Veste Otzberg
Burg der Reichsabtei Fulda auf einem Basaltkegel im Odenwald, später Festung und Staatsgefängnis, mit dem Bergfried "Weiße Rübe".

Steckbrief
- Typ
- Burg1teilweise erhalten
- Erste Erwähnung
- 12311
- Gründung
- nach 12201
- Ort
- Otzberg2
- Bundesland
- Hessen
- Eigentümer
- Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (wirtschaftliches Eigentum)4
- Besichtigung
- nur von außen2
- Öffnungszeiten
- Burghof wegen Sanierung bis auf Weiteres nur eingeschränkt zugänglich2Alle Angaben
- Website
- schloesser-hessen.de1
- Koordinaten
- 49.8197, 8.91083
Inhalt 14 Abschnitte
Die Veste Otzberg ist eine Burg auf einem Basaltkegel im Vorderen Odenwald, knapp 25 Kilometer südöstlich von Darmstadt in der Gemeinde Otzberg. Die Reichsabtei Fulda ließ sie nach 1220 errichten, später diente sie als Festung, Kaserne und Staatsgefängnis.1 Aus der Bauzeit steht nur noch der gedrungene Bergfried, der wegen seines hellen Putzes "Weiße Rübe" heißt. Betreut wird die Anlage von den Staatlichen Schlössern und Gärten Hessen, zurzeit wird sie saniert.2, 3, 4
Entstehung unter der Reichsabtei Fulda
Nach den Staatlichen Schlössern und Gärten Hessen begann die Reichsabtei Fulda nach 1220 mit dem Bau. Urkundlich genannt wird die Veste erstmals 1231.1
Anders als viele Adelsburgen war Otzberg kein Wohnsitz einer Besitzerfamilie. Hier saßen Burgmannen, die die Anlage sichern und im Ernstfall verteidigen sollten.1
Pfalzgrafen, Hanau und Hessen-Darmstadt
In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Herren der Burg mehrmals. Die Pfalzgrafen bei Rhein und die Grafen von Hanau nutzten sie zeitweise als Festung.1
Bis 1618 wurde die Anlage mehrfach erweitert. Im Dreißigjährigen Krieg belagerten Truppen der katholischen Liga die Festung, 1622 gab die Besatzung auf.1
Seit 1803 gehörte Otzberg endgültig zu Hessen-Darmstadt. Die Gebäude wurden nun als Kaserne und als Staatsgefängnis genutzt. 1826 riss man zahlreiche Bauten ab, danach verfiel die Festung.1
Chronik
1220 - 2024- nach 1220GründungErrichtung durch die Reichsabtei Fulda1
- 1231ErsterwähnungErste urkundliche Erwähnung1
- 14. JahrhundertUmbauAnlage des mindestens 50 Meter tiefen Brunnens1
- 1. Hälfte 16. JahrhundertUmbauVerstärkung der inneren Mauer; Wappen des Pfalzgrafen bei Rhein mit der Jahreszahl 1518 an der Nordseite1
- 1574FertigstellungBau des Kommandantenhauses1
- bis 1618UmbauMehrfache Erweiterung der Veste1
- 1622NutzungsänderungNach Belagerung durch Truppen der katholischen Liga kapituliert die Besatzung1
- 1803BesitzwechselDie Veste gehört endgültig zu Hessen-Darmstadt, Nutzung als Kaserne und Staatsgefängnis1
- 1826ZerstörungAbbruch zahlreicher Bauten, danach Verfall1
- ab 2024RestaurierungNächste Sanierungsetappe, das Areal soll ab Frühjahr vorerst geschlossen werden4
Besitz und Herrschaft
- ab 1803Hessen-Darmstadt1Landesherrschaft, endgültig seit 1803
- 2024Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen4wirtschaftlicher Eigentümer, als solcher 2024 belegt
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Der Grundriss ist oval und folgt der Form des Berges. Markantester Bau ist der Bergfried, 17 Meter hoch bei 10 Metern Durchmesser. Etwas jünger ist der Brunnen aus dem 14. Jahrhundert, er reicht mindestens 50 Meter tief.1
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die innere Mauer verstärkt. An ihrer Nordseite sitzt ein Wappen des Pfalzgrafen bei Rhein mit der Jahreszahl 1518. Die äußere Ringmauer entstand im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert, ein Torbau verbindet beide Mauerringe.1
Entlang der inneren Ringmauer stehen die Ruine einer zweigeschossigen Kaserne und das Kommandantenhaus von 1574, in dem der Festungskommandant wohnte. Das Bandhaus war nach der Schlösserverwaltung wohl ursprünglich Wohnbau und Fruchtspeicher. Sein Keller reicht noch ins 15. Jahrhundert zurück.1
Besonderheiten
- Weiße Rübe: Den Spitznamen verdankt der Bergfried seiner leicht nach oben verjüngten Form und dem hellen Verputz.1
- Aussicht: Nach der Gemeinde Otzberg reicht der Blick vom Bergfried weit über den Odenwald.5
- Kommandantengarten: Das Konzept des Biergartens greift nach dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen den historischen Kommandantengarten auf, der nachweislich jahrhundertelang an dieser Stelle lag.3
- Trauort: Nach Angaben der Gemeinde sind ab dem 1. Juli 2026 wieder Trauungen auf der Veste vorgesehen, das Trauzimmer soll künftig im Kommandantenhaus liegen.6
Sanierung
Wirtschaftlich gehört die Veste dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), für Denkmalpflege und Vermittlung sind die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen zuständig. Ab Frühjahr 2024 sollte das Areal für die nächste Sanierungsetappe vorerst geschlossen werden. Angekündigt waren unter anderem Arbeiten am Korporalshaus sowie ein Bistro bzw. Café mit Veranstaltungsraum im Bandhaus.4
Im Februar 2026 meldete der LBIH, dass das Frisch- und Abwassernetz aller Gebäude samt Elektrik und neuem Trafogebäude vollständig erneuert sei. Insgesamt will das Land Hessen rund 13 Millionen Euro investieren. Die Arbeiten im Inneren sollen nach damaliger Planung Ende 2027 fertig sein.3 Die Gemeinde nennt ebenfalls 2027 als Ende der Sanierung.6
Heutiger Zustand
Erhalten sind die beiden Mauerringe mit Torbau, der Bergfried, das Kommandantenhaus, das Bandhaus und die Kasernenruine. Viele andere Bauten gingen beim Abbruch von 1826 verloren.1 Für Sommer 2026 kündigten LBIH und Gemeinde die Öffnung des vorderen Bereichs mit Biergarten und Trauzimmer an.3, 6
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Besichtigung
- nur von außen2
- Öffnungszeiten
- Burghof wegen Sanierung bis auf Weiteres nur eingeschränkt zugänglich
Besuch freitags, samstags und sonntags bei guter Witterung, sofern Kiosk und Biergarten geöffnet sind (Stand 10/2026)2 - Gastronomie
- Kiosk und Biergarten; während der Öffnungszeiten der Gastronomie Toilettenanlage (Stand 10/2026)2
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Wegen der Sanierung ist der Burghof bis auf Weiteres nur teilweise zugänglich. Besuche sind freitags bis sonntags bei gutem Wetter möglich, wenn Kiosk und Biergarten geöffnet haben. Bei schlechtem Wetter kann der Zugang kurzfristig entfallen.2 Den Bergfried wollte der LBIH nach seiner Mitteilung vom Februar 2026 bis voraussichtlich Ende 2026 geschlossen halten.3
Anreise
Die Anschrift lautet Burgweg 28 in 64853 Otzberg.2 Auf der Veste selbst gibt es nach Angaben der Gemeinde keine Parkplätze, geparkt wird im Ort.6
Umgebung und weitere Ziele
Rund 18 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Burg Frankenstein im Odenwald. Etwa 24 Kilometer sind es zum Schloss Johannisburg in Aschaffenburg, rund 27 Kilometer zur Starkenburg.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Darmstadt-Dieburg, das ganze Land die Seite Hessen.
Lage und Karte
49.8197° N · 8.9108° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Veste OtzbergStaatliche Schlösser und Gärten Hessen, abgerufen am 11.10.2026
- Veste Otzberg, BesucherinformationStaatliche Schlösser und Gärten Hessen, abgerufen am 11.10.2026
- Veste: Bau- und Sanierungsfortschritte ermöglichen Teileröffnung ab Sommer (06.02.2026)Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, abgerufen am 11.10.2026
- Veste Otzberg: Sanierung geht in die nächste Etappe (08.02.2024)Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, über Gemeinde Otzberg, abgerufen am 11.10.2026
- SehenswertesGemeinde Otzberg, abgerufen am 11.10.2026
- Trauort Veste OtzbergGemeinde Otzberg, abgerufen am 11.10.2026
- Veste Otzberg (Kartenobjekt way/233134867)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Dennis63 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Burg Frankenstein: Foto: Twine333 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Starkenburg: Foto: Clemensfranz · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Schloss Philippsruhe: Foto: Jörg Braukmann · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Hirschhorn: Foto: Tilman2007 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons