Burgenführer
Burg · Eisenach · Thüringen

Wartburg

Die Wartburg über Eisenach: romanischer Palas, Elisabeth von Thüringen, Luthers Bibelübersetzung und Wartburgfest. Öffnungszeiten, Eintritt, Anfahrt.

50.9661° N · 10.3064° E
Wartburg
WartburgFoto: A.Savin · FAL · Wikimedia Commons

Steckbrief

Grunddaten aus Wikidata
Typ
Burg
Erste Erwähnung / Bau
1067
Baustil
Romanische Architektur
Denkmalstatus
UNESCO-Welterbe
Ort
Eisenach
Bundesland
Thüringen
Nächste größere Stadt
Eisenach1,6 km
Inhalt 13 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Gründung durch die Ludowinger
  3. Der Palas und die Blüte des Hofes
  4. Elisabeth von Thüringen
  5. Junker Jörg übersetzt das Neue Testament
  6. Die Wiederherstellung im 19. Jahrhundert
  7. Was man heute sieht
  8. Öffnungszeiten und Eintritt
  9. Anfahrt und Parken
  10. Barrierefreiheit
  11. Tipps für den Besuch
  12. Lage und Umgebung
  13. Quellen
Lesezeit etwa 5 MinutenStand: September 202611 Quellen

Auf einem Bergrücken hoch über Eisenach steht die Wartburg, eine der bekanntesten Burgen Deutschlands und seit 1999 UNESCO-Welterbe. Kaum ein anderer Ort vereint so viele Kapitel deutscher Geschichte: den Hof der thüringischen Landgrafen, das Wirken der heiligen Elisabeth, Martin Luthers Übersetzung des Neuen Testaments und das Wartburgfest der Studenten von 1817. Kern der Anlage ist ein romanischer Palas aus dem 12. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde die Burg zum nationalen Erinnerungsort ausgebaut, und genau diese Mischung aus Mittelalter und romantischer Wiederherstellung macht den Besuch heute so vielschichtig.

Geschichte

Gründung durch die Ludowinger

Der Überlieferung nach gründete Ludwig der Springer die Burg im Jahr 1067. Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1080. Die Wahl des Ortes war strategisch: Von hier aus kontrollierten die späteren Landgrafen von Thüringen einen wichtigen Zugang in das Thüringer Becken und eine bedeutende Handelsroute. Der Burgberg liegt rund 220 Meter über der Stadt.

Die Wartburg war ursprünglich als vierteilige Abschnittsburg angelegt, die sich über den schmalen Bergrücken erstreckte. Aus Vorburg und Hauptburg besteht sie bis heute.

Der Palas und die Blüte des Hofes

Unter Landgraf Ludwig II. entstand im 12. Jahrhundert der Palas, das Wohn- und Repräsentationsgebäude der Landgrafen. Holzbalken im Untergeschoss wurden dendrochronologisch auf 1157/1158 datiert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zählt den Bau zu den am besten erhaltenen romanischen Profanbauten nördlich der Alpen.

Unter Landgraf Hermann I. wurde die Wartburg um 1200 zu einem Zentrum höfischer Dichtung. Wolfram von Eschenbach arbeitete in dieser Zeit an Teilen seines "Parzival", auch Walther von der Vogelweide wird mit dem Hof in Verbindung gebracht. Der berühmte Sängerkrieg auf der Wartburg, ein Dichterwettstreit, gilt dagegen als spätere literarische Erfindung. Wirkmächtig blieb er trotzdem, bis hin zu Richard Wagners "Tannhäuser".

Elisabeth von Thüringen

Von 1211 bis 1228 lebte Elisabeth von Thüringen auf der Burg. Sie wurde später heiliggesprochen, und ihr Andenken ist im Palas bis heute präsent, vor allem in der nach ihr benannten Kemenate und in den Wandbildern des 19. Jahrhunderts.

1247 starben die Ludowinger im Mannesstamm aus. Die Wartburg ging an die Wettiner über und verlor in den folgenden Jahrhunderten allmählich ihre Rolle als Residenz. Aus dem 13. Jahrhundert ist der Südturm erhalten, der heute bestiegen werden kann.

Junker Jörg übersetzt das Neue Testament

Ihren wohl bekanntesten Gast beherbergte die Burg ab dem 4. Mai 1521. Nach dem Reichstag zu Worms wurde Martin Luther hierher in Sicherheit gebracht. Unter dem Decknamen "Junker Jörg" lebte er bis zum 1. März 1522 auf der Wartburg. In diesen rund zehn Monaten übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche. Die Lutherstube, in der er arbeitete, gehört bis heute zum Rundgang.

Knapp 300 Jahre später wurde die Burg erneut zum Symbol. Am 18. Oktober 1817 versammelten sich rund 500 Studenten der Burschenschaften zum Wartburgfest und traten für nationale Einheit und gegen die restaurative Politik ein. Die Wartburg-Stiftung stellt die Burg heute auch als Ort der Demokratiegeschichte vor.

Die Wiederherstellung im 19. Jahrhundert

Schon Goethe hatte seit 1815 erwogen, in der Wartburg ein Kunstmuseum einzurichten. 1838 beschloss Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach ihre Erneuerung. Die Bauarbeiten zogen sich bis 1890 hin. Architekt Hugo von Ritgen leitete ab 1853 die Arbeiten, es entstanden unter anderem der Bergfried, die neue Kemenate und die Torhalle, und der Palas wurde innen neu gestaltet.

Für die Ausmalung gewann man bedeutende Künstler. Moritz von Schwind schuf 1854/55 Wandbilder, darunter einen Zyklus zum Leben der heiligen Elisabeth. Die Wartburg in dieser romantischen Form wurde zum Vorbild für andere Bauherren: König Ludwig II. von Bayern nahm sie zum Vorbild für Neuschwanstein und ließ dort auch den Festsaal der Wartburg nachahmen. Zwischen 1902 und 1906 kamen die Mosaiken der Elisabethkemenate hinzu.

1999 nahm die UNESCO die Wartburg in die Welterbeliste auf. Seit 2018 ist in der Burg eine neu gestaltete Dauerausstellung zu sehen. Heute betreut die Wartburg-Stiftung die Anlage.

Die Burg heute

Was man heute sieht

Das Herzstück der Burg ist der Palas. Er birgt die Elisabethkemenate mit ihren Mosaiken, den Sängersaal, der an den legendären Dichterwettstreit erinnert, und den großen Festsaal. In den Räumen treffen romanische Bausubstanz und die Ausstattung aus der Zeit der Wiederherstellung unmittelbar aufeinander.

Zum Rundgang gehören außerdem das Museum und die schlichte Lutherstube. Auf dem Burghof steht ein Tastmodell der Wartburg mit Brailleschrift. Der Südturm kann gegen eine kleine Gebühr bestiegen werden. Außenanlagen und Burghöfe sind frei zugänglich, ebenso das Thüringer Erlebnisportal am Parkplatz.

Besuch

Öffnungszeiten und Eintritt

Tickets 1. April bis 1. Novembertäglich 10-17 Uhr
Tickets 2. November bis 25. Märztäglich 9:30-15 Uhr
Außenanlagen Sommer / Winter8-20 Uhr / 9:30-16:30 Uhr
Erwachsene13 €
Ermäßigt9 €
Schüler (7-18 Jahre)5 €
Kinder bis 6 Jahrefrei
Familie (2 Erwachsene, bis 5 Kinder)31 €
Südturm1 €

Die Wartburg ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Die Innenräume lassen sich mit Führung oder individuell besichtigen. Der geführte Rundgang auf Deutsch beginnt stündlich zwischen 10 und 17 Uhr und führt durch den Palas, anschließend kann man Museum und Lutherstube auf eigene Faust besuchen. Es gibt außerdem Familienführungen und Führungen auf Englisch. Tickets gibt es an der Tageskasse oder online mit Wunschzeit, eine Fotoerlaubnis kostet 2 €.

Anfahrt und Parken

Die Adresse lautet Auf der Wartburg 1, 99817 Eisenach. Mit dem Auto erreicht man Eisenach über die A4 und die Bundesstraßen B7, B19 und B84. Am Wartburg-Parkplatz gibt es kostenpflichtige Stellplätze für Autos, Motorräder und Busse, alternativ kann man im Mariental oder in der Innenstadt parken.

Eisenach hat einen Hauptbahnhof mit ICE-Anbindung. Vom benachbarten Busterminal fährt die Linie 3 zum Wartburg-Parkplatz. Von dort sind es rund 500 Meter mit Anstieg bis zur Burg. Ein kostenpflichtiger Burg-Shuttle pendelt zwischen Parkplatz und Burg, die einfache Fahrt kostet 4 €, hin und zurück 7 €.

Barrierefreiheit

Die Auffahrt ist stellenweise sehr steil und gepflastert. Die Außenbereiche sind mit dem Rollstuhl befahrbar, allerdings mit Steigungen und wechselnden Belägen. Im Palas, im Museum und in der Lutherstube sind drei Etagen mit Wendeltreppen und vielen Stufen zu bewältigen, einen Aufzug gibt es nicht. Barrierefreie Toiletten befinden sich im Erlebnisportal und neben dem Besucherservice auf der Burg. Assistenzhunde sind erlaubt.

Tipps für den Besuch

  • Online-Ticket: Mit einem Ticket für eine feste Zeit lassen sich Wartezeiten an der Kasse vermeiden.
  • Aufstieg einplanen: Der Weg vom Parkplatz ist kurz, aber steil. Wer ihn meiden möchte, nimmt den Shuttle.
  • Südturm: Für 1 € bietet der mittelalterliche Turm einen zusätzlichen Blick über Burg und Umland.
  • Nicht nur drinnen: Burghöfe und Außenanlagen sind frei zugänglich und im Sommer bis 20 Uhr geöffnet.
  • Beratung vorab: Bei Fragen zur Barrierefreiheit hilft der Besucherservice unter +49 3691 250-220.
Umgebung

Lage und Umgebung

50.9661° N · 10.3064° E

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Quellen

Stand 09/2026

Quellen der Redaktion

  1. wartburg.de/eintritt
  2. wartburg.de/oeffnungszeiten
  3. wartburg.de/gefuehrter-rundgang
  4. wartburg.de/fuehrungen
  5. wartburg.de/anreise
  6. wartburg.de/barrierefreiheit
  7. wartburg.de/raeume/besucherservice
  8. wartburg.de/themen/wartburggeschichte
  9. wartburg.de/gebaeude/palas-der-wartburg
  10. denkmalschutz.de/denkmal/wartburg.html
  11. de.wikipedia.org/wiki/Wartburg

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Bildnachweis Titelbild: Foto: A.Savin · FAL · Wikimedia Commons