Schloss Königs Wusterhausen
Schloss in Königs Wusterhausen, aus einer mittelalterlichen Burg hervorgegangen und Herbstresidenz Friedrich Wilhelms I., heute Museum.

Steckbrief
- Denkmalstatus
- Bodendenkmal (Nr. 12338)6
- Ort
- Königs Wusterhausen1
- Bundesland
- Brandenburg
- Besichtigung
- nur mit Führung1
- Öffnungszeiten
- April-Oktober: Di-So 10-17.30 Uhr, Montag geschlossen1Alle Angaben
- Eintritt
- Einzelticket 8 €, ermäßigt 6 €. Familienticket "Mark Brandenburg Palaces" 16 € (bis zu 2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder bis 18 Jahre). Freier Eintritt mit Jahreskarte.1
- Koordinaten
- 52.2983, 13.625
Inhalt 15 Abschnitte
- Überblick
- Entstehung: von der Burg zum Schloss
- Friedrich Wilhelm I. und die Jagdresidenz
- Nach 1740: Verfall und Wiederbelebung
- Museum, Nachkriegsnutzung und Wiedereröffnung
- Chronik
- Architektur und Aufbau
- Besonderheiten
- Heutiger Zustand
- Auf einen Blick
- Besichtigung
- Anreise
- Umgebung und weitere Ziele
- Lage und Karte
- Quellen
Das Schloss in Königs Wusterhausen, Landkreis Dahme-Spreewald, entstand aus einer mittelalterlichen Burganlage. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten führt es als Jagdschloss. Friedrich Wilhelm I., der spätere preußische König, verbrachte hier nach Angaben der Stiftung die Herbstmonate.1, 2 Die Stiftung zeigt im Schloss Ausstellungsräume, zur Anlage gehört ein Park.1
Entstehung: von der Burg zum Schloss
Die Schlossanlage ist aus dem mittelalterlichen "Castrum wusterhuse" hervorgegangen. Der heutige Bau zeigt im Kern die Gestalt der Renaissance des ausgehenden 16. Jahrhunderts.2 Die Denkmalliste des Landes führt in der Gemarkung ein Bodendenkmal "Schloss Neuzeit, Burg deutsches Mittelalter".6
Friedrich Wilhelm I. und die Jagdresidenz
Nach der Darstellung der Stadt schenkten ihm seine Eltern das Anwesen zu Weihnachten, als er zehn Jahre alt war. Die Tourismusgesellschaft des Landes nennt 1698 als Beginn seines Besitzes.4, 5 Das Datenblatt der Schlösserstiftung führt die Jahre 1698 bis 1740 als Zeit, in der das Schloss bevorzugter Aufenthaltsort des Kronprinzen und späteren Königs war.2
Später verbrachte er mit der Familie nach Angaben der Stiftung den August bis November in Königs Wusterhausen und machte das Schloss zu seiner Herbstresidenz. Von hier aus ging er nach Angaben der Stiftung seinen Regierungspflichten und seiner Jagdleidenschaft nach.1 Die Tourismusgesellschaft spricht von Sommersitz und Jagdresidenz.5 Hier begann er nach Angaben der Stiftung, ein großes Heer aufzustellen, dessen Soldaten als "Lange Kerls" bekannt wurden.1
Nach 1740: Verfall und Wiederbelebung
Mit dem Tod des Königs 1740 begann nach Angaben der Stadt der Verfall. Im 19. Jahrhundert nahmen Friedrich Wilhelm IV. und danach Kaiser Wilhelm I. das Schloss wieder in Gebrauch.3 Das Datenblatt der Stiftung führt die Jahre 1863 bis 1918 als Zeit des königlich-kaiserlichen Jagdschlosses der Hohenzollern. Die Stadt datiert die letzte Hofjagd unter Wilhelm II. auf 1913.2, 3
Museum, Nachkriegsnutzung und Wiedereröffnung
Nach dem Ende der Monarchie wurde das Schloss Museum. Die Stadt nennt dafür 1927 und gibt an, dass es bis zum Zweiten Weltkrieg Museumsschloss blieb. Das Datenblatt der Stiftung spricht von einem Museum der preußischen Schlösserverwaltung ab 1926.2, 3
Zwischen 1945 und 1991 diente das Gebäude als Schule, Kaserne und Verwaltungsgebäude.2 Nach der Darstellung der Stadt waren es nacheinander die sowjetische Militärverwaltung, eine Berufsschule der Finanzverwaltung und eine sowjetische Nachrichteneinheit. Ab 1964 saß hier der Rat des Kreises.3
Von 1966 bis 1968 wurden die Fassaden vollständig neu mit Kalkzementputz versehen, der nach Einschätzung der Stiftung den alten Eindruck verwischte.2 1991 wurde das Dach neu gedeckt. Die ungeklärte Eigentumsfrage bremste danach die weiteren Arbeiten. Im Februar 1998 erfolgte die endgültige Übertragung der Liegenschaft an die Stiftung.2
1999 rekonstruierte man unter anderem das hölzerne Giebeldreieck über dem Eingang am Turm. Am 30. September 2000 eröffnete das Schlossmuseum, die Stadt spricht von einer Wiedereröffnung nach umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten.2, 3
Chronik
1698 - 2000- 1698BesitzwechselDer spätere König Friedrich Wilhelm I. erhält als Zehnjähriger das Anwesen5
- 1698-1740NutzungsänderungBevorzugter Aufenthaltsort des Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm I.2
- nach 1740NutzungsänderungNach dem Tod des Königs verwahrlost das Schloss3
- 1863-1918NutzungsänderungKöniglich-kaiserliches Jagdschloss der Hohenzollern2
- 1913NutzungsänderungLetzte Hofjagd unter Kaiser Wilhelm II.3
- 1945-1991NutzungsänderungNutzung als Schule, Kaserne und Verwaltungsgebäude2
- 1964NutzungsänderungDer Rat des Kreises zieht ins Schloss3
- 1966-1968RestaurierungInstandsetzung, Fassaden erhalten einen kompletten Neuverputz2
- Februar 1998BesitzwechselEndgültige Übertragung der Liegenschaft an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten2
- 1999RestaurierungRekonstruktion des hölzernen Giebeldreiecks über dem Eingang am Turm2
- 30. September 2000NutzungsänderungEröffnung des Schlossmuseums nach umfangreicher Sanierung2, 3
Besitz und Herrschaft
- ab 1698Friedrich Wilhelm I.5Erhält das Anwesen als Zehnjähriger, später König von Preußen
- ab 1998Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg2Übertragung der Liegenschaft
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Zum Schloss gehört ein Turm, der ein Treppenturm mit Wendeltreppe ist. Seine Spitze, eine schiefergedeckte Schweifhaube, hatte im Lauf der Zeit mehrere Formen.2 Archäologische Suchgrabungen sollten den Standort der ehemaligen Brücke zur Schlossinsel klären. 2000 wurde der angedeutete Schlossgraben ausgehoben. Zur Anlage zählen außerdem ein Kastellanhaus und der Park.2
Im späten 16. Jahrhundert wurde ein Renaissancegarten angelegt, in der Zeit Friedrich Wilhelms I. (1698-1740) ein Barockgarten. Peter Joseph Lennés Verschönerungsplan von 1832 blieb unverwirklicht. 1969 wurde am Rand des Gartens ein Stadtpark neu angelegt, 1999 fiel die Entscheidung, die barocken Grundstrukturen wiederherzustellen.2 Nach Angaben der Stiftung ist die barocke Grundstruktur des Gartens heute vollständig wiederhergestellt.1
Besonderheiten
- Tabakskollegium: Abends versammelte der König nach Angaben der Stiftung sein "Tobacco Club" genanntes Kollegium zu politischen Gesprächen in geselliger Runde.1
- Gemälde des Königs: Zu den Ausstellungsstücken gehören nach der Stiftung vierzig vom König selbst gemalte Werke.1
- Name der Stadt: Die Stadt führt ihren königlichen Namen auf Friedrich Wilhelm I. zurück. Nach der Stadtseite erhielt der Ort mit seiner Thronbesteigung 1713 den Zusatz, die Tourismusgesellschaft nennt 1718 für die Umbenennung von Wendisch Wusterhausen.4, 5
Heutiger Zustand
Das Schloss ist nach der Stadt als Museumsschloss für Besucher zugänglich. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten betreibt die Anlage.1, 3
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Besichtigung
- nur mit Führung1
- Öffnungszeiten
- April-Oktober: Di-So 10-17.30 Uhr, Montag geschlossen
November-März: Sa und So 10-16 Uhr, Montag bis Freitag geschlossen
Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung; an Feiertagen gelten die Wochenendzeiten, sofern nicht anders angegeben
Sonderzeiten: 24.12.2026 und 25.12.2026 geschlossen, 26.12.2026 10-16 Uhr, 31.12.2026 geschlossen, 01.01.2027 11-16 Uhr
Park: ab 8 Uhr bis zur Dämmerung
Stand: Angaben der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, abgerufen am 18.10.20261 - Eintritt
- Einzelticket 8 €, ermäßigt 6 €. Familienticket "Mark Brandenburg Palaces" 16 € (bis zu 2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder bis 18 Jahre). Freier Eintritt mit Jahreskarte.1
- Führungen
- Besichtigung mit Führung auf Deutsch, Informationen in anderen Sprachen verfügbar, Wartezeiten möglich.1
- Parken
- Sehr wenige Parkplätze.1
- Bus und Bahn
- Haltestelle "Königs Wusterhausen, Schloß".1
- Barrierefreiheit
- nicht barrierefrei: Die Ausstellungsräume sind für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich. Kinderwagen sind in den Ausstellungsräumen aus Gründen der Erhaltung nicht möglich.1
- Hunde
- nur im Außenbereich: Assistenzhunde sind willkommen. Im Park bitte Hunde an kurzer Leine führen und Hinterlassenschaften entfernen.1
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Die Räume werden nach Angaben der Stiftung im Rahmen einer Führung auf Deutsch besichtigt, Informationen in anderen Sprachen sind verfügbar, Wartezeiten sind möglich. Die Ausstellungsräume sind für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich. Der Park ist ab 8 Uhr bis zur Dämmerung geöffnet. Zeiten und Preise stehen im Besuchskasten.1
Anreise
Als Haltestelle nennt die Stiftung "Königs Wusterhausen, Schloß". Parkplätze gibt es nach ihren Angaben nur sehr wenige.1
Umgebung und weitere Ziele
Rund 17 Kilometer Luftlinie nördlich liegt Schloss Köpenick. Etwa 29 Kilometer Luftlinie nordwestlich steht das Berliner Schloss, 31 Kilometer Luftlinie entfernt das Jagdschloss Grunewald.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Dahme-Spreewald, das ganze Land die Seite Brandenburg.
Lage und Karte
52.2983° N · 13.6250° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Burgen und Schlösser in der Nähe
- Schloss Köpenick 16,6 km
- Burg Storkow 21,6 km
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Königs Wusterhausen Hunting Lodge & GardenStiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, abgerufen am 18.10.2026
- Schloss und Park Königs Wusterhausen (Datenblatt, Stand 30.06.2016)Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, abgerufen am 18.10.2026
- Schloss Königs WusterhausenStadt Königs Wusterhausen, abgerufen am 18.10.2026
- Stadt entdeckenStadt Königs Wusterhausen, abgerufen am 18.10.2026
- Königs WusterhausenTMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, abgerufen am 18.10.2026
- Denkmalliste des Landes Brandenburg, Landkreis Dahme-Spreewald (Stand 01.01.2026)Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, abgerufen am 18.10.2026
- Jagdschloss (Kartenobjekt way/24336890)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 18.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: V.Boldychev · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Burg Storkow: Foto: A.Savin · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Jagdschloss Stern: Foto: Suse · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Babelsberg: Foto: Raimond Spekking & Superbass · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Sacrow: Foto: A.Savin · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons