Madenburg
Burgruine auf dem Rothenberg bei Eschbach, vermutlich Ende des 11. Jahrhunderts als Reichsburg entstanden, ab 1516 Burg der Bischöfe von Speyer.

Steckbrief
- Typ
- Burgruine1Ruine
- Erste Erwähnung
- 10761
- Gründung
- 2. Hälfte 11. Jahrhundert1
- Denkmalstatus
- Kulturdenkmal1
- Ort
- Eschbach1
- Bundesland
- Rheinland-Pfalz
- Öffnungszeiten
- Mai-Oktober: 11.30-19 Uhr, Montag und Dienstag Ruhetag2Alle Angaben
- Website
- madenburg-pfalz.de2
- Koordinaten
- 49.16825, 8.00808
Inhalt 15 Abschnitte
Die Madenburg ist eine Burgruine auf dem Rothenberg, rund einen Kilometer Luftlinie südwestlich von Eschbach im Landkreis Südliche Weinstraße. Vermutlich als Reichsburg entstanden, gehörte sie von 1516 bis zur Französischen Revolution den Bischöfen von Speyer. Ein großer Teil der Ruine gehört nach KuLaDig dem Madenburgverein.1 In der südlichen Vorburg bewirtet heute die Familie Buchwald die Gäste der Madenburgschänke.1, 2
Entstehung als Reichsburg
Errichtet wurde die Madenburg vermutlich gegen Ende des 11. Jahrhunderts als Reichsburg. Nach KuLaDig wird sie 1076 unter dem griechischen Namen "Parthenapolis" erwähnt, um 1112 als "castrum beate Marie".1
Zunächst teilten sich das Reich und das Bistum Speyer den Besitz. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts hatten kurzzeitig die Staufer die Burg inne.1
Leininger und Ganerben
Am Anfang des 13. Jahrhunderts übernahmen die Grafen von Leiningen die Landvogtei über den Speyergau. 1317 kam die Burg an Graf Friedrich V. von Altleiningen und dessen neue Seitenlinie Leiningen-Dagstuhl.1
Von etwa 1372 bis 1481 war die Madenburg eine Ganerbenburg mit mehreren Mitbesitzern. Zu ihnen gehörten die Sickinger und die Fleckensteiner. Danach war vermutlich Johann IV. von Heideck Alleinbesitzer, etwa von 1481 bis 1511. Etwa von 1511 bis 1516 gehörte sie dem Herzog von Württemberg.1
Burg der Bischöfe von Speyer
1516 verkaufte der Herzog die Anlage an den Bischof von Speyer. Beim Hochstift blieb sie bis zur Französischen Revolution.1
Im Bauernkrieg wurde die Burg 1525 geplündert und in Brand gesteckt. Bischof Georg ließ sie bis etwa 1530 wieder aufbauen und für Geschütze und Pulverhandwaffen herrichten. Um 1550 folgten unter Bischof Philipp II. von Flörsheim weitere Arbeiten, 1550 entstand der Philippsbau.1
1552 brandschatzte der Markgraf von Brandenburg-Kulmbach die Burg. Zwischen 1581 und 1610 ließ Bischof Eberhard sie wieder aufbauen und im Stil der Renaissance umgestalten.1
Zerstörung und Verein
1689 zerstörten französische Truppen unter General Montclar die Madenburg endgültig. Wieder aufgebaut wurde sie nicht.1
Um 1800 ersteigerten vier Bürger aus Landau die Ruine. Um 1826 erwarben sie Eschbacher Bürger, danach diente sie als Steinbruch. 1870 gründete sich der Madenburgverein, danach folgten intensive Restaurierungen und Sanierungen.1
Chronik
11. Jh. - 1930- 2. Hälfte 11. JahrhundertGründungVermutlich gegen Ende des 11. Jahrhunderts als Reichsburg errichtet1
- 1076ErsterwähnungErwähnung unter dem Namen "Parthenapolis"1
- 2. Hälfte 12. JahrhundertBesitzwechselDie Staufer gelangen gegen Ende des 12. Jahrhunderts kurzzeitig in den Besitz der Burg1
- 1317BesitzwechselDie Burg fällt an Graf Friedrich V. von Altleiningen und die Linie Leiningen-Dagstuhl1
- um 1372-1481NutzungsänderungGanerbenburg mit mehreren Mitbesitzern, darunter Sickinger und Fleckensteiner1
- 1516BesitzwechselDer Herzog von Württemberg verkauft die Burg an den Bischof von Speyer1
- 1525ZerstörungIm Bauernkrieg geplündert und niedergebrannt1
- um 1530WiederaufbauWiederaufbau unter Bischof Georg, Ausbau für Geschütze1
- 1550UmbauBau des Philippsbaus unter Bischof Philipp II. von Flörsheim1
- 1552ZerstörungBrandschatzung durch den Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach1
- um 1560UmbauVerstärkung des Vorwerks mit einer äußeren Schildmauer1
- 1581-1610UmbauWiederaufbau und Umbau im Renaissancestil unter Bischof Eberhard1
- 1593FertigstellungBau des Eberhardsbaus auf der Ostseite der Kernburg1
- 1689ZerstörungEndgültige Zerstörung durch französische Truppen unter General Montclar1
- um 1800BesitzwechselVersteigerung der Ruine an vier Landauer Bürger1
- um 1826BesitzwechselEschbacher Bürger erwerben die Ruine, danach Nutzung als Steinbruch1
- 1870NutzungsänderungGründung des Madenburgvereins, danach intensive Restaurierungen1
- 1930UmbauBau eines Brunnenhauses zum Schutz des Brunnens1
Besitz und Herrschaft
- 1150-1199Staufer1kurzzeitiger Besitz gegen Ende des 12. Jahrhunderts
- ab 1317Grafen von Leiningen-Dagstuhl1Linie Graf Friedrichs V. von Altleiningen
- um 1372-1481Ganerben1Gemeinschaftsbesitz, u. a. Sickinger und Fleckensteiner
- um 1481-1511Johann IV. von Heideck1vermutlich Alleinbesitzer
- um 1511-1516Herzog von Württemberg1Eigentümer
- ab 1516Bischöfe von Speyer (Hochstift Speyer)1Eigentümer bis zur Französischen Revolution
- um 1800vier Landauer Bürger1ersteigern die Ruine
- um 1826Eschbacher Bürger1erwerben die Ruine
- 2020Madenburgverein1Eigentümer eines Großteils der Ruine, 2020 belegt
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Die Ruine liegt auf einem lang gestreckten Bergrücken, der nach drei Seiten steil abfällt. Im Norden lag die Kernburg, im Süden die knapp 100 Meter lange Vorburg.1 Die Kernburg schützten eine Ringmauer und eine spitz gewinkelte, rund 3 Meter dicke Schildmauer nach Norden. Um 1560 wurde das Vorwerk zusätzlich mit einer äußeren Schildmauer verstärkt. Sie war nach KuLaDig etwa 12 Meter hoch und 5 bis 7 Meter stark.1
An der Nordwestecke stand ein fünfeckiger Bergfried aus dem 13. Jahrhundert, an der Westseite ein dreigeschossiger Palas mit Küche. Der Philippsbau stand als Querbau auf der Südseite der Kernburg und trennte sie von der Vorburg. In seinem Obergeschoss lag das bischöfliche Archiv.1
1593 kam auf der Ostseite der Kernburg der Eberhardsbau hinzu, ein Wohntrakt bis an die Schildmauer. Nördlich und südlich davon entstanden 1593 und 1594 zwei vieleckige Treppentürme der Renaissance. Den Ostzwinger sicherten mehrere halbrunde Flankierungsstände mit Schießscharten.1
Besonderheiten
- Wappenstein: An der Südseite des Philippsbaus ist ein Rundbogenportal mit dem Wappenstein seines Erbauers erhalten.1
- Brunnen: KuLaDig gibt für 2005 eine Tiefe von 59,8 Metern bei bis zu 2,2 Metern Durchmesser an. Die Madenburgschänke nennt 61 Meter bis zum Wasserspiegel. Seit 1930 schützt ein Brunnenhaus den Schacht.1, 2
Heutiger Zustand
Die Madenburg wurde 1689 nicht wieder aufgebaut und ist eine Ruine, an der nach 1870 viel restauriert wurde. Sie ist nach dem Denkmalschutzgesetz von Rheinland-Pfalz als Kulturdenkmal eingetragen.1 Im früheren Zeughaus war nach KuLaDig 2020 ein Burgenmuseum zur Baugeschichte eingerichtet.1 Die Madenburgschänke vermietet dort einen Saal für rund 80 Personen, der wegen Brandschutzauflagen derzeit auf unbestimmte Zeit geschlossen ist. Das historische Laufrad im Brunnenhaus wird nach ihren Angaben gerade restauriert.2
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Öffnungszeiten
- Mai-Oktober: 11.30-19 Uhr, Montag und Dienstag Ruhetag
November-April: 11.30-17 Uhr, Montag, Dienstag und Donnerstag Ruhetag
An Ruhetagen ist die gesamte Burganlage geschlossen.
Fällt ein Feiertag auf einen Ruhetag, ist geöffnet, der Ruhetag verschiebt sich auf den folgenden Tag.
Je nach Witterung geänderte Öffnungszeiten möglich.
Stand Oktober 20262 - Gastronomie
- Burgschänke mit ca. 40 Plätzen innen und Außenbereich mit Blick über die Rheinebene.
Mittwochs bei schönem Wetter Funzelabend 18-23 Uhr, Küche bis 21 Uhr, keine Reservierung.
Freitags bei schönem Wetter Live-Musik 18-23 Uhr (Musik ab 19.30 Uhr), Eintritt frei, keine Reservierung.
Stand Oktober 20262
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
An den Ruhetagen der Madenburgschänke ist nach deren Angaben die gesamte Burganlage geschlossen. Nach Abschluss der Restaurierung des Laufrads sind Führungen durch das Brunnenhaus angekündigt.2
Anreise
Zur Burg führen mehrere Wanderwege. Nach KuLaDig liegt ein Wanderparkplatz nordwestlich der Anlage, westlich von Eschbach.1
Umgebung und weitere Ziele
Rund 3,8 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Reichsburg Trifels. Etwa 12,5 Kilometer Luftlinie entfernt steht die Burg Berwartstein, rund 19,2 Kilometer das Hambacher Schloss.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Südliche Weinstraße, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.
Lage und Karte
49.1683° N · 8.0081° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Burgen und Schlösser in der Nähe
- Burg Landeck 3,0 km
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- Ruine Madenburg bei EschbachKuLaDig (LVR), Barbara Hillers, Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd 2020, abgerufen am 11.10.2026
- Madenburg, BurgschänkeMadenburgschänke, Familie Buchwald, abgerufen am 11.10.2026
- ImpressumMadenburgschänke, Sven Buchwald, abgerufen am 11.10.2026
- Madenburg (Kartenobjekt way/231150850)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Rolohauck · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
- Burg Landeck: Foto: BlueBreezeWiki · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Reichsburg Trifels: Foto: Llez · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Burg Lindelbrunn: Foto: Gerd Eichmann · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Neuscharfeneck: Foto: Areuland · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons