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Burgruine · Kirchzell · Bayern

Burg Wildenberg (Kirchzell)

Burgruine der Herren von Dürn bei Kirchzell-Preunschen, ab 1271 Mainzer Amtssitz, 1525 im Bauernkrieg niedergebrannt.

49.5966° N · 9.1958° E
Burg Wildenberg (Kirchzell)
Burg Wildenberg (Kirchzell)Foto: © Freak-Line-Community / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine1, 2Ruine
Erste Erwähnung
12261
Baubeginn
ab 12161
Baustil
Romanik2
Denkmalstatus
Baudenkmal (D-6-76-131-25)2
Ort
Kirchzell1, 2
Bundesland
Bayern
Besichtigung
frei zugänglich1
Inhalt 13 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: die Burg der Herren von Dürn
  3. Mainzer Amtssitz
  4. Bauernkrieg und Verfall
  5. Sicherung im 19. und 20. Jahrhundert
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Auf einen Blick
  10. Besichtigung und Anreise
  11. Umgebung und weitere Ziele
  12. Lage und Karte
  13. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20264 Quellen

Die Burgruine Wildenberg steht auf einem weithin sichtbaren Bergsporn zwischen Kirchzell und Preunschen im Landkreis Miltenberg. In der Denkmalliste läuft sie unter der Adresse "Schloßberg-Ruine Wildenburg". Erbaut von den Herren von Dürn, kam sie 1271 an Mainz und ist seit dem Bauernkrieg 1525 eine Ruine.1, 2, 3 Erhalten sind Palas, Torbau, Wohnbau, Bergfried und Schildmauer aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.1, 2

Geschichte

Entstehung: die Burg der Herren von Dürn

Für den Baubeginn gibt es verschiedene Datierungen. Joachim Zeune nennt für das Haus der Bayerischen Geschichte um 1180 und Graf Ruprecht I. von Dürn als Bauherrn.1 Die bayerische Denkmalliste setzt die Errichtung als Sitz von Edelherren um 1200 bis 1230 an, der Markt Kirchzell in den Jahrzehnten um 1200. Die Gemeinde beschreibt die Edelherren von Dürn als Gefolgsleute der staufischen Kaiser.2, 3

Zwei Inschriftensteine nennen "BVRKERT VON DVRN" und "RVHBREHT VON DVRN" als Erbauer. Nach Ruprechts Tod 1204 ruhte der Bau nach Zeune offenbar längere Zeit. Erst Konrad I. von Dürn nahm ihn ab 1216 wieder auf. In den folgenden Jahrzehnten ließ er zuerst den Torturm bauen und dann den Palas um ein Geschoss erhöhen. Indirekt erwähnt wird die Burg zuerst 1226, als ein Cunradus de Wildenberg auftritt.1

Mainzer Amtssitz

1271 kaufte der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein die Herrschaft samt Burg. Mainz richtete auf Wildenberg einen Amtssitz ein.1, 2, 3 Das Erdbeben von 1356 beschädigte die Burg, nach der Denkmalliste wurde sie danach wiederhergestellt. Der Markt Kirchzell schreibt, das Beben solle sie stark beschädigt haben.1, 2, 3

Zeune nennt mehrere Reparaturen zwischen 1413 und 1440. Nach Zeune wurde der Burghof 1445 durch zwei Binnenmauern in drei Teile gegliedert.1 Erhalten ist eine gotische Zwischenmauer mit Spitzbogenportal, Bogenfries und Ecktürmchen, die die Denkmalliste um 1445 datiert.2

Bauernkrieg und Verfall

Im Bauernkrieg 1525 setzten Bauern die Burg in Brand, seither ist sie eine Ruine.1, 2 Wie lange der Amtssitz bestand, wird unterschiedlich angegeben. Zeune nennt 1547 als Jahr der Aufgabe, der Markt Kirchzell die Zerstörung von 1525 als Ende.1, 3

1816 fiel Wildenberg an Bayern. Um 1833 ließ Graf Franz zu Erbach-Erbach wertvolle Bausteine aus der Ruine holen. Er verbaute sie in der Eberhardsburg, einer neu angelegten künstlichen Ruine. Die Genehmigung dazu gab der damalige Eigentümer, der Fürst zu Leiningen.1

Sicherung im 19. und 20. Jahrhundert

Nach der Denkmalliste wird die Ruine seit dem 19. Jahrhundert gesichert.2 Zeune nennt Instandsetzungen von 1905 bis 1913 und 1959. Bei Sanierungsarbeiten 1933-1939, die er als wenig geglückt bewertet, kehrten 1937 die entnommenen Steine nach Wildenberg zurück.1

Chronik

1216 - 1959
  1. ab 1216BaubeginnKonrad I. von Dürn setzt den Bau nach längerem Stillstand fort, zuerst mit dem Torturm1
  2. 1226ErsterwähnungIndirekte Erwähnung mit Cunradus de Wildenberg1
  3. 1271BesitzwechselVerkauf von Herrschaft und Burg an Mainz1, 2, 3
  4. 1356ZerstörungSchäden durch ein Erdbeben1, 2
  5. um 1445UmbauTeilung des Burghofs durch Binnenmauern1, 2
  6. 1525ZerstörungIm Bauernkrieg niedergebrannt, seitdem Ruine1, 2, 3
  7. um 1833ZerstörungBausteine werden für die künstliche Ruine Eberhardsburg entnommen1
  8. 1905-1913RestaurierungInstandsetzung1
  9. 1933-1939RestaurierungSanierung, 1937 kehren die entnommenen Steine zurück1
  10. 1959RestaurierungInstandsetzung1

Besitz und Herrschaft

  • bis 1271Herren von Dürn1, 2, 3Erbauer, Verkauf 1271
  • ab 1271Erzstift Mainz1, 2, 3Kauf von Herrschaft und Burg
  • um 1833Fürsten zu Leiningen1Eigentümer, um 1833 genannt

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Zwei Halsgräben gliedern den Bergsporn in Vorburg und Hauptburg. Die Hauptburg bildet ein langgestrecktes Rechteck von 89 auf 35 Metern. Zeune zählt die Anlage aus rötlichem Buntsandstein "zu den großartigsten Burganlagen der Stauferzeit".1

An der Westseite ist die Ringmauer als Schildmauer ausgeführt, dazu gehören Reste von Brückenpfeilern und der Vorburg.2 Nach Zeune ist diese Mauer 2,5 Meter stark, ein viereckiger Turm ist übereck in sie gestellt.1

Den Palas beschreibt die Denkmalliste als unterkellerten Saalbau mit zwei Geschossen aus Quadermauerwerk. Früher teilte ihn eine Säulenreihe, im Erdgeschoss liegt ein mächtiger Kamin. Im Obergeschoss zeigen die Fenster spätromanische und frühgotische Formen, ein quadratischer Ostturm ist in den Bau einbezogen.2

Der zweigeschossige Torbau enthielt unten eine Durchfahrt mit Kreuzrippengewölbe. Im Obergeschoss tritt ein halbrunder Kapellenerker vor, nach Zeune lag hier die Burgkapelle St. Georg. Dazu kommen ein Wohnbau mit Biforienfenstern und Kamin sowie ein Bergfried aus Buckelquadern mit Zinnen. Zeunes Grundriss verzeichnet zwei Bergfriede, einen südlichen und einen nördlichen.1, 2

Besonderheiten

  • Wolfram von Eschenbach: Nach Zeune war der riesige Hallenkamin der Burg Wolframs Vorlage für den Kamin der Gralsburg im Parzival, den er auf 1205 datiert. Nach dem Markt Kirchzell schrieb Wolfram mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Teil des Romans auf Wildenberg.1, 3
  • Bauplastik: Zeune hebt am Palas die hochwertige Bauplastik hervor, vor allem die Fensterarkaden.1
  • Bedeutung: Der Markt Kirchzell nennt sie "eine der kunstgeschichtlich, historisch und literaturgeschichtlich bedeutendsten Burgen".3
Besuch

Besuch auf einen Blick

Besichtigung
frei zugänglich1

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung und Anreise

Die Ruine kann nach Angaben des Hauses der Bayerischen Geschichte frei und auf eigene Gefahr besichtigt werden. Kostenlos parken kann man danach in Preunschen, ein Waldweg führt in etwa 15 bis 20 Minuten zur Ruine.1 Der Markt Kirchzell nennt als Parkmöglichkeiten das Watterbacher Haus und einen Parkplatz an der Straße zwischen Buch und Preunschen.3

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 27 Kilometer Luftlinie südwestlich liegt die Burg Hirschhorn, knapp 32 Kilometer südlich die Burg Hornberg. Etwa 35 Kilometer nördlich steht Schloss Mespelbrunn.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Miltenberg, das ganze Land die Seite Bayern.

Lage und Karte

49.5966° N · 9.1958° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Burgruine Wildenberg, Kirchzell-Preunschen (Burgen in Bayern, Text Joachim Zeune)Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 17.10.2026
  2. Bayerischer Denkmal-Atlas, Baudenkmal D-6-76-131-25 (Schloßberg-Ruine Wildenburg)Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 17.10.2026
  3. Burgruine WildenbergMarkt Kirchzell, abgerufen am 17.10.2026
  4. Burg Wildenberg (Kartenobjekt way/175340638)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 17.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: © Freak-Line-Community / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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