Schloss Veitshöchheim
Sommerschloss der Würzburger Fürstbischöfe am Main, 1680-82 erbaut, von Balthasar Neumann erweitert, mit Rokoko-Hofgarten.

Steckbrief
- Denkmalstatus
- Baudenkmal (D-6-79-202-2)3
- Kreis
- Landkreis Würzburg
- Bundesland
- Bayern
- Betreiber
- Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (Schloss- und Gartenverwaltung Würzburg)1
- Besichtigung
- nur mit Führung1
- Öffnungszeiten
- Schloss: April-September 9-18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr1, 4Alle Angaben
- Eintritt
- Gesamtkarte 6 €, ermäßigt 5 €1, 4Alle Angaben
- Website
- schloesser.bayern.de1
- Koordinaten
- 49.8317, 9.87467
Inhalt 14 Abschnitte
In Veitshöchheim am Main, nach Angaben der Schlösserverwaltung 8 Kilometer flussabwärts von Würzburg, steht das frühere Sommerschloss der Würzburger Fürstbischöfe. Sie nutzten es bis 1802. Der zweigeschossige Kernbau hat vier quadratische Türme, ringsum liegt der Hofgarten mit Seen, Pavillons und Skulpturen.1, 3 Heute zeigt die Bayerische Schlösserverwaltung hier historische Wohnräume. Den Garten zählt sie zu den bedeutendsten Rokokogärten in Deutschland.1
Entstehung: vom Jagdstützpunkt zum Sommerschloss
Vor dem Schloss gab es hier nach der Schlösserverwaltung einen Jagdstützpunkt, KuLaDig spricht von einer Jagdfasanerie. 1680 bis 1682 entstand unter Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach das Sommerschloss. Diese erste Bauphase bildet nach KuLaDig die Grundlage des heutigen Baus.1, 2
Zum Baumeister gibt es zwei Angaben. Das Landesamt für Denkmalpflege nennt Heinrich Zimmer als Erbauer des Kernbaus. Nach KuLaDig stammen die Pläne vermutlich von Antonio Petrini und Heinrich Zimmer.2, 3
Unter Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg kamen 1691/92 seitlich anschließende, quadratische, zweigeschossige Anbauten hinzu, an der Ostseite mit Treppentürmen. Errichtet wurden sie laut Denkmalbeschreibung im Wesentlichen vom Hofbaumeister Antonio Petrini.3
Erweiterung durch Balthasar Neumann
Von 1749 bis 1753 wurde das Schloss unter Fürstbischof Carl Philipp von Greiffenclau nach Entwürfen Balthasar Neumanns erweitert.1, 3 Nach dem Landesamt für Denkmalpflege kamen zwei zweigeschossige Pavillons an den Flanken hinzu, die geschweiften Mansardwalmdächer wurden erneuert. KuLaDig nennt außerdem ein repräsentatives Treppenhaus.2, 3
In diese Bauzeit fallen nach der Schlösserverwaltung auch die Deckenstuckaturen von Antonio Bossi. Bis 1780 schuf Johann Peter Wagner die Skulpturen im Treppenhaus.1
Der Hofgarten
Mit dem Garten begann Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau. In den Jahren 1702/1703 ließ er die Fasanerie zu einem repräsentativen Garten umgestalten, KuLaDig spricht von einem barocken Lustgarten.2, 4 Zu dieser ersten Anlage gehörten laut Denkmalbeschreibung Futtermauern, das Schlossparterre und vier künstliche Seen, darunter der Große See. 1721 folgte der Kleine oder Balustersee.3
Die ersten Figurenzyklen stammen von Johann Wolfgang van der Auwera, das Landesamt datiert sie auf 1752 bis 1756.3, 4 Unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim erhielt der Garten ab 1763 seine heutige, vielfach gegliederte Form. KuLaDig setzt diese Phase der Gartengestaltung auf 1763 bis 1780 an.2, 4
Für die Rokoko-Umgestaltung von 1765 bis 1768 nennt das Landesamt Johann Philipp Geigel. Den größten Teil der Gartenplastik schuf Ferdinand Tietz: antike Götter, Figuren aus dem höfischen Umfeld und Fabelwesen nach Äsop und La Fontaine. Zuletzt kam bis 1775 die Dreieckszone im Osten hinzu.3 Die letzte Phase der Figurenausstattung übernahm nach der Schlösserverwaltung Johann Peter Alexander Wagner, von 1772 bis 1780.4
KuLaDig spricht von rund 300 Sandsteinfiguren, das Landesamt von 320 Skulpturen und Zierstücken. Fast alle sind nach dem Landesamt inzwischen durch Kopien oder Abgüsse ersetzt.2, 3
Vom Hochstift an Bayern
1814 ging es nach Angaben der Schlösserverwaltung an die Bayerische Krone über. KuLaDig nennt für den Übergang an das Königreich Bayern "um 1814".1, 2
Öffentlich zugänglich wurde das Schloss erst nach der Restaurierung von 1931/32. Dabei erhielten sämtliche Obergeschossräume wieder ihre Einrichtung als Schauräume, seitdem ist das Schloss Museum.1, 2
In den 1950er- und 1960er-Jahren begann die Restaurierung des Gartens, Maßstab war sein Rokokozustand von 1779.4 Von 2001 bis 2005 folgte die Restaurierung des gesamten Schlosses. Nach KuLaDig gehörten in dieser Zeit auch die Rekonstruktion des Parterres und der historischen Küchengartenanlage dazu.1, 2
Chronik
1680 - 2005- 1680-1682GründungBau des Sommerschlosses unter Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach1, 3
- 1691-1692UmbauSeitliche Anbauten mit Treppentürmen unter Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg3
- 1702-1703BaubeginnUmwandlung der Fasanerie in einen repräsentativen Garten3, 4
- 1721UmbauAnlage des Kleinen oder Balustersees3
- 1749-1753UmbauErweiterung nach Entwürfen Balthasar Neumanns, Pavillons und neue Dächer1, 3
- ab 1763UmbauNeugestaltung des Hofgartens unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim2, 4
- 1765-1768UmbauUmgestaltung zum Rokokogarten mit Figuren von Ferdinand Tietz3
- bis 1780FertigstellungTreppenhausskulpturen und letzte Gartenfiguren von Johann Peter Wagner1, 4
- 1802NutzungsänderungEnde als Sommersitz der Würzburger Fürstbischöfe1
- 1814BesitzwechselÜbergang an die Bayerische Krone1
- 1931-1932RestaurierungRestaurierung, das Schloss wird als Museum zugänglich1, 2
- um 1950-1969RestaurierungBeginn der Gartenrestaurierung auf den Rokokozustand von 17794
- 2001-2005RestaurierungRestaurierung des gesamten Schlosses1, 2
Besitz und Herrschaft
- 1680Fürstbischöfe von Würzburg1, 3Bauherren, Sommersitz bis 1802
- 1814Bayerische Krone1Übergang an das Königreich Bayern
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Das Landesamt für Denkmalpflege führt das Schloss als Baudenkmal mit der Funktion Sommerschloss. Den Kern bildet der Bau von 1680-82 mit seinen vier Türmen, an den die Anbauten von 1691/92 und Neumanns Pavillons anschließen. Zum Denkmal gehören Ausstattung und Hofgarten.3
Die Schlösserverwaltung hebt im Inneren das fürstbischöfliche Appartement und die um 1810 eingerichteten Räume des Großherzogs Ferdinand von Toskana hervor. Die Dauerausstellung im Erdgeschoss trägt den Titel "Es kommen immer Leit aus Würzburg und Frembde hierher ...".1
Besonderheiten
- Parnass: Die Fontänenskulptur von Ferdinand Tietz aus dem Jahr 1766 zeigt nach KuLaDig den Pegasus auf dem Parnass.2, 3
- Gartenbauten: Die zwei "Indianischen Tempel" mit Zeltdächern auf Palmstämmen schuf Tietz 1768. Den achteckigen Grottentempel mit inkrustierten Tiergestalten gestaltete Materno Bossi 1772-73.3
- Tore und Türme: Das Fasanentor im Westen trägt die Jahreszahl 1702, das Kaisertor im Süden entstand 1774. Älter ist der runde Schieß- oder Blaue Turm aus dem 16. Jahrhundert.3
- Kaskade: Von der Kaskade in der Dreieckszone sind nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nur Reste erhalten.3
- Bahnstrecke: Nach KuLaDig verhinderte König Ludwig I., dass die Ludwigs-West-Bahn durch die zentrale Allee des Gartens gebaut wurde.2
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Besichtigung
- nur mit Führung1
- Öffnungszeiten
- Schloss: April-September 9-18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr
Schloss: Oktober-8. November 10-16 Uhr, letzter Einlass 15.30 Uhr
Montag geschlossen, außer Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag, 15. August und 3. Oktober
Schloss 9. November-März geschlossen
Hofgarten: ganzjährig ab 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, längstens bis 20 Uhr
Wasserspiele: April-Oktober täglich 13-17 Uhr zu jeder vollen Stunde1, 4 - Eintritt
- Gesamtkarte 6 €, ermäßigt 5 €
Nur Gartenausstellung und Audioguide Hofgarten 3 €, ermäßigt 2 €
Hofgarten frei
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei (Preise 2026)1, 4 - Führungen
- Historische Wohnräume im Obergeschoss nur mit Führung, Dauer ca. 30 Minuten, höchstens 15 Personen.
April-September 10, 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr; Oktober-8. November 11, 12, 14 und 15 Uhr.
Gruppen nur mit Anmeldung.
Hofgartenführungen der Touristik-Information Veitshöchheim: Mai-Oktober samstags 11 Uhr.1 - Bus und Bahn
- Bus ab Würzburg bis Haltestelle "Kirchplatz" in Veitshöchheim. Schiff von Würzburg nach Veitshöchheim.1
- Fußweg
- Vom öffentlichen Parkplatz am Main bis zum Fasanentor (Haupteingang des Hofgartens) ca. 450 m.5
- Familien
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.1
- Barrierefreiheit
- teilweise: Parterre an der Südostecke stufenlos zugänglich, Schlossterrasse nur über eine Stufe auf der Rückseite.
Erdgeschoss (Kasse, Gartenausstellung) nur über vier Stufen, Obergeschoss (historische Schauräume) nur über eine Treppe.
Gartenwege eben, befestigter Kies, Treppen umfahrbar. Stufenlose Gartenzugänge neben dem Fasanentor und über den Innenhof des Rathauses (Erwin-Vornberger-Platz 1).
Toiletten im Schloss und im Hofgarten neben dem Fasanentor.5 - Hunde
- nur im Außenbereich: Im Hofgarten dürfen Hunde nicht frei laufen (Anlagenvorschriften vom 3. März 2026).6
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Die historischen Wohnräume im Obergeschoss sind nur mit Führung zu sehen. Eine Führung dauert etwa 30 Minuten und ist auf 15 Personen begrenzt. Das Schloss ist von April bis Anfang November geöffnet, im Winter geschlossen.1 Der Hofgarten ist ganzjährig ab 8 Uhr zugänglich, der Eintritt ist frei. Von April bis Oktober laufen nachmittags die Wasserspiele.1, 4
Kasse und Gartenausstellung im Erdgeschoss liegen vier Stufen hoch, die Schauräume im Obergeschoss erreicht man nur über eine Treppe. Die Gartenwege sind eben und mit Kies befestigt.5 Im Hofgarten dürfen Hunde nicht frei laufen, Radfahren auf den Wegen ist untersagt.6
Anreise
Parkplätze gibt es am Main. Vom öffentlichen Parkplatz sind es rund 450 Meter bis zum Fasanentor, dem Haupteingang des Hofgartens. Von Würzburg fährt ein Bus bis zur Haltestelle "Kirchplatz", auch per Schiff ist Veitshöchheim von Würzburg aus erreichbar.1, 5
Umgebung und weitere Ziele
Knapp 6 Kilometer Luftlinie entfernt liegt in Würzburg die Festung Marienberg, rund 6 Kilometer Luftlinie sind es zur Würzburger Residenz.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Würzburg, das ganze Land die Seite Bayern.
Lage und Karte
49.8317° N · 9.8747° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Schloss VeitshöchheimBayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, abgerufen am 17.10.2026
- Schloss und Park Veitshöchheim (Karl Peter Wiemer, 2025)KuLaDig, Landschaftsverband Rheinland, abgerufen am 17.10.2026
- Bayerischer Denkmal-Atlas, Einzeldenkmal D-6-79-202-2 (Schloss Veitshöchheim)Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 17.10.2026
- Hofgarten VeitshöchheimBayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, abgerufen am 17.10.2026
- Schloss Veitshöchheim: BarrierefreiheitBayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, abgerufen am 17.10.2026
- Anlagenvorschriften Hofgarten Veitshöchheim (03.03.2026)Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, abgerufen am 17.10.2026
- Schloss Veitshöchheim (Kartenobjekt way/24654625)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 17.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Haeferl · CC BY-SA 3.0 de · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Festung Marienberg: Foto: Diego Delso · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Würzburger Residenz: CC0 · Wikimedia Commons
- Schloss Mespelbrunn: Foto: Rainer Lippert, Edit by Muhammad Mahdi Karim · Gemeinfrei · Wikimedia Commons
- Schloss Schwarzenberg (Scheinfeld): Foto: Reinhold Möller · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons