Schloss Charlottenburg
Schloss Charlottenburg ist Berlins größte Schlossanlage. Geschichte, Porzellankabinett, Goldene Galerie, Schlossgarten, Öffnungszeiten und Anfahrt.

Steckbrief
- Typ
- Schloss
- Erste Erwähnung / Bau
- 1791
- Baustil
- Barockarchitektur, klassizistische Architektur, Rokoko
- Denkmalstatus
- Denkmalensemble, Kulturdenkmal in Berlin, Gesamtanlage
- Ort
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Kreis
- Berlin (Stadt)
- Bundesland
- Berlin
- Nächste größere Stadt
- Berlin5,9 km
- Website
- www.spsg.de
- Koordinaten
- 52.52111, 13.29583
Inhalt 13 Abschnitte
- Überblick
- Lietzenburg: ein Sommerhaus für Sophie Charlotte
- Vom Landsitz zur Königsresidenz
- Der Neue Flügel Friedrichs des Großen
- Langhans, Schinkel und Königin Luise
- Zerstörung und Wiederaufbau
- Was man heute sieht
- Öffnungszeiten und Eintritt
- Anfahrt und Parken
- Barrierefreiheit
- Tipps für den Besuch
- Lage und Umgebung
- Quellen
Schloss Charlottenburg ist die größte und bedeutendste Schlossanlage Berlins. Aus einem kleinen Sommerhaus für die Kurfürstin Sophie Charlotte wuchs im Lauf von rund 100 Jahren ein Ensemble aus Schloss, Nebengebäuden und einem weitläufigen Garten, in dem Kurfürsten, preußische Könige und deutsche Kaiser ihre Spuren hinterlassen haben. Wer heute durch die Räume geht, sieht barocke Prunkzimmer, das berühmte Porzellankabinett und mit der Goldenen Galerie einen der schönsten Rokokosäle Europas. Der Schlossgarten mit Belvedere, Mausoleum und Neuem Pavillon ist frei zugänglich und macht den Besuch zu einem ganzen Tagesprogramm.
Lietzenburg: ein Sommerhaus für Sophie Charlotte
Die Geschichte beginnt 1695 vor den Toren Berlins, nahe dem Dorf Lietzow. Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg ließ für seine Frau Sophie Charlotte ein Sommerschloss errichten. Die Pläne stammten von Johann Arnold Nering. Am 11. Juli 1699, dem Geburtstag des Kurfürsten, wurde der zunächst recht bescheidene Bau eingeweiht. Er hieß nach dem nahen Dorf Lietzenburg.
Zeitgleich mit dem Schloss entstand der Garten. Sophie Charlotte holte dafür Siméon Godeau, einen Schüler des Versailler Hofgärtners André Le Nôtre. Nach Angaben der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sollte so der modernste Garten im deutschsprachigen Raum entstehen, im barocken französischen Stil Le Nôtres.
Vom Landsitz zur Königsresidenz
Mit der Krönung Friedrichs zum König in Preußen 1701, nun als Friedrich I., wuchs auch der Anspruch an das Schloss. Es folgten große Erweiterungen und Umbauten. In dieser Zeit entstanden die barocken Innenräume, die heute als Kern des Alten Schlosses gelten: das Porzellankabinett, die Schlosskapelle und das Paradeschlafzimmer des Königs.
Sophie Charlotte erlebte die Vollendung nicht mehr. Sie starb am 1. Februar 1705. Zu ihrem Andenken erhielten Schloss und Ort den Namen Charlottenburg. Zwischen 1709 und 1712 prägte der Architekt Eosander von Göthe das Bild des Schlosses entscheidend: Er baute den Mittelteil aus und setzte die markante Kuppel auf. Auf der Westseite kamen die Orangerie und die Kapelle hinzu.
Sophie Charlotte liebte Porzellan, und nach dem Rundgang der Stiftung in Leichter Sprache hatte sie sich das Porzellankabinett selbst ausgedacht. Fertig sah sie es allerdings nicht mehr. Die Sammelleidenschaft für Porzellan blieb dem Haus erhalten und prägt Charlottenburg bis heute.
Der Neue Flügel Friedrichs des Großen
Nach seinem Regierungsantritt 1740 ließ Friedrich II. das Schloss um einen langen Ostflügel erweitern. Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff entwarf den sogenannten Neuen Flügel mit großen Festsälen und königlichen Wohnungen. Die Goldene Galerie und der Weiße Saal gehören nach Einschätzung der Schlösserstiftung zu den schönsten Schöpfungen des Rokoko in Europa.
Auch seine Nachfolger Friedrich Wilhelm II. und Friedrich Wilhelm III. richteten sich hier Wohnungen ein, jeweils im Geschmack ihrer Zeit. So entstanden Räume im chinesischen, etruskischen und klassizistischen Stil.
Langhans, Schinkel und Königin Luise
Unter Friedrich Wilhelm II. kam Carl Gotthard Langhans zum Zug. 1788 entstand im Garten das Belvedere, ein kleines Gartenschloss im Übergang vom Spätbarock zum Klassizismus. Zwischen 1788 und 1791 baute Langhans außerdem ein Theater an den Westflügel an.
Königin Luise, die Frau Friedrich Wilhelms III., bewohnte die früheren Winterkammern ihres Schwiegervaters im Neuen Flügel. Ihr Schlafzimmer gestaltete 1810 Karl Friedrich Schinkel. Im selben Jahr starb die Königin am 19. Juli. Der König ließ für sie im Garten ein Mausoleum errichten, nach Entwürfen von Heinrich Gentz und in Absprache mit Schinkel. Das Marmorgrabmal schuf Christian Daniel Rauch zwischen 1811 und 1814. Später wurde das Mausoleum zweimal erweitert, zuletzt Ende des 19. Jahrhunderts für die Gräber Kaiser Wilhelms I. und Kaiserin Augustas.
Für sich selbst ließ Friedrich Wilhelm III. 1824/25 von Schinkel ein kleines Sommerhaus östlich des Schlosses bauen, den heutigen Neuen Pavillon. Schon seit dem späten 18. Jahrhundert hatten die Nachfolger Friedrichs des Großen den Garten nach englischem Vorbild in einen Landschaftspark verwandelt, dessen Grundzüge bis heute erhalten sind.
Zerstörung und Wiederaufbau
Am 23. November 1943 traf ein Luftangriff das Schloss schwer, die Kuppel stürzte ein. Auch der Neue Flügel und der Neue Pavillon wurden weitgehend zerstört. Ab 1948 setzte sich vor allem die Direktorin Margarete Kühn für den Wiederaufbau ein. Viele barocke Innenräume konnten weitgehend in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt werden.
1952 wurde im Ehrenhof das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten aufgestellt, ein Werk Andreas Schlüters aus dem Jahr 1696. Seit 1956 steht auf der Kuppel wieder eine vergoldete Fortuna, rund 4,50 Meter hoch, nach einem Entwurf von Richard Scheibe. Der Neue Pavillon wurde 1970 als Museum wiedereröffnet.
Was man heute sieht
Das Alte Schloss zeigt die barocken Paradeappartements Friedrichs I. und Sophie Charlottes: Zimmerfluchten mit Deckengemälden, das Porzellankabinett, die Schlosskapelle, die mit Eichenholz getäfelte Alte Galerie und die Schlafzimmer des Königspaares. Im Obergeschoss sind Kronjuwelen und das Tafelsilber der Hohenzollern ausgestellt.
Im Neuen Flügel liegen die Goldene Galerie, der Weiße Saal und die Wohnungen späterer Könige, darunter das Schlafzimmer der Königin Luise. Außerdem besitzt das Schloss eine der größten Sammlungen französischer Malerei des 18. Jahrhunderts außerhalb Frankreichs, mit Hauptwerken von Antoine Watteau.
Der rund 55 Hektar große Schlossgarten verbindet ein rekonstruiertes Barockparterre direkt am Schloss mit einem Landschaftspark samt Karpfenteich. Im Belvedere ist Porzellan der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin zu sehen, im Neuen Pavillon Kunst der Schinkelzeit, unter anderem von Caspar David Friedrich und Carl Blechen.
Öffnungszeiten und Eintritt
| April bis Oktober | Dienstag bis Sonntag 10-17:30 Uhr |
| November und Dezember | Dienstag bis Sonntag 10-16:30 Uhr |
| Ruhetag | Montag |
| Letzter Einlass | 30 Minuten vor Schließung |
| Altes Schloss oder Neuer Flügel | je 12 €, ermäßigt 8 € |
| charlottenburg+ (alle Häuser, ein Tag) | 19 €, ermäßigt 14 € |
| charlottenburg+ Familie | 45 € |
| Schlossgarten | täglich ab 8 Uhr bis zur Dämmerung, Eintritt frei |
An Heiligabend und am 1. Weihnachtstag bleibt das Schloss geschlossen, an Silvester ist es bis 14 Uhr geöffnet. Das Ticket charlottenburg+ gilt an einem Tag für je einen Besuch aller Häuser der Stiftung im Schlossgarten, Sonderausstellungen eingeschlossen. Ein Multimedia-Rundgang ist über die kostenlose App "Sanssouci" in zehn Sprachen verfügbar, dazu kommen Führungen auf Deutsch und Englisch. Tickets lassen sich online über die Stiftung buchen.
Anfahrt und Parken
Das Schloss liegt am Spandauer Damm 10-22 in 14059 Berlin. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt man zur Haltestelle "Schloss Charlottenburg". Für Pkw und Busse gibt es gebührenpflichtige Stellplätze.
Barrierefreiheit
Die Stiftung stuft das Schloss als bedingt rollstuhlgeeignet ein. Im Rahmen der Kennzeichnung "Barrierefreiheit geprüft" (Zeitraum März 2023 bis Februar 2026) wurden Altes Schloss, Neuer Flügel und Neuer Pavillon als teilweise barrierefrei für Menschen mit Geh- und Sehbehinderung, für Rollstuhlfahrer und für blinde Menschen eingestuft. Assistenzhunde sind willkommen, Kinderwagen dürfen aus konservatorischen Gründen nicht in die Ausstellungsräume. Der Schlossgarten ist rollstuhlgerecht.
Tipps für den Besuch
- Kombiticket: Wer Altes Schloss und Neuen Flügel sehen möchte, fährt mit charlottenburg+ günstiger als mit zwei Einzeltickets.
- Zeit einplanen: Für beide Schlossteile und einen Gartenrundgang sollte man einen halben bis ganzen Tag rechnen.
- App vorab laden: Die App "Sanssouci" lässt sich schon zu Hause installieren, das spart Zeit vor Ort.
- Garten zum Schluss: Der Park ist bis zur Dämmerung geöffnet und bietet sich nach der Besichtigung für einen Spaziergang zum Belvedere an.
- Montags meiden: Dann sind die Schlossräume geschlossen, nur der Garten ist zugänglich.
Lage und Umgebung
52.5211° N · 13.2958° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Burgen und Schlösser in der Nähe
- Schloss Bellevue (Berlin) 3,9 km
Quellen
Stand 09/2026Quellen der Redaktion
- spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/schloss-charlottenburg-altes-schloss/
- spsg.de/en/palaces-gardens/object/charlottenburg-palace-old-palace
- spsg.de/en/palaces-gardens/object/charlottenburg-palace-new-wing
- spsg.de/en/palaces-gardens/object/charlottenburg-palace-gardens
- spsg.de/en/press-photo-film/press-material-palaces-gardens-foundation/berlin/press-material-charlottenburg-palace
- spsg.de/en/press-photo-film/press-material-palaces-gardens-foundation/berlin/press-material-charlottenburg-garden-with-belvedere-mausoleum-and-new-pavilion
- spsg.de/schloesser-gaerten/leichte-sprache-schloss-charlottenburg
- spsg.de/schloesser-gaerten/barrierefreiheit
- spsg.de/schloesser-gaerten/oeffnungszeiten
- spsg.de/en/palaces-and-gardens/offer/entrance-charlottenburg-palace-highlights-old-palace
- de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Charlottenburg
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: abbilder · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
Weitere Burgen und Schlösser in Berlin
Bildnachweise
- Schloss Bellevue (Berlin): Foto: W. Bulach · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Berliner Schloss: Foto: Königlich Preußische Messbildanstalt · Public domain · Wikimedia Commons

