Schloss Rosenau
Neugotisch umgebauter Sommersitz der Coburger Herzöge in Rödental, Geburtsort von Prinz Albert, mit Landschaftspark und Glasmuseum.

Steckbrief
- Gründung
- 15. Jahrhundert2
- Denkmalstatus
- Baudenkmal (D-4-73-159-23)3
- Kreis
- Landkreis Coburg
- Bundesland
- Bayern
- Betreiber
- Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen1
- Besichtigung
- nur mit Führung1
- Öffnungszeiten
- April-4. Oktober: 9-18 Uhr, letzte Führung 17 Uhr1Alle Angaben
- Eintritt
- 6 €, ermäßigt 5 €1Alle Angaben
- Website
- schloesser.bayern.de1
- Koordinaten
- 50.29794, 11.02305
Inhalt 15 Abschnitte
Schloss Rosenau in Rödental im Landkreis Coburg ist ein im frühen 19. Jahrhundert neugotisch umgebauter Sommersitz der Coburger Herzöge. Es steht nordöstlich von Coburg in einem Landschaftspark, in dem seit 2008 auch das Europäische Museum für Modernes Glas liegt.1 Bekannt ist die Rosenau als Geburtsort von Prinz Albert, dem Gemahl der britischen Queen Victoria.1, 2 Nach Angaben der Stadt Rödental kaufte der Freistaat Bayern Schloss und Park 1972.2
Vom Rittersitz zum herzoglichen Besitz
Die Anfänge reichen nach Angaben der Stadt Rödental bis ins 15. Jahrhundert. Damals gehörte das Anwesen den Rittern von Rosenau, die es 1704 an Freiherr Ferdinand Adam von Pernau verkaufen mussten. Nach dessen Tod kaufte Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg den Besitz. 1805 ging das Anwesen durch Verkauf an Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld.2
Die Schlösserverwaltung beschreibt den erworbenen Bau als einen "im Kern noch mittelalterlichen Ansitz der Herren von Rosenau". Der Kauf geschah nach ihren Angaben auf Drängen des Erbprinzen Ernst.1 Die Denkmalliste datiert das Hauptgebäude ins 16. Jahrhundert. Rundturm und Reste der Ringmauer ordnet sie der Befestigung einer spätmittelalterlichen Burganlage zu.3
Neugotischer Umbau unter Ernst I.
Nach seinem Regierungsantritt ließ Ernst den verfallenen Bau neugotisch umgestalten. Er wollte einen Sommersitz nach den romantischen Idealen seiner Zeit, das mittelalterliche Aussehen sollte wieder aufleben.1 Für den Beginn der Arbeiten nennen die Quellen verschiedene Jahre. Die Schlösserverwaltung gibt 1808 an, die Stadt Rödental 1806. Die Denkmalliste nennt 1809 für das Hauptgebäude und 1808 für den Rundturm.1, 2, 3
Auch Schinkels Anteil wird unterschiedlich dargestellt. Nach der Schlösserverwaltung gab der damals junge Karl Friedrich Schinkel erste Anregungen für Spitzbögen und Maßwerk. Die Stadt Rödental schreibt ihm die Pläne zu.1, 2 Den Park legte man nach Angaben der Stadt neu als englischen Landschaftsgarten an, die Denkmalliste datiert ihn um 1820.2, 3
1817 war der Umbau vollendet. Gefeiert wurde das zur Hochzeit Ernsts mit Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg: mit einem Ritterturnier auf den Wiesen vor dem Schloss und mit Kostümbällen im Marmorsaal.1
Prinz Albert und Queen Victoria
1819 wurde Prinz Albert auf der Rosenau geboren, nach der Schlösserverwaltung als zweitältester Sohn Herzog Ernsts I.1, 2 1845 kam er mit Queen Victoria zu Besuch. In ihren Erinnerungen hielt die Königin fest: "Wäre ich nicht, was ich bin, hätte ich hier mein wirkliches Zuhause."1
Nutzungen im 20. Jahrhundert
Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Rosenau an die Coburger Landesstiftung über.2
Ab 1941 war im Schloss der weibliche Arbeitsdienst untergebracht, 1945 nutzten es amerikanische Dienststellen. Von 1946 bis 1948 bestand hier ein Erholungsheim für Heimatvertriebene. Danach diente das Haus fast zwanzig Jahre als Altenheim des Landkreises Coburg. 1972 kaufte der Freistaat Bayern Schloss und Park und ließ das Schloss nach Angaben der Stadt sehr aufwendig restaurieren.2
Chronik
15. Jh. - 2008- 15. JahrhundertGründungAnfänge des Anwesens, Besitz der Ritter von Rosenau2
- 1704BesitzwechselDie Ritter von Rosenau verkaufen an Freiherr Ferdinand Adam von Pernau2
- 1805BesitzwechselHerzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld erwirbt den Ansitz1, 2
- 1808-1809UmbauNeugotischer Ausbau des Rundturms, der sogenannten Prinzessinnenküche3
- 1817FertigstellungAbschluss des neugotischen Umbaus1, 2, 3
- 1819NutzungsänderungGeburt von Prinz Albert im Schloss2
- um 1820BaubeginnAnlage des Landschaftsparks im englischen Stil3
- 1821-1822FertigstellungBau des klassizistischen Teehauses im Park3
- 1845NutzungsänderungBesuch von Prinz Albert und Queen Victoria1
- 1847FertigstellungPferdestall im Ökonomiehof3
- nach 1918BesitzwechselNach dem Ersten Weltkrieg an die Coburger Landesstiftung2
- ab 1941NutzungsänderungUnterkunft des weiblichen Arbeitsdienstes2
- 1945NutzungsänderungNutzung durch amerikanische Dienststellen2
- 1946-1948NutzungsänderungErholungsheim für Heimatvertriebene2
- nach 1948NutzungsänderungFast zwanzig Jahre Altenheim des Landkreises Coburg2
- 1972BesitzwechselDer Freistaat Bayern kauft Schloss und Park2
- nach 1972RestaurierungAufwendige Restaurierung durch den Freistaat Bayern2
- 2008NutzungsänderungEröffnung des Europäischen Museums für Modernes Glas im Park1, 2
Besitz und Herrschaft
- bis 1704Ritter von Rosenau2Besitz seit dem 15. Jahrhundert, 1704 Verkauf
- ab 1704Freiherr Ferdinand Adam von Pernau2Kauf 1704
- bis 1805Herzöge von Sachsen-Gotha-Altenburg2Kauf durch Herzog Friedrich II. nach Pernaus Tod, 1805 Verkauf
- ab 1805Herzöge von Sachsen-Coburg-Saalfeld1, 2Kauf durch Herzog Franz Friedrich Anton
- bis 1972Coburger Landesstiftung2Übernahme nach dem Ersten Weltkrieg
- ab 1972Freistaat Bayern2Kauf von Schloss und Park
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Ausstattung
Das Hauptgebäude ist nach der Denkmalliste ein Satteldachbau mit Treppengiebeln und einem vorgesetzten Rundturm, der "Prinzessinnenküche" genannt wird. Auf der Ostseite liegt eine Terrasse mit neugotischen Brüstungen, auf der Nordseite eine Terrasse mit Spolien und Brunnen. Erhalten sind Reste der Ringmauer mit einem Turmstumpf.3
Innen prägen kräftig farbige neugotische Wandmalereien die Wohn- und Gesellschaftsräume. Dazu kommen schwarz gebeizte, polierte Wiener Biedermeiermöbel, die nach der Schlösserverwaltung im Original erhalten sind. Die Einrichtung sollte fürstlichen Glanz mit ländlicher Einfachheit verbinden.1 Von der Aussichtsterrasse mit Blumenparterre, Brunnen und Balustrade geht der Blick ins Itztal.1
Park und Nebengebäude
- Landschaftspark: Die Schlösserverwaltung sieht im Park Züge des englischen Landschaftsgartens und romantische Elemente. Die Denkmalliste nennt Teiche, eine Felsengrotte und historische Steinbänke.1, 3
- Turniersäule: Der neugotische Sandsteinpfeiler mit Wappenschilden und Sonnenuhr stammt aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts. Er steht rund 250 Meter nördlich des Schlosses auf einem Hügel.3
- Eremitage: Östlich unterhalb des Schlosses verbirgt sich hinter einer neugotischen Fassade aus dem frühen 19. Jahrhundert ein Eiskeller.3
- Teehaus: Die dreiteilige klassizistische Anlage entstand 1821-22 und wird heute als Parkrestaurant genutzt.1, 3
- Orangerie und Glasmuseum: Die klassizistische Orangerie wird um 1800 datiert. Gegenüber eröffnete 2008 das Europäische Museum für Modernes Glas, gebaut mit Unterstützung des Coburger Mäzens Otto Waldrich.2, 3
- Rastergarten: Der neu angelegte Garten zeichnet die Grundstruktur des früheren herrschaftlichen Küchengartens nach.1
Heutiger Zustand
Das Schloss ist mit Ausstattung erhalten und wird von der Bayerischen Schlösserverwaltung gezeigt. Im Ökonomiehof stehen das Kastellanhaus mit dem ehemaligen Marstall und ein Pferdestall von 1847, dazu kommt ein Kavaliershaus um 1867. Die Denkmalliste führt Schloss, Park und Nebengebäude als eigene Baudenkmäler. Als Bodendenkmal erfasst sind archäologische Befunde, darunter solche der mittelalterlichen Vorgängerburg.1, 3
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Besichtigung
- nur mit Führung1
- Öffnungszeiten
- April-4. Oktober: 9-18 Uhr, letzte Führung 17 Uhr
5. Oktober-März: 10-16 Uhr, letzte Führung 15 Uhr
Montags geschlossen (außer 6. Januar, Ostermontag, Pfingstmontag)
Geschlossen am 1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember1 - Eintritt
- 6 €, ermäßigt 5 €
Kombikarte Schloss Ehrenburg und Schloss Rosenau 10 €, ermäßigt 8 €
Verbundkarte "Rosenau" 9 €
Verbundkarte "Coburg" (Schloss Ehrenburg, Veste Coburg, Glasmuseum im Park Rosenau, Schloss Rosenau, Naturkunde-Museum Coburg) 16 €
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei (Preise 2026)1 - Führungen
- Besichtigung nur mit Führung, Beginn zu jeder vollen Stunde.1
- Parken
- 70 Parkplätze und 5 Busstellplätze. 3 Behindertenstellplätze am Parkplatz des Europäischen Museums für Modernes Glas im Park. Parkplatz nahe dem Parkrestaurant (Parkgebühr).1, 4
- Bus und Bahn
- Bahn bis Rödental, vom Bahnhof etwa 30 Minuten zu Fuß.1
- Fußweg
- Vom Bahnhof Rödental etwa 30 Minuten.
Vom Parkplatz des Glasmuseums ca. 350 m stufenlos (Asphalt und Pflaster, leichte Steigung im letzten Teil) zum Besucherzentrum (Kasse).
Vom Besucherzentrum ca. 100 m stufenlos (Granitpflaster) mit mehr als 6 % Steigung zum Schloss.1, 4 - Gastronomie
- Parkrestaurant im ehemaligen Teehaus im Park.1
- Familien
- Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr frei (Preise 2026).1
- Barrierefreiheit
- nicht barrierefrei: Die Räume im Schloss sind nur über Treppen zugänglich, im Eingangsbereich führt eine Treppe mit 9 Stufen zum Marmorsaal; mit dem Rollstuhl nicht möglich. Toiletten im Besucherzentrum während der Öffnungszeiten. Park bis auf wenige Ausnahmen gut befahrbar.4
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Das Schloss ist nur mit Führung zu sehen, sie beginnt jeweils zur vollen Stunde. Kombikarten gibt es mit Schloss Ehrenburg und dem Glasmuseum, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.1 Die Räume sind nur über Treppen erreichbar, mit dem Rollstuhl ist ein Besuch nicht möglich.4
Anreise
Für Besucher gibt es 70 Parkplätze und 5 Busstellplätze. Mit der Bahn fährt man bis Rödental, vom Bahnhof sind es etwa 30 Minuten zu Fuß.1 Drei Behindertenparkplätze liegen am Parkplatz des Glasmuseums. Von dort sind es rund 350 Meter auf stufenlosem Weg zum Besucherzentrum, dann etwa 100 Meter Granitpflaster mit mehr als 6 Prozent Steigung zum Schloss.4
Umgebung und weitere Ziele
Rund 4,8 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Veste Coburg. Etwa 5,9 Kilometer sind es zum Schloss Ehrenburg, das die Schlösserverwaltung mit der Rosenau in einer Kombikarte anbietet.1 Rund 21 Kilometer Luftlinie entfernt steht die Veste Heldburg.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Coburg, das ganze Land die Seite Bayern.
Lage und Karte
50.2979° N · 11.0230° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Burgen und Schlösser in der Nähe
- Schloss Ehrenburg 5,9 km
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Schloss Rosenau - RödentalBayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, abgerufen am 17.10.2026
- Sehenswürdigkeiten: Schloss RosenauStadt Rödental, abgerufen am 17.10.2026
- Denkmalliste Rödental (Stand 10.09.2026), Einträge D-4-73-159-23 bis -32Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 17.10.2026
- Barrierefreiheit: Schloss und Park RosenauBayerische Schlösserverwaltung, Schlösser Coburg, abgerufen am 17.10.2026
- Schloss Rosenau (Kartenobjekt way/93094828)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 17.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Vitold Muratov · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Veste Coburg: Foto: Reinhold Möller (Ermell) · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Ehrenburg: Foto: Foto: Störfix, Lizenz: Creative Commons by-sa 3.0 de · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
- Schloss Callenberg: Foto: Reinhold Möller · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Rotenhan: Foto: ermell · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons