Burg Landeck
Von den Grafen von Saarbrücken erbaute Burgruine über dem Klingbachtal bei Klingenmünster, im 17. Jahrhundert zerstört, 1881 Gründung des Landeckvereins.

Steckbrief
- Typ
- Burgruine1Ruine
- Erste Erwähnung
- 12371
- Gründung
- 2. Hälfte 12. Jahrhundert1
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal (Denkmalzone)1
- Ort
- Klingenmünster1
- Bundesland
- Rheinland-Pfalz
- Eigentümer
- Land Rheinland-Pfalz2
- Koordinaten
- 49.1411, 8.0063
Inhalt 12 Abschnitte
Die Burg Landeck ist eine Burgruine auf einem Bergsporn über dem Klingbachtal bei Klingenmünster im Landkreis Südliche Weinstraße. Errichtet wurde sie gegen Ende des 12. Jahrhunderts, zerstört von französischen Truppen im späten 17. Jahrhundert.1 Nach KuLaDig (2020) liegt im früheren Untergeschoss des Bergfrieds ein Burgmuseum, im Hof der Kernburg eine Burgschänke mit Terrasse.1 Nach einem Bericht von 2020 gehört die Ruine dem Land, der Landeckverein betreut sie als Treuhänder im Auftrag der Landesbehörde.2
Entstehung: Burg über dem Kloster Klingenmünster
Den Sporn nutzten Menschen nach KuLaDig schon im 9. und 10. Jahrhundert als Fliehburg, die "Festung Heidenschuh". KuLaDig rechnet ihn deshalb zu den ältesten befestigten Orten der Pfalz.1
Die Grafen von Saarbrücken bauten die Höhenburg gegen Ende des 12. Jahrhunderts oberhalb des Klosters Klingenmünster.1 Nach einem Bericht von 2020 wird vermutet, dass sie das Kloster schützen sollte.2 Urkundlich genannt wird Landeck zum ersten Mal 1237. Damals wurde das Haus Leiningen geteilt, und die Burg kam mit vielen umliegenden Dörfern an Graf Emich IV. von Leiningen. Zu diesen Dörfern zählte auch Landau.1
Besitzer: geteilte Burg als Reichslehen
Ab 1252 war Landeck ein Reichslehen in zwei Hälften. Eine hielten die Grafen von Leiningen-Landeck, die andere die Grafen von Zweibrücken. Als die Linie Leiningen-Landeck um 1289/90 ausstarb, ging ihr Anteil an die Ochsensteiner. Den Zweibrücker Teil erbte 1333 die Linie Zweibrücken-Bitsch.1
Die Anteile wurden danach weiter zerteilt. 1405 erwarb das Bistum Speyer unter Bischof Raban von Helmstatt ein Viertel von den Ochsensteinern. 1430 verkaufte der Bischof ein Achtel der Burg an den Ritter Schwarz Reinhard von Sickingen und 1435 ein Sechzehntel an das Kloster Klingenmünster.1
1485 starben die Ochsensteiner aus. Ihr Anteil fiel zunächst an das Kloster, das ihn als Lehen an die Kurpfalz weitergab. Nach dem Niedergang des Klosters 1565/67 besaß die Kurpfalz die Hälfte der Burg. Je ein Viertel blieb bei Zweibrücken-Bitsch und beim Bistum Speyer.1
Bauernkrieg und Zerstörung
Im Bauernkrieg wurde die Burg 1525 eingenommen und angezündet. Bald danach baute man sie wieder auf.1
Für die endgültige Zerstörung nennen die Quellen zwei Jahre. Nach dem Text von KuLaDig zerstörten französische Truppen unter General Montclar die Burg 1680 im Zusammenhang mit dem Frieden von Nimwegen. KuLaDig vermerkt zugleich, dass die Zerstörung teils erst auf 1689 datiert wird. Das amtliche Denkmalverzeichnis nennt 1689.1
Landeckverein und Instandsetzung
1881 gründeten Bewohner des Dorfes und Vertreter der damaligen Heil- und Pflegeanstalt den Landeckverein. Er begann mit ersten Restaurierungsarbeiten.1, 2 Das Denkmalverzeichnis nennt Instandsetzungen um 1910 und 1964-1967.1
Nach dem Bericht von 2020 mauerten die Vereinsmitglieder die Burgschänke zwischen Turm und Ringmauer aus alten Steinen auf. Im Bergfried richteten sie ein kleines Museum ein. In den 1960er-Jahren rutschte die östliche Ringmauer in den Zwinger, was umfangreiche Arbeiten nach sich zog.2
2020 zählte der Verein über 600 Mitglieder. Als sein Ableger entstand im April 2011 die gemeinnützige Burg Landeck-Stiftung.2
Chronik
9. Jh. - 2011- 9. bis 10. JahrhundertNutzungsänderungDer Bergsporn dient als Fliehburg ("Festung Heidenschuh")1
- 2. Hälfte 12. JahrhundertGründungBau der Höhenburg durch die Grafen von Saarbrücken gegen Ende des 12. Jahrhunderts1
- 1237ErsterwähnungErste urkundliche Nennung; bei der Teilung des Hauses Leiningen fällt die Burg an Graf Emich IV.1
- 1252BesitzwechselAls Reichslehen je zur Hälfte an Leiningen-Landeck und die Grafen von Zweibrücken1
- um 1290BesitzwechselNach dem Aussterben von Leiningen-Landeck geht deren Hälfte an die Ochsensteiner1
- 1333BesitzwechselDer Zweibrücker Anteil kommt an die Linie Zweibrücken-Bitsch1
- 1405BesitzwechselDas Bistum Speyer erwirbt ein Viertel von den Ochsensteinern1
- ab 1415UmbauBau eines umlaufenden Zwingers mit fünf Flankierungstürmen1
- 2. Hälfte 15. JahrhundertUmbauVorwerk mit Brückenturm, Zugbrücke, Torzwinger und Flankierungsturm im Norden1
- 1485BesitzwechselNach dem Aussterben der Ochsensteiner fällt ihr Anteil an das Kloster Klingenmünster1
- 1525ZerstörungIm Bauernkrieg eingenommen und in Brand gesteckt, bald darauf wiederaufgebaut1
- 1565-1567BesitzwechselNach dem Niedergang des Klosters hält die Kurpfalz die Hälfte der Burg1
- 1881NutzungsänderungGründung des Landeckvereins, erste Restaurierungsarbeiten1, 2
- um 1910RestaurierungInstandsetzung der Ruine1
- 1964-1967RestaurierungInstandsetzung und Sicherung der Ruine1
- April 2011NutzungsänderungGründung der Burg Landeck-Stiftung als Ableger des Vereins2
Besitz und Herrschaft
- 1237-1252Graf Emich IV. von Leiningen1aus der Teilung des Hauses Leiningen
- 1252-1290Grafen von Leiningen-Landeck1Hälfte als Reichslehen, Linie erlischt um 1289/90
- 1252-1333Grafen von Zweibrücken1Hälfte als Reichslehen
- um 1290-1485Ochsensteiner1Hälfte als Reichslehen, ab 1405 noch ein Viertel
- ab 1333Grafen von Zweibrücken-Bitsch1Zweibrücker Anteil, ab 1565/67 ein Viertel
- ab 1405Bistum Speyer1Viertel, später Teile weiterverkauft, ab 1565/67 ein Viertel
- 1485Kloster Klingenmünster1Anteil der Ochsensteiner, als Lehen an die Kurpfalz weitergegeben
- 1565-1567Kurpfalz1Hälfte der Burg nach dem Niedergang des Klosters, zuvor Lehensträger des Klosteranteils
- 2020Land Rheinland-Pfalz2Eigentümer, 2020 belegt
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Nach Süden, Osten und Westen fällt der Sporn steil ins Tal ab. Die stärksten Befestigungen mussten daher nur nach Norden weisen. Die Anlage verteilte sich auf drei Ebenen: Vorwerk, Zwinger und Kernburg.1
Die Kernburg war rund 60 Meter lang und von einer fast ovalen Ringmauer umschlossen. An der Nordseite, der Hauptangriffsseite, war diese Mauer zu einer mächtigen Mantelmauer verstärkt. Dazu kamen der etwa 23 Meter hohe Bergfried und der Palas, wohl ein dreigeschossiger Steinbau mit Kamin.1
Ab etwa 1415 umgab man die Kernburg mit einem umlaufenden Zwinger. In seine Mauer waren fünf nach innen offene Flankierungstürme mit Schießscharten eingefügt. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts kam im Norden ein Vorwerk hinzu, mit Brückenturm, Zugbrücke, Torzwinger und Flankierungsturm.1
Die Wehrbauten bestehen aus Buckelquadern, die inneren Steinbauten aus Kleinquadern.1
Besonderheiten
- Hoher Mantel: Die Mantelmauer an der Nordseite trägt auch die Namen Hoher Mantel oder Schildmauer.1
- Bäumenes Haus: Ein Gebäude der Kernburg war aus Holz gebaut und hieß deshalb "bäumenes" Haus.1
- Bergfried: Der Turm ist rundum mit Buckelquadern verkleidet.1
- Fliehburg: Der Ort war nach KuLaDig schon im 9. und 10. Jahrhundert befestigt.1
Heutiger Zustand
Das Denkmalverzeichnis des Kreises führt die Burgruine als Denkmalzone westlich von Klingenmünster. Sie ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach § 8 des Denkmalschutzgesetzes Rheinland-Pfalz.1
Umgebung und weitere Ziele
Rund 3 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Madenburg, etwa 6,4 Kilometer entfernt die Reichsburg Trifels. Rund 8 Kilometer Luftlinie sind es zur Burg Lindelbrunn.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Südliche Weinstraße, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.
Lage und Karte
49.1411° N · 8.0063° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
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- Madenburg 3,0 km
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Burgruine Landeck bei KlingenmünsterKuLaDig, Barbara Hillers (Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd) 2020, abgerufen am 11.10.2026
- Der Landeckverein (22.07.2020)Wochenblatt Reporter, Dehäm Magazin, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Landeck (Kartenobjekt relation/15927380)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: BlueBreezeWiki · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Madenburg: Foto: Rolohauck · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Reichsburg Trifels: Foto: Llez · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Burg Lindelbrunn: Foto: Gerd Eichmann · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Berwartstein: Foto: H. Zell · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons