Burgenführer
Burgruine · Emmendingen · Baden-Württemberg

Hochburg

Burg der Markgrafen von Hachberg und Baden bei Emmendingen, im 16. und 17. Jahrhundert Schloss und Landesfestung, seit 1689 Ruine.

48.1167° N · 7.9006° E
Hochburg
HochburgFoto: Thomas Berwing · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Hochburg: tagsüber frei zugänglich, bei Dunkelheit und Gewitter bitte verlassenInnenburg: ganzjährig Mo-So und Feiertag 7-21 UhrMuseum: 1. April-31. Oktober, So und Feiertag 13-17 UhrEintritt: Besichtigung der Hochburg und des Museums kostenlos.Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine1, 2, 7Ruine
Gründung
11. Jahrhundert3, 7
Ort
Emmendingen11
Eigentümer
Land Baden-Württemberg15
Betreiber
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg; Verein zur Erhaltung der Ruine Hochburg e.V. (Pächter)1, 8, 10, 15
Besichtigung
frei zugänglich7, 8
Öffnungszeiten
Hochburg: tagsüber frei zugänglich, bei Dunkelheit und Gewitter bitte verlassen8Alle Angaben
Eintritt
Besichtigung der Hochburg und des Museums kostenlos.9
Koordinaten
48.1167, 7.90056
Inhalt 15 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Anfänge: die Burg Hachberg
  3. Die Markgrafen von Hachberg
  4. Schloss und Landesfestung
  5. Zerstörungen im 17. Jahrhundert
  6. Erhaltung seit 1971
  7. Chronik
  8. Architektur und Aufbau
  9. Besonderheiten
  10. Auf einen Blick
  11. Besichtigung
  12. Anreise
  13. Umgebung und weitere Ziele
  14. Lage und Karte
  15. Quellen
Lesezeit etwa 5 MinutenStand: Oktober 202618 Quellen

Die Hochburg ist eine Burg der Markgrafen von Baden, die im 16. und 17. Jahrhundert zu Schloss und Festung ausgebaut wurde und heute Ruine ist. Sie liegt am Fuß des Schwarzwalds, etwa 4 Kilometer östlich von Emmendingen.1, 7, 17 Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg nennen sie die größte Burgruine in Südbaden. Von Norden nach Süden erstreckt sich die Anlage über fast 250 Meter.1, 2 Die Ruine gehört dem Land Baden-Württemberg und ist an den Verein zur Erhaltung der Ruine Hochburg verpachtet.15

Geschichte

Anfänge: die Burg Hachberg

Die erste Burg entstand nach Angaben der Schlösserverwaltung im 11. Jahrhundert, gegründet wohl von Dietrich von Hachberg. Sie maß etwa 30 auf 30 Meter.3, 7 Von ihr sind heute nur noch ein Mauerrest am Boden und die Grundmauern des Küchenbaus zu sehen.3

Schriftlich greifbar wird die Burg Hachberg in der Gründungsnotiz des Klosters Tennenbach, die auf 1161 datiert ist. Danach wurde dem Kloster seine Grundausstattung auf der Burg übertragen. Seit dem 15. Jahrhundert hieß sie meist Hochburg.17 Der Hochburgverein spricht allgemein von einer ersten Erwähnung im 12. Jahrhundert.14

Die Markgrafen von Hachberg

Auf der Burg saß eine Nebenlinie des Hauses Baden, die auf Heinrich I. von Baden-Hachberg zurückgeht.6 Wann die Hachberger die Burg übernahmen, geben die Quellen unterschiedlich an. Die Zeittafel der Schlösserverwaltung nennt das 12. Jahrhundert, ihr Monumentflyer und der Hochburgverein das 13. Jahrhundert.4, 7, 14

Den mittelalterlichen Kern bildet die ovale Oberburg. Ihr runder Bergfried stammt nach den sorgfältig behauenen Buckelquadern aus der Stauferzeit. Bei einer Erweiterung im 13. Jahrhundert kam ein zweiter Bergfried hinzu.2, 3

1415 verkaufte Markgraf Otto II. von Hachberg, der hoch verschuldet war, die ganze Markgrafschaft Hachberg an Markgraf Bernhard I. von Baden.17

Schloss und Landesfestung

Im Bauernkrieg 1525 gelang es den Bauern nicht, die wehrhafte Anlage einzunehmen.4 Zum Schutz dienten zunächst Rondelle und hufeisenförmige Bastionen, die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden.5

Unter Markgraf Karl II. wurde aus der Adelsburg zugleich eine Festung und ein Schloss der Renaissance. Den Beginn datiert die Schlösserverwaltung unterschiedlich: Der Monumentflyer nennt "ab 1553", die Zeittafel "nach 1553", die Seite zur Festungsanlage 1556.4, 5, 7 Eine Zeichnung vom Anfang des 17. Jahrhunderts zeigt auf dem Berg einen mehrgeschossigen Renaissancebau. Zum Palas gehörte ein Großer Saal mit offenem Kamin. Reste der Wandvertäfelungen und Wappenkonsolen bewahrt das Museum.2, 3

1584 erhielt Markgraf Jakob III. bei der Teilung der Markgrafschaft Baden-Durlach die Herrschaft Hachberg. Er residierte zunächst auf der Hochburg, ab 1588 im neu eingerichteten Stadtschloss in Emmendingen.17

Um 1600 ließ Markgraf Georg Friedrich die Hochburg nach der modernen Befestigungslehre zur Landesfestung ausbauen. Dazu gehören die sieben Bastionen, die die Anlage sternförmig umgeben.5, 7 Für das 16. und 17. Jahrhundert bezeichnet die Schlösserverwaltung sie als größte Festung in Baden und als Verwaltungszentrum Südbadens.4

Zerstörungen im 17. Jahrhundert

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Hochburg 1636 gründlich zerstört.14 Nach der Anlagebeschreibung der Schlösserverwaltung ging damals ein zweiter Bergfried endgültig verloren.3 Nach Angaben des Hochburgvereins schloss Markgraf Friedrich VI. von Baden 1660 den Wiederaufbau ab. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Festung 1689 endgültig zerstört.14 Die Schlösserverwaltung fasst zusammen, sie sei kaiserlichen Truppen und den Truppen des Sonnenkönigs zum Opfer gefallen.4

Erhaltung seit 1971

1971 wurde der Verein zur Erhaltung der Ruine Hochburg gegründet. Zu Beginn befreite er das weite Ruinengelände von seinem waldartigen Bewuchs.15

1990 wurde im einstigen Wein- und Vorratskeller der Oberburg eine Ausstellung mit Fundstücken eröffnet.16 Seit 2007 ist der Verein Pächter der Ruine.15

Chronik

11. Jh. - 2007
  1. 11. JahrhundertGründungErste Burg, gegründet wohl von Dietrich von Hachberg3, 7
  2. 13. JahrhundertUmbauErweiterung mit einem zweiten Bergfried2
  3. 1415BesitzwechselMarkgraf Otto II. von Hachberg verkauft die Markgrafschaft Hachberg an Markgraf Bernhard I. von Baden17
  4. 1588NutzungsänderungMarkgraf Jakob III. verlegt seine Residenz von der Hochburg in das Emmendinger Stadtschloss17
  5. um 1600UmbauAusbau zur Landesfestung mit sieben Bastionen unter Markgraf Georg Friedrich5
  6. 1636ZerstörungIm Dreißigjährigen Krieg gründlich zerstört3, 14
  7. 1660WiederaufbauMarkgraf Friedrich VI. von Baden schließt den Wiederaufbau ab14
  8. 1689ZerstörungEndgültige Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg14
  9. 1971NutzungsänderungGründung des Vereins zur Erhaltung der Ruine Hochburg4, 15
  10. 1990NutzungsänderungEröffnung der Ausstellung im Keller der Oberburg16
  11. 2007NutzungsänderungDer Hochburgverein pachtet die Ruine15

Besitz und Herrschaft

  • seit 1415Markgrafen von Baden17durch Kauf der Markgrafschaft Hachberg
  • 2026Land Baden-Württemberg15Eigentümer, 2026 belegt

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Die Schlösserverwaltung beschreibt die Anlage in drei Ringen. Im inneren Ring sind Bergfried, Ringmauer und Halsgraben der ältesten Burg noch an den Ruinen ablesbar.2

Der zweite Ring umfasst Vorburg und Festungswerke. Vor dem einstigen Burggraben liegt das Hohe Werk, ein Artilleriebollwerk mit sechs Meter dicker Mauer. Im Unteren Burghof standen Schmiede und Gefängnis, außerdem gehörten das Haus des Burgvogts und das Herbsthaus zur Anlage.2, 3

Den äußeren Ring bilden die sieben Bastionen aus dem 17. Jahrhundert. Benannt sind sie überwiegend nach badischen Landesteilen: Sausenberg, Diana, S. Rudolf, Badenweiler, Baden, Hachberg und Rötteln. Zwischen 1673 und 1675 standen auf und in ihnen 30 Kanonen. Vom Meierhof der Burg ist noch der südöstliche Wehrturm erhalten.2

Besonderheiten

  • Gründungslegende: Ein Standbild Markgraf Karls II. trug eine Inschrift, nach der ein Hacho die Burg im Jahr 808 unter Karl dem Großen errichtet habe.4
  • Lenz und Goethe: Goethe und Jakob Michael Reinhold Lenz, die sich in Straßburg kennengelernt hatten, besuchten gemeinsam die Hochburg.6
  • Museum im Keller: Vier Vitrinen und eine Küchenecke zeigen Funde von der Burg, eine fünfte Vitrine erläutert die Geschichte der Anlage und ihrer Besitzer.16
Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
frei zugänglich7, 8
Öffnungszeiten
Hochburg: tagsüber frei zugänglich, bei Dunkelheit und Gewitter bitte verlassen
Innenburg: ganzjährig Mo-So und Feiertag 7-21 Uhr
Museum: 1. April-31. Oktober, So und Feiertag 13-17 Uhr8
Eintritt
Besichtigung der Hochburg und des Museums kostenlos.9
Führungen
Führungen durch Burg- und Festungsanlage und Museum durch den Verein zur Erhaltung der Ruine Hochburg e.V. für Schulklassen, Vereine und andere Gruppen. Termine nach Vereinbarung, Preis auf Anfrage. Auf Wunsch mit Burgführer in historischer Gewandung.10
Parken
Öffentliche, kostenlose Pkw-Parkplätze in Laufentfernung.11
Gastronomie
Vesperhütte des Hochburgvereins mit Snacks und Getränken.
Landgasthaus Waldschänke, Schlegelhof 6, Emmendingen, mit badisch-mediterraner Küche.13
Barrierefreiheit
nicht barrierefrei: Wegen der baulichen Gegebenheiten nicht barrierefrei zugänglich.12
Hunde
nur im Außenbereich: Hunde auf der Hochburg willkommen, Leinenpflicht. Im Museum kein Zutritt.12

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Die Ruine ist tagsüber frei zugänglich, der Besuch kostet nichts. Bei Dunkelheit und Gewitter soll sie verlassen werden.8, 9 Das Museum öffnet von April bis Oktober an Sonn- und Feiertagen nachmittags, ebenfalls ohne Eintritt.8, 9 Führungen für Gruppen und Schulklassen bietet der Hochburgverein nach Vereinbarung an, auf Wunsch mit Burgführer in historischer Gewandung.10

Ein Rundgang dauert nach Angaben der Schlösserverwaltung etwa zwei Stunden. Er beginnt an der Westseite beim Parkplatz der Domäne.2 Barrierefrei zugänglich ist die Hochburg nicht. Hunde sind an der Leine erlaubt, ins Museum dürfen sie nicht.12

Anreise

Über die A 5 zwischen Karlsruhe und Basel geht es bis zur Abfahrt Teningen und weiter nach Emmendingen, dort ist die Hochburg ausgeschildert. Vom Ortsausgang Windenreute ist die Ruine auf ihrer Anhöhe zu sehen. Kostenlose Parkplätze liegen in Laufentfernung.11

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Eine der Bastionen trägt den Namen Rötteln. Rund 56 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Burg Rötteln. Etwa 79 Kilometer Luftlinie sind es zur Festung Hohentwiel.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Emmendingen, das ganze Land die Seite Baden-Württemberg.

Lage und Karte

48.1167° N · 7.9006° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Hochburg bei EmmendingenStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  2. Die FestungStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  3. Die AnlageStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  4. MeilensteineStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  5. Die FestungsanlageStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  6. PersönlichkeitenStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  7. Hochburg bei Emmendingen. Das Monument im Überblick (Monumentflyer 2025/26)Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  8. ÖffnungszeitenStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  9. PreiseStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  10. FührungenStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  11. AnfahrtStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  12. HinweiseStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  13. GastronomieStaatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, abgerufen am 11.10.2026
  14. HochburgVerein zur Erhaltung der Ruine Hochburg e.V., abgerufen am 11.10.2026
  15. VereinVerein zur Erhaltung der Ruine Hochburg e.V., abgerufen am 11.10.2026
  16. MuseumVerein zur Erhaltung der Ruine Hochburg e.V., abgerufen am 11.10.2026
  17. Walter Deeters: Emmendingen, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, Bd. 15.I (2003), S. 180-181Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, abgerufen am 11.10.2026
  18. Hochburg (tourism=attraction, historic=castle, ruins) (Kartenobjekt way/161658948)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Thomas Berwing · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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