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Schloss · Neuhausen-Nymphenburg · Bayern

Schloss Nymphenburg

Schloss Nymphenburg in München: Sommerresidenz der Wittelsbacher mit Steinernem Saal, Schönheitengalerie und Amalienburg. Öffnungszeiten und Anfahrt.

48.1581° N · 11.5036° E
Schloss Nymphenburg
Schloss NymphenburgFoto: Burkhard Mücke · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Grunddaten aus Wikidata
Typ
Schloss
Erste Erwähnung / Bau
1664
Baustil
Barockarchitektur
Denkmalstatus
Baudenkmal in Bayern
Ort
Neuhausen-Nymphenburg
Bundesland
Bayern
Nächste größere Stadt
München5,8 km
Inhalt 12 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Ein Schloss zur Geburt des Thronfolgers
  3. Max Emanuel und der Blick nach Frankreich
  4. Rokoko-Glanz unter Karl Albrecht und Max III. Joseph
  5. Vom kurfürstlichen Park zum Geburtsort eines Königs
  6. Was man heute sieht
  7. Öffnungszeiten und Eintritt
  8. Anfahrt und Parken
  9. Barrierefreiheit
  10. Tipps für den Besuch
  11. Lage und Umgebung
  12. Quellen
Lesezeit etwa 5 MinutenStand: September 20269 Quellen

Im Westen Münchens erstreckt sich Schloss Nymphenburg mit seinen Pavillons, Galerien und Nebengebäuden über eine gewaltige Breite. Was 1664 als Geschenk zur Geburt eines Thronfolgers begann, wuchs über ein Jahrhundert zu einer bedeutenden Sommerresidenz der Wittelsbacher. Die Bayerische Schlösserverwaltung bezeichnet Schloss und Park als Gesamtkunstwerk von europäischem Rang. Wer hierher kommt, findet nicht nur prunkvolle Säle und die berühmte Schönheitengalerie, sondern auch einen weitläufigen Park mit vier kleinen Parkburgen, darunter die Amalienburg, ein Juwel des Rokoko.

Geschichte

Ein Schloss zur Geburt des Thronfolgers

1662 wurde dem bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria und seiner Gemahlin Henriette Adelaide von Savoyen der Thronerbe Max Emanuel geboren. Aus diesem Anlass entstand eine Sommerresidenz westlich von München, als Bauplatz diente die Hofmark Kemnathen. Henriette Adelaide gab dem neuen Sommersitz den Namen "Nymphenburg".

1664 begann der Bau nach Plänen des Oberitalieners Agostino Barelli, der in München auch die Theatinerkirche entworfen hat. Bis 1679 entstand ein mächtiger, kubischer Pavillon, umgeben von einem ummauerten, geometrisch angelegten Garten. Dieser Kernbau bildet bis heute die Mitte der Anlage.

Max Emanuel und der Blick nach Frankreich

Der Sohn, für den das Schloss einst gebaut worden war, ließ es als Kurfürst großzügig erweitern. Ab 1701 errichtete Hofbaumeister Enrico Zuccalli nördlich und südlich des Mittelbaus je zwei gestaffelte Pavillons, die über Galerien mit dem Hauptbau verbunden wurden. So entstand die charakteristische, lang gestreckte Front.

Der Spanische Erbfolgekrieg unterbrach die Arbeiten von 1704 bis 1715. Nach Max Emanuels Rückkehr aus Paris bekam die Anlage eine französische Prägung. Architekt Joseph Effner gestaltete nun das Schloss um, der Gartenkünstler Dominique Girard den Park. Unter den Stuckateuren nahm Johann Baptist Zimmermann nach Angaben der Schlösserverwaltung den ersten Rang ein. In dieser Zeit entstanden auch die Pagodenburg und die Badenburg im Park.

Rokoko-Glanz unter Karl Albrecht und Max III. Joseph

Kurfürst Karl Albrecht, der spätere Kaiser Karl VII., setzte die Bauarbeiten fort und ließ das Schlossrondell anlegen. Sein bedeutendster Beitrag aber war die Amalienburg. François Cuvilliés der Ältere, ein in Paris geschulter Architekt, errichtete sie 1734-1739 für die Kurfürstin Amalia. Die Schlösserverwaltung sieht in ihr ein Meisterwerk des europäischen Rokoko.

Unter Max III. Joseph erhielt der große Festsaal, der Steinerne Saal, seine prachtvolle Rokoko-Ausstattung durch Zimmermann und Cuvilliés. Zimmermanns Deckenfresko entstand 1756. Außerdem fand die 1747 gegründete Nymphenburger Porzellanmanufaktur ihren heutigen Platz.

Vom kurfürstlichen Park zum Geburtsort eines Königs

Kurfürst Karl Theodor öffnete den Park 1792 für die Öffentlichkeit. Unter König Max I. Joseph folgten klassizistische Umbauten, und Friedrich Ludwig von Sckell verwandelte große Teile des barocken Gartens in einen englischen Landschaftspark. Max I. Joseph starb 1825 in Nymphenburg.

Zwanzig Jahre später kam hier ein berühmter Wittelsbacher zur Welt: Am 25. August 1845 wurde der spätere König Ludwig II. im Schloss geboren. Sein Geburtszimmer gehört heute zum Rundgang. Bis heute bewohnt Herzog Franz von Bayern, das Oberhaupt des Hauses Wittelsbach, einen Teil des Schlosses.

Das Schloss heute

Was man heute sieht

Mittelpunkt des Rundgangs ist der Steinerne Saal, der Festsaal mit Deckenfresko und Stuck von Johann Baptist Zimmermann. Von hier gehen die kurfürstlichen Appartements mit Gemälden, Möbeln und Galerien mit Schlossansichten ab.

Besonders bekannt ist die Schönheitengalerie König Ludwigs I. Joseph Stieler porträtierte für sie 36 Frauen aus allen Gesellschaftsschichten, darunter Lola Montez und Helene Sedlmayr. Zu den königlichen Wohnräumen im Empirestil gehört das Geburtszimmer Ludwigs II. Die Schlosskapelle ist der heiligen Magdalena geweiht.

In den einstigen Leibpferde-Stallungen aus dem 18. Jahrhundert zeigt das Marstallmuseum über 40 Kutschen, Schlitten und Reitzeuge der Wittelsbacher. Glanzstück ist der Krönungswagen Kaiser Karls VII., dazu kommen prunkvolle Schlitten König Ludwigs II. Im Obergeschoss präsentiert das Porzellanmuseum die Sammlung Bäuml mit Nymphenburger Porzellan vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, darunter Figuren des Modelleurs Franz Anton Bustelli.

Der Schlosspark umfasst rund 180 Hektar, ein großer Mittelkanal mit Kaskade teilt ihn. Darin liegen vier Parkburgen: die Amalienburg mit ihrem Spiegelsaal, die Badenburg mit Festsaal und zweigeschossigem Baderaum, die achteckige Pagodenburg im chinesischen Geschmack und die Magdalenenklause, eine künstliche Ruine mit Grottenkapelle. Die historischen Pumpwerke, die die Fontänen antreiben, stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert und sind noch in Betrieb.

Besuch

Öffnungszeiten und Eintritt

April bis 15. Oktobertäglich 9-18 Uhr
16. Oktober bis Märztäglich 10-16 Uhr (Parkburgen geschlossen)
Geschlossen1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember
Letzter Einlass30 Minuten vor Schließung
Schloss10 €, ermäßigt 9 €
Marstall- und Porzellanmuseum8 €, ermäßigt 7 €
Parkburgen6 €, ermäßigt 5 €
Gesamtkarte Sommer / Winter20 € / 16 €, ermäßigt 18 € / 14 €
Unter 18 Jahrenfrei

Regelmäßige Führungen gibt es nicht, Sonderführungen können auf Anfrage gebucht werden. Ein Audioguide kostet 3,50 €, eine Version für Kinder ist ebenfalls erhältlich. Die Fontänen laufen von Ostern bis Mitte Oktober täglich 10-12 Uhr und 14-16 Uhr. Der Park selbst öffnet täglich ab 6 Uhr und schließt je nach Jahreszeit zwischen 18 und 21:30 Uhr.

Anfahrt und Parken

Die Adresse lautet Schloss Nymphenburg, Eingang 1, 80638 München. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt man mit der S-Bahn bis Laim und weiter mit dem Bus oder mit der U-Bahn bis Rotkreuzplatz und weiter mit der Tram, jeweils bis zur Haltestelle "Schloss Nymphenburg".

Mit dem Auto führen die Routen von der A8 über die Verdistraße, von der A95 und A96 über Fürstenrieder Straße und Romanplatz, von der A9 über den Georg-Brauchle-Ring. Am Schloss stehen etwa 450 kostenlose Pkw-Parkplätze sowie Busstellplätze zur Verfügung.

Barrierefreiheit

Links vom Haupteingang gibt es einen stufenlosen Zugang, ein Aufzug führt zu den Ausstellungsräumen im Obergeschoss. Das Marstallmuseum ist ebenerdig zugänglich, das Porzellanmuseum per Aufzug. Die Amalienburg erreicht man über mobile Rampen stufenlos, bei der Pagodenburg bleibt eine hohe Stufe, Badenburg und Magdalenenklause sind nur über Stufen zugänglich. Die Parkwege sind bis auf wenige Ausnahmen gut befahrbar. Behindertentoiletten gibt es im Schloss, fünf Behindertenparkplätze liegen rund 200 Meter von der Kasse entfernt.

Tipps für den Besuch

  • Sommer wählen: Die Parkburgen sind nur von April bis Mitte Oktober geöffnet, die Fontänen laufen von Ostern bis Mitte Oktober.
  • Gesamtkarte: Wer Schloss, Museen und Parkburgen sehen möchte, fährt mit der Gesamtkarte günstiger als mit Einzeltickets.
  • Zeit einplanen: Der Park ist rund 180 Hektar groß, wer alle vier Parkburgen besuchen möchte, sollte ausreichend Zeit für die Wege einrechnen.
  • Pumpwerke: Die historischen Pumpwerke sind von Ostern bis Anfang Oktober täglich 10-16 Uhr zu sehen.
  • Audioguide: Da es keine regelmäßigen Führungen gibt, erschließt der Audioguide die Räume am besten.
Umgebung

Lage und Umgebung

48.1581° N · 11.5036° E

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Quellen

Stand 09/2026

Quellen der Redaktion

  1. schloss-nymphenburg.de/deutsch/tourist/oeffn.htm
  2. schloss-nymphenburg.de/deutsch/tourist/eintritt.htm
  3. schloss-nymphenburg.de/deutsch/tourist/anfahrt.htm
  4. schloss-nymphenburg.de/deutsch/tourist/mobilitaet.htm
  5. schloss-nymphenburg.de/deutsch/schloss/index.htm
  6. schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/ny_schl.htm
  7. schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/ny_parkb.htm
  8. schloesser.bayern.de/deutsch/schloss/objekte/ny_marst.htm
  9. de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Nymphenburg

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: Burkhard Mücke · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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