Patersberg aus, erlitt die Burg Schäden am Dach des Hauptturms und an der Kommandantenwohnung.1

1647 belagerte Hessen-Kassel die Burg und brachte sie wieder in seinen Besitz. 1692 rückten Truppen Ludwigs XIV. von Frankreich an und gaben die Belagerung Anfang 1693 wegen hoher Verluste auf. Das Dachwerk war dennoch erneut beschädigt. Später verlangte der Landgraf von Hessen-Kassel sein Besatzungsrecht, sein Bruder verweigerte es. Bei der folgenden Belagerung 1702 ergab sich die Burg schon beim ersten Ansturm.1

1758 kam die Burg bei einem Angriff der Franzosen in deren Besitz. Unter französischer Herrschaft wurde sie 1806 gesprengt. Die Ruine ging 1816 an das Herzogtum Nassau.1

Wiederaufbau und Nutzung im 20. Jahrhundert

Ferdinand Berg, von 1891 bis 1918 Landrat des Kreises Sankt Goarshausen, ließ die Burg 1898/99 nach dem Vorbild ihres früheren Zustands zum Wohnsitz umbauen.1 Die Romantischer Rhein Tourismus GmbH spricht von einem historisierenden Wiederaufbau.2

Danach wurde die Burg auf verschiedene Weise genutzt, als Hotel, Schule und Erholungsstätte. Ab 1936 diente sie unter anderem dem NS-Reichsarbeitsdienst als Schulungslager. Bis 1987 war sie Erholungsstätte des Sozialwerks der Bundesfinanzverwaltung. In jenem Jahr kaufte sie ein japanischer Unternehmensberater, seither ist sie in Privatbesitz.1

Chronik

14. Jh. - 2002
  1. 2. Hälfte 14. JahrhundertBaubeginnBau der Burg Neukatzenelnbogen durch die Grafen von Katzenelnbogen1
  2. vor 1371FertigstellungEine Urkunde über einen gestifteten Altar setzt die weitgehend fertige Burg voraus1
  3. 1479BesitzwechselNach dem Aussterben der Grafen von Katzenelnbogen an die Landgrafen von Hessen1
  4. 1623BesitzwechselIm Streit der hessischen Linien Hessen-Darmstadt zugesprochen1
  5. nach 1626UmbauNach einer fünfwöchigen Belagerung mit Schäden am Dach des Hauptturms erhält der Bergfried einen neuen achteckigen Helm1
  6. 1647BesitzwechselNach einer Belagerung wieder im Besitz von Hessen-Kassel1
  7. 1758BesitzwechselBei einem Angriff der Franzosen in französischen Besitz1
  8. 1806ZerstörungUnter französischer Herrschaft gesprengt1, 2
  9. 1816BesitzwechselDie Ruine geht an das Herzogtum Nassau1
  10. 1898-1899WiederaufbauUmbau zum Wohnsitz im Auftrag von Landrat Ferdinand Berg nach dem Vorbild des früheren Zustands1
  11. ab 1936NutzungsänderungSchulungslager des NS-Reichsarbeitsdienstes1
  12. 1987BesitzwechselVerkauf an einen japanischen Unternehmensberater, seitdem Privatbesitz1
  13. 2002NutzungsänderungAufnahme in das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal1

Besitz und Herrschaft

  • 1371-1479Grafen von Katzenelnbogen1Erbauer, als Bauherr kommt nur Wilhelm II. von Katzenelnbogen in Frage
  • 1479-1758Landgrafen von Hessen1Besitz der hessischen Landgrafen, zwischen den Linien umstritten (1623 Hessen-Darmstadt, 1647 wieder Hessen-Kassel)
  • 1758Frankreich1Besitz nach einem Angriff
  • 1816Herzogtum Nassau1Besitz der Ruine
  • 1987japanischer Unternehmensberater1Käufer, seitdem Privatbesitz

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Burg heute

Architektur und Aufbau

Der Bergsporn ist ein Teil des Hühnerbergs, an dessen Südwestende der Loreleyfelsen liegt. Weil die Burg so tief sitzt, ließ sie sich nach KuLaDig vom Hühnerberg aus weder einsehen noch belagern.1

Die Kernburg folgt dem Grundriss eines lang gestreckten, unregelmäßigen Sechsecks. An ihrer schmalen Ostseite steht der Hauptturm, eingefasst von spitz zulaufenden Schildmauern. Den Wohnbau begrenzen vier Ecktürme, die in ihn einbezogen sind.1

Der Bergfried ragt heute noch rund 30 Meter auf. Seine ursprüngliche Höhe wird nach alten Zeichnungen und bekannten Maßen auf 45 bis 50 Meter geschätzt. Nach der Belagerung von 1626 erhielt der Turm ein schlichtes, flach geneigtes Dach auf achteckigem Grundriss.1

Für den mittelalterlichen Bau beschreibt KuLaDig die Außenmauer der Wohngebäude als Teil der Ringmauer, die um die ganze Burg lief. Ihr Wehrgang lag unter dem Hauptdach des Wohnbaus. An der Innenseite der Ringmauer stand eine Küche in Fachwerk, außerdem gab es ein freistehendes Brunnenhäuschen.1

Besonderheiten

  • Katz und Maus: Der Kurzname "Katz" stammt aus dem Volksmund und spielt auf die Erbauer an, deren Stammsitz die Burg Katzenelnbogen war. Nach KuLaDig erhielt dadurch auch die Deuernburg über Wellmich ihren Namen Burg Maus.1, 2
  • Welterbe: Seit 2002 gehört die Burg zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.1

Heutiger Zustand und Besichtigung

Die Burg Katz ist als Kulturdenkmal im Verzeichnis des Rhein-Lahn-Kreises eingetragen.1 Nach Angaben der Romantischer Rhein Tourismus GmbH lässt sie sich nur von außen besichtigen.2

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 1,4 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Burg Rheinfels, die mit der Burg Katz zum Bauprogramm der Katzenelnbogener Grafen gehörte.3 Etwa 2,7 Kilometer Luftlinie sind es zur Burg Reichenberg, rund 3 Kilometer zur Burg Maus.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Rhein-Lahn-Kreis, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.

Lage und Karte

50.1521° N · 7.7242° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Burg Katz bei Sankt GoarshausenKuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital, abgerufen am 11.10.2026
  2. Burg KatzRomantischer Rhein Tourismus GmbH, abgerufen am 11.10.2026
  3. Denkmalzone "Kernstadt St. Goar"KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital, abgerufen am 11.10.2026
  4. Burg Katz (historic=castle, Punkt im Rundturm way/355378558) (Kartenobjekt node/2614613353)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Ingo Mehling · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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