Burgenführer
Burgruine · Dortmund-Syburg · Nordrhein-Westfalen

Hohensyburg

Burgruine aus der Zeit um 1100 in der frühmittelalterlichen Sigiburg über der Ruhr, im Ortsteil Syburg der Stadt Dortmund.

51.4200° N · 7.4869° E
Hohensyburg
HohensyburgFoto: Slick · CC0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine1, 2, 4Ruine
Gründung
um 11001, 4
Ort
Dortmund-Syburg1, 2
Eigentümer
Landschaftsverband Westfalen-Lippe1
Koordinaten
51.42, 7.48694
Inhalt 13 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Vorgeschichte: die Sigiburg
  3. Entstehung der Steinburg
  4. Zerstörung und märkische Zeit
  5. Vincke, Provinz und Landschaftsverband
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Heutiger Zustand
  10. Besichtigung und Anreise
  11. Umgebung und weitere Ziele
  12. Lage und Karte
  13. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20265 Quellen

Die Hohensyburg ist die Ruine einer hochmittelalterlichen Steinburg im Dortmunder Ortsteil Syburg, gebaut innerhalb einer weit älteren Wallburg über der Ruhr. Eigentümer ist nach Angaben der Stadt Dortmund der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).1, 4 In der Nähe stehen der Vincketurm, die Kirche St. Peter und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.1

Geschichte

Vorgeschichte: die Sigiburg

Der Berg trug schon früh eine große Befestigung. Ihr Wall umschloss nach dem Denkmalheft der Stadt etwa zwölf Hektar, Alter und Ursprung der Anlage sind unbekannt. In schriftlichen Quellen erscheint sie gegen Ende des 8. Jahrhunderts als sächsische Burg mit dem Namen Sigiburg.2, 4

775 nahm Karl der Große die Sigiburg ein, im Jahr darauf versuchten die Sachsen mehrfach, sie zurückzugewinnen. Der LWL und die Stadt nennen die Einnahme ohne Vorbehalt, das Denkmalheft schreibt, Karl "soll" die Burg besetzt haben.1, 2, 4 Nach dem Fachbeitrag Kulturlandschaft sind von den frühmittelalterlichen Wällen und Gräben bedeutende Reste erhalten.3

Entstehung der Steinburg

Mitten in der alten Wallburg entstand im Hochmittelalter eine kleinere Burg aus Stein. Stadt und LWL datieren sie um 1100, das Denkmalheft wahrscheinlich an den Beginn des 12. Jahrhunderts. Nach der Stadt diente Ruhrsandstein als Baumaterial.1, 2, 4

Nach dem Fachbeitrag Kulturlandschaft war die Burg wahrscheinlich der Stammsitz der Herren von Syberg. Die Familie ist 1253 zum ersten Mal schriftlich belegt. Das Denkmalheft sieht in der Burg eine Sicherung des Übergangs über die Ruhr.2, 3

Zerstörung und märkische Zeit

Graf Eberhard von der Mark zerstörte die Burg um 1287/88 zum Teil. Das Denkmalheft schränkt ein, dass diese Nachricht aus Quellen des 17. und 18. Jahrhunderts stammt.1, 2 Danach wurde sie nach dem Denkmalheft zumindest teilweise wieder aufgebaut. 1496 und 1500 ist ein Gerd Spee als märkischer Verwalter genannt.2

Seit 1300 war die Burg nach Angaben der Stadt kaiserliches Lehen der Grafen von der Mark. Das Lehnsrecht kam 1609 an Brandenburg und später an Preußen.1 Laut LWL verlor die Befestigung im 14. Jahrhundert an Bedeutung, seit dem 17. Jahrhundert ist sie zerstört.4

Vincke, Provinz und Landschaftsverband

Im 19. Jahrhundert war die Ruine nach dem Denkmalheft wohl schon lange nicht mehr bewohnt. Als romantisches Motiv diente sie vielen Stichen und Beschreibungen als Vorlage. Der Berg wurde in dieser Zeit zum Ausflugsziel.2, 3

Ludwig von Vincke heiratete 1810 Eleonore von Syberg zum Busch. Von 1810 bis 1844 besaß er nach Angaben der Stadt die Ruine. Anschließend gehörte sie der Provinz Westfalen. Heute ist sie nach Angaben der Stadt im Besitz des LWL.1, 2

Um 1930 kam ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in die Ruine. Der Dortmunder Bildhauer Friedrich Bagdons zeigte einen Soldaten auf einer Totenbahre, zu seinen Füßen einen Adler mit ausgebreiteten Flügeln.2, 4

Chronik

775 - 1997
  1. 775NutzungsänderungKarl der Große nimmt die sächsische Sigiburg ein1, 4
  2. um 1100GründungBau einer Steinburg innerhalb der alten Wallburg1, 4
  3. 1253NutzungsänderungErste schriftliche Nennung der Herren von Syberg2, 3
  4. um 1287-1288ZerstörungTeilzerstörung durch Graf Eberhard von der Mark1, 2
  5. ab 1300BesitzwechselKaiserliches Lehen der Grafen von der Mark1
  6. 1609BesitzwechselDas Lehnsrecht geht an Brandenburg1
  7. 1810BesitzwechselLudwig von Vincke wird Besitzer der Ruine1, 2
  8. 1844BesitzwechselDie Ruine geht an die Provinz Westfalen1
  9. 1857NutzungsänderungEinweihung des Vincketurms auf dem Burgberg2
  10. um 1930NutzungsänderungGefallenendenkmal von Friedrich Bagdons in der Ruine2, 4
  11. 1997RestaurierungRestaurierungsarbeiten im Turm, Fund einer byzantinischen Münze2

Besitz und Herrschaft

  • ab 1300Grafen von der Mark1kaiserliches Lehen
  • ab 1609Brandenburg, später Preußen1Lehnsrecht
  • 1810-1844Ludwig von Vincke1Besitzer
  • ab 1844Provinz Westfalen1Besitzer
  • 2026Landschaftsverband Westfalen-Lippe1Eigentümer nach Angaben der Stadt Dortmund

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Die Kernburg war von einer rechteckigen Wehrmauer von rund 22 mal 45 Metern umgeben, davor lagen Gräben. Im Süden schützte der Steilhang des Sybergs die Anlage. In der Nordwest- und der Südostecke stand je ein Bergfried.2

Vom westlichen Turm sind nur Mauerreste übrig. Für den östlichen nimmt das Denkmalheft mindestens drei Geschosse an. Bei Restaurierungsarbeiten fand man 1997 in diesem Turm eine byzantinische Münze.2

In der Mitte steht ein Bruchsteinbau von knapp 20 Metern Länge und 10 Metern Breite, den das Denkmalheft als Zweikammerhaus deutet. In die Zwischenwand war ein Kamin eingelassen. Erhalten sind gotische Wandnischen mit Backsteinausmauerung.2

Besonderheiten

  • Vincketurm: Der achteckige Turm ehrt Ludwig von Vincke, den ersten Oberpräsidenten der Provinz Westfalen. Eingeweiht wurde er am 3. August 1857, 1955 wurde er restauriert. Die Stadt gibt seine Höhe mit 20 Metern an, das Denkmalheft mit 26 Metern.1, 2
  • St. Peter: Die Kirche liegt in der ehemaligen Vorburg und war früher Ziel einer regionalen Wallfahrt. Ihr Ursprung wird auf Karl den Großen zurückgeführt.1, 3
  • Kaiser-Wilhelm-Denkmal: Das Denkmal zur Reichsgründung von 1871 entstand nach Angaben der Stadt von 1893 bis 1902. 1935/36 wurde es in vereinfachter Form umgebaut.1

Heutiger Zustand

Von der Burg stehen Teile des Wohnbaus und des Bergfrieds sowie Reste von Mauer und Graben der Hauptburg.2, 4 Der Fachbeitrag Kulturlandschaft hebt den Wert des Geländes für die archäologische Forschung hervor. Gleich daneben steht ein modernes Casinogebäude.3

Besuch

Besichtigung und Anreise

Die Ruine liegt in der Grünanlage Hohensyburg, die sich von der Kirche St. Peter im Osten bis zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal im Westen zieht. Die Stadt nennt als Adresse Hohensyburgstraße 200 in Dortmund und verweist auf Kioske und Gastronomie im Park.1

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 10 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schloss Hohenlimburg in Hagen. Etwa 13 Kilometer Luftlinie sind es zur Burg Hardenstein, rund 19 Kilometer zur Burg Altena.

Weitere Anlagen in der Stadt zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser in Dortmund, das ganze Land die Seite Nordrhein-Westfalen.

Lage und Karte

51.4200° N · 7.4869° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Hohensyburg (Parks und Gärten in Dortmund)Stadt Dortmund, abgerufen am 11.10.2026
  2. Henriette Brink-Kloke, Elke Schneider: Ein Sonntagsspaziergang auf der Hohensyburg (Bausteine und Fundstücke, Dortmunder Denkmalhefte 12)Stadt Dortmund, Denkmalbehörde, abgerufen am 11.10.2026
  3. Hohensyburg in Syburg (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Ruhr 481)KuLaDig, LVR; nach LVR/LWL, Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Ruhr (2014), abgerufen am 11.10.2026
  4. Blick von der Syburg aufs Ruhrtal (Fremde Impulse)Landschaftsverband Westfalen-Lippe, abgerufen am 11.10.2026
  5. Burgruine Hohensyburg (Kartenobjekt way/26515686)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Slick · CC0 · Wikimedia Commons

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