Burg Maus
Burg des Trierer Erzbischofs über Wellmich am Rhein, im 14. Jahrhundert gegen Rheinfels erbaut, um 1900 wiederhergestellt.

Steckbrief
- Baubeginn
- 13563
- Denkmalstatus
- Baudenkmal1
- Kreis
- Rhein-Lahn-Kreis
- Bundesland
- Rheinland-Pfalz
- Koordinaten
- 50.1719, 7.69599
Inhalt 13 Abschnitte
Über Wellmich, einem Stadtteil von Sankt Goarshausen im Rhein-Lahn-Kreis, steht auf einem Felsvorsprung die Burg Maus. Die Trierer Erzbischöfe ließen sie im 14. Jahrhundert bauen. Heute ist sie in Privatbesitz.1, 3
Entstehung: eine Burg für Kurtrier
1353 verkaufte Graf Adolf von Nassau-Idstein das Dorf Wellmich mit allem Zubehör für 1.500 Gulden an Boemund von Trier. Nach KuLaDig war Boemund II. von 1354 bis 1362 Erzbischof und Kurfürst.1, 2 Von Kaiser Karl IV. erhielt Boemund die Erlaubnis, hier eine Burg zu errichten. Sie hieß zunächst Peterseck.1 Den Baubeginn setzt die Romantischer Rhein Tourismus GmbH in das Jahr 1356.3
Die neue Burg sollte das Gebiet rechts des Rheins sichern. Zugleich war sie ein Gegengewicht zur Burg Rheinfels der Grafen von Katzenelnbogen auf der anderen Rheinseite.1, 3 Fertig wurde sie erst unter Boemunds Nachfolger Kuno von Falkenstein, nach KuLaDig zwischen 1362 und 1388.1 Nach 1356 erhielt auch Wellmich eine Ortsbefestigung. Mauertechnik und Einzelformen sind nach KuLaDig mit Burg und Pfarrkirche St. Martin verwandt und sprechen für dieselbe Entstehungszeit.2
Katz und Maus
Die Grafen von Katzenelnbogen reagierten mit einer eigenen Burg, Neukatzenelnbogen. Nach Angaben der Romantischer Rhein Tourismus GmbH war sie vor 1371 fertiggestellt, später hieß sie Burg Katz.1, 3 Im Volksmund bekam die trierische Burg daraufhin scherzhaft den Namen Maus.1
Amtssitz und Verfall
Mehr als 450 Jahre lang verwalteten nach KuLaDig nacheinander etwa 20 Amtmänner des Kurfürstentums Trier ihren Bezirk von der Burg aus. 1588 bezeichnete sich Philipp von Nassau-Weilburg als Burgherr der Deuernburg.1
Zerstört wurde die Burg nie, bis ins 17. Jahrhundert blieb sie wehrhaft. Danach verfiel sie zunehmend. 1806 wurde sie an einen Privatmann verkauft.1
Wiederherstellung im 20. Jahrhundert
Von 1900 bis 1906 renovierte der Kölner Architekt Gärtner die Burg und bewahrte dabei ihr äußeres Bild.1 Die Romantischer Rhein Tourismus GmbH spricht von einem ab 1900 wiedererrichteten Kernbau.3 Um 1923 wurde die Burg an einen Mexikaner verkauft. Ab 1923 kamen dadurch nach KuLaDig exotische Ausstattungsstücke in die Burg.1
Als amerikanische Truppen am 26. März 1945 den Rhein überquerten, wurde die Burg beschädigt. Große Schäden erlitten nach KuLaDig die Treppenhalle, der südwestliche Eckturm, Mauerwerk des äußeren Zwingers und der Aufsatz des Bergfrieds.1
Chronik
1353 - 1923- 1353BesitzwechselGraf Adolf von Nassau-Idstein verkauft das Dorf Wellmich an Boemund von Trier1, 2
- 1356BaubeginnErzbischof Boemund II. lässt die Burg anlegen3
- 1362-1388FertigstellungKuno von Falkenstein vollendet den Bau1
- 1806BesitzwechselVerkauf der verfallenden Burg an einen Privatmann1
- 1900-1906RestaurierungRenovierung durch den Kölner Architekten Gärtner unter Wahrung des äußeren Bildes1
- um 1923BesitzwechselVerkauf an einen Käufer aus Mexiko1
Besitz und Herrschaft
- ab 1353Erzstift Trier1, 2Bauherr, Sitz kurtrierischer Amtmänner
- 1806ein Privatmann1Käufer
- um 1923ein Käufer aus Mexiko1Käufer
- 2015Privateigentümer1in Privatbesitz, 2015 belegt
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Die Kernburg hat einen viereckigen, nahezu quadratischen Grundriss. Auf der Ostseite steht eine Schildmauer mit hohen Ecktürmen, die der Bergfried unterbricht. Davor wurde ein tiefer Halsgraben aus dem Fels gebrochen.1
Nord- und Südseite nehmen zwei Flügel ein, der Nordbau und der Palas. In der Westwand liegt der Eingang, früher wie heute. Daneben steht ein Wohnturm mit kleinen Ecktürmen. Eine ovale Ringmauer umgibt die Kernburg, ihr Tor liegt im Nordwesten.1
Gemauert ist die Burg aus Schieferbruchstein, gelegentlich mit eingelegtem Taunusquarzit.2
Besonderheiten
- Viele Namen: Neben Maus und Peterseck sind die Namen Thurnberg, Deuernburg und Deuernberg überliefert. Im 15. Jahrhundert hieß die Burg Deuernburg. Einige Varianten gehen nach KuLaDig vermutlich auf Schreibfehler zurück.1
- Denkmal: Die Burg ist als Baudenkmal im Denkmalverzeichnis des Rhein-Lahn-Kreises eingetragen.1
Heutiger Zustand
2015 berichtete KuLaDig, sie werde mit Unterstützung der Landesdenkmalpflege restauriert, um Teile öffentlich zugänglich zu machen.1
Besichtigung
Nach Angaben der Romantischer Rhein Tourismus GmbH ist die Burg derzeit nur von außen zu besichtigen. Öffnungszeiten oder Führungen sind dort nicht genannt.3
Umgebung und weitere Ziele
Gegenüber auf der linken Rheinseite liegt rund 2 Kilometer Luftlinie entfernt die Burg Rheinfels, gegen die die Maus gerichtet war.1, 3 Rund 3 Kilometer Luftlinie entfernt steht die Burg Katz, die Antwort der Katzenelnbogener auf den Bau in Wellmich.1, 3
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Rhein-Lahn-Kreis, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.
Lage und Karte
50.1719° N · 7.6960° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
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Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Burg Maus bei Wellmich (Michelle Homburger, 2015)KuLaDig, Landschaftsverband Rheinland, abgerufen am 11.10.2026
- Dalheimer Tor in Wellmich (Alexander Gantner, 2015)KuLaDig, Landschaftsverband Rheinland, abgerufen am 11.10.2026
- Burg MausRomantischer Rhein Tourismus GmbH, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Maus (historic=castle) (Kartenobjekt way/884671476)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Johannes Robalotoff · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
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