Burg Hardenstein
Ruine einer Wasserburg an der Ruhr in Witten, 1345-1354 von Heinrich II. von Hardenberg erbaut, seit 1974 von den Burgfreunden gepflegt.

Steckbrief
- Gründung
- 1345-13541
- Kreis
- Ennepe-Ruhr-Kreis
- Bundesland
- Nordrhein-Westfalen
- Website
- burgfreunde-hardenstein.de6
- Koordinaten
- 51.42076, 7.30146
Inhalt 15 Abschnitte
Die Burg Hardenstein ist die Ruine einer früheren Wasserburg in Witten. Sie liegt am Ufer der Ruhr zwischen Witten und Herbede. Erhalten sind das Burghaus aus Ruhrsandstein mit zwei Flankierungstürmen und große Teile der Vorburgmauer.1 Die Ruine gehört nach Angaben der Burgfreunde Hardenstein einer Erbengemeinschaft, die Stadt Witten hat sie gepachtet. Der 1974 gegründete Verein kümmert sich um ihren Erhalt.1, 3
Entstehung: das Turmhaus der Hardenberger
Das Geschlecht der Hardenberger ist schon 1145 belegt, als die Brüder Herimann und Neveling von Hardenberg mehrfach als Zeugen auftraten. Ob Graf Eberhard II. von der Mark 1287 bei seinen Zügen gegen die Ruhrburgen auch den Hardenstein zerstörte, ist nach Angaben des Vereins nur möglich.2
Die heutige Burg entstand nach Angaben des Vereins zwischen 1345 und 1354 als Neubau. Heinrich II. von Hardenberg ließ ein zweigeschossiges, zum Teil unterkellertes Burghaus errichten. Es stand auf einem Felssporn, Wassergräben umgaben es auf allen Seiten.1 EBIDAT nimmt an, dass die Hardenberger wohl schon zwischen 1345 und 1347 mit dem Bau begannen. Darauf deute der Erwerb von Fischereirechten bei Berghausen an der Ruhr hin.9
Anlass war der Verkauf seiner Herrschaft Hardenberg bei Neviges an den Junggrafen Gerhard von Berg im Jahr 1354. Danach verlegte Heinrich seinen Sitz an die Ruhr. Direkt urkundlich genannt wird die Wasserburg erst 1363, und zwar über ihre heute verschwundene Antoniuskapelle.1, 2, 9
Ausbau um 1430/40
Nach Angaben des Vereins wurde das Burghaus um 1430/40 nach Süden erweitert. Zwei flankierende Türme und eine Schildmauer kamen hinzu. Bauherr war Robert Stael von Holstein, der Schwiegersohn des letzten Hardenbergers.1 EBIDAT datiert die Erweiterung mit den zwei Rundtürmen an den Ecken allgemein um die Mitte des 15. Jahrhunderts.9
Die Türme zeigen frühe Formen von Schlüsselscharten. Der Verein bringt die Erweiterung deshalb mit dem Aufkommen der Feuerwaffen in Verbindung. In einer dritten Bauphase erhielt die Hauptburg eine Vorburg mit Ringmauer, Toren und einem viereckigen Flankierungsturm.1
Besitzer und Erbgänge
1439 kam die Burg durch Heirat an die Stael von Holstein. 1529 heiratete Beatrix, die älteste Tochter Dietrich Stael von Holsteins, Heinrich von Brempt. So kam die Burg an die von Brempt. 1603 gelangte sie wieder durch eine Heirat an die Familie von Laer aus Menden.2, 9
Im Jahr 1700 erhielt Alexander von Spaen das Gut, er hatte Johanna von Laer geheiratet. 1787 verkaufte Agnes Gräfin von Nassau als Witwe das Rittergut an Freiherr Guilbert von Boenen. 1815 erbte es Graf Max Friedrich von Westerholt-Gysenberg.2
1902 kaufte Herr Dünkelberg vom Schloss Steinhausen in Witten den Hardenstein. Nach seinem Tod ging er durch Erbgang an die Familie Oberste-Frielinghaus über.2
Verfall zur Ruine
Schon im 16. Jahrhundert wohnte die Besitzerfamilie nur noch selten auf der Burg. Weil sie nicht mehr instand gehalten wurde, verfiel sie im 18. Jahrhundert zur Ruine. EBIDAT beschreibt sie für diese Zeit als ruinös und unbewohnt.1, 9 Das Jahrbuch des märkischen Heimatvereins beschrieb 1890 neben der Ruine nur noch ein ärmliches Bauernhaus.8
Die Burgfreunde und die Sicherung
Am 2. August 1974 gründete sich der Verein Burgfreunde Hardenstein, um die Ruine zu erhalten. Im selben Jahr pachtete die Stadt Herbede die Burg für ein Jahr. 1975 übernahm die Stadt Witten im Zuge der kommunalen Neuordnung die Pacht.2, 3, 9
Seit 1974 legt der Verein die Mauerreste frei. Die erste Phase mit der Sicherung und dem teilweisen Wiederaufmauern war 1980 weitgehend abgeschlossen.3
Chronik
1345 - 1975- 1345-1354GründungNeubau als Turmhaus unter Heinrich II. von Hardenberg1
- 1354NutzungsänderungHeinrich II. von Hardenberg verkauft die Herrschaft Hardenberg und verlegt seinen Sitz nach Hardenstein2
- 1363ErsterwähnungErste direkte urkundliche Nennung, über die Antoniuskapelle1, 9
- um 1430-1440UmbauErweiterung nach Süden mit zwei Flankierungstürmen und Schildmauer durch Robert Stael von Holstein1
- 1439BesitzwechselDurch Heirat an die Stael von Holstein2, 9
- 1529BesitzwechselDurch Heirat an die von Brempt2, 9
- 1603BesitzwechselDurch Heirat an die Familie von Laer2, 9
- 1700BesitzwechselDurch Heirat an Alexander von Spaen2
- 18. JahrhundertZerstörungVerfall zur Ruine mangels Bauunterhaltung1, 9
- 1787BesitzwechselVerkauf des Ritterguts an Freiherr Guilbert von Boenen2
- 1815BesitzwechselDurch Erbgang an Graf Max Friedrich von Westerholt-Gysenberg2
- um 1875UmbauBrunnen in der Vorburg beim Bau der Bergisch-Märkischen Eisenbahn1
- 1902BesitzwechselKauf durch Herrn Dünkelberg vom Schloss Steinhausen2
- 1974NutzungsänderungDie Stadt Herbede pachtet die Burgruine für ein Jahr2
- 1974-1980RestaurierungAusgrabung, Sicherung und teilweise Aufmauerung, erste Phase 1980 weitgehend abgeschlossen3
- 2. August 1974NutzungsänderungGründung des Vereins Burgfreunde Hardenstein3
- 1975NutzungsänderungDie Stadt Witten übernimmt die Pacht2
Besitz und Herrschaft
- 1345-1439Herren von Hardenberg1, 2, 9Bauherren, ab 1354 Sitz Heinrichs II.
- 1439-1529Stael von Holstein2, 9durch Heirat
- 1529-1603von Brempt2, 9durch Heirat der Beatrix Stael von Holstein
- 1603-1700Familie von Laer2durch Heirat
- ab 1700Alexander von Spaen2durch Heirat mit Johanna von Laer
- 1787-1815Freiherr Guilbert von Boenen2durch Kauf
- ab 1815Graf Max Friedrich von Westerholt-Gysenberg2durch Erbgang
- ab 1902Dünkelberg auf Schloss Steinhausen2durch Kauf
- 2026Erbengemeinschaft Frielinghaus1, 2Eigentümerin, 2026 belegt
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Die Ruine besteht aus Ruhrsandstein. Im Hauptgebäude sind innen noch mehrere Kaminanlagen zu sehen. Von der Vorburg stehen große Teile der Ringmauer, zwei Tore und der viereckige Flankierungsturm.1
Der Wassergraben zwischen Haupt- und Vorburg ist heute zugeschüttet.1
Besonderheiten
- Pulverkammer: Im Südostturm fand man eine Lade oder Pulverkammer und Steinkugeln. Sie stützen nach Angaben des Vereins die Datierung der Türme in die frühe Feuerwaffenzeit.1
- Brunnen: Beim Bau der Bergisch-Märkischen Eisenbahn um 1875 musste in der Vorburg ein Brunnen angelegt werden. 1945 traf eine Fliegerbombe den Vorburghof, später wurde der Brunnen zugeschüttet.1
- Goldemar: Nach der Sage lebte vor mehr als 600 Jahren der Zwergenkönig Goldemar auf der Burg. Solange er dort wohnte, ging es Hardenstein gut. Danach sollte die Burg so unglücklich werden, wie sie zuvor glücklich gewesen war.5 Das Jahrbuch von 1890 verbindet die Burg in der Sage auch mit den Nibelungen.8
Heutiger Zustand
Die Burg ist eine gepflegte Ruine. Eigentümerin ist laut Verein die Erbengemeinschaft Frielinghaus, Pächterin die Stadt Witten.1, 9 Die Stadtwerke Witten sorgen für die abendliche Beleuchtung, die Wartung und die Instandhaltung.6
Besuch auf einen Blick
- Hunde
- nur im Außenbereich: Auf dem Gelände der Burgruine Hunde an der Leine führen (Hinweis der Burgfreunde Hardenstein, undatiert).4
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Für Besucher des Geländes gelten Regeln des Vereins: Grillen und private Feste sind verboten, ebenso Zelten, Lagern und offene Feuerstellen. Hunde gehören an die Leine, Reiten ist nicht erlaubt. Veranstaltungen brauchen die ausdrückliche Erlaubnis der Stadt Witten und des Vereins.4
Das Archiv der Burgfreunde liegt in der Wilhelmschule in Herbede, Wilhelmstraße 4. Den kleinen Ausstellungsraum kann man nach Voranmeldung besichtigen.3 Zur Sammlung gehören laut Vereinsseite ein Burgmodell sowie Funde aus Keramik, Metall und Stein.7
Umgebung und weitere Ziele
Rund 4 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Haus Kemnade, ebenfalls an der Ruhr. Etwa 29 Kilometer Luftlinie entfernt stehen die Burg Vondern und die Burg Altena.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Ennepe-Ruhr-Kreis, das ganze Land die Seite Nordrhein-Westfalen.
Lage und Karte
51.4208° N · 7.3015° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
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Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- BaugeschichteBurgfreunde Hardenstein e.V., abgerufen am 11.10.2026
- BesitzergeschichteBurgfreunde Hardenstein e.V., abgerufen am 11.10.2026
- VereinBurgfreunde Hardenstein e.V., abgerufen am 11.10.2026
- Wichtiger HinweisBurgfreunde Hardenstein e.V., abgerufen am 11.10.2026
- GoldemarBurgfreunde Hardenstein e.V., abgerufen am 11.10.2026
- Burgfreunde Hardenstein e.V.Burgfreunde Hardenstein e.V., abgerufen am 11.10.2026
- MuseumBurgfreunde Hardenstein e.V., abgerufen am 11.10.2026
- Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatskunde in der Grafschaft Mark, 3. Jahrgang 1888-89 (1890), Text zu unseren BildernVerein für Orts- und Heimatskunde in der Grafschaft Mark, Digitalisat ULB Düsseldorf, abgerufen am 11.10.2026
- Hardenstein (Jens Friedhoff, Tim Bunte)EBIDAT, Burgendatenbank des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 11.10.2026
- Burgruine Hardenstein (Kartenobjekt way/90645470)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: DiAuras · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Haus Kemnade: Foto: YvoBentele · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Isenburg (Hattingen): Foto: André Schäfer · CC BY-SA 2.0 · Wikimedia Commons
- Hohensyburg: Foto: Slick · CC0 · Wikimedia Commons
- Neue Isenburg: Foto: Островский Александр, Киев · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons