Burg Schönburg
Burg auf einem Sandsteinfelsen über der Saale bei Naumburg, Stammburg der Herren von Schönburg, mit Bergfried um 1230.

Steckbrief
- Typ
- Burg1teilweise erhalten
- Erste Erwähnung
- um 11572
- Baustil
- Romanik, Renaissance1
- Ort
- Schönburg1
- Kreis
- Burgenlandkreis
- Bundesland
- Sachsen-Anhalt
- Koordinaten
- 51.1606, 11.8685
Inhalt 10 Abschnitte
Die Burg Schönburg steht im Dorf Schönburg an der Saale im Burgenlandkreis, auf einem Sandsteinfelsen rund 40 Meter über dem Fluss. Sie besteht aus Vorburg und Kernburg mit einem Zwinger dazwischen. Zu sehen sind ein besteigbarer Bergfried, große Teile der Wehrmauern, der Rittersaal und die frühere Försterei, in der nach Angaben der Straße der Romanik heute ein Restaurant liegt.1 Die Burg gehört zu den Bauten der Straße der Romanik.1
Anfänge und erste Erwähnung
Nach der Straße der Romanik ließ der thüringische Graf Ludwig der Springer die Burg im 12. Jahrhundert errichten. Die Sage erzählt, er habe sie aus Liebe zu Adelheid gebaut, der Ehefrau eines Pfalzgrafen.1 Der Heimatverein Schönburg setzt den Beginn der Geschichte früher an, vermutlich schon im 10. Jahrhundert. Erwähnt wird die Burg nach seinen Angaben erst um 1157.2
Die Burg gab einer Adelsfamilie den Namen. Nach der Neuen Deutschen Biographie liegt die Stammburg der ursprünglich edelfreien Herren von Schönburg an der mittleren Saale bei Naumburg. Einzelne Angehörige traten im Umfeld der Naumburger Bischöfe auf. Wohl schon im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts verlagerte die Familie ihren Schwerpunkt an die Zwickauer Mulde. Wohl unter Hermann I., belegt von 1212 bis 1224/25, wechselte sie in die Reichsministerialität.3
Bauzeit im 12. und 13. Jahrhundert
Die älteren Bauteile, die heute noch zu sehen sind, stammen überwiegend aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Der Bergfried wird um 1230 datiert.1 Später wurde die Burg weder für Feuerwaffen umgerüstet noch zum Wohnschloss umgebaut. Daher ist nach der Straße der Romanik viel Bausubstanz aus dieser Zeit erhalten.1
Zerstörung, Försterei und Verfall
Im Sächsischen Bruderkrieg von 1446 bis 1452 wurde die Burg größtenteils zerstört. Fast ein Jahrhundert später folgte ein Neubau, der als Försterei diente.2 Das Gebäude neben dem Tor der Vorburg wurde 1539/40 im Stil der Renaissance gebaut.1 Weil das übrige Burggelände lange ungenutzt blieb, verfiel die Anlage zusehends.2
Ausflugsziel und Sanierung
Um 1884 ist erstmals ein Gastbetrieb auf der Burg erwähnt. 1925 ging die Ruine in das Eigentum der Stadt Naumburg über. 1952 fand innerhalb der Mauern das erste Schönburgfest statt, das sich zu einem Anziehungspunkt für Besucher entwickelte.2
1991 wurde die Burg für Sanierungsarbeiten geschlossen. Am 29. Juni 1994 gründete sich der Heimatverein Schönburg. Im Jahr 2000 öffnete auf der Burg wieder eine Gaststätte.2
Chronik
1157 - 2000- um 1157ErsterwähnungErste Erwähnung der Burg2
- um 1230FertigstellungBau des Bergfrieds1
- 1446-1452ZerstörungIm Sächsischen Bruderkrieg größtenteils zerstört2
- 1539-1540FertigstellungBau der Försterei neben dem Tor der Vorburg im Stil der Renaissance1
- um 1884NutzungsänderungErste Erwähnung einer Gastwirtschaft auf der Burg2
- 1925BesitzwechselDie Burgruine geht in das Eigentum der Stadt Naumburg über2
- 1952NutzungsänderungErstes Schönburgfest in den Burgmauern2
- 1991RestaurierungSchließung der Burg für Sanierungsarbeiten2
- 29. Juni 1994NutzungsänderungGründung des Heimatvereins Schönburg2
- 2000NutzungsänderungWiedereröffnung einer Gaststätte auf der Burg2
Besitz und Herrschaft
- 1925Stadt Naumburg2Übergang an die Stadt Naumburg 1925
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Vorburg und Kernburg haben jeweils einen annähernd rechteckigen Grundriss. Im Zwinger zwischen beiden liegt ein Tor, in dessen Laibung romanische Ecksäulen stehen.1
Der Bergfried ist 32 Meter hoch und kann bestiegen werden. In der Turmstube befindet sich ein Kamin, ganz oben eine Wachstube.1 In der Kernburg steht nur noch ein Gebäude, das früher Gerichtshaus hieß. Heute trägt es den Namen Rittersaal, nach Angaben der Straße der Romanik finden dort Trauungen statt. Um Vor- und Kernburg sind die Wehrmauern zu großen Teilen erhalten.1
Umgebung und weitere Ziele
Rund 8 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schloss Neuenburg in Freyburg. Etwa 13 Kilometer Luftlinie sind es zur Rudelsburg und zur Burg Saaleck im Saaletal.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Burgenlandkreis, das ganze Land die Seite Sachsen-Anhalt.
Lage und Karte
51.1606° N · 11.8685° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
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Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- The SchönburgStraße der Romanik, Land Sachsen-Anhalt, abgerufen am 11.10.2026
- HistorischesHeimatverein Schönburg e. V., abgerufen am 11.10.2026
- Enno Bünz: Schönburg, Herren von, Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 399-401Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Schönburg (historic=castle) (Kartenobjekt way/180260225)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Radler59 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Schloss Neuenburg (Freyburg): Foto: Kora27 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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- Burg Querfurt: Foto: ErwinMeier · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Moritzburg (Halle): Foto: Romzig · CC0 · Wikimedia Commons