Schloss Callenberg
Schlossanlage bei Coburg, aus einer mittelalterlichen Burg hervorgegangen, bis 1945 Sommerresidenz der Coburger Herzöge.

Steckbrief
- Typ
- Schloss3vollständig erhalten
- Baustil
- Neugotik1
- Denkmalstatus
- Baudenkmal (D-4-63-000-581)3
- Ort
- Coburg3
- Kreis
- Coburg (Stadt)
- Bundesland
- Bayern
- Öffnungszeiten
- Donnerstag bis Sonntag und Feiertage, 11-17 Uhr (19. März-8. November 2026)7Alle Angaben
- Eintritt
- Erwachsene 9 €4Alle Angaben
- Website
- schloss-callenberg.com7
- Koordinaten
- 50.2778, 10.9228
Inhalt 15 Abschnitte
- Überblick
- Entstehung: Burg der Edelfreien und Henneberger
- Umbau unter Johann Casimir
- Sachsen-Meiningen, Rückkehr der Coburger und das 19. Jahrhundert
- Sommerresidenz bis 1945
- Chronik
- Architektur und Aufbau
- Besonderheiten
- Heutiger Zustand
- Auf einen Blick
- Besichtigung
- Anreise
- Umgebung und weitere Ziele
- Lage und Karte
- Quellen
Schloss Callenberg ist eine Schlossanlage nordwestlich von Coburg, die aus einer mittelalterlichen Burg hervorging. Sie gliedert sich in Unterschloss, Oberschloss und Schlosskirche und wird von einem Landschaftspark umgeben. Im Schloss sind der Herzogliche Kunstbesitz und das Deutsche Schützenmuseum zu sehen.1, 2, 3, 6, 8
Entstehung: Burg der Edelfreien und Henneberger
Die älteste Nennung betrifft einen Thiemo de Chalwinberch, der 1122 urkundlich auftaucht. Das edelfreie Geschlecht ist nach Angaben der Betreiberseite bis 1231 auf Callenberg nachweisbar. Ulrich III., der letzte ansässige Edelfreie, verkaufte die Burg in diesem Jahr an das Bistum Würzburg. 1232 gehörte sie bereits Graf Poppo VII. von Henneberg.1, 2
1313 erwarb der Ritter Hermann Hunt von Sternberg die Burg von Graf Berthold VII. von Henneberg. Die Sternberger hielten sie als Lehen. 1588 starb der letzte Sternberger Lehnsmann. Das Lehen fiel danach an Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg zurück.1, 2
Umbau unter Johann Casimir
Der Kern der Anlage stammt nach dem Landesamt für Denkmalpflege aus dem 12. bis 16. Jahrhundert. Unter Herzog Johann Casimir wurde die Gesamtanlage 1610-18 umgebaut, nach dem Landesamt wohl von Peter Sengelaub. Aus denselben Jahren stammt die Schlosskirche, eine Hallenkirche mit Emporen, die Jobst Müller 1610-18 baute. Ihr Kellerraum ist aus Sandsteinquadern gemauert und ist nach dem Landesamt vielleicht eine ehemalige Burgkapelle des 12. oder 13. Jahrhunderts.3
Sachsen-Meiningen, Rückkehr der Coburger und das 19. Jahrhundert
Nach der Betreiberseite gehörte die Anlage bis 1825 den Herzögen von Sachsen-Meiningen. 1826 kamen die Coburger Herzöge wieder in den Besitz.1, 2
Das Oberschloss führt die Denkmalliste als Bau von Sebastian Eckardt aus den Jahren 1827-30. Für die Renovierungen unter Herzog Ernst I. nennt sie 1827-30 und 1842-44. Die Betreiberseite datiert den Abschluss des Neubaus auf 1831 und nennt dafür "wohl" Carl Alexander von Heideloff als Planer.1, 3
Unter Herzog Ernst II. wurde das Unterschloss im neugotischen Stil umgestaltet. Der Betreiber nennt dafür die Jahre 1856/57, im Denkmalverzeichnis trägt der Umbau die Jahreszahl 1857, und die Renovierungen unter Ernst II. reichen dort von 1856 bis 1860 (Georg Konrad Rothbart). Parallel entstand 1827-1863 der englische Landschaftsgarten, der Teil des früheren Wildparks war.1, 3
Sommerresidenz bis 1945
Die Coburger Herzöge nutzten Schloss Callenberg bis 1945 als Sommerresidenz.1, 2
Chronik
1122 - 2004- 1122ErsterwähnungEin Thiemo de Chalwinberch wird urkundlich genannt1, 2
- 1231BesitzwechselUlrich III. verkauft die Burg an das Bistum Würzburg2
- 1313BesitzwechselRitter Hermann Hunt von Sternberg erwirbt die Burg von Graf Berthold VII. von Henneberg2
- 1588BesitzwechselHeimfall des Lehens an Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg nach dem Tod des letzten Sternberger Lehnsmanns1, 2
- 1610-1618UmbauUmbau der Gesamtanlage unter Herzog Johann Casimir, wohl durch Peter Sengelaub3
- 1610-1618UmbauBau der Schlosskirche als Hallenkirche mit Emporen durch Jobst Müller3
- 1826BesitzwechselDie Coburger Herzöge werden wieder Eigentümer des Schlosses1, 2
- 1827-1830UmbauBau des Oberschlosses und Renovierung unter Herzog Ernst I.3
- 1856-1857UmbauNeugotische Umgestaltung des Unterschlosses unter Herzog Ernst II.1, 2
- bis 1945NutzungsänderungEnde der Nutzung als Sommerresidenz der Coburger Herzöge1, 2
- ab 1998NutzungsänderungDer Herzogliche Kunstbesitz wird im Schloss gezeigt1, 2
- Mai 2004NutzungsänderungEröffnung des Deutschen Schützenmuseums9
Besitz und Herrschaft
- 1122-1231Edelfreie von Chalwinberch1, 2auf Callenberg ansässiges Geschlecht, zuletzt Ulrich III.
- 1231-1232Bistum Würzburg2Kauf von Ulrich III.
- 1232Graf Poppo VII. von Henneberg1Besitzer
- 1313-1588Ritter von Sternberg2Lehen, erworben von Graf Berthold VII. von Henneberg
- ab 1588Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg1, 2Heimfall des offenen Lehens
- ab 1826Coburger Herzöge1, 2wieder Herren des Schlosses
- 2026Privatbesitz1, 2Privateigentum, 2026 belegt
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Das Unterschloss ist ein viergeschossiger Satteldachbau des 15. und 16. Jahrhunderts mit älterem Kern. Beim Umbau von 1857 erhielt es polygonale Spitztürmchen und einen Erker mit Altane. Der dreigeschossige Nordwestflügel stammt ebenfalls aus dem 15. und 16. Jahrhundert und hat einen älteren Kern. Er trägt einen dreiseitigen Erker und ein Rundbogenportal.3
Das Oberschloss entstand 1827-30 als zweigeschossiger Satteldachbau mit Zwerchgiebel. Polygonale Ecktürmchen und ein Balkonvorbau prägen den Bau. Im Terrassengarten des 19. Jahrhunderts steht ein Brunnen mit Bronzefiguren von W. Menzner aus dem Jahr 1930.3
Die Denkmalliste führt außerdem Wirtschaftshof, ehemaliges Schlossgasthaus und weitere Nebengebäude als eigene Einträge. Sie sind nicht Teil dieses Eintrags.3
Besonderheiten
- Herzoglicher Kunstbesitz: Seit 1998 zeigt das Schloss die Sammlung des Herzoglichen Kunstbesitzes mit Möbeln, Gemälden, Porzellan, Kunstgewerbe und Waffen aus vier Jahrhunderten.1
- Deutsches Schützenmuseum: Es wurde im Mai 2004 eröffnet und befindet sich nach Angaben des Deutschen Schützenbundes im Westflügel. Der Verband verweist auf die Verbindung zur Sommerresidenz Herzog Ernsts II., der 1861 zu seinen Gründern zählte.8, 9
- Queen Victoria: Die Betreiberseite verweist auf einen Tagebucheintrag der Queen, in dem sie auf Callenberg einen guten Tee erwartete.1
Heutiger Zustand
Die Anlage besteht heute aus Unterschloss, Oberschloss, Schlosskirche, Terrassengärten und Landschaftspark. Daneben sind mittelalterliche Mauerreste erhalten, auch in den Terrassengärten.3
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Öffnungszeiten
- Donnerstag bis Sonntag und Feiertage, 11-17 Uhr (19. März-8. November 2026)
Ab 12. November 2026: 11-16 Uhr7 - Eintritt
- Erwachsene 9 €
Gruppen ab 10 Personen 8 € pro Person
Studierende und Menschen mit Beeinträchtigung 5 €
Schulklassen 3 € pro Person
Familienkarte 20 €, Kinder unter 6 Jahren frei
Deutsches Schützenmuseum und Sonderausstellungen im Schlosseintritt enthalten (Saison 2025/2026)4 - Führungen
- Schlossführungen an Sonn- und Feiertagen um 14 Uhr, jederzeit nach Voranmeldung. Führungen im Deutschen Schützenmuseum werden beim Deutschen Schützenbund gebucht.4, 7
- Parken
- Kostenloser Parkplatz direkt unterhalb des Schlosses für Pkw und Reisebusse. Menschen mit Behinderung können nach Anruf beim Schlossteam bis zum Schloss fahren.5
- Bus und Bahn
- ICE-Halt Lichtenfels, von dort Regionalzug nach Coburg.6
- Barrierefreiheit
- teilweise: Aufzug zum Herzoglichen Kunstbesitz, zu den Sonderausstellungen und zu den Räumen der Beletage. Der Rote Salon und der Rosengarten sind nur über einige Stufen erreichbar. Das Deutsche Schützenmuseum hat einen Personenaufzug.5
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Das Schloss ist von Donnerstag bis Sonntag sowie an Feiertagen geöffnet. Führungen finden nach der Betreiberseite an Sonn- und Feiertagen um 14 Uhr statt und sind jederzeit nach Voranmeldung möglich. Der Eintritt ins Schützenmuseum und in die Sonderausstellungen ist im Schlosseintritt enthalten. Details stehen im Besuchskasten.4, 7
Ein Aufzug erschließt nach Angaben des Betreibers den Herzoglichen Kunstbesitz, die Sonderausstellungen und die Räume der Beletage. Der Rote Salon und der Rosengarten sind nur über einige Stufen erreichbar.5
Anreise
Unterhalb des Schlosses gibt es einen kostenlosen Parkplatz für Pkw und Reisebusse. Menschen mit Behinderung dürfen nach Anmeldung bis zum Schloss fahren. Als Bahnanreise nennt der Betreiber den ICE-Halt Lichtenfels und von dort den Regionalzug nach Coburg.5, 6
Umgebung und weitere Ziele
Rund 4 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Veste Coburg, etwa 3,8 Kilometer entfernt das Schloss Ehrenburg. Das Schloss Rosenau folgt in rund 7 Kilometern Luftlinie.
Weitere Anlagen in der Stadt zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser in Coburg, das ganze Land die Seite Bayern.
Lage und Karte
50.2778° N · 10.9228° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Burgen und Schlösser in der Nähe
- Schloss Ehrenburg 3,8 km
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Geschichte von Schloss CallenbergSchloss Callenberg (Betreiberseite), abgerufen am 18.10.2026
- Castle HistorySchloss Callenberg (Betreiberseite), abgerufen am 18.10.2026
- Denkmalliste Coburg, Eintrag D-4-63-000-581Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 18.10.2026
- BesucherinfosSchloss Callenberg (Betreiberseite), abgerufen am 18.10.2026
- Parken / Zufahrt für BehinderteSchloss Callenberg (Betreiberseite), abgerufen am 18.10.2026
- AnfahrtSchloss Callenberg (Betreiberseite), abgerufen am 18.10.2026
- Schloss Callenberg, StartseiteSchloss Callenberg (Betreiberseite), abgerufen am 18.10.2026
- Rundgang, Deutsches SchützenmuseumDeutscher Schützenbund, abgerufen am 18.10.2026
- Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha und der Deutsche Schützenbund (DSB), 17.11.2015Digitales Stadtgedächtnis Coburg, abgerufen am 18.10.2026
- Schloss Callenberg (Kartenobjekt node/5362979095 + way/92245972)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 18.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Reinhold Möller · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Weitere Burgen und Schlösser in Bayern
Schloss · 3,8 kmSchloss Ehrenburg
Burg · 4,4 kmVeste Coburg
Schloss · 7,5 kmSchloss Rosenau
Burgruine · 20,4 kmBurg Rotenhan
Bildnachweise
- Schloss Ehrenburg: Foto: Foto: Störfix, Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 de · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
- Veste Coburg: Foto: Reinhold Möller (Ermell) · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Rosenau: Foto: Vitold Muratov · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Rotenhan: Foto: ermell · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons